Just a girl? Kommunikation und Geschlecht - eine Gegenüberstellung von heute und damals

Kat und Bianca Stratford aus "10 Dinge, die ich an dir hasse" im Vergleich zu Caterina und Bianca aus Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung"


Seminararbeit, 2005

25 Seiten, Note: 3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurze Inhaltsangabe zum Film 10 Dinge, die ich an dir hasse

Darstellung der beiden Mädchen im Film
Darstellung von Kat Stratford
Darstellung der Bianca Stratford

Die Darstellung der Frau in dem Stück Der Widerspenstigen Zähmung
Darstellung der Caterina
Darstellung der Bianca

Vergleich von 10 Dinge, die ich an dir hasse und Der Widerspenstigen Zähmung von William Shakespeare

Literaturangaben

Kurze Inhaltsangabe zum Film 10 Dinge, die ich an dir hasse

Die Handlung dreht sich um die Familie Stratford: den allein erziehenden Vater Walter und seine beiden Töchter, Katerina, auch Kat genannt[1], und deren jüngere Schwester Bianca. Während Kat sich weniger darum kümmert, auf der Beliebtheitsskala der Highschool nach oben zu klettern, ist es für die jüngere Schwester unumgänglich. Desgleichen weiß Bianca, mit ihren Reizen vor den Highschool Jungs zu kokettieren. Sie könnte wunschlos glücklich sein, wenn da nicht die Sorge ihres Vaters wäre, dass seine beiden Töchter in jungen Jahren bereits schwanger werden könnten. Um dieses Unheil von ihnen abzuwenden, verbietet er seinen Töchtern kurzerhand, mit Jungs auszugehen.

Kat scheint dieses Verbot zugegebenermaßen wenig zu stören, da sie sowieso nicht viel von Jungs zu halten scheint und bei ihren Mitschülern auch keinen Beliebtheitspreis gewinnen würde. Bianca dagegen stößt sich sehr an diesem Verbot. Als sich zu Schuljahresende die Partys häufen und Bianca sogar ihrem Schwarm Joey einen Korb geben muss, versucht sie erneut, ihren Vater in punkto Verabredungen und Dates mit Jungs umzustimmen. Dieser lässt mit sich reden, doch stellt er sogleich einen neue Regel auf: Bianca darf sich mit einem Jungen verabreden, wenn auch ihre ältere Schwester Kat eine Rendezvous hat.

Zur selben Zeit wechselt Cameron auf die Padua Highschool, die auch die beiden Mädchen besuchen. Als er Bianca zu ersten Mal sieht, verliebt er sich in das hübsche, junge Mädchen. Von der Regel im Hause Stratford nicht beunruhigt, unterbreitet er Bianca ein Angebot: Er will versuchen, ein Date für ihre Schwester Kat zu organisieren und im Gegenzug dafür soll Bianca mit ihm ausgehen. Das Mädchen wittert ihre Chance und geht auf diesen Vorschlag ein. Cameron engagiert gegen Bezahlung den Einzelgänger und Schulrebell Patrick Verona für den Job, der an dieser Schule keinen allzu guten Ruf besitzt (er habe einer lebenden Ente den Kopf abgebissen, einen Streifenpolizisten angezündet, seine Leber auf dem Schwarzmarkt verkauft, habe einige Zeit im Gefängnis verbracht und ähnliche Kuriositäten). Patrick sieht diese Dating-Sache mit Kat anfänglich nur als kleinen Nebenverdienst, aber nach und nach lernen sich die beiden immer besser kennen und verlieben sich ineinander.

Am Abschlussball jedoch erfährt Kat, dass Patrick sich dafür bezahlen ließ, mit ihr auszugehen. Eine Welt bricht für sie zusammen und sie verlässt gekränkt den Abschlussball. Patrick merkt nun zum ersten Mal, dass er sich richtig in Kat verliebt hat und versucht, sie wieder für sich zu gewinnen.

Kat sieht bald ein, dass Patrick wahre Gefühle für sie empfindet und vergibt ihm. Nun steht dem Liebespaar auch nichts und niemand mehr im Weg.

Darstellung der beiden Mädchen im Film

In dem Film 10 Dinge, die ich an dir hasse werden zwei verschiedene Stereotypen von Mädchen dargestellt. Auf der einen Seite Kat, die an ihren Überzeugungen festhält und darauf bedacht ist, ihren eigenen Weg zu gehen und gleichzeitig auch darauf verzichtet, immer das zu tun, was andere von ihr erwarten. Auf der anderen Seite ihre jüngere Schwester Bianca, die den Jungs unbedingt gefallen will und sich selbst mehr oder weniger als ein Lustobjekt der Männer darzustellen versucht. Ist diesem Teenagerfilm kommt das Verständnis von Frauen als das Geschlecht, dass nicht eins, sondern vielfältig ist, besonders gut zur Geltung[2].

Im Mainstream des 21. Jahrhunderts tauchen immer abwechslungsreichere und neue Darstellungen von Mädchen und Frauen auf der Bildfläche auf und beginnen, die Medienlandschaft für sich einzunehmen und die gesamte Populärkultur nachhaltig zu verändern[3].

Darstellung von Kat Stratford

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kat ist ein Mädchen, das sich in den Kopf gesetzt hat, sich immer treu zu bleiben und nichts tut, um anderen zu gefallen. Auch scheint sie sich wenig Gedanken darüber zu machen, wie sie bei anderen Leuten ankommt.

