Diese Arbeit untersucht die Rolle des Sachunterrichts in der schulischen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und beleuchtet die Grenzen zwischen Bildung und Instrumentalisierung der Schülerinnen und Schüler (SuS). Ziel ist es, zu untersuchen, wie die schulische Institution und der Unterricht ein Bewusstsein für die Umwelt schaffen und zu handlungsorientierten Veränderungen beitragen können.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind global spürbar und erfordern dringende Maßnahmen im Umwelt- und Klimaschutz. Die Dringlichkeit des Handelns zeigt sich nicht nur in der Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, sondern auch im Bildungsbereich. Weltweite Nachhaltigkeitsziele sollen eine Richtung für den Klimaschutz vorgeben, während Bewegungen wie "Fridays for Future" die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit des Handelns lenken.
Die Arbeit beginnt mit einer Erläuterung der Entwicklung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und ihrer Bedeutung für die Grundschule und den Sachunterricht. Dabei werden wichtige Begriffe definiert und voneinander abgegrenzt. Im Fokus steht die ökologische Dimension der Umweltbildung und ihr Wandel im Kontext der BNE.
Ein historischer Überblick über die Thematisierung von Nachhaltigkeit und Umweltschutz im schulischen Kontext sowie die Abgrenzung zum klassischen Konzept der Umweltbildung tragen dazu bei, den Weg der Bildung für nachhaltige Entwicklung nachzuzeichnen. Dabei werden Möglichkeiten und Grenzen dieser Bildungsdimension herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historie des Nachhaltigkeitsgedankens
2.1 Von der Umweltbildung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung
3. Grundlagen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.1 Definition Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.2 Leitbild der Bildung für nachhaltigen Entwicklung
3.2.1 Grundprinzipien der nachhaltigen Entwicklung
3.2.2 Das Dreieck der nachhaltigen Entwicklung
3.2.3 Sustainable Development Goals
3.3 Ziele und Kompetenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.4 Stellenwert der Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Grundschule
4. Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sachunterricht
4.1 Verankerung im Perspektivrahmen und Teilrahmenplan (RLP)
5. Grenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung
5.1 Dilemma und Spannungsfelder
5.2 Abschließende Bewertung
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Grundschulunterricht vor dem Hintergrund des Klimawandels und analysiert, wie schulische Institutionen ein Bewusstsein für Umweltfragen schaffen können, ohne die Schülerinnen und Schüler zu instrumentalisieren.
- Historische Entwicklung von der klassischen Umweltbildung zur BNE
- Grundlagen, Leitbilder und Dimensionen der Nachhaltigkeit
- Kompetenzorientierung und Gestaltungskompetenzen im Sachunterricht
- Legitimation der BNE in staatlichen Rahmenplänen
- Kritische Reflexion über Indoktrinationsgefahren und pädagogische Grenzen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Das Dreieck der nachhaltigen Entwicklung
Die drei Dimensionen nachhaltiger Entwicklung stehen in einer Wechselwirkung zueinander und sind eng miteinander verbunden (vgl. Wiedemuth 2011, S.12). Aufgrund dessen werden diese Komponenten auch als „Dreieck der Nachhaltigkeit“ bezeichnet (ebd.).
Die ökologische Dimension wird durch die Tragfähigkeit der Ökosysteme definiert (vgl. Hauenschild/Bolscho 2009, S.35). Sie baut auf den grundlegenden Gedanken der klassischen Umweltbildung auf, da sie „sich mit Aspekten der Umwelt wie der Belastbarkeit ökologischer Systeme der Erde“ (Wiedemuth 2011, S.12) beschäftigt. Diese Komponente fokussiert demnach das Ressourcenmanagement hinsichtlich eines nachhaltigen Umgangs mit den naturgegebenen Materialien und zielt darauf ab, Umweltbelastungen zu verhindern und den nachfolgenden Generationen eine intakte Welt zu hinterlassen und ihnen das Weiterleben zu ermöglichen (vgl. Wulfmeyer 2020, S.13).
