Das Sahel-Syndrom als ein Fallbeispiel des Syndromansatzes und seine Anwendung in der Schule


Hausarbeit, 2009

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Die Entwicklung des Syndromkonzeptes durch den WBGU

3 Der Globale Wandel, die damit verbundene Umwelt- und Entwicklungskrise und das Konzept der Nachhaltigkeit

4 Der Syndromansatz – Inhalte und Ziele

5 Das Sahel-Syndrom

6. Die Anwendung des Syndromansatzes im Erdkundeunterricht in der Schule

7 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit schließt sich an das von mir im Sommersemester 2009 belegte geographiedidaktische Seminar „Das Mensch-Umwelt-Thema im Geographieunterricht“ an.

Ich möchte mich mit dem Syndromansatz, einem in den 1990er Jahren von dem WGBU entwickelten Ansatz zur Erdsystemanalyse, und dessen Anwendungsmöglichkeit in der Schule näher auseinandersetzen. Zunächst soll dabei auf die Entstehung des Syndromkonzeptes eingegangen werden, wobei auch der Globale Wandel und die Nachhaltige Entwicklung zentrale Rollen spielen. Eines der sechszehn weltweit auftretenden Syndrome ist das Sahel-Syndrom, welches im Anschluss an die Vorstellung des Konzepts als Beispiel herangezogen werden soll. Dabei wird die Sahel-Problematik geschildert und es werden sowohl negative als auch positive Aspekte, die syndromstärkend bzw. -schwächend auftreten, vorgestellt. Die Analyse des Sahel-Syndroms soll konkret verdeutlichen, wie innerhalb einer Problemanalyse trotz der möglichen Fokussierung auf spezielle Teilbereiche wie z.B. der Pedosphäre die Vernetzung zu anderen Teildisziplinen der Geographie notwendig wird (vgl. Schindler 2005, S. 13). Die Arbeit wird mit der Herstellung des Schulbezuges abgerundet. Dabei soll der Versuch unternommen werden den Syndromansatz als Analyseinstrument für die Nutzung in der Schule anzuwenden. Ob dieses Konzept im Erdkundeunterricht in der Schule erfolgreich angewandt oder doch eher verworfen werden kann, soll in diesem Kapitel geklärt werden.

2 Die Entwicklung des Syndromkonzeptes durch den WBGU

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Klimaveränderungen, verkürzt auch als WBGU bezeichnet, wurde 1992 als interdisziplinäres Wissenschaftlergremium eingerichtet, um in Jahresberichten und Sondergutachten die Bundesregierung zu Fragen des Globalen Wandels zu beraten und um politische Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung zu geben. Die Grundzüge der Arbeit des WBGU sind in einem Hauptgutachten wie folgt formuliert: „Forschung zu Globalen Wandel muß sich also mit der Diagnose, Prognose und Bewertung der globalen Trends, der Vermeidung negativer Entwicklungen (Prävention), der ‚Reparatur‘ bereits eingetretener Schäden (Sanierung) sowie der Anpassung an Unvermeidliches (Adaption) befassen. Hierzu müssen die bestimmenden Wechselwirkungen zwischen diesen Trends erfaßt, beschrieben und erklärt werden.“ (s. Schindler 2005, S. 47).

Der WBGU arbeitet u.a. mit dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und dem Projekt „Syndromdynamik“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zusammen, die sich seit 1993 mit dem Syndromansatz um einen neuen Ansatz zur Erdsystemanalyse bemühen. (vgl. Pilardeaux 1998, S. 314) Der Syndromansatz soll an der Schnittstelle zwischen Analyse und Therapie ansetzen und übernimmt die schwierige Herausforderung des vernetzenden Wissenstransfers. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird versucht, eine möglichst breite Plausibilität und damit eine hohe Anschlussfähigkeit der Ergebnisse zu erreichen. (Schindler 2005, S. 11)

3 Der Globale Wandel, die damit verbundene Umwelt- und Entwicklungskrise und das Konzept der Nachhaltigkeit

Seit der Industrialisierung im 19. Jahrhunderts ist die Welt einem tiefgreifenden Wandel unterworfen, der in der heutigen Umwelt- und Entwicklungskrise Ausdruck findet. Der Mensch greift in die Umwelt ein und verändert somit seine eigenen Lebensgrundlagen. Vor Eingriff seitens des Menschen waren Veränderungen vermehrt durch die Dynamik des Systems selbst verursacht worden. Zugleich unterliegen in der Zeit seit der Industrialisierung Produktions- und Konsummuster einem stetigen Veränderungsprozess. Der Mensch wird damit gleichermaßen zum Verursacher und Betroffenen der Veränderungen im Erdsystem und übt daher einen großen Einfluss auf den Globalen Wandel aus. Aus diesem Globalen Wandel entstehen Kernprobleme wie etwa die Bodendegradation, die Verschmutzung der Weltmeere, die Gefährdung der Ernährungssicherheit oder der Klimawandel. Diese Phänomene bestehen meistens aus vielen Einzelphänomenen, die eng miteinander verbunden sind. Eine Schwierigkeit bei der Bestimmung und Aufzählung von Kernproblemen ist aber, dass sie nicht die Problematik aufzeigen, die es hinsichtlich der Wechselwirkungen zwischen diesen Kernproblemen oder anderen global zu beobachtenden Entwicklungen gibt. (Pilardeaux 1998, S. 313)

