Das Thema Wissensmanagement erfreut sich in den letzten Jahren sowohl in der Praxis als auch in der Literatur wachsendem Interesse. Zahlreiche Konferenzen und Artikel in der Fach- und Wirtschaftspresse widmen sich dieser schwer fassbaren Thematik. Ein systematisches Management des Produktionsfaktors Wissen stellt eine der wichtigsten unternehmerischen Herausforderungen dar, um sich auf den heutigen durch Dezentralisierung und Globalisierung gekennzeichneten Märkten zu behaupten. Während traditionelle Rationalisierungsmaßnahmen weitestgehend ausgeschöpft sind, liegen im Umgang mit Wissen noch erhebliche Verbesserungspotentiale verborgen. Diese gilt es durch gezielte Konzepte und eine wissensfreundliche Unternehmenskultur zu realisieren.
Die folgende Arbeit klärt zunächst die Frage, was unter Wissen zu verstehen ist und definiert die wichtigsten Begrifflichkeiten zum Thema Wissen. In Kapitel 3 folgt die Darstellung eines ganzheitlichen Wissensmanagement-Konzepts in Form von acht Grundprozessen. Es werden konkrete Maßnahmen zur Umsetzung von Wissensmanagement beschrieben. Beispiele aus der Praxis zeigen wie einzelne Unternehmen beim Management „des wichtigsten Produktionsfaktors unserer Zeit“ vorgehen. Darüber hinaus sollen sie verdeutlichen, dass Wissensmanagement keine reine Wissenschaftsdisziplin oder theoretische Spielerei ist, sondern Teil des betrieblichen Alltags. In der abschließenden Betrachtung in Kapitel 4 werden die zentralen Punkte für die erfolgreiche Einführung von Wissensmanagement-Konzepten im Unternehmen nochmals hervorgehoben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Der Wissensbegriff
2.1.1 Einführung
2.1.2 Daten
2.1.3 Informationen
2.1.4 Wissen
2.2 Organisationale Wissensbasis
2.2.1 Definition
2.2.2 Individuelles Wissen
2.2.3 Kollektives Wissen
3 Konzeptionelle Ebene
3.1 Wissensziele definieren
3.2 Wissen erwerben
3.3 Wissen entwickeln
3.4 Wissen (ver)teilen
3.5 Wissen nutzen
3.6 Wissen bewahren
3.7 Wissen bewerten
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Wissensmanagement als einen integralen Bestandteil des betrieblichen Alltags zu etablieren und aufzuzeigen, wie Wissen als zentraler Produktionsfaktor durch systematische Konzepte gemanagt werden kann, um in globalisierten Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Grundlagen und Abgrenzung der Begriffe Daten, Informationen und Wissen
- Aufbau und Bedeutung der organisationalen Wissensbasis
- Darstellung eines ganzheitlichen Wissensmanagement-Konzepts in acht Grundprozessen
- Umsetzung von Wissensmanagement-Maßnahmen und deren praktische Anwendung
- Herausforderungen bei der Einführung von Wissensmanagement-Konzepten im Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.2 Wissen identifizieren
Wissensidentifikation bezeichnet das Bestreben einer Organisation angemessene Transparenz über interne und externe Wissensbestände zu erlangen. Es wird bewusst von angemessener Transparenz gesprochen, da das Ziel vollkommene Transparenz zu erreichen unrealistisch ist und die Gefahr mit sich bringt sich in seinen Bemühungen letztendlich zu verzetteln. Es ist einer Organisation nicht möglich alles zu wissen, sie sollte allerdings wissen wo welches Wissen zu finden ist. Im Bezug auf die Mitarbeiter muss eine Transparenz in den Unternehmen geschaffen werden, die es dem Einzelnen ermöglicht schnell und einfach auf Wissensbestände zuzugreifen. Ressourcen können dadurch effizienter genutzt werden und die Reaktionsgeschwindigkeit bei anfallenden Problemstellungen wird erhöht. In vielen Unternehmen sind Ineffizienzen durch fehlende Transparenz alltägliche Erscheinungen. Dies kann sich unter anderem dadurch bemerkbar machen, dass Wissen an bestimmten Stellen im Unternehmen mühevoll aufgebaut wird, obwohl es an anderen Stellen bereits existiert. Fehlende Transparenz führt also dazu, dass „das Rad immer wieder neu erfunden wird.“
