Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education

Möglichkeiten der Veränderung der sozialen Reaktion auf Menschen mit Behinderung

Title: Möglichkeiten der Veränderung der sozialen Reaktion auf Menschen mit Behinderung

Seminar Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Cathleen Buch (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Um etwas ändern zu können, muss zunächst festgestellt werden, welches der Ist-Zustand ist. Im falle der Veränderung der sozialen Reaktion auf Menschen mit einer Behinderung kann von 7 Punkten ausgegangen werden:

1. Es gibt einen relativ geringen Spielraum für Veränderungen, da häufig eine sehr stabile und starre Grundhaltung gegenüber Menschen mit Behinderung bei Nichtbehinderten besteht.

2. Die soziale Reaktion ist weitgehend irrational und affektiv bestimmt, was eine hohe Änderungsresistenz bedingt.

3. Die gesellschaftliche Wertestruktur ist nicht starr, sondern entwickelt sich dynamisch weiter.

4. Die gesellschaftlichen Normen sind widersprüchlich, daraus ergeben sich schwerwiegende Ambivalenzkonflikte.

5. In Bezug auf Behinderung bzw. Menschen mit einer Behinderung wird meist undifferenziert verallgemeinert.

6. Die Reaktion auf Behinderte ist nur ein Sonderfall genereller Ablehnungstendenzen gegenüber „Andersartige", eigentlich müsste ein Gesamtkonzept zur Förderung mitmenschlicher Toleranz entwickelt werden.

7. Einstellungen werden bereits in der frühesten Kindheit gelernt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Voraussetzungen

2. Änderungsstrategien

2.1. Informationsstrategien

2.1.1. Das Vorverständnis von Einstellungserwerb und –änderung

2.1.2. Das Zugangsproblem: Selektive Wahrnehmung

2.1.3. Bumerang-Effekte

2.1.4. Angst als Druckmittel

2.1.5. Ausnutzung von Schuldgefühlen

2.1.6. Positive Darstellung

2.1.7. Meinungsführer

2.1.8. Experten und Betroffene

2.1.9. Empirische Ergebnisse

2.1.10 Zusammenfassung

2.2. Kontakt

2.2.1. Die Kontakthypothese

2.2.2. Bedingungen des Kontakts zwischen Behinderten und Nichtbehinderten

2.2.3. Empirische Überprüfung der Kontakthypothese

2.2.3.1. Einstellungen von Personen mit überdurchschnittlich häufigen Beziehungen zu Menschen mit Behinderung

2.2.3.2. Gezielte Kontakte im Rahmen von Einstellungsänderungsprogrammen

2.3.Simulation von Behindertsein/Rollenspiel

2.4. Einwirkung auf persönlichkeitsspezifische Merkmale

2.5. Zulassen von "originären Reaktionen"

2.6 Kombinationen verschiedener Strategien – Zusammenfassung

2.7. Veränderung des normativen Kontextes

2.7.1. Gesetzgebungsmaßnahmen

2.7.2. Sozialisationsinhalte und –praktiken

2.7.3. Verschiebungen in der gesellschaftlichen Wertestruktur

3. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht Möglichkeiten und Strategien zur Veränderung der sozialen Reaktion auf Menschen mit Behinderung. Dabei wird analysiert, inwiefern Informationskampagnen, Kontaktmodelle, Rollenspiele und normative Anpassungen dazu beitragen können, Vorurteile abzubauen und eine integrative Gesellschaft zu fördern.