Es zeigt sich, dass der Globale Wandel ein komplexes und dynamisches System ist, in dem Mensch und Umwelt interagieren. Die Idee einer Nachhaltigen Entwicklung gewinnt aus diesem Grund mehr und mehr an Bedeutung. Die Grundsätze der Nachhaltigen Entwicklung bauen auf verschiedene Kernideen auf. So muss beispielsweise eine intergenerationelle Gerechtigkeit aufgebaut werden. Das bedeutet genauer, dass die Befriedigung der Bedürfnisse der nächsten Generation nicht durch die der heutigen Generation beeinflusst werden darf. Darüber hinaus wird auf die intragenerationelle Gerechtigkeit besonderen Wert gelegt. Auf diese Weise wird dafür Sorge getragen, dass die Entwicklungsländer nachrücken und die Wohlstandsschere möglichst minimiert wird. Dem Eigenwert von Ökosystemen wird ebenfalls ein großer Stellenwert im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklung eingeräumt. Das in den 1990ern vom WBGU entworfene Syndromkonzept soll Entwicklungen aufdecken, die auf dem Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung vermieden werden sollen. Sie stellen damit ein wissenschaftliches Instrument dar, mit dem Nachhaltigkeitsstrategien bewertet werden können. (vgl. Cassel-Gintz 2002, S. 6) Auch eine Lösung für die Problematik, die sich hinsichtlich der Wechselwirkungen der beschriebenen Kernprobleme ergibt, ist im Syndromansatz zu finden, der im Folgenden beschrieben werden soll.

4 Der Syndromansatz – Inhalte und Ziele

Das Wort „Syndrom“ leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bezeichnet ein Zusammen-fließen verschiedener Faktoren. Im medizinischen Bereich stellen Syndrome komplexe Krankheitsbilder dar. Syndrome im vorliegenden Syndromansatz können dem Prinzip der medizinischen Diagnostizierung nutzend auch als Krankheitsbilder der Erde gesehen werden, die an unterschiedlichen Orten der Erde auftreten und interdisziplinär untersucht werden können. Als globale Krankheitsbilder können beispielsweise das Waldsterben, der saure Regen sowie die globale Klimaerwärmung und der Treibhauseffekt gesehen werden, die sich vor allem über Medienberichte in das menschliche Bewusstsein eingebrannt haben. Auf diese Weise erregen die Risiken bestimmter Mensch-Umwelt-Interaktionen auch das öffentliche Interesse. (Schindler 2005, S. 9 ff.)

Im Jahr 1993 beschloss der WBGU, dass unter Berücksichtigung vernetzenden Denkens ein Instrument zur Identifikation der wichtigsten Elemente im Rahmen des Globalen Wandels und deren Zusammenspiel entwickelt werden muss. (vgl. Schindler 2005, S. 47) Der Syndromansatz, der in den Folgejahren im Rahmen des Questions-(QUalitativE dynamics of Syndroms ad TransitION to Sustainability)Projekt am PIK entwickelt und verfeinert wurde, ist interdisziplinär angelegt und kann „als konzeptionelle Antwort auf diesen Querschnittscharakter von Problemen des Globalen Wandels“ (Pilardeaux 1998, S. 314) gesehen werden. Der Syndromansatz sieht vor, die Wechselwirkungen von Naturveränderungen und globalen Entwicklungsproblemen zu verdeutlichen, Früherkennungs- und Prognosemöglichkeiten zu entwickeln und schließlich auch Strategien zur Problembewältigung abzuleiten. Aus diesem Grund ist es durch das Syndromkonzept auch möglich, neben der vernetzungs- und verständnisorientierten Politikberatung eine Möglichkeit für ein geographisches Forschen und Lehren zu bieten. (vgl. Schindler 2005, S. 12)

Grundbegriffe, die im Rahmen des Syndromkonzeptes immer wieder auftauchen, sind „Symptome“, „Wechselwirkungen“ und „Syndrome“ (vgl. Schindler 2005, S. 51). Die Syndrome, also die Krankheitsbilder der Erde, werden über die gleichen global auftauchenden relevanten Eigenschaften charakterisiert. Syndrome sind transregional, transsektoral und dynamisch. Transregional bedeutet, dass das gleiche Muster in verschiedenen Regionen der Welt vertreten sein kann. Transsektoral deutet darauf hin, dass das Syndrom durch verschiedene Sphären des Erdsystems konstituiert wird (Hydrosphäre, Atmosphäre usw.).

Der WBGU hat sich anhand seiner Jahresgutachten auf sechzehn Syndrome des Globalen Wandels geeinigt. In der folgenden Abbildung werden diese Syndrome aufgelistet und in Beziehung zu den sie betreffenden Kernproblemen, also den Symptomen, gesetzt:

Abb. 1: Die sechszehn Syndrome und die damit verbundenen Kernprobleme

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.omnia-verlag.de/oe_img/Umwelt_02/Zuordnung.jpg (abgerufen am 28.11.09)

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Details

Titel
Das Sahel-Syndrom als ein Fallbeispiel des Syndromansatzes und seine Anwendung in der Schule
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Das Mensch-Umwelt-Thema im Geographieunterricht
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V142235
ISBN (eBook)
9783640535859
ISBN (Buch)
9783640536146
Dateigröße
3512 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sahel-Syndrom, Fallbeispiel, Syndromansatzes, Anwendung, Schule
Arbeit zitieren
Indra Wefer (Autor), 2009, Das Sahel-Syndrom als ein Fallbeispiel des Syndromansatzes und seine Anwendung in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142235

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