Diese Arbeit ist in drei Teile gegliedert, im ersten Teil wird eine Darstellung über die Möglichkeiten und Praktiken der UN beim Kampf gegen den Terrorismus unternommen. Wo liegen die Stärken und wo die Schwächen des UN Systems? Im zweiten Teil der Arbeit werden die Arbeitsweisen und Praktiken der NATO, der OSZE sowie der EU vorgestellt, um dann im dritten Teil einen Vergleich anstellen zu können. In diesem Vergleich soll analysiert werden, ob und wie die UN von den anderen Organisationen lernen könnte. Daraus ergibt sich für diese Arbeit die folgende Forschungsfrage:
Wie können die Vereinten Nationen ihren Kampf gegen den Terrorismus optimieren, und was können sie dabei von anderen Internationalen Organisationen lernen?
Als möglicher Lösungsansatz soll, um diese Frage beantworten zu können, im weiteren eine Hypothese formuliert werden,deren Widerlegen oder Beweis den Verlauf der Arbeit bestimmt:
Wenn die UN sich nach dem Vorbild der NATO, EU und der OSZE besser nach Innen und Außen vernetzen würde, dann kann sie im Kampf gegen den Terrorismus erfolgreicher sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
3. Terrorismusbekämpfung im Rahmen der UN
3.1 Der Normative Bereich
3.1.1 Die Rolle des Sicherheitsrates
3.1.2 Die Rolle der Generalversammlung
3.1.3 Die Rolle des Sekretariats
3.2 Der Legislative Bereich
3.2.1. Counter- Terrorism Committee
3.2.2 United Nations Office on Drugs and Crime
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Praktiken der Vereinten Nationen bei der Bekämpfung des Terrorismus. Dabei wird untersucht, wie das UN-System optimiert werden kann, indem Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit anderer internationaler Organisationen wie der NATO, EU und OSZE herangezogen werden.
- Analyse der UN-Strukturen und ihrer Rolle in der Terrorismusbekämpfung
- Vergleich der Arbeitsweisen der UN mit NATO, EU und OSZE
- Untersuchung der normativen und legislativen Instrumente der UN
- Herausarbeitung von Stärken und Schwächen des UN-Systems
- Evaluation des Potenzials zur stärkeren internen und externen Vernetzung
Auszug aus dem Buch
3. Terrorismusbekämpfung im Rahmen der UN
Wie in der Einleitung erwähnt änderte sich die Sicherheitslage nach dem Ende des Kalten Krieges maßgeblich, und der sich verstärkende Terrorismus richtete sich meistens gegen die USA: So im Jahre 1993 der erste Anschlag auf das World Trade Center, im August 1998 der Angriff auf die US-Botschaften in Dar el Salam und Nairobi, 2000 der Anschlag auf das Schiff USS Cole und natürlich die Anschläge des 11. September 2001. Alle diese Vorfälle trugen dazu bei, dass der Schwerpunkt der US-Amerikaner im Bereich Sicherheitspolitik sich auf die Terrorismusbekämpfung konzentrierte und durch den erheblichen Einfluss der USA auf die UN diese Problematik auch in den Sicherheitsrat brachte. (vgl. Foot; 2007, S.490)
Das generelle Problem beim Kampf gegen den Terrorismus ist, dass terroristische Vereinigungen keine Regierungen sind, sich nicht an Staatsgrenzen halten und ein komplexes System nicht staatlicher Akteure darstellen. Aus diesem Grund erfordert die Bekämpfung des Terrorismus eine Beteiligung möglichst vieler Staaten, und genau dafür ist die UN prädestiniert. Direkt nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September wurde vom UN-Sicherheitsrat die Resolution 1373 verabschiedet, durch die allen 191 UN-Mitgliedsstaaten gesetzliche Verpflichtungen auferlegt wurden. Diese gesetzlichen Verpflichtungen fordern von allen Mitgliedsstaaten, die Finanzanlagen von Terroristen und ihren Unterstützern einzufrieren, ihnen die Durchreise und Zuflucht zu verweigern, weiterhin Rekrutierungsmassennahmen und Waffenlieferungen zu unterbinden und mit anderen Staaten bei der Strafverfolgung und dem Austausch von Informationen zusammenzuarbeiten.. (vgl. Cortright; 2005)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und der Hypothese bezüglich der Optimierung der Terrorismusbekämpfung durch Vernetzung der UN nach Vorbild anderer internationaler Organisationen.
