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Stadt und Land – Zwei Kalendergeschichten von Oskar Maria Graf im Vergleich

Wirbel der Stadt – Das unrechte Geld

Titel: Stadt und Land – Zwei Kalendergeschichten von Oskar Maria Graf im Vergleich

Seminararbeit , 2005 , 11 Seiten , Note: 2

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Oskar Maria Graf zählt wie Bertolt Brecht zu den Wegbereitern, die bewusst die Kalendergeschichte vom traditionellen Medium des Kalenders befreit haben. Im Vordergrund seiner Kalendergeschichten stand die Thematik seiner Stücke, weniger die äußerlicher Form und die Zwänge des Mediums. Die Möglichkeit, dass Graf Autoren nachfolgender Generationen, z.B. die der Kurzgeschichte, mit seiner Art der Umsetzung von Inhalt und Stoff maßgeblich beeinflusst hat, darf nicht ausgeschlossen werden. Oskar Maria Graf hat es geschafft in dieser Gattung Akzente zu setzen, die weit über die traditionellen Vorstellungen hinausgehen. Nicht ohne Grund urteilte Lion Feuchtwanger über Grafs Kalendergeschichten: „Mehrere unter ihnen gehören zu dem Besten, was die Gattung überhaupt hervorgebracht hat“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Graf der „Eigenbrötler“

2 Vergleich zweier Kalendergeschichten

2.1 Inhaltliche und thematische Aspekte

2.2 Äußere Form

2.3 Erzählsituation, Erzählperspektive und Mittelbarkeit

2.4 Erzählzeit, erzählte Zeit bzw. Zeitraffung und Zeitdehnung

2.5 Reihenfolge bzw. Vorausdeutung und Rückwendung

2.6 Sprache

3 Einordnung in die Gattung der Kalendergeschichte

4 Graf als Vorreiter

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert und vergleicht die Kurzprosa von Oskar Maria Graf, insbesondere die Kalendergeschichten „Das unrechte Geld“ und „Wirbel der Stadt“, um die erzähltechnischen Besonderheiten, die thematische Ausgestaltung sowie die Positionierung des Autors innerhalb der Gattungntwicklung zu beleuchten.

  • Vergleichende Analyse narrativer Strukturen und Erzählweisen.
  • Kontrastierung von ländlicher Idylle und städtischer Dynamik.
  • Untersuchung der Sprache als Charakterisierungsmittel.
  • Einordnung der Texte in die literarische Gattung der Kalendergeschichte.
  • Würdigung von Grafs Rolle als literarischer Wegbereiter.

Auszug aus dem Buch

2.4 Erzählzeit, erzählte Zeit bzw. Zeitraffung und Zeitdehnung

Das erste, fünfseitige Kapitel der Geschichte Das unrechte Geld enthält eine Zeitraffung. Die Erzählzeit ist kürzer als die erzählte Zeit. Der erste Besuch der musizierenden Perivlats in der Dorfgemeinde beträgt mehrere Stunden; bis zum „anderen Tag“ (S.11). Trotz einer auf den Zeitraum bezogenen Zeitraffung des ersten Kapitels wechselt der Erzähler in diesem Kapitel die Erzählgeschwindigkeiten von der Zeitdehnung (S.7f.) zum szenischen, also zeitdeckenden Erzählen. In der Dehnung beschreibt der Ich- Erzähler die schönen Kindheitserinnerungen der Perivlats sowie die Physiognomie und Gesinnung der beiden Alten. Während er in der szenischen, gegen Endes Kapitels (S.10) folgenden Darstellung versucht, das Kartenlegen in der Wirtsstube und die damit verbundene Prophezeiung des Geldsegens für den Ramminger zu schildern. Im zweiten, zehnseitigen Kapitel ist die Erzählzeit wieder kürzer als die erzählte Zeit. Diese Kapitel erfährt ebenfalls eine Zeitraffung. Es wird ein Zeitraum von einem Jahr dargestellt. In diesem Zeitraum werden der Losgewinn des Häuslers, die damit verbundenen Gehässigkeiten der Dörfler und der von allen erwartete Besuch der Perivlats geschildert. Die zeitdehnende Schilderung der Geschichte wird immer wieder von kürzeren, szenischen Dialogen unterbrochen, bis sie an einem bestimmten Zeitpunkt, dem Eintreffen der Perivlats (S.15ff.), beinahe nur noch szenisch dargestellt wird. Dieser anhaltende Wechsel der Erzählgeschwindigkeiten, vor allem der Einschub der szenischen Dialoge hindert die Geschichte daran langatmig zu werden und fördert ihren flüssigen Handlungsverlauf maßgeblich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Graf der „Eigenbrötler“: Einführung in die Person Oskar Maria Graf und seine literarische Bedeutung für die Weiterentwicklung der Kalendergeschichte.

2 Vergleich zweier Kalendergeschichten: Detaillierte Gegenüberstellung von Inhalt, Form, Erzählstruktur, Zeitgestaltung und Sprache der ausgewählten Erzählungen.

3 Einordnung in die Gattung der Kalendergeschichte: Kritische Reflexion darüber, inwiefern Grafs Texte klassische Gattungsmerkmale erfüllen oder diese bewusst überschreiten.

4 Graf als Vorreiter: Analyse von Grafs Einfluss auf nachfolgende Schriftstellergenerationen und seine emanzipatorische Haltung gegenüber traditionellen literarischen Medien.

Schlüsselwörter

Oskar Maria Graf, Kalendergeschichte, Kurzprosa, Erzähltechnik, Zeitraffung, Zeitdehnung, Erzählperspektive, Dialekt, Stadt-Land-Kontrast, Literaturvergleich, Erzählsituation, Moderne Literatur, Gattungsgeschichte, Erzählzeit, Figurencharakterisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die beiden Kalendergeschichten „Das unrechte Geld“ und „Wirbel der Stadt“ von Oskar Maria Graf unter literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkten.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Im Fokus stehen der Kontrast zwischen ländlicher und städtischer Lebenswelt, moralische Fragestellungen innerhalb der Dorfgemeinschaft sowie die Dynamik der Großstadt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch einen direkten Vergleich die erzähltechnischen Besonderheiten, den Stil und die Thematik der Texte darzustellen und zu zeigen, wie Graf den Begriff der Kalendergeschichte neu definiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Es wird eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die erzähltheoretische Ansätze (wie Erzählperspektive, Zeitgestaltung und Sprache) nutzt.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur inhaltlichen Thematik, zur äußeren Form, zu Erzählsituationen, zu Zeitverhältnissen und zur Verwendung von Dialekt zur Charakterisierung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Oskar Maria Graf, Erzähltechnik, Kalendergeschichte und der Vergleich zwischen Stadt- und Landmilieu.

Inwieweit spielt die Gattung „Kalendergeschichte“ eine Rolle für die Analyse?

Die Autorin/der Autor hinterfragt kritisch, ob Grafs Texte die traditionellen Merkmale der Gattung erfüllen oder ob er sie durch moderne Erzähltechniken bewusst transzendiert.

Welche Bedeutung hat der Sprachgebrauch in den untersuchten Geschichten?

Sprache wird als wesentliches Mittel zur Profilierung der Erzählerfigur und zur authentischen Darstellung der jeweiligen Lebenswelt (Dorf versus Stadt) eingesetzt.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stadt und Land – Zwei Kalendergeschichten von Oskar Maria Graf im Vergleich
Untertitel
Wirbel der Stadt – Das unrechte Geld
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Kurzprosa
Note
2
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V142352
ISBN (eBook)
9783640514717
ISBN (Buch)
9783640515288
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Oskar Maria Graf Literaturwissenschaft Kurzprosa Kalendergeschichte Wirbel der Stadt Das unrechte Geld Geschichten vom Land Geschichten aus der Stadt neuere deutsche Literaturwissenschaft Prosa Erzähltechnik Vergleich Germanistik Anthologie von Kalendergeschichten Erzähltheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2005, Stadt und Land – Zwei Kalendergeschichten von Oskar Maria Graf im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142352
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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