Die Folgende Hausarbeit behandelt den Begriff der Lüge und wie dieser in einer Unterrichtsreihe mithilfe der Via Alderotti Methode thematisiert werden könnte.
Die Arbeit wird sich in zwei thematische Teile gliedern. Zunächst wird der Begriff der Lüge definiert und vor dem Hintergrund eines Lexikonartikels des Lexikons philosophischer Alltagsbegriffe Thomas Nisters und des Artikels „The Definition of Lying and Deception“ aus der Stanford Encyclopedia of Philosophy, interpretiert. Anschließend folgt eine kurze Übersicht über die Unterrichtmethode Via Alderotti.
Der zweite Teil der Hausarbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, wie das Thema der Lüge im Unterricht behandelt werden könnte. Dazu wird eine Unterrichtsreihe basierend auf der zuvor dargestellten Methode Via Alderotti entwickelt. Das Hauptaugenmerk wird dabei darauf gerichtet sein, dass diese realistisch und Praxisnah umsetzbar ist.
Nach den diesen beiden Hauptteilen wird im Fazit die Methode Via Alderotti als Grundlage der Entwicklung dieser Unterrichtsreihe reflektiert.
Das Ziel der Arbeit ist es, am Schluss eine Unterrichtsreihe vorliegen zu haben, die Schülerinnen und Schüler auf Grundlage der Via Alderotti Methode nicht nur den Begriff der Lüge erklärt, sondern vor allem dazu einlädt sich kreativ und unbefangen auf einen Begriff einzulassen, sich mit anderen konstruktiv auszutauschen und eigene Lösungen und Positionen zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Übersicht und Interpretation des Begriffs der Lüge
3 Übersicht über das Unterrichtsmodell Via Alderotti
4 Unterrichtsreihe
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht, wie der Begriff der Lüge mithilfe der Methode „Via Alderotti“ in einer Unterrichtsreihe für die Sekundarstufe 1 realitätsnah und schülerorientiert thematisiert werden kann, um kritisches Denken und konstruktiven Austausch zu fördern.
- Definition und Interpretation des Begriffs der Lüge
- Grundlagen des philosophischen Unterrichtsmodells Via Alderotti
- Entwicklung einer praxisnahen Unterrichtsreihe
- Förderung von Selbstwirksamkeit und eigenständiger Positionierung
- Umgang mit philosophisch relevanten Schülerbeiträgen
Auszug aus dem Buch
Eine mögliche Definition der Lüge?
L1: „eine geglaubt-falsche Aussage gegenüber einer anderen Person machen mit der Absicht, dass die andere Person diese Aussage für wahr hält.“
L1 ist die traditionelle Definition der Lüge. Nach L1 gibt es mindestens vier notwendige Bedingungen für das Lügen. Erstens erfordert das Lügen, dass eine Person eine Aussage macht (Aussagebedingung). Zweitens erfordert Lügen, dass die Person glaubt, dass die Aussage falsch ist; das heißt, Lügen erfordert, dass die Aussage unwahr ist (Unwahrheitsbedingung). Drittens erfordert die Lüge, dass die unwahre Aussage gegenüber einer anderen Person gemacht wird (Adressatenbedingung). Viertens setzt Lügen voraus, dass die Person beabsichtigt, dass die andere Person die unwahre Aussage für wahr hält (Bedingung der Täuschungsabsicht des Adressaten).
Gemäß der Aussagebedingung erfordert das Lügen, dass eine Person eine Aussage macht. Eine Aussage zu machen, erfordert die Verwendung von konventionellen Zeichen oder Symbolen. […] Nach der Aussagebedingung ist es nicht möglich, durch Unterlassen einer Aussage zu lügen (Mahon 2003; Griffiths 2004, 33). Sogenannte "Unterlassungslügen" (oder "passive Lügen" (Opie 1825)) sind keine Lügen (Douglas 1976, 59; Dynel 2011, 154). Alle Lügen sind Kommissionslügen. Es ist möglich, dass eine Person lügt, indem sie "schweigt", wenn das "Schweigen" ein zuvor mit anderen vereinbartes Signal ist, das einer Aussage gleichkommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Zielsetzung dar, den Begriff der Lüge mithilfe der Via Alderotti Methode in einer Unterrichtsreihe zu bearbeiten.
2 Übersicht und Interpretation des Begriffs der Lüge: Hier erfolgt eine philosophische Fundierung des Begriffs anhand traditioneller Definitionen und notwendiger Bedingungen für das Lügen.
3 Übersicht über das Unterrichtsmodell Via Alderotti: Dieses Kapitel erläutert die Phasen der Unterrichtsplanung und -durchführung sowie den Umgang mit Schülerbeiträgen innerhalb dieses offenen Modells.
4 Unterrichtsreihe: Hier wird eine konkrete Unterrichtsreihe für die Sekundarstufe 1 entworfen, die Schüler dazu einlädt, sich kreativ und konstruktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.
5 Fazit: Das Fazit reflektiert die Methode und kommt zu dem Schluss, dass diese den Unterricht lebendiger und die Schüler motivierter gestaltet, da sie Interessen mitbestimmen können.
Schlüsselwörter
Lüge, Via Alderotti, Unterrichtsmodell, Philosophieunterricht, Täuschungsabsicht, Sekundarstufe 1, Definitionsversuche, Schülerorientierung, philosophische Didaktik, Bildungsstandards, Kommunikation, Argumentation, Selbstwirksamkeit, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die philosophische Annäherung an den Begriff der Lüge und deren didaktische Umsetzung in einer Unterrichtsreihe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die philosophische Definition des Lügens (u.a. nach Mahon) und die praktische Anwendung des schülerzentrierten Unterrichtsmodells Via Alderotti.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, eine Unterrichtsreihe zu entwickeln, in der Schüler den Begriff der Lüge nicht nur begreifen, sondern auch eigene Positionen entwickeln und konstruktiv diskutieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die "Via Alderotti"-Methode, die auf offene Diskursanregung und die philosophische Destillation von Schülerbeiträgen setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Lüge und die praktische Konzeption einer Unterrichtsreihe inklusive möglicher Arbeitsaufträge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Lüge, Via Alderotti, Philosophieunterricht, Täuschungsabsicht und Schülerorientierung.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Lügen und Schweigen?
Auf Basis der "Aussagebedingung" wird dargelegt, dass Unterlassen oder Schweigen prinzipiell keine Lüge ist, sofern kein Signal vereinbart wurde.
Welchen Stellenwert nimmt die Rolle der Lehrperson bei der Via Alderotti Methode ein?
Die Lehrperson agiert primär als zurückhaltender Beobachter und Moderator, der aus den Schülerbeiträgen philosophische Kernfragen herausdestilliert.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Der Begriff der Lüge im Philosophieunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1422904