Kat vermittelt für mich das Bild einer selbstständigen, selbstbewussten und intelligenten jungen Frau. Meine Begründung entnehme ich der Tatsache, dass Kat nicht nur in Harvard studieren möchte, sondern auch dort aufgenommen wurde. Ich nehme an, dass Kat wegen ihrer Intelligenz und auch wegen ihres alternativen Mädchenstils an ihrer Schule nicht besonders beliebt ist. Dies erkennt man schon an den Reaktionen ihrer Mitschüler und ihrer Lehrer, besonders an der Reaktion auf Kats freiwillige Meldungen bei ihrem Literaturprofessor, der sie leibend gerne zur Direktorin schickt. Diese klärt Kat in einer Szene darüber auf, was andere Mitschüler von ihr denken:

Direktorin der Padua High School: "Die meisten Menschen bezeichnen dich als"

Cat: "Temperamentvoll?"

Direktorin: "Arrogante Schlampe ist die beliebteste Bezeichnung!"[4]

Kat vertritt den Standpunkt, dass die meisten Frauen zu Unrecht eine niedrigere Stellung in der Gesellschaft einnehmen als Männer, dies erkennt man an ihrer Aussage

In dieser Gesellschaft kann man es zu Ruhm bringen, vorausgesetzt man ist ein Arschloch und ein Mann.“[5].

Karin Lenzhofer beschreibt in ihrem Buch die immer geringere Kluft zwischen den Geschlechtern:

Gab es vor etwa 20 Jahren noch eine deutliche Kluft zwischen den schulischen Leistungen von Mädchen und Buben, haben die Mädchen so sehr aufgeholt, dass sie ihre männlichen Mitschüler nicht nur eingeholt haben, sonder sie sogar übertreffen. Immer mehr Mädchen streben eine höhere Schulbildung an und weiters zeigen sie nicht nur Interesse an typisch weiblichen Gegenständen, sondern brillieren auch in bislang typisch männlichen Unterrichtsfächern. […] Mädchen sind sich der wirtschaftlichen Situation bewusst, des Mangels an Arbeitsplätzen, und möchten länger einer schulischen Ausbildung nachkommen, einerseits, weil es besser ist als arbeitslos zu sein, andererseits und noch viel bedeutender, weil sie um die Bedeutung einer guten Ausbildung wissen und den damit verbundenen Qualifikationen und Chancen, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Sie erkennen die Wichtigkeit von Eigenverantwortlichkeit, sowohl im Beruf als auch im Privatleben […].[6]

Sie fällt für mich schon allein deswegen aus der stereotypen Darstellung eines pubertierenden Mädchens, da sie keinen Wert darauf legt, von Jungs angebaggert zu werden. Zum einen bemerkt man dies an den abfälligen Bemerkungen zu ihrer Freundin Vandanna über die Abschlussballsituation

„Willst du dich wirklich aufstylen, damit dich ein so schmieriger Gelwichser mit `nem Ministänder befummeln kann, während du einer Band zuhörst, die von Haus aus Scheiße ist?[7]

und zum anderen, da sie in der Vergangenheit einem Jungen einen Bruch im Genitalbereich zugefügt hat.

Direktorin der Padua High School: "So wie du gegenüber Bobby deine Meinung geäußert hast? Übrigens ist seine Hodenbruch-Operation ziemlich gut verlaufen, falls dich das interessiert."

Cat: "Ich kann dazu bloß sagen, dass er sich selbst in die Eier getreten hat."[8]

Wie schon erwähnt, wird im Film auch klar, dass Kat nicht im Mindesten daran interessiert ist, Jungs zu gefallen. Als Patrick seinen ersten „Geschäftskontakt“ mit Kat aufnimmt, flüstert er ihr nach dem Sport zu, dass er den Schweiß einer Frau sehr erotisch findet. Kat steigt jedoch nicht auf diesen plumpen Annährungsversuch ein und antwortet mit einem ironischen Unterton in der Stimme, dass in der Absonderung ihres Schweißes ihre Lebensaufgabe bestehen würde.

Patrick: „Na, wie läuft`s denn so?“

Cat: „Mir läuft vor allem der Schweiß. Sonst alles klar, ja?“

Patrick: „Klingt aufregend. So macht man die Männer scharf.“

Cat: "Meine Lebensaufgabe! Aber offensichtlich bin ich dir aufgefallen, also hat es funktioniert. Die Welt ist wieder im Lot!“[9]

[...]


[1] Vgl. Originaltitel: Ten things I hate abou you

[2] Vgl. Lenzhofer, 2006, S. 52

[3] Vgl. ebenda S. 12

[4] Vgl. Zitat aus dem Film: 10 Dinge, die ich an dir hasse

[5] Vgl. ebenda

[6] Lenzhofer, 2006, S. 42

[7] Vgl. Zitat aus dem Film

[8] Vgl. ebenda

[9] Vgl. Zitate aus dem Film

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Just a girl? Kommunikation und Geschlecht - eine Gegenüberstellung von heute und damals
Untertitel
Kat und Bianca Stratford aus "10 Dinge, die ich an dir hasse" im Vergleich zu Caterina und Bianca aus Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung"
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Publizistik und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Kommunikation und Geschlecht II
Note
3
Autor
Jahr
2005
Seiten
25
Katalognummer
V142276
ISBN (eBook)
9783640534838
ISBN (Buch)
9783640535194
Dateigröße
749 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunikation, Geschlecht, Gegenüberstellung, Stratford, Vergleich, Shakespeares, Widerspenstigen, Zähmung, Kommunikation und Geschlecht, Gegenüberstellung heute und damals, William Shakespeare
Arbeit zitieren
Mag. phil. Gerrit Fiona Wenzel (Autor:in), 2005, Just a girl? Kommunikation und Geschlecht - eine Gegenüberstellung von heute und damals, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142276

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