Das Orientbild in G. Rohlfs erster Marokko-Reise


Magisterarbeit, 2009

88 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der europäische Reisebericht und der Orient
2.1 Zur Gattung „Reisebericht“
2.2 Zur Geschichte des europäischen Reiseberichtes
2.3 Reisebericht als Darstellungsform des Fremden
2.4 Orient in den europäischen Reiseberichten
2.4.1 Zum Begriff „Orient“
2.4.2 Die Orient-Rezeption in der europäischen Literatur
2.4.3 Europäische Orient-Berichte des 19. Jahrhundert
2.4.4 Marokko als orientalisches Reiseziel
2.4.5 Deutsche Reisende in Marokko

3. Rohlfs Reisebericht Mein erster Aufenthalt in Marokko
3.1 Zur Biographie von Gerhard Rohlfs
3.2 Rohlfs erste Marokko-Reise
3.3 Zur Textvorlage Rohlfs Marokkoberichtes
3.4 Die äußere Form Rohlfs Marokkoberichtes
3.4.1 Aufbau und Inhalt
3.4.2 Stil und Sprache

4. Das Landschaftsbild in Rohlfs Marokkobericht
4.1 Zur orientalischen Naturlandschaft Marokkos
4.2 Zur orientalischen Kulturlandschaft Marokkos
4.2.1 Das Bild der marokkanischen Stadt
4.3 Rohlfs Eindruck von der Landschaft Marokkos

5. Das orientalische Sittenbild in Rohlfs Marokkobericht
5.1. Das religiöse Leben
5.2 Poltische Verhältnisse Marokkos
5.3 Das Marokkaner-Bild
5.4 Primitive Medizinversorgung: Rohlfs als Ersatzarzt
5.5 Rohlfs Kolonisierungswunsch
5. 6 Die jüdische Minderheit in Marokko
5.7 Stellung der Frau in Marokko
5.8 Sklavenhandel in Marokko
5.9 Zur orientalischen Gastfreundschaft

6. Schluss

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Darstellung des islamischen Orients hat innerhalb der europäischen Reiseliteratur eine sehr alte Tradition. