Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil ich mich seit dem Seminar „Das Menschenbild der Pädagogik“ von Hr. Dr. Jeck sehr für die Erziehung der Spartaner interessiere und mir in diesem Zusammenhang aufgefallen ist, dass die Erziehung während der NS-Zeit einige interessante Parallelen in Bezug auf den spartanischen Erziehungsstil aufweist. In dieser Hausarbeit werde ich im Folgenden mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der o. g. Erziehungsstile darstellen. Bei der Ausarbeitung dieses Themas habe ich bewusst darauf verzichtet, die Rolle der Frauen zu beschreiben, da die Arbeit sonst zu umfassend geworden wäre. Ein Schwerpunkt bei der Ausarbeitung dieses Themas war die Quellenanalyse, die aufgrund der vielfältigen reichhaltigen Informationen über Sparta als auch über die NS-Zeit notwendig war. Zunächst werde ich in Kapitel II auf die politische Lage der Spartaner eingehen um ein Verständnis für deren im Anschluss beschriebenen Erziehungsstil zu schaffen. Im darauffolgenden Kapitel III werde ich anhand einiger Zitate das von Hitler und Schirach entwickelte Erziehungskonzept der NS–Zeit darlegen. Der eigentliche abschließende Vergleich der beiden Erziehungsstile erfolgt dann im Kapitel IV.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Sparta
a) politische Lage
b) Erziehung
III. Die Erziehung der Nationalsozialisten unter dem Hitlerregime
a) Hitlers Gedanken zur Erziehung
b) Schirachs politisch-pädagogisches Konzept für die Hitlerjugend
IV. Vergleich der beiden Erziehungsstile
V. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Erziehungspraktiken der männlichen Spartaner mit der Erziehung der Jungen im Nationalsozialismus unter Hitler zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in diesen historisch distanzierten, aber strukturell verwandten Systemen aufzuzeigen.
- Analyse der spartanischen Gesellschaftsstruktur und Erziehungsmethodik
- Untersuchung der nationalsozialistischen Erziehungsideale und Konzepte
- Vergleich der staatlichen Einflussnahme auf den Körper und den Geist der Jugend
- Rolle von Disziplin, Abhärtung und ideologischer Indoktrination in beiden Systemen
- Ethische Einordnung der historischen Erziehungsmodelle
Auszug aus dem Buch
b) Erziehung
In die Erziehung griff der Staat schon unmittelbar nach der Geburt ein. Das neugeborene Kind konnte im späteren Leben zwar eine Bereicherung des Staates sein, aber am Anfang war es eher eine Last. So brachten die Väter ihre Knaben zu den Ältesten der Phylen in die sogenannte Sprechhalle, da ihnen alleine die Entscheidung oblag, ob das Kind leben durfte oder nicht. Wenn es nicht gesund und kräftig genug war, wurde es zum Wohle des Staates zu einem Felsabgrund am Taygetos gebracht.
Die Spartaner wussten sicherlich, dass ein Junge mit sechs Zehen z.B. trotzdem gute Leistungen bringen konnte, aber sie töteten diese Kinder dennoch, da sie den Zorn der Götter verkörperten. Die Väter durften auch nur die Kinder, die sie selbst akzeptiert hatten, zu den Ältesten bringen. Laut Aristoteles wurden die Spartaner dazu ermutigt viele Söhne zu bekommen: „Väter dreier Söhne wurden von der Heerespflicht zurückgestellt und Väter vierer Söhne von allen Steuerleistungen befreit.“
Hatten die Ältesten den Knaben anerkannt, wurde er bis zum siebten Lebensjahr in die Obhut einer spartanischen Wärterin übergeben. Danach wurden die Jungen in eine Gruppe, auch Herde genannt, eingeteilt. In diesen Herden lebten, aßen und schliefen die jungen Spartiaten zusammen. Die Gruppenleitung oblag einem jungen Mann, der zwischen 20 und 30 Jahren alt war (Eiren), er härtete die Gruppe auf allen Gebieten ab, brachte den Knaben die Grundform des Kampfes bei und ließ sie sich in Geschicklichkeitsübungen erproben.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Darstellung der Themenwahl und Begründung der Untersuchung sowie Erläuterung des methodischen Vorgehens anhand einer Quellenanalyse.
II. Sparta: Beschreibung der politischen Rahmenbedingungen, der staatlichen Organisation und der spezifischen, auf körperliche Leistungsfähigkeit ausgerichteten Erziehung.
III. Die Erziehung der Nationalsozialisten unter dem Hitlerregime: Analyse der erzieherischen Leitbilder unter Hitler sowie das pädagogische Konzept innerhalb der Hitlerjugend.
IV. Vergleich der beiden Erziehungsstile: Gegenüberstellung der Methoden zur körperlichen Ertüchtigung, der ideologischen Indoktrination und der staatlichen Kontrolle der Jugend in beiden Epochen.
V. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Erziehungsstile und kritische Reflexion über deren historische Distanz und Unvereinbarkeit mit modernen Werten.
Schlüsselwörter
Sparta, Nationalsozialismus, Hitlerjugend, Erziehung, Ideologie, Körperertüchtigung, Phylen, Schirach, Pädagogik, Disziplin, Indoktrination, Heloten, Geschichte, Vergleich, Staatsdienst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Blick auf die Erziehung männlicher Jugendlicher im antiken Sparta und zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind staatlich gelenkte Erziehungssysteme, die Ideologisierung der Jugend, körperliche Abhärtung sowie die Rolle des Staates bei der Selektion und Ausbildung junger Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen diesen beiden historisch weit auseinanderliegenden Erziehungsstilen herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Quellenanalyse historischer Literatur und Dokumente über Sparta sowie das NS-Regime.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der spartanischen Gesellschaft, das Erziehungskonzept der Nationalsozialisten unter Hitler und Schirach sowie einen direkten Vergleich dieser Ansätze.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie staatliche Erziehung, Sozialisation, historische Parallelen, Totalitarismus und Disziplinierung beschreiben.
Warum spielt das Konzept der „Herde“ im Vergleich eine Rolle?
Es wird aufgezeigt, wie beide Systeme durch kollektive Unterbringung und Organisation die Gruppendynamik nutzen, um die individuelle Persönlichkeit dem Staatsziel unterzuordnen.
Was ist die Schlussfolgerung des Autors bezüglich dieser Erziehungsstile?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass solche Erziehungssysteme historisch betrachtet veraltet sind und aufgrund ihrer radikalen und inhumanen Natur als dunkle Kapitel der Geschichte angesehen werden müssen.
- Quote paper
- Tobias Ferber (Author), 2007, Die Erziehung der männlichen Spartaner im Vergleich zu der Erziehung der Jungen zur Zeit des Nationalsozialismus unter Hitler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142325