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Die "Bottroper Protokolle" von Erika Runge. Authentische Erfassung der Wirklichkeit oder nur eine scheinbare Authentizität?

Titel: Die "Bottroper Protokolle" von Erika Runge. Authentische Erfassung der Wirklichkeit oder nur eine scheinbare Authentizität?

Hausarbeit , 2021 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die "Bottroper Protokolle" wurden im Jahr 1968 von Erika Runge veröffentlicht und gelten als "Meilenstein der Dokumentarliteratur" und haben in diesem Zusammenhang auch noch heutzutage einen hohen Stellenwert. Bei den "Bottroper Protokollen" handelt es sich um eine Sammlung von Interviews, wobei die von Runge befragten Personen aus dem Ruhrgebiet über ihr Leben und dessen Bedingungen berichten.

Der Authentizitätsanspruch der einzelnen Interviews der "Bottroper Protokolle" von Erika Runge wird oft thematisiert. Deshalb wird im Verlauf dieser Hausarbeit untersucht, ob in den Interviews vom Begriff "Authentizität" gesprochen werden kann oder ob dies nicht der Fall ist. Die sich daraus ableitende These, die Gegenstand dieser Hausarbeit und der weiteren Untersuchung ist, lautet: Die "Bottroper Protokolle" von Erika Runge geben die Schilderungen der in ihnen zu Wort kommenden Personen in einer authentischen Art und Weise wieder.

Der Begriff "Authentizität" wird hierbei in der Bedeutung von "Echtheit" bzw. "Unverfälschtheit" verstanden und verwendet und rückt damit die Frage in den Vordergrund, ob und inwiefern die tatsächlichen Gedanken und die wirkliche Lebenssituation der befragten Personen dargestellt und gezeigt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Entstehung und Hintergründe der Bottroper Protokolle

2.2 Durchführung der Interviews durch Erika Runge

2.3 Verwendete Methoden zur Bearbeitung und Anordnung der Interviews

2.4 Kontroverse Meinungen zur Authentizität der Bottroper Protokolle

3. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Authentizität der 1968 veröffentlichten "Bottroper Protokolle" von Erika Runge. Dabei wird analysiert, ob die transkribierten Schilderungen der befragten Personen aus dem Ruhrgebiet die Realität in einer authentischen Weise widerspiegeln oder ob der redaktionelle Eingriff der Herausgeberin dieses Ziel verfälscht.

  • Historischer Entstehungskontext der "Bottroper Protokolle"
  • Methodik der Interviewführung und redaktionellen Bearbeitung
  • Authentizitätsbegriff in der Dokumentarliteratur
  • Kritische Auseinandersetzung mit der literarischen Form der Protokollliteratur
  • Rezeption und Kontroversen zur Rolle der Herausgeberin

Auszug aus dem Buch

2.2 Durchführung der Interviews durch Erika Runge

Erika Runge hat mit Hilfe eines Tonbandgeräts bzw. Mikrofons viele unterschiedliche Menschen aus Bottrop und dessen näherer Umgebung interviewt, die nicht immer mit dem Bergbau direkt in Verbindung stehen, sondern aus unterschiedlichen Berufsgruppen kommen. So hat Runge einen ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden, eine Hausfrau, eine Putzfrau, einen Verkäufer, einen Pfarrer, einen Rektor, einen Beatsänger und eine kaufmännische Angestellte befragt. Dies wird bereits in den Überschriften bzw. Titel der einzelnen Interviews mit der jeweiligen befragten Person deutlich, da die einzelnen Gespräche bzw. Kapitel mit dem Vornamen, dem abgekürzten Nachnamen und dem Beruf der befragten Person betitelt sind. Eine Ausnahme findet sich hierbei im Protokoll von Heinrich W., als dieser über seinen Vater und dessen Beruf spricht: „Mein Vater, war wie sein sagt, Wegner, nämlich Wagenmacher.” Damit wird hier der abkürzte Nachname von Heinrich W. aufdeckt und bleibt somit nicht mehr anonym bzw. unerwähnt. Die Tatsache, dass der Familienname von Heinrich W. bzw. Heinrich Wegner hierbei nicht durch Erika Runge herausgestrichen wurde zeigt, dass die Kürzung der Familiennamen der Interviewten nicht der Anonymität wegen passiert ist und einen anderen Beweggrund haben muss. Somit scheint Erika Runge bei der Auswahl der befragten Personen berücksichtigt zu haben, dass zur Arbeitswelt auch Arbeitsfelder verschiedener Berufsebenen gehören und dass „die Arbeitswelt viel umfasst als das, was unter dem Tätigkeitsbereich der Arbeiterklasse bzw. dem Arbeitsalltag einer bestimmten, eventuell benachteiligten Schicht, zusammengefasst werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die "Bottroper Protokolle" als bedeutendes Werk der Dokumentarliteratur vor und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Authentizität der dort abgedruckten Interviews.

