Guerilla Marketing am Beispiel von Comme des Garcons


Essay, 2009
9 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Guerilla Marketing als neue Form der Werbung

In einer sich schnell ändernden Konsum-Welt ist „gute“ Werbung das wichtigste Mittel um Kunden zu gewinnen und auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen. Viele Print- und Fernsehwerbungen überschütten und langweilen jedoch den Konsumenten nur ohne ihn zum Kauf anzuregen. Durch Aktionen, die man nicht „wegblättern“ oder „wegschalten“ kann, wird der Kunde auf neue Art angesprochen und beeinflusst. Guerilla-Marketing hat in den letzen Jahren einen immer höheren Stellenwert in der Werbebranche gefunden und erschafft genau diese überraschenden, emotionalen Augenblicke. Kundengewinnung, Markenbildung und Emotionalisierung sind hierbei die Hauptziele des Marketings. Ein Beispiel für Guerilla Marketing sind so genannte Guerilla- Stores, die erstmals von dem japanischen Modelabel Comme des Garçons (CdG) unter Rei Kawakubo 2005 ins Leben gerufen wurden und sich seither großer Beliebtheit erfreuen. Am Beispiel dieser Pioniere lässt sich der seit etwa 8 Jahren anhaltende Trend nachvollziehen und Besonderheiten beobachten.

Guerilla Marketing

Der Begriff „Guerilla“ ist ein Diminutiv des spanischen Wortes „Guerra“, Krieg. Erstmals wurde der Begriff im 19. Jahrhundert verwendet als spanische Befreiungskämpfer gegen die französische Besatzung unter Napoleon kämpften.1 Der Ausdruck meint eine „bewaffnete Erhebung gegen den eigenen Staat beziehungsweise ein fremdes Besatzungs- oder Kolonialregime, mit dem Ziel, die bestehende Herrschaftsform zu verändern“.2

Spricht man heute von „Guerilla“ Marketing meint man damit eine „Werbung mit spektakulären oder unlauteren Mitteln“.3

Mitte der sechziger Jahre wurde Guerilla-Marketing in den USA entwickelt um ursprünglich kleinen bis mittelständige Unternehmen eine Chance zu bieten sich gegenüber den Markführern zu behaupten. Seine relative günstige Ausführung, die jedoch durch Überraschungseffekte zu hervorragenden

Ergebnissen führen kann, beschleunigten damals seine Ausbreitung unter kleineren Unternehmen in den USA. Heute wird Guerilla-Marketing jedoch auch von großen Unternehmen wie Nike und Vodafone übernommen, um so den „von Werbung übersättigten Konsumenten durch Einsatz von unkonventionellem oder originellem Marketing zu erreichen.“4 Ziel des Guerilla-Marketing ist Aufmerksamkeit durch kreative, ausgefallene und überraschen Aktionen mit teilweise möglichst geringen finanziellen Mitteln zu erzeugen5, um so entweder den Mitbewerber und Konkurrenten durch aggressive Aktionen zu stören oder kleine Nischen zu erschließen und eher defensiv vorzugehen.6

Kurz formuliert: Es ist das Ziel maximale Aufmerksamkeit durch minimale Mittel in einer Zielgruppe zu erreichen.7

Typische Aktionen können Street Art Performances, Imagebildung durch PopUp-Guerilla Stores oder die Plakatierung von öffentlichen Flächen sein. Solche aufmerksamkeitsheischenden Einmal-Aktionen finden meist an strategisch günstigen Orten statt um so eine möglichst große oder aber auch spezielle Zielgruppe anzusprechen.8 Eine Modeshow in der Fußgängerzone zur Berlin-Fashion Week ist ein Beispiel hierfür. Auch die Medienwirksamkeit spielt häufig eine große Rolle wie im Beispiel von Vodafone - zwei nackte Flitzer, die das Vodafone Logo auf den Körpern tragen, unterbrechen ein Rugby Spiel und werden von der Polizei abgeführt.9

