Ich möchte mich in der vorliegenden Arbeit mit dem Syndromansatz, einem in den 1990er Jahren von dem WGBU entwi-ckelten Ansatz zur Erdsystemanalyse, und dessen Anwendungsmöglichkeit in der Schule näher auseinandersetzen. Zunächst soll dabei auf die Entstehung des Syndromkonzeptes eingegangen werden, wobei auch der Globale Wandel und die Nachhaltige Entwicklung zentrale Rollen spie-len. Eines der sechszehn weltweit auftretenden Syndrome ist das Sahel-Syndrom, welches im Anschluss an die Vorstellung des Konzepts als Beispiel herangezogen werden soll...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Entwicklung des Syndromkonzeptes durch den WBGU
3 Der Globale Wandel, die damit verbundene Umwelt- und Entwicklungskrise und das Konzept der Nachhaltigkeit
4 Der Syndromansatz – Inhalte und Ziele
5 Das Sahel-Syndrom
6. Die Anwendung des Syndromansatzes im Erdkundeunterricht in der Schule
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Klimaveränderungen (WBGU) entwickelten Syndromansatz als Instrument zur Erdsystemanalyse. Ziel ist es, das Konzept theoretisch herzuleiten, die Dynamik anhand des Sahel-Syndroms zu veranschaulichen und die didaktische Eignung des Ansatzes für den Geographieunterricht in der Schule kritisch zu bewerten.
- Grundlagen des Globalen Wandels und des Konzepts der Nachhaltigen Entwicklung
- Struktur, Methodik und Ziele des WBGU-Syndromansatzes
- Analyse des Sahel-Syndroms als Fallbeispiel anthropogener Mensch-Umwelt-Interaktionen
- Didaktische Reduktion und Anwendungsmöglichkeiten im Erdkundeunterricht
- Kritische Reflexion der Stärken und Schwächen des Syndromansatzes
Auszug aus dem Buch
4 Der Syndromansatz – Inhalte und Ziele
Das Wort „Syndrom“ leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bezeichnet ein Zusammenfließen verschiedener Faktoren. Im medizinischen Bereich stellen Syndrome komplexe Krankheitsbilder dar. Syndrome im vorliegenden Syndromansatz können dem Prinzip der medizinischen Diagnostizierung nutzend auch als Krankheitsbilder der Erde gesehen werden, die an unterschiedlichen Orten der Erde auftreten und interdisziplinär untersucht werden können. Als globale Krankheitsbilder können beispielsweise das Waldsterben, der saure Regen sowie die globale Klimaerwärmung und der Treibhauseffekt gesehen werden, die sich vor allem über Medienberichte in das menschliche Bewusstsein eingebrannt haben. Auf diese Weise erregen die Risiken bestimmter Mensch-Umwelt-Interaktionen auch das öffentliche Interesse. (Schindler 2005, S. 9 ff.)
Im Jahr 1993 beschloss der WBGU, dass unter Berücksichtigung vernetzenden Denkens ein Instrument zur Identifikation der wichtigsten Elemente im Rahmen des Globalen Wandels und deren Zusammenspiel entwickelt werden muss. (vgl. Schindler 2005, S. 47) Der Syndromansatz, der in den Folgejahren im Rahmen des QUESTIONS-(QUalitativE dynamics of Syndroms ad TransitION to Sustainability)Projekt am PIK entwickelt und verfeinert wurde, ist interdisziplinär angelegt und kann „als konzeptionelle Antwort auf diesen Querschnittscharakter von Problemen des Globalen Wandels“ (Pilardeaux 1998, S. 314) gesehen werden. Der Syndromansatz sieht vor, die Wechselwirkungen von Naturveränderungen und globalen Entwicklungsproblemen zu verdeutlichen, Früherkennungs- und Prognosemöglichkeiten zu entwickeln und schließlich auch Strategien zur Problembewältigung abzuleiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Seminararbeit und Zielsetzung zur Untersuchung des Syndromansatzes als Analyseinstrument für den Geographieunterricht.