2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in Entstehungskontext, methodische Vorgehensweise, redaktionelle Aufbereitung und eine kritische Diskussion der Authentizität des Werkes.

2.1 Entstehung und Hintergründe der Bottroper Protokolle: Dieses Kapitel erläutert die Anlässe der Interviewführungen, insbesondere den Einfluss der Krise im Bergbau und die Vernetzung Runges mit der Gruppe 61.

2.2 Durchführung der Interviews durch Erika Runge: Hier wird der Prozess der Interviewführung, die Auswahl der Gesprächspartner und die sprachliche Heterogenität der Protokolle beleuchtet.

2.3 Verwendete Methoden zur Bearbeitung und Anordnung der Interviews: Der Fokus liegt hier auf dem redaktionellen Prozess, bei dem Mündlichkeit in Schriftlichkeit überführt und dabei rhetorisch "bereinigt" wurde.

2.4 Kontroverse Meinungen zur Authentizität der Bottroper Protokolle: Dieses Kapitel fasst die wissenschaftliche Kritik zusammen, insbesondere die Frage, ob der "direkte Stil" lediglich eine fingierte Unmittelbarkeit erzeugt.

3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Werk trotz redaktioneller Eingriffe als authentisch im Sinne einer subjektiven Erfahrungsdarstellung gelten kann, auch wenn der Authentizitätsanspruch ein dynamisches Diskursfeld bleibt.

Schlüsselwörter

Bottroper Protokolle, Erika Runge, Authentizität, Dokumentarliteratur, Interviewprotokoll, Arbeitswelt, Ruhrgebiet, Bergbau, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Gruppe 61, Zeitgeschichte, Dokumentation, literarische Verfahren, Soziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es bei den "Bottroper Protokollen"?

Es handelt sich um eine Sammlung von Interviews, die Erika Runge mit Menschen im Ruhrgebiet führte, um deren Lebensbedingungen zur Zeit der Strukturkrise des Bergbaus abzubilden.

Was sind die zentralen Themen der Arbeit?

Die wesentlichen Themen sind Historie der Dokumentarliteratur, Methoden der Interview-Transkription und die kritische Analyse des Begriffs der Authentizität bei redaktionell bearbeiteten Gesprächsprotokollen.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob Erika Runge die Schilderungen im Sinne einer getreuen Wiedergabe ("authentisch") präsentiert oder ob die erzählerische Gestaltung die Realitätsschilderung beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zur Dokumentarliteratur sowie einer methodenkritischen Prüfung der Interviewtexte.

Welche Aspekte werden im Hauptteil thematisiert?

Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte, Runges Auswahlkriterien für Interviewpartner, die methodische Anordnung der Interviews und die fachliche Kontroverse um die Authentizitäts-Inszenierung.

Welche Schlagworte definieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Schlagworte Dokumentarliteratur, Authentizitätsanspruch und Literatur-Methodik definieren.

Warum wird die Anonymisierung der Interviewpartner kritisch hinterfragt?

Die Arbeit zeigt anhand des Beispiels von Heinrich W. auf, dass die Namenskürzungen oft nicht konsequent zur Anonymisierung genutzt wurden, was auf andere editorische Absichten hindeutet.

Welche Rolle spielt der sogenannte "Medienwechsel" bei der Arbeit?

Der Übergang von der mündlichen Tonbandaufnahme zur schriftlich fixierten Textform ist zentral, da hierbei laut Autorin die größten Spielräume für eine redaktionelle Inszenierung entstehen.

Wie bewertet die Arbeit Erika Runges Rolle als Herausgeberin?

Die Arbeit stellt fest, dass Runge als arrangierende Instanz fungierte, die zwar nicht im Wortlaut fälschte, aber durch Anordnung und thematische Kürzungen eine eigene erzählerische Struktur schuf.

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Details

Titel
Die "Bottroper Protokolle" von Erika Runge. Authentische Erfassung der Wirklichkeit oder nur eine scheinbare Authentizität?
Hochschule
Universität Münster  (Germanistisches Institut)
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
19
Katalognummer
V1421915
ISBN (PDF)
9783346987945
ISBN (Buch)
9783346987952
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bottroper Protokolle Erika Runge Interviews Ruhrgebiet Authentizität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Die "Bottroper Protokolle" von Erika Runge. Authentische Erfassung der Wirklichkeit oder nur eine scheinbare Authentizität?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1421915
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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