2. Theoretischer Hintergrund: Anwendung von Institutionalismus-Theorien zur Erklärung der kooperativen Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten innerhalb der Vereinten Nationen.
3. Terrorismusbekämpfung im Rahmen der UN: Untersuchung der historischen Entwicklung und der konkreten Maßnahmen der UN, unterteilt in normative und legislative Bereiche.
3.1 Der Normative Bereich: Darstellung der normativen Schlüsselrolle der UN sowie der spezifischen Aufgaben von Sicherheitsrat, Generalversammlung und Sekretariat.
3.1.1 Die Rolle des Sicherheitsrates: Analyse der bindenden Beschlüsse des Sicherheitsrates und der Bedeutung der Resolution 1373 für die globale Terrorismusbekämpfung.
3.1.2 Die Rolle der Generalversammlung: Erörterung der strategischen Bedeutung der Generalversammlung für die internationale Konsensbildung trotz fehlender rechtlicher Bindungskraft.
3.1.3 Die Rolle des Sekretariats: Betrachtung der impulsgebenden Rolle des Sekretariats und der Arbeit von Policy Working Groups zur Koordinierung der UN-Aktivitäten.
3.2 Der Legislative Bereich: Untersuchung der praktischen Umsetzung und der präventiven Ansätze der UN zur direkten Bekämpfung des Terrorismus.
3.2.1. Counter- Terrorism Committee: Bewertung der Arbeitsweise des CTC und seiner Wandlung zu einer operativen Organisation durch die Erweiterung zum CTED.
3.2.2 United Nations Office on Drugs and Crime: Erläuterung der Rolle der Terrorism Prevention Branch bei der Bekämpfung krimineller Strukturen, die Terrorismus finanzieren.
Schlüsselwörter
Vereinte Nationen, Terrorismusbekämpfung, Sicherheitsrat, Resolution 1373, Counter-Terrorism Committee, UNODC, Institutionalismus, Internationale Kooperation, Terrorismusprävention, Völkerrecht, Sicherheitspolitik, Grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Effektivität und den Strukturen der Vereinten Nationen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und wie diese durch Vergleiche mit anderen Organisationen verbessert werden könnten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung internationaler Kooperation, die Arbeit der Hauptorgane der UN (Sicherheitsrat, Generalversammlung, Sekretariat) sowie spezifische Gremien wie das Counter-Terrorism Committee und das UNODC.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie die Vereinten Nationen ihren Kampf gegen den Terrorismus optimieren können, insbesondere durch Lerneffekte von anderen internationalen Organisationen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt den institutionellen Ansatz und vergleicht die Praktiken der Vereinten Nationen mit denen anderer Organisationen wie der NATO, der EU und der OSZE.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der normativen Grundlagen und der legislativen Umsetzung, unterteilt in die verschiedenen Organe und Fachabteilungen der UN, die für die Terrorismusbekämpfung zuständig sind.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Terrorismusbekämpfung, Sicherheitsrat, institutionelle Kooperation, Resolution 1373 und UN-Strategien charakterisiert.
Warum ist die Abgrenzung des Begriffs "Terrorismus" für die UN so schwierig?
Die UN steht vor der Herausforderung, dass kein globaler Konsens besteht, der terroristische Akte von legitimen Befreiungskämpfen oder staatlich legitimierter Gewalt eindeutig trennt, was die Definition erschwert.
Welche Rolle spielt die Resolution 1373 für die UN-Staaten?
Sie begründet für alle 191 Mitgliedstaaten verpflichtende, rechtliche Maßnahmen, wie das Einfrieren von Finanzanlagen und die Unterbindung von Waffenlieferungen an Terroristen.
Warum wird die Vernetzung innerhalb der UN als defizitär beschrieben?
Die Analyse weist darauf hin, dass die Zersplitterung der Organisation zu Doppelarbeit führt und das Fehlen eines eigenen Nachrichtendienstes die UN von der nur spärlich fließenden Information ihrer Mitgliedstaaten abhängig macht.
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- Dr. Christian Wanner (Author), 2008, Die UN im Kampf gegen den Terrorismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142302