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Zu Marco Polo: Il Milione - Die Wunder der Welt

Eine Suche nach dem Original

Title: Zu Marco Polo: Il Milione - Die Wunder der Welt

Research Paper (undergraduate) , 2009 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Yves Martin Görsch (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Marco Polos Buch „ging von Hand zu Hand, von Land zu Land, von Sprache zu Sprache“ und die zahlreichen „Fehler und Zusätze“ sind nicht immer auf „sprachliche Missverständnisse“ zurückzuführen, sondern oft auch „Zeugnisse einer blühenden Fabulierkunst.“
„Jeder Übersetzer, Bearbeiter, ja jeder Kopist scheint sich nicht nur berechtigt, sondern beinahe aufgerufen“ gefühlt zu haben, „nach eigenem Gutdünken einzelne Passagen, ja ganze Kapitel wegzulassen oder umzustellen, und auch vor Ergänzungen, die aus den unterschiedlichsten Quellen stammen können oder einfach frei erfunden sind,“ nicht zurückzuschrecken. Da die mittelalterlichen Vervielfältiger noch keine Vorstellungen von dem hatten, was wir heute geistiges Eigentum oder Urheberrecht nennen, wurde der Text ständig „verbessert“, „vervollständigt“, gekürzt und der speziellen Zielgruppe angepasst. Ihn in der bestmöglichen Form zu präsentieren bedeutete offenbar nicht, ihn in seiner ursprünglichen Form darzubieten. Das Ergebnis ist ein „heilloser Überlieferungssalat,“ „ein komplexes Konglomerat von etwa einhundertfünfzig Handschriften, von denen keine mit einer anderen völlig identisch ist.“
Einer der wichtigsten Zweige der Marco-Polo-Forschung ist daher der Versuch, eine möglichst originalgetreue Version seines Buches zu edieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. „Il Milione“ oder „Die Wunder der Welt“ – Die Handschriften

1.1 Gruppe F – Divisament dou monde

1.2 Gruppe Z – Divisament dou monde

1.3 Gruppe VA – Divisament dou monde

1.4 Gruppe P – Liber de consuetudinibus et conditionibus orientalum regionum

1.5 Gruppe FG – rommans du grant Kaan

1.6 Gruppe TA – Il Milione

1.7 ... und kein Ende in Sicht – weitere Handschriften

2. Zwischen Phantasie und Wirklichkeit – Diskurs

2.1 Handlungsleitende Kognitionen – die Forschungsproblematik

2.2 Venezianisch, Toskanisch, Franko-Italienisch – das Sprachproblem

2.3 Das halbe Alphabet zur Auswahl – Reflexionen zur Entscheidungsfindung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Überlieferungsgeschichte des Reiseberichts von Marco Polo, mit dem Ziel, die Problematik der Identifikation einer „originalgetreuen“ Textfassung kritisch zu hinterfragen und die Entstehung der verschiedenen Handschriftengruppen zu analysieren.

  • Analyse der verschiedenen Marco-Polo-Handschriftengruppen (F, Z, VA, P, FG, TA).
  • Untersuchung der Rolle von Rustichello da Pisa als Redakteur.
  • Diskussion des Einflusses von Übersetzungen und klerikalen Anpassungen.
  • Betrachtung der wissenschaftlichen Forschungsdebatte um Authentizität und Fiktion.

Auszug aus dem Buch

1. „Il Milione“ oder „Die Wunder der Welt“ – Die Handschriften

Marco Polos Buch „ging von Hand zu Hand, von Land zu Land, von Sprache zu Sprache“ und die zahlreichen „Fehler und Zusätze“ sind nicht immer auf „sprachliche Missverständnisse“ zurückzuführen, sondern oft auch „Zeugnisse einer blühenden Fabulierkunst.“ „Jeder Übersetzer, Bearbeiter, ja jeder Kopist scheint sich nicht nur berechtigt, sondern beinahe aufgerufen“ gefühlt zu haben, „nach eigenem Gutdünken einzelne Passagen, ja ganze Kapitel wegzulassen oder umzustellen, und auch vor Ergänzungen, die aus den unterschiedlichsten Quellen stammen können oder einfach frei erfunden sind,“ nicht zurückzuschrecken. Da die mittelalterlichen Vervielfältiger noch keine Vorstellungen von dem hatten, was wir heute geistiges Eigentum oder Urheberrecht nennen, wurde der Text ständig „verbessert“, „vervollständigt“, gekürzt und der speziellen Zielgruppe angepasst. Ihn in der bestmöglichen Form zu präsentieren bedeutete offenbar nicht, ihn in seiner ursprünglichen Form darzubieten. Das Ergebnis ist ein „heilloser Überlieferungssalat,“ „ein komplexes Konglomerat von etwa einhundertfünfzig Handschriften, von denen keine mit einer anderen völlig identisch ist.“