Weiterhin kann man zwischen strategischem und klassischem Guerilla Marketing unterscheiden.10 Während das strategische Guerilla Marketing sich eher auf preis -, distributions- und produktionspolitische Überlegungen fokussiert und sich selbst als „Katalysator“11 und Ergänzung ansieht, legt das klassische Guerilla Marketing das Augenmerk auf Praxisorientierung, PR und Kommunikation. Diese Form des Guerilla Marketings lässt sich in drei Unterkategorien einteilen: Ambient-Marketing, Ambush-Marketing und Viral- Marketing.12 Unter Ambient-Marketing versteht man eine Art „Szenenmarketing“ bei dem es darauf ankommt eine bestimmte Gruppe von Konsumenten oder eine bestimmte Zielgruppen an typischen Orten anzusprechen. Beim so genanntes „Schmarotzer-Marketing“ oder Ambush-Marketing werben Unternehmen auf Veranstaltungen ohne allerdings Sponsor derselben zu sein: Mit der eigenen Marke „sprengt“ manüberraschenderweise die angedachte Ordnung; diese Art wird als eher unseriös und wenig geschätzte Art des Guerilla-Marketing verstanden. „Viral-Marketing agiert wie ein Virus“; Botschaften und Aktionen werden über Mund-zu-Mund-Propaganda (oder die medialen Alternativen) wie eine sich sehr schnell ausbreitende Grippe-Art innerhalb einer Zielgruppe übertragen.13 Facebook, Twitter und andere Communities im Web 2.0 sind weit verbreitete Formen dieses viralen Marketings.

Guerilla Marketing wird in all seinen Formen seit einigen Jahren als „Trend“ bezeichnet; eigens gegründete Agenturen wie zum Beispiel webguerillas.de verdeutlichen diese Entwicklung.

Guerilla Marketing stellt also eine effektive und kostengünstige Möglichkeit dar, um auf sein Unternehmen aufmerksam zu machen. Besonders bei jungem Publikum kommen solche Aktionen gut an. Ein von Werbung übersättigter Konsument muss immer wieder neu begeistert werden, wenn man langfristig attraktiv bleiben will - daher ist es auch möglich, dass man mit einem übermäßigen Aufkommen von ungewöhnlichen Aktionen auch wieder langweilig wirken kann. Das Gespür für den richtigen Augenblick eine solche Maßnahme anzuwenden ist also unabdinglich für den Erfolg des Guerilla Marketings und damit des Unternehmens. Ein Unternehmen, was durch seine Vorreiterrolle in diesem Bereich besonders erfolgreich war, ist Comme des Garçons.

[...]


1 Vgl. Späth, N. (2005), S.29.

2 Brockhaus (2006), S. 1785.

3 Gruber, M. (2002).

4 Holland, H. (2007).

5 Vgl., Carls, N. (2007), S. 14 f.

6 Vgl., ebd. , S. 13.

7 Reinhard, B. (2007), S.23.

8 Vgl., Carls, N. (2007), S.14.

9 Vgl., ebd., S.19 f; die Vodafone Aktion traf beim Publikum trotz ihres überraschenden Charakters nicht den Nerv und verursachte im Nachhinein eher „bad publicity“.

10 Vgl., ebd. S. 15.

11 Vgl. Carls, N. (2007), S. 15.

12 ebd., S. 15.

13 Vgl. ebd., S. 15.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Guerilla Marketing am Beispiel von Comme des Garcons
Hochschule
Zeppelin University Friedrichshafen
Note
1,7
Jahr
2009
Seiten
9
Katalognummer
V142193
ISBN (eBook)
9783640519309
ISBN (Buch)
9783640521913
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mode, Marketing, Guerilla, Comme des Garcons, Guerilla Marketing
Arbeit zitieren
Anonym, 2009, Guerilla Marketing am Beispiel von Comme des Garcons, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142193

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