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Die Evolution der deutschen Verlaufsform. Von Zweifelsfällen zu Akzeptanz

Titel: Die Evolution der deutschen Verlaufsform. Von Zweifelsfällen zu Akzeptanz

Hausarbeit , 2023 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Isabell Trampusch (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung, Identifizierung und Akzeptanz der deutschen Verlaufsform zu untersuchen. Es wird analysiert, inwiefern die Verlaufsform als sprachlicher Zweifelsfall gilt, wie sie in der Literatur und speziell im Duden thematisiert wird, und welche Rolle sie in der sprachhistorischen Entwicklung des Deutschen spielt. Die Untersuchung zielt darauf ab, ein umfassendes Verständnis für die Anwendung, Stigmatisierung und letztendliche Akzeptanz der Verlaufsform zu schaffen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen: Was ist ein Zweifelsfall?

2.1 Definition und Funktion der deutschen Verlaufsform

2.2 Identifikation der Verlaufsform als sprachlichen Zweifelsfall

2.3 Stigmatisierung und Akzeptanz der Verlaufsform

3. Die Verlaufsform im Duden

3.1 Die Verlaufsform im Duden Band 9 „sprachliche Zweifelsfälle“

3.2 Die Verlaufsform in dem Duden Band 4 „Grammatik“

4. Sprachhistorische Entwicklung der Verlaufsform im Deutschen

4.1 Diachrone und synchrone Sicht auf die Verlaufsform

4.2 Forschungsergebnisse zu der Verlaufsform

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die deutsche Verlaufsform (am-Progressiv) einen sprachlichen Zweifelsfall darstellt oder als grammatisch akzeptierte Struktur zu betrachten ist. Durch eine Analyse des Duden-Verlags und sprachhistorischer Daten soll geklärt werden, ob ihre Stigmatisierung als Umgangssprache angesichts ihrer zunehmenden Grammatikalisierung noch zeitgemäß ist.

  • Definition und Identifikation sprachlicher Zweifelsfälle
  • Analyse der Verlaufsform in verschiedenen Duden-Auflagen
  • Diachrone und synchrone Betrachtung der Verlaufsform
  • Stigmatisierung versus gesellschaftliche Akzeptanz
  • Grammatikalisierungsprozess der am-Konstruktion

Auszug aus dem Buch

2.3 Stigmatisierung und Akzeptanz der Verlaufsform

W. Klein verdeutlicht in seinem Aufsatz „Der Wahn vom Sprachverfall und andere Mythen“ (1986), dass der Begriff „Sprachverfall“ nicht nur negativ konnotiert wird, sondern auch nicht der Wahrheit entspricht, denn Sprache verändert oder verfällt nicht, sie wird von ihren Sprechern verändert. Sprecherverhalten verändert sich stetig und ist nicht mit einem Verfall der Sprache gleichzusetzen, vielmehr mit einer Weiterentwicklung, die sprachlinguistisch betrachtet und analysiert werden kann und demnach auch nicht in gute oder schlechte Sprache eingegrenzt werden kann (Klein, 1986: 14-18). Wer demnach als Sprecher die Entwicklung der Sprache nur toleriert und lediglich hinnimmt, anstatt diese zu akzeptieren, hält an ungeschriebenen Regeln fest und hat das Prinzip einer lebenden, gesprochenen Sprache nicht verstanden.

Die Akzeptanz der Sprache führt zu einem Verstehen der Sprache als ein dynamisches System, das von seinen unterschiedlichen Sprechertypen und seinen unterschiedlichen Sprachgrenzen beeinflusst wird und untereinander voneinander unabhängig ausgelebt und weiterentwickelt wird. Die deutsche Sprache ist nicht fest, nicht einheitlich, nicht klar umrissen und hat nicht immer klare Regeln, sondern lässt Variation und Zweifelsfälle zu, denn auch Sprachratgeber und Wörterbücher stehen in einem ständigen Entwicklungsprozess (vgl. Klein, 1986: 18f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der deutschen Verlaufsform anhand eines rheinischen Beispiels ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Statusbestimmung als Zweifelsfall.

2. Theoretische Grundlagen: Was ist ein Zweifelsfall?: Hier werden die linguistischen Definitionen von Zweifelsfällen nach W.P. Klein dargelegt und die spezifische Bedeutung sowie Funktion der Verlaufsform theoretisch fundiert.

3. Die Verlaufsform im Duden: Dieses Kapitel prüft anhand der Auflagen der Bände „sprachliche Zweifelsfälle“ und „Grammatik“, wie der Duden die Verlaufsform über die Jahrzehnte thematisiert hat.

4. Sprachhistorische Entwicklung der Verlaufsform im Deutschen: Hier werden Entstehungsgeschichte, erste schriftliche Belege und der fortschreitende Grammatikalisierungsprozess des am-Progressivs analysiert.

5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die mangelnde Aufklärung durch den Duden-Verlag und betont die zunehmende Standardisierung der Verlaufsform.

Schlüsselwörter

Verlaufsform, am-Progressiv, Sprachwandel, Zweifelsfall, Duden, Grammatikalisierung, Mündlichkeit, Standardsprache, Sprachkritik, Sprachhistorie, Sprachverfall, deutsche Sprache, Syntax, Sprachnormierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch den sprachlichen Status der deutschen Verlaufsform, insbesondere der am-Konstruktion, vor dem Hintergrund ihrer linguistischen Einordnung und ihrer Behandlung in Nachschlagewerken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definitionsmacht von Sprachratgebern wie dem Duden, dem Prozess der Grammatikalisierung und der Unterscheidung zwischen Dialekt, Umgangssprache und Standardsprache.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Autorin untersucht, ob die Verlaufsform als sprachlicher Zweifelsfall eingestuft werden muss oder ob es sich um eine legitime, grammatikalisch erklärbare Besonderheit des Deutschen handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine vergleichende Analyse verschiedener Duden-Auflagen (Querschnittsanalyse) in Kombination mit einer Auswertung aktueller sprachwissenschaftlicher Forschungsergebnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, einen Querschnittsvergleich der Duden-Bände 4 und 9 sowie eine sprachhistorische Untersuchung des Progressivs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind am-Progressiv, Verlaufsform, Grammatikalisierung, Sprachwandel und Zweifelsfall.

Warum wird die Behandlung im Duden als kritisch eingestuft?

Die Arbeit kritisiert, dass der Duden über Jahrzehnte hinweg kaum Informationen zur Verwendung oder Einordnung der Verlaufsform gegeben hat und Einträge teilweise unverändert ohne fachliche Aktualisierung übernahm.

Entspricht die Verlaufsform dem Standarddeutsch?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der am-Progressiv in einem fortschreitenden Grammatikalisierungsprozess steht und zunehmend Merkmale der Standardsprache annimmt, was die bisherige Stigmatisierung als reine Umgangssprache infrage stellt.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Evolution der deutschen Verlaufsform. Von Zweifelsfällen zu Akzeptanz
Hochschule
Universität Trier  (Sprachwissenschaften)
Veranstaltung
sprachliche Zweifelsfälle des Deutschen
Note
2,0
Autor
Isabell Trampusch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
21
Katalognummer
V1421851
ISBN (PDF)
9783963561979
ISBN (Buch)
9783963561986
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verlaufsform, Sprachwissenschaft, Linguistik, sprachlicher Zweifelsfall, historische Linguistik, Sprachentwicklung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabell Trampusch (Autor:in), 2023, Die Evolution der deutschen Verlaufsform. Von Zweifelsfällen zu Akzeptanz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1421851
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Leseprobe aus  21  Seiten
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