2 Die Entwicklung des Syndromkonzeptes durch den WBGU: Historische Herleitung des WBGU als interdisziplinäres Beratungsgremium und dessen Beitrag zur Erdsystemanalyse.
3 Der Globale Wandel, die damit verbundene Umwelt- und Entwicklungskrise und das Konzept der Nachhaltigkeit: Darstellung des menschlichen Einflusses auf das Erdsystem und die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungsstrategien.
4 Der Syndromansatz – Inhalte und Ziele: Definition der Syndrome als „Krankheitsbilder der Erde“ und Erläuterung der methodischen Ansätze zur Diagnose von Mensch-Umwelt-Interaktionen.
5 Das Sahel-Syndrom: Konkrete Anwendung des Syndromansatzes am Beispiel der Sahelzone unter Berücksichtigung natürlicher und anthropogener Faktoren.
6. Die Anwendung des Syndromansatzes im Erdkundeunterricht in der Schule: Evaluation der didaktischen Möglichkeiten, den Ansatz zur Vermittlung komplexer globaler Zusammenhänge im Unterricht einzusetzen.
7 Fazit: Kritische Würdigung des Modells, insbesondere hinsichtlich fehlender akteurstheoretischer Bezüge, sowie abschließende Einschätzung der Eignung für den Schulalltag.
Schlüsselwörter
Syndromansatz, WBGU, Globaler Wandel, Nachhaltige Entwicklung, Sahel-Syndrom, Bodendegradation, Erdsystemanalyse, Geographiedidaktik, Mensch-Umwelt-Beziehung, Interdisziplinarität, Vernetztes Denken, Symptome, Umweltkrise, Desertifikation, Schulunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem vom WBGU entwickelten Syndromansatz, der dazu dient, komplexe Mensch-Umwelt-Interaktionen im Kontext des Globalen Wandels zu analysieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Mittelpunkt stehen die Erdsystemanalyse, die Nachhaltigkeitsdebatte, die Entstehung und Struktur von Syndromen sowie deren didaktische Nutzbarmachung in der Schule.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Durchdringung des Syndromkonzepts und die Beantwortung der Frage, ob sich dieser Ansatz als Analyseinstrument für den modernen Geographieunterricht eignet.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer didaktischen Reflexion, wobei der systemtheoretische Ansatz des WBGU auf die Fallstudie des Sahel-Syndroms angewendet wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Syndromkonzepts, die detaillierte Fallstudie zur Sahelzone (einschließlich Ursachenforschung) und die didaktische Einordnung für den Schulunterricht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Syndromansatz, WBGU, Globaler Wandel, Sahel-Syndrom, vernetztes Denken, Nachhaltigkeit und Geographiedidaktik.
Warum ist das Sahel-Syndrom ein geeignetes Beispiel für den Syndromansatz?
Das Sahel-Syndrom verdeutlicht exemplarisch die komplexe Verzahnung von physischen Bodenproblemen (Pedosphäre) mit sozio-ökonomischen Faktoren wie Armut und Bevölkerungsdruck.
Welche Rolle spielt die didaktische Reduktion bei der Arbeit mit Syndromen?
Da Syndrome hochkomplex sind, ist eine didaktische Reduktion erforderlich – etwa durch die Konzentration auf den „Syndromkern“ –, damit Schüler die Vernetzung verstehen, ohne von der Informationsfülle überfordert zu werden.
Welche Kritik übt die Autorin am Syndromansatz?
Die Kritik bezieht sich primär auf das Fehlen eines akteurstheoretischen Bezugs und die Nichtberücksichtigung konstruktivistischer Ansätze beim Desertifikationsbegriff.
Kann der Syndromansatz die Komplexität der Welt vollständig erklären?
Nein, die Arbeit betont, dass der Syndromansatz nur eine von vielen Möglichkeiten darstellt, um an die Phänomene der Welt heranzutreten; er ist ein wertvolles, aber kein alleingültiges Instrument.
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- Indra Wefer (Author), 2009, Das Sahel-Syndrom als ein Fallbeispiel des Syndromansatzes und seine Anwendung in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142235