Die ökomische Dimension umfasst die wirtschaftliche Entwicklung unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit (vgl. Hauenschild/Bolscho 2009, S.35). In diesem Sinne zielt die Komponente sowohl auf den Erhalt der bestehenden Ressourcen, als auch auf die Sicherung des Lebens weiterer Generationen ab (vgl. Bauer 2008). Zudem soll eine „faire Gestaltung des weltweiten Handelns“ auf globaler Wirtschaftsebene ermöglicht werden (Wiedemuth 2011, S.12), sodass sowohl heutige als auch folgende Generationen ein gutes Leben fortführen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Dringlichkeit der Klimaschutz-Thematik ein und stellt die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten und Grenzen der BNE in der Grundschule.
2. Historie des Nachhaltigkeitsgedankens: Dieses Kapitel zeichnet den Wandel von der klassischen, bedürfnisorientierten Umweltbildung hin zur modernen Bildung für nachhaltige Entwicklung nach.
3. Grundlagen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung: Hier werden zentrale Definitionen, das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit sowie die geforderten Gestaltungskompetenzen und deren Bedeutung für die Schule dargelegt.
4. Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sachunterricht: Dieses Kapitel prüft, wie BNE in aktuellen Lehrplänen wie dem Perspektivrahmen und dem Teilrahmenplan Rheinland-Pfalz verankert ist.
5. Grenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung: Hier werden kritische Spannungsfelder, insbesondere die Affirmations- und Normativitätskontroversen sowie die Gefahr der Instrumentalisierung von Kindern, diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die notwendige, demokratische Rolle der BNE unter Einbezug der Motivation der jungen Generation.
Schlüsselwörter
Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Umweltschutz, Sachunterricht, Gestaltungskompetenz, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Dreieck der Nachhaltigkeit, Grundschule, Schulpädagogik, Umweltbildung, Partizipation, Wertebildung, Agenda 21, Perspektivrahmen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) innerhalb des schulischen Systems, speziell mit Fokus auf die Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der BNE, die pädagogische Umsetzung im Sachunterricht sowie die kritische Reflexion über normative Erziehungsziele im Kontext gesellschaftlicher Krisen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Möglichkeiten der Sachunterricht bietet, um Nachhaltigkeit zu vermitteln, und wo die Grenzen liegen, um Kinder nicht zu instrumentalisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung des aktuellen bildungswissenschaftlichen Forschungsstandes sowie relevanter Lehrpläne.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Verankerung in unterrichtlichen Rahmenplänen und eine kritische Auseinandersetzung mit der normativen Ausrichtung der BNE.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie BNE, Gestaltungskompetenz, Nachhaltigkeitsdreieck, Partizipation und pädagogische Legitimationsschwierigkeiten geprägt.
Wie unterscheidet sich die moderne BNE von der klassischen Umweltbildung?
Während die Umweltbildung primär ökologische Aspekte fokussierte, verfolgt die BNE einen erweiterten, interdisziplinären Ansatz, der soziale, ökonomische und ökologische Dimensionen verknüpft.
Welche Rolle spielt die Fridays for Future Bewegung in dem Kontext?
Die Bewegung dient als Beispiel dafür, wie das Interesse und die Partizipationsbereitschaft der jungen Generation von der schulischen Bildung aufgegriffen und durch Kompetenzaufbau unterstützt werden sollten.
Warum ist das "Dreieck der Nachhaltigkeit" so wichtig für den Unterricht?
Es dient dazu, den komplexen Zusammenhang zwischen ökologischer Tragfähigkeit, ökonomischer Stabilität und sozialer Gerechtigkeit verständlich zu machen, anstatt nur einseitige ökologische Appelle zu vermitteln.
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- Anonym (Author), 2021, Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Grundschule. Chancen und Grenzen in der Sensibilisierung für Umweltschutz im Sachunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1421909