Wie bereits erwähnt kann zwischen interner und externer Transparenz unterschieden werden. Zur Verbesserung der internen Transparenz muss sich eine Organisation über den Status-Quo bewusst werden. Hierfür muss beispielsweise die Frage geklärt werden welche Experten mit welchen Fähigkeiten im Unternehmen beschäftigt sind. Zur Verbesserung der internen Transparenz kann sich ein Unternehmen verschiedener Werkzeuge bedienen. Eine relativ einfache, aber dennoch effektive Möglichkeit ist die Erstellung von Expertenverzeichnissen, sogenannten „Gelbe Seiten“ des organisationalen Wissens. Der Chemiekonzern Hoffmann-La Roche entwickelte ein solches Verzeichnis für den Bereich der Produktentwicklung, wobei typischen Problemstellungen der Name eines Experten zugeordnet wurde. Durch diese Vernetzung der einzelnen „Wissensinseln“ konnten die Suchkosten nach Ansprechpartnern erheblich gesenkt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Wissensmanagements im Kontext globalisierter Märkte und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die praktische Anwendung von Wissensmanagement-Konzepten aufzuzeigen.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung durch die Abgrenzung von Daten, Informationen und Wissen sowie eine Erläuterung der organisationalen Wissensbasis.
3 Konzeptionelle Ebene: Das Hauptkapitel beschreibt die acht Grundprozesse des Wissensmanagements, von der Zieldefinition über Erwerb, Entwicklung und Verteilung bis hin zur Nutzung, Bewahrung und Bewertung von Wissen.
4 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Wissensmanagement kein abstraktes Thema bleiben darf, sondern durch eine wissensfreundliche Unternehmenskultur tief im betrieblichen Alltag verankert werden muss.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Produktionsfaktor Wissen, organisationale Wissensbasis, Wissensidentifikation, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissensverteilung, Wissensnutzung, Wissensbewahrung, Wissensbewertung, Benchmarking, Unternehmenskultur, Wissensziele, Lessons Learned, Skandia Navigator
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Steuerung und Nutzung des Produktionsfaktors Wissen innerhalb von Unternehmen, um Wettbewerbsvorteile in einem dynamischen Marktumfeld zu sichern.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen des Wissensbegriffs sowie auf die praktische Konzeption und Umsetzung von Wissensmanagement-Prozessen in Organisationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Wissensmanagement keine theoretische Spielerei ist, sondern ein notwendiger und integraler Bestandteil des operativen betrieblichen Alltags.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die theoretische Konzepte mit praktischen Fallbeispielen aus Unternehmen verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in acht Grundprozesse des Wissensmanagements: Zieldefinition, Identifikation, Erwerb, Entwicklung, Verteilung, Nutzung, Bewahrung und Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensmanagement, organisationale Wissensbasis, Wissensidentifikation, Wissensprozesse, Unternehmenskultur und Controlling von Wissensressourcen.
Wie verhindert man die „Todesspirale“ einer elektronischen Wissensbasis?
Die „Todesspirale“ entsteht durch mangelnde Datenqualität und fehlende Aktualisierung. Das Dokument empfiehlt daher, kontinuierlich in die Pflege und Benutzerfreundlichkeit der technischen Systeme zu investieren.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur beim Wissensmanagement?
Die Unternehmenskultur ist entscheidend, da starre Strukturen oder ein „Wissen-ist-Macht“-Denken die Wissensweitergabe behindern können. Erfolgreiches Wissensmanagement erfordert daher eine Atmosphäre, in der Wissen als wertvolle, geteilte Ressource betrachtet wird.
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- Stefan Berg (Author), 2002, Wissensmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14215