Einer der wichtigsten Zweige der Marco-Polo-Forschung ist daher der Versuch, eine möglichst originalgetreue Version seines Buches zu edieren. Aus diesem Grund arbeiten Textforscher schon geraume Zeit an entsprechenden Untersuchungen. Der vermutlich Wichtigste auf diesem Gebiet war Luigi Foscolo Benedetto. Seine philologischen Untersuchungen von 1928 bilden bis heute Grundstein und Standard der Marco-Polo-Textforschung. Obwohl die Unterschiede der Handschriften erheblich sind und eine einheitliche Hierarchisierung der Handschriften nach ihrer Nähe zum Urtext bisher noch nicht überzeugend gelungen ist, lassen sich die Manuskripte anhand seiner und Eduard Horst von Tscharners Ergebnisse aus dem Jahre 1935 in sechs Handschriftengruppen einteilen sowie das nebenstehende Stemma der Überlieferungen rekonstruieren. Dieses wird allerdings nicht von allen Forschern bedenkenlos akzeptiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. „Il Milione“ oder „Die Wunder der Welt“ – Die Handschriften: Dieses Kapitel klassifiziert die verschiedenen existierenden Manuskriptfamilien und erläutert die Schwierigkeiten der philologischen Einordnung der diversen Überlieferungszweige.

2. Zwischen Phantasie und Wirklichkeit – Diskurs: Hier werden die methodischen Probleme der Forschung und die sprachlichen sowie redaktionellen Einflüsse auf die Authentizität des Textes kritisch reflektiert.

Schlüsselwörter

Marco Polo, Il Milione, Handschriften, Überlieferungsgeschichte, Divisament dou monde, Rustichello da Pisa, Textkritik, Philologie, Authentizität, Mittelalter, Reisebericht, Manuskripte, Mongolenreich, Übersetzung, Forschungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der komplexen und uneinheitlichen Überlieferungsgeschichte der Reiseberichte von Marco Polo, die als „Il Milione“ bekannt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Identifikation und Einordnung der verschiedenen Handschriftengruppen, die Rolle der Kopisten und Übersetzer sowie die Frage nach der Authentizität des ursprünglichen Textes.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Schwierigkeiten aufzuzeigen, ein verloren gegangenes „Original“ zu finden, und die gegensätzlichen Ansätze der Marco-Polo-Forschung zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine philologische und textgeschichtliche Analyse der Sekundärliteratur und existierender Überlieferungsstemmata.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die sechs definierten Handschriftengruppen detailliert charakterisiert und die Forschungsdebatte über die Rolle des Autors und seines Redakteurs Rustichello geführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Untersuchung?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Handschriftenklassifikation, Überlieferungsgeschichte, Authentizitätsdebatte, philologische Textforschung und der historische Kontext der mittelalterlichen Reiseberichterstattung.

Welche Rolle spielt die Handschriftengruppe F in der Forschung?

Sie gilt als eine der bedeutendsten Gruppen und wird von Benedetto als die dem Original am nächsten stehende Version eingestuft, wenngleich dies fachlich diskutiert wird.

Warum wird die P-Tradition kritisch betrachtet?

Die P-Tradition, die auf eine lateinische Übersetzung von Pipino zurückgeht, wird aufgrund starker klerikaler Umformungen und inhaltlicher Veränderungen als für eine originalgetreue Edition ungeeignet angesehen.

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Details

Title
Zu Marco Polo: Il Milione - Die Wunder der Welt
Subtitle
Eine Suche nach dem Original
College
University of Mannheim
Grade
1,0
Author
Yves Martin Görsch (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V142296
ISBN (eBook)
9783640533671
ISBN (Book)
9783640533985
Language
German
Tags
Marco Polo Il Milione Wunder der Welt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yves Martin Görsch (Author), 2009, Zu Marco Polo: Il Milione - Die Wunder der Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142296
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