In dieser Arbeit werden das systemische Denken und Handeln im Umgang mit Mobbing, Gewalt und Konflikten behandelt, insbesondere anhand Handlungsmöglichkeiten im Lehrerberuf und ihrer positiven Wirkung, die diese auf Mobbing, Gewalt und Konflikte in der Klasse haben kann. Die Fragestellung die diesbezüglich behandelt wird ist welche Möglichkeiten eines systemorientierten Umgangs Lehrer haben, um auf Konflikte, Gewalt und Mobbing zwischen den Schülern positiv einzuwirken. Es gibt zu der Thematik Mobbing und Konfliktmanagement eine Vielzahl von Theorien und Methoden. Ein großer Teil davon wird in dieser Hausarbeit durch ihren begrenzten Umgang außen vor gelassen. Es werden hier nur systemorientierte Ansätze berücksichtigt und von diesen exemplarisch Aspekte aufgeführt, die sich besonders gut im Lehrberuf umsetzen lassen.
Die Arbeit stellt aus diesem Grund keinen Anspruch auf Vollständigkeit über den systemorientierten Umgang mit Mobbing und Konflikten, sondern soll einen Überblick und Denkanstöße zur systemischen Haltung im Lehrerberuf geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick über Mobbing und Gewalt an Schulen
3. Definition und Zusammenhang von Mobbing, Gewalt und Konflikt
4. systemische Prävention und Intervention von Gewalt und Konflikten
5. Systemischer Umgang mit Mobbing
6. Praktische Umsetzung: Die KIVA Methode
7. Fazit
8. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten eines systemorientierten Umgangs mit Mobbing, Gewalt und Konflikten an Schulen. Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften Denkanstöße für eine systemische Haltung im Lehrerberuf zu geben, um Konflikten präventiv zu begegnen und in akuten Fällen konstruktiv einzugreifen.
- Grundlagen von Mobbing und Gewalt im Schulalltag.
- Differenzierung zwischen Konflikt, Gewalt und systemischem Mobbing.
- Systemische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten für Lehrkräfte.
- Die praktische Anwendung der KiVA-Methode zur Mobbingprävention.
- Die Bedeutung der reflektierten pädagogischen Grundhaltung des Lehrers.
Auszug aus dem Buch
3. Definition und Zusammenhang von Mobbing, Gewalt und Konflikt
Um über die Wirksamkeit systemischer Methoden bezüglich Konflikten, Mobbing und Gewalt zu diskutieren müssen zunächst diese Begriffe definiert und der Zusammenhang aufgezeigt werden. Dazu wird zunächst eine klare Definition der Begriffe aufgeführt um im Anschluss auf die systemische Betrachtungsweise der drei Aspekte einzugehen.
Beschäftigt man sich mit der Definition von Mobbing, so könnte man denken, dass es sich hierbei um Gewalt gegenüber einer Person durch eine oder mehrere andere handelt. Gewalt beschreibt jedoch im Vergleich zu Mobbing bereits eine einzelne Handlung, mit einer absichtsvollen Schädigung einer anderen Person. Dies kann physisch oder auch psychisch geschehen. (vgl. Schubarth 2019: 35) Mobbing ist auch eine Gewalthandlung, jedoch muss es noch weitere Kriterien erfüllen. Die Handlung muss neben der zielgerichteten Schädigung außerdem wiederholt und über eine längere Zeit stattfinden, sowie ein Ungleichgewicht von Kräften der Beteiligten aufweisen. (vgl. Schubarth 2019: 36)
Eine sehr klare Definition für Mobbing bietet Leymann. Dieser bezieht sich auf den Arbeitsplatz, die Definition lässt sich jedoch auch für die Schule übernehmen. Er versteht unter Mobbing:
[...]eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist (1) und von einer oder einigen Personen systematisch, oft (2) und während längerer Zeit (3) mit dem Ziel und/ oder dem Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis (4) direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet. (Leymann 1995, S. 18)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die wachsende Relevanz von Mobbing an Schulen dar und führt in das systemische Konzept als Werkzeug für Lehrkräfte ein.
2. Überblick über Mobbing und Gewalt an Schulen: Kapitel zwei beleuchtet aktuelle Daten und Fakten sowie die Verbreitung von Mobbing, insbesondere auch im Bereich Cybermobbing.
3. Definition und Zusammenhang von Mobbing, Gewalt und Konflikt: Hier werden die zentralen Begriffe theoretisch abgegrenzt und vor allem die Unterscheidung zwischen einem destruktiven Mobbingprozess und einem konstruktiven Konflikt erarbeitet.
4. systemische Prävention und Intervention von Gewalt und Konflikten: Dieses Kapitel erläutert, wie Lehrkräfte durch systemisches Denken und Handeln zur Gewaltprävention in der Schule beitragen können.
5. Systemischer Umgang mit Mobbing: Kapitel fünf fokussiert sich auf konkrete Handlungsoptionen für Lehrkräfte, wenn bereits eine Mobbing-Situation in der Klasse existiert.
6. Praktische Umsetzung: Die KIVA Methode: Die KiVA-Methode wird hier als ein erfolgreich erprobtes, systembasiertes Präventionsprogramm vorgestellt.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentrale Rolle der Lehrperson im System Schule zusammen und plädiert für eine kontinuierliche Selbstreflexion.
8. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachquellen, Studien und Internetressourcen.
Schlüsselwörter
Mobbing, Gewalt an Schulen, Konfliktmanagement, systemischer Ansatz, KiVA-Methode, Lehrerrolle, Prävention, Intervention, soziale Kompetenz, Schulalltag, Cybermobbing, Ressourcenorientierung, Selbstreflexion, pädagogische Haltung, Klassenklima.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung systemischer Ansätze zur Bewältigung von Mobbing, Gewalt und Konflikten im schulischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Gewaltbegriffen, der Bedeutung einer systemischen Lehrerhaltung und konkreten Interventionsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Lehrkräften theoretische Ansätze und praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, um Mobbing professionell zu begegnen und ein förderliches Klassenklima zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte theoretische Literaturanalyse und die Darstellung systemischer Beratungsansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Begriffsdefinitionen, Möglichkeiten der Prävention auf verschiedenen Systemebenen und die praktische Umsetzung der KiVA-Methode analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Mobbing, Systemik, Gewaltprävention, KiVA-Methode und Handlungskompetenz von Lehrkräften.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen einem einfachen Konflikt und Mobbing?
Mobbing erfordert im Gegensatz zum einmaligen Konflikt eine systematische Wiederholung, eine längere Dauer und ein Machtungleichgewicht zwischen den Beteiligten.
Warum spielt die Lehrerpersönlichkeit eine zentrale Rolle bei der Mobbingprävention?
Lehrkräfte fungieren als Vorbild; durch ihre Haltung und ihren Fokus auf Ressourcen statt auf Defizite können sie die Gruppendynamik maßgeblich positiv beeinflussen.
Was ist das Besondere an der KiVA-Methode?
Die KiVA-Methode fokussiert sich systematisch nicht nur auf Täter und Opfer, sondern nimmt die gesamte Klasse sowie Beobachter in die Pflicht, um Mobbing nachhaltig zu reduzieren.
Welchen Einfluss hat das KiVA-Programm auf das Klassenklima?
Neben der Reduktion von Mobbingfällen wirkt sich das Programm laut Arbeit auch positiv auf das allgemeine Wohlbefinden, die Lernmotivation und die Reduktion von Ängsten bei den Schülern aus.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Systemisches Denken und Handeln im Lehrerberuf. Positiver Einfluss auf Konflikte, Gewalt und Mobbing an Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1422903