Does democracy promote economic development? Im Gegensatz zu autokratischen Regimen
scheinen demokratische Systeme per se ein größeres Angebot an Finanzdienstleitungen
zu offerieren und somit der breiten Bevölkerung vermehrt Möglichkeiten für Entrepreneurships
zu verschaffen (Kasekende 2007). Die unter dem Begriff good governance resümierten
Prinzipien gewähren dazu die nötige Planungs- und Rechtssicherheit, senken politische
Risiken (Konflikte) und verhindern Patronage und Klientelismus (Rivera-Batiz 2002, Keffer/
Knack 1997). Sozio-psychologische Faktoren, wie Glaubwürdigkeit und Vertrauen, beeinflussen
die gesamtwirtschaftliche Ersparnis, die wiederum in direktem Zusammenhang zur
Investitionsquote steht (Englebert 2000). Auch der Humankapitalstock, “[…] as a critical determinant
of economic progress” (Barro/Lee 2000: 1) und als Grundlage für technologischen
Fortschritt steht in positivem Zusammenhang zur ökonomischen Entwicklung (vgl. Dewey
1966: 63). Dabei gehört der Einfluss politischer Regime auf die ökonomische Leistungsfähigkeit
zu den umstrittensten Fragen der politischen Ökonomie. Obgleich unter Wissenschaftlern
hinsichtlich der Ursachen für Afrikas Armut, wie zum Beispiel fehlenden Eigentumsrechten,
Mangel an Investitionen und ein zu geringer Kapitalstock, weitestgehend Konsens
herrscht (vgl. Emizet 2006: 855), präsentieren empirische Studien gegenteilige Beweise zum
gesamtökonomischen Nutzen demokratischer Institutionen. Policy-making im Zuge internationaler
Entwicklungszusammenarbeit birgt unter diesen Umständen die Gefahr negativer
Effekte aufgrund der Wahl ungeeigneter Maßnahmen und Steuerungsinstrumente.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedeutung und Messung des Wirtschaftswachstums
3. Wachstumstheorien und die Berücksichtigung politischer Faktoren
4. Politische Regime und Wirtschaftswachstum
4.1. Demokratiebegriff
4.2. Theoretische Ansätze
4.2.1. Demokratie als Triebfeder für Wachstum
4.2.2. Demokratie als Wachstumshindernis
4.2.3. Nichtlineare bzw. konditionale Wachstumseffekte
4.2.4. Neutrale Wachstumseffekte
4.3. Forschungsstand
5. Demokratiemessung
5.1.1. Freedom House Index
5.1.1.1. Demokratiebegriff
5.1.1.2. Operationalisierung
5.1.1.3. Analyse der Konzeption
5.1.2. Vanhanens Index der Demokratisierung
5.1.2.1. Demokratiebegriff
5.1.2.2. Operationalisierung
5.1.2.3. Analyse der Konzeption
5.1.3. Polity IV Index nach Jaggers/Gurr
5.1.3.1. Demokratiebegriff
5.1.3.2. Operationalisierung
5.1.3.3. Analyse der Konzeption
5.1.4. Vergleichende Analyse der Demokratiemessungen
5.1.5. Vergleich der Messergebnisse
6. Untersuchungsdesign und Methode
7. Empirische Analyse
7.1. Empirische Ergebnisse
7.2. Sensitivitätsanalyse
7.3. Zusammenfassung der Ergebnisse
8. Fazit
9. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen demokratischen Regimen und dem Wirtschaftswachstum in 48 Ländern Subsahara-Afrikas im Zeitraum von 1972 bis 2000, um zu klären, ob Demokratie das ökonomische Wachstum nachweislich begünstigt oder hemmt.
- Wirkungsmechanismen zwischen politischem Regime und ökonomischer Performance.
- Vergleichende Analyse gängiger Demokratiemessverfahren (Freedom House, Vanhanen, Polity IV).
- Quantitative Untersuchung ökonomischer Wachstumsraten mittels Paneldatenanalyse.
- Überprüfung der neoklassischen Konvergenzhypothese im Kontext afrikanischer Staaten.
- Differenzierung zwischen langfristigen Effekten und mittelfristigen Schwankungen.
Auszug aus dem Buch
Demokratie als Triebfeder für Wachstum
Przeworski sieht insbesondere die höhere Allokationseffizienz in Demokratien als maßgebliche Triebkraft wirtschaftlichen Wachstums. Im Gegensatz zu demokratischen Machthabern haben autoritäre Herrscher „(…) no incentive to maximize total output, but only their own rents“ (2000: 144). Demnach führt die höhere Verantwortlichkeit der demokratischen Herrscher gegenüber dem Volk zu mehr Wachstum. North (1990) bezieht sich ebenfalls auf die Allokationseffizienz, demzufolge fehlende Eigentumsrechte zu geringeren Renditeerwartungen führen und somit der Anreiz für Investitionen sinkt. “For economic growth to occur the souvereign or government must not merely establish the relevant set of rights, but make a credible commitment to them” (North/Weingast 1989: 803). Ferner ist der Einfluss frei verfügbarer Informationen in Hinblick auf technologische Innovationen Gegenstand zahlreicher Studien (vgl. Romer 1990). Acemoglu (2003) zeigt darüber hinaus, dass Demokratien innovationsfreundlicher und folglich leistungsfähiger sind, da innerhalb autoritärer Regime, kein freier Wettbewerb herrscht und so die ökonomischen Renten einer jeweils privilegierten Gruppe geschützt werden können. Empirisch weitaus weniger untersucht ist der von John Steward Mill (1974) beschriebene psychologische Effekt von Freiheit. Freiheit fördert Kreativität, innovatives Denken und somit technologische Neuerungen. Langfristig erwachsen aus der höheren Allokationseffizienz in demokratischen Regimen auf diese Weise bessere Investitionsmöglichkeiten und somit ökonomisches Wachstum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage zum Einfluss politischer Regime auf das Wirtschaftswachstum in Afrika.
2. Die Bedeutung und Messung des Wirtschaftswachstums: Definition der ökonomischen Entwicklung und Erläuterung der Verwendung des BIP pro Kopf als Wachstumsindikator.
3. Wachstumstheorien und die Berücksichtigung politischer Faktoren: Überblick über klassische und neoklassische Theorien und die Notwendigkeit, politische Variablen zu berücksichtigen.
4. Politische Regime und Wirtschaftswachstum: Diskussion theoretischer Ansätze über positive, negative und neutrale Effekte von Demokratie auf das Wachstum.
5. Demokratiemessung: Analyse und Vergleich der Demokratieindizes von Freedom House, Vanhanen und Polity IV hinsichtlich Validität und Reliabilität.
6. Untersuchungsdesign und Methode: Beschreibung der quantitativen Vorgehensweise und des Regressionsmodells für die Analyse.
7. Empirische Analyse: Durchführung der empirischen Untersuchung sowie Vorstellung der Ergebnisse und Sensitivitätsanalysen.
8. Fazit: Zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Wachstumsförderung durch Demokratie.
9. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Demokratie, Wirtschaftswachstum, Subsahara-Afrika, Good Governance, Politische Regime, Humankapital, Freedom House Index, Vanhanen Index, Polity IV, Ökonomische Performance, Institutionenökonomik, Entwicklungsländer, Paneldatenanalyse, Konvergenz, Rechtsstaatlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht wissenschaftlich, welchen Einfluss die Regierungsform – ob demokratisch oder autokratisch – auf das Wirtschaftswachstum in den Staaten Subsahara-Afrikas hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Wachstumstheorien, die Messung von Demokratiequalität sowie die empirische Analyse von BIP-Wachstumsraten unter Einbezug politischer und ökonomischer Kontrollvariablen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob demokratische Regime das Wirtschaftswachstum in Subsahara-Afrika tatsächlich nachweisbar begünstigen oder eher hemmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein quantitativer Ansatz gewählt, der auf wiederholten Querschnittsanalysen und einer Paneldatenanalyse mit fixen Effekten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Wachstum und Demokratie, eine kritische Evaluierung verschiedener Demokratiemessinstrumente und eine anschließende empirische Auswertung der Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Demokratie, Wirtschaftswachstum, Subsahara-Afrika, Institutionen, ökonomische Performance und verschiedene Demokratieindizes wie Freedom House oder Polity IV.
Wie unterscheidet sich der Freedom House Index von anderen Ansätzen?
Der Freedom House Index misst nicht nur formale Demokratieparameter, sondern legt einen starken Fokus auf die tatsächlich gewährten bürgerlichen Freiheitsrechte.
Zu welchem Fazit kommt der Autor bezüglich der Demokratie in Afrika?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Demokratie allein nicht zwingend Wachstum erzeugt, es sei denn, neben politischen Rechten werden auch Eigentumsrechte und wirtschaftliche Freiheit effektiv geschützt.
- Quote paper
- Stefan Kruse (Author), 2009, Demokratie und Wirtschaftswachstum - Eine empirische Untersuchung in Subsahara-Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142280