  • Wirksamkeit und Grenzen von Informationsstrategien
  • Die Rolle der Kontakthypothese im sozialen Miteinander
  • Einfluss von Simulation und Rollenspiel auf die Empathiefähigkeit
  • Veränderung gesellschaftlicher Normen und Werte

Auszug aus dem Buch

2.1.2. Das Zugangsproblem: Selektive Wahrnehmung

Das Hauptproblem bei diesen Annahmen (s.o.) ist, dass der Angesprochene auch bereit sein muß, sich und seine Einstellungen beeinflussen zu lassen. Es ist zu beobachten, dass direkte Informationsstrategien eher abgeblockt werden als indirekte Informationsstrategien, da die Wahrnehmung im hohem Maße selektiv ist. Was normalerweise als Schutzmechanismus dient zur Reduzierung von Umweltkomplexität, schmälert in diesen Kontext die Erfolgschancen. Allport meint dazu: „Propaganda für Toleranz wird selektiv wahrgenommen. Jene, die sie nicht in ihr Inneres aufnehmen wollen, haben keine Schwierigkeiten, das zu vermeiden. Jene aber, die sie aufnehmen, haben es meistens nicht nötig.".

Weiterhin kann davon ausgegangen werden, dass bereits existierende Haltungen eine Stabilisierung erfahren. Auch werden Behinderte in den Medien mehr in negativen als in positiven Zusammenhängen darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Voraussetzungen: Das Kapitel definiert den Ausgangszustand der sozialen Reaktion, charakterisiert durch stabile, oft irrationale Ablehnungstendenzen und widersprüchliche gesellschaftliche Normen.

2. Änderungsstrategien: Hier werden verschiedene Ansätze zur Einstellungsänderung bewertet, darunter Informationsprogramme, Kontaktinitiativen und die Simulation von Behinderungen, sowie deren Bedingungen für einen Erfolg.

3. Zusammenfassung: Das Fazit stellt fest, dass monokausale Strategien der Komplexität des Themas nicht gerecht werden und langfristige Integration die wichtigste Grundlage für einen positiven Einstellungswandel bildet.

Schlüsselwörter

Behinderung, soziale Reaktion, Einstellungsänderung, Informationsstrategien, Kontakthypothese, Integration, Vorurteile, Empathie, gesellschaftliche Normen, Behindertenpädagogik, Bewusstseinsbildung, Rollenspiel, Wertestruktur, Minderheiten, Inklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten, die soziale Wahrnehmung und Reaktion von Nichtbehinderten gegenüber Menschen mit Behinderung positiv zu verändern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf Informationskampagnen, der Kontakthypothese, simulierten Erfahrungen durch Rollenspiele sowie der Veränderung des gesellschaftlichen normativen Rahmens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, effektive Strategien zu identifizieren, um Vorurteile abzubauen und eine reflektiertere, tolerantere Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer und pädagogischer Ansätze sowie der Auswertung empirischer Erkenntnisse aus bestehenden Programmen und Modellen.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert detailliert, warum klassische Informationsstrategien oft scheitern und welche qualitativen Bedingungen für erfolgreiche Kontaktprogramme oder andere Interventionsmethoden notwendig sind.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind soziale Reaktion, Behindertenpädagogik, Einstellungsänderung, Vorurteilsabbau und Integration.

Warum ist laut der Arbeit ein "Bumerang-Effekt" bei Informationsprogrammen möglich?

Dieser Effekt tritt auf, wenn direkte Konfrontationen mit Informationen ohne vorhandene Offenheit beim Empfänger eher zu einer Abwehrhaltung und damit zu einer Verstärkung der negativen Einstellung führen.

Welche Bedeutung hat die Kontakthypothese in der Arbeit?

Die Kontakthypothese gilt als eine der wichtigsten Determinanten für die Qualität der Einstellung, wobei betont wird, dass nicht die bloße Häufigkeit, sondern die Intensität und Freiwilligkeit des Kontakts entscheidend sind.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Möglichkeiten der Veränderung der sozialen Reaktion auf Menschen mit Behinderung
College
University of Leipzig  (Institut für Förderpädagogik)
Course
Seminar Einführung in die Körperbehindertenpädagogik
Grade
1,3
Author
Cathleen Buch (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V14220
ISBN (eBook)
9783638196857
Language
German
Tags
Möglichkeiten Veränderung Reaktion Menschen Behinderung Seminar Einführung Körperbehindertenpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cathleen Buch (Author), 2003, Möglichkeiten der Veränderung der sozialen Reaktion auf Menschen mit Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14220
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint