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Kindheit in der Bundesrepublik Deutschland (Alte Bundesländer)

Eine Betrachtung aus 1996: Befunde, Theorien und Ansichten

Title: Kindheit in der Bundesrepublik Deutschland (Alte Bundesländer)

Intermediate Diploma Thesis , 1996 , 29 Pages , Grade: 2

Autor:in: Dr. phil. Michael Jost (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Ziel dieser Arbeit aus dem Jahre 1996 war es, ein Spotlight auf die Lebensumstände der Kinder in den sogenannten "alten" Bundesländern zu werfen.
Empirische Befunde kamen dabei ebenso zum tragen, wie eine theoretische Betrachtung der Lebensphase "Kindheit" auf der Folie der damals allgemein konstatierten "Risikogesellschaft" nach Beck (1986).

Ein Textausschnitt:
Wir befinden uns in einer Zeit des gesellschaftlichen Strukturwandels. Die traditionelle Industriegesellschaft unserer Väter und Großväter gehört immer mehr der Vergangenheit an. Niemand, der die aktuelle Diskussion um die Symptome und Ursächlichkeiten dieser Entwicklung verfolgt hat, wird diesen Umstand ernsthaft in Abrede stellen wollen. Es tut sich etwas, unser Leben bewegt sich in immer schneller wechselnden Zyklen. Der Mensch läuft mehr und mehr Gefahr, Spielball seines eigenen, riskanten, aber chancenreichen Spiels zu werden. Entfaltungsmöglichkeiten von unberechenbarem Potential eröffnen sich ihm und können gleichzeitig zum sozialen „Eigentor“ mutieren.
„Entstrukturierung“, „Individualisierung“, „Freisetzung aus schicht- und klassenspezifischen Lebenslagen“ sind nur einige der Schlagworte, die im Rahmen dieser Debatte immer wieder fallen und im Verlauf meiner Darstel-lungen, gerade in Bezug auf die derzeitigen Sozialisationsbedingungen der Kindheit, eine primäre Rolle spielen...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. KINDHEIT

1.1. Das neue Bild der Kindheit

1.2. Zur Entstehung einer autarken kindlichen Lebensphase

1.3. Bedeutung und Abgrenzung der Entwicklungsphase „Kind“

2. DIE GEGENWÄRTIGEN SOZIALISATIONSBEDINGUNGEN

2.1. Der gesellschaftliche Wandel nach Beck

2.2. Positive und negative Wertschätzung von Kindern

2.3. Der Wandel der Altersstruktur

2.4. Die Familie

2.5. Zwei Betreuungsinstitutionen: Kinderkrippe und Kindergarten

2.6. Die Schule

2.7. Das Freizeit- und Medien/Fernsehverhalten

ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit beleuchtet die sich wandelnden Sozialisationsbedingungen von Kindern in der Bundesrepublik Deutschland und analysiert, wie moderne gesellschaftliche Strukturen die Lebenswelt und Entwicklung des Kindes beeinflussen.

  • Struktureller Wandel der Kindheit im historischen Kontext
  • Einfluss gesellschaftlicher Individualisierungsprozesse
  • Demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf das Kindesalter
  • Die Rolle familialer und institutioneller Sozialisationsinstanzen
  • Mediennutzung und Freizeitverhalten in der modernen Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

1.2. Zur Entstehung einer autarken kindlichen Lebensphase

Spätestens seit Aries (1978) oder deMause (1977), wissen wir, daß sich ein Konzept der Kindheit, im Sinne eines gesellschaftlich anerkannten Lebensabschnittes, erst im späten Mittelalter allmählich durchsetzen konnte.

Kinder wurden vor dieser Zeit als „kleine Erwachsene“ gesehen, ohne spezifische Bedürfnisse oder einen spezifischen Status. Sobald es ihr körperlicher Entwicklungsstand zuließ, und sie nicht mehr ausschließlich auf die Hilfe Anderer angewiesen waren, nahmen sie fast übergangslos am Leben und Arbeiten des „großen Hauses“ teil, ohne Abgrenzung, ohne Differenzierung, gewissermaßen als Gleiche unter Gleichen (vgl. hierzu auch Sieder 1987, Shorter 1975). Im Mittelalter war „...die Lebenssphäre der Kinder von der der Erwachsenen weder räumlich noch kulturell in nennenswerter Weise getrennt“ (Rolff / Zimmermann 1993, S.9). Kinder lernten die Spielregeln des Lebens in der Praxis, direkt durch die Integration in den Kreis der Familie, durch die Aufnahme in das Kollektiv der häuslichen Gemeinschaft.

Das „große Haus“ war primäres soziales Forum, Entwicklungsraum und Arbeitsstätte in einem. Der Terminus „Kind“ drückte in dieser Zeit mehr ein Verwandschaftsverhältnis, als eine Entwicklungspassage im Leben eines Menschen aus. So ist es auch nicht verwunderlich, daß den speziellen Bedürfnissen und Anforderungen der vermeintlichen „kleinen Erwachsenen“ nicht Rechnung getragen wurde. Selbst eine bewußte Wahrnehmung der Subjektivität oder Anerkennung der Individualität eines Kindes innerhalb des „großen Hauses“, war eher die Ausnahme als die Regel. „...Kinder waren nur in ihrer Vielzahl und nicht in der Einzahl oder Individualität von Bedeutung. Dem Tod von Kindern, der häufig auftrat, wurde keine große Bedeutung beigemessen; meist wurde ein gestorbenes Kind schon sehr bald durch ein neugeborenes ersetzt.“ (Bründel / Hurrelmann 1996, S.16).

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung thematisiert den gesellschaftlichen Strukturwandel und setzt sich zum Ziel, die modifizierten Lebensumstände im Entwicklungsraum Kindheit zu beschreiben.

1. KINDHEIT: Dieses Kapitel behandelt das neue, subjektorientierte Bild der Kindheit und den historischen Prozess der Herausbildung einer autarken kindlichen Lebensphase.

2. DIE GEGENWÄRTIGEN SOZIALISATIONSBEDINGUNGEN: Hier werden zentrale Einflussfaktoren wie der gesellschaftliche Wandel nach Beck, Familienstrukturen, Bildungseinrichtungen und das Medienverhalten in Bezug auf das Aufwachsen von Kindern analysiert.

ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN: Das Fazit reflektiert die Kindheit als gesellschaftliches Kunstprodukt und betont die Notwendigkeit, den strukturellen Wandel in einer komplexen Welt anzuerkennen.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Kindheit, gesellschaftlicher Wandel, Individualisierung, Familie, Kindheitsforschung, Bildungsbedingungen, demografischer Wandel, Medienverhalten, Lebenswelt, Erziehung, Kindesentwicklung, Identität, Sozialisationsbedingungen, Risikogesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Veränderung der Kindheit unter den spezifischen Sozialisationsbedingungen in der Bundesrepublik Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen der gesellschaftliche Wandel, die Wandlung der Familienform, die Rolle von Betreuungseinrichtungen, der Leistungsdruck im Schulsystem und der Einfluss von Medien auf das Kind.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die neuen Lebensumstände im Entwicklungsraum Kindheit zu beleuchten und aktuelle Trends in der Lebenswelt von Kindern aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Grundlage wird für diese Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf das Werk „Einführung in die Kindheitsforschung“ von Bründel und Hurrelmann (1996) sowie weitere soziologische und pädagogische Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert den gesellschaftlichen Wandel nach Beck, die demografische Entwicklung, die veränderte Rolle der Familie, institutionelle Betreuung und schulische Leistungsanforderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Die wichtigsten Begriffe sind Sozialisation, Individualisierung, Kindheitsforschung, demografischer Wandel, Familie, Medienverhalten und gesellschaftlicher Strukturwandel.

Wie hat sich das Verständnis von Kindheit laut dem Autor historisch verändert?

Die Kindheit entwickelte sich erst spät zu einer autarken Phase; Kinder wurden zuvor als „kleine Erwachsene“ betrachtet und ohne spezifische Differenzierung in die Arbeitswelt der Erwachsenen integriert.

Welchen Einfluss haben neue Medien laut der Arbeit auf die Kindheit?

Der Autor weist darauf hin, dass Fernsehen und neue Medien zunehmend den Tagesrhythmus bestimmen und eher eine passive Rolle fördern, anstatt eine aktive Aneignung der Umwelt zu unterstützen.

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Details

Title
Kindheit in der Bundesrepublik Deutschland (Alte Bundesländer)
Subtitle
Eine Betrachtung aus 1996: Befunde, Theorien und Ansichten
College
University of Duisburg-Essen
Grade
2
Author
Dr. phil. Michael Jost (Author)
Publication Year
1996
Pages
29
Catalog Number
V142403
ISBN (eBook)
9783640533695
ISBN (Book)
9783640534012
Language
German
Tags
Kindheit Kindheitsforschung Risikogesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. phil. Michael Jost (Author), 1996, Kindheit in der Bundesrepublik Deutschland (Alte Bundesländer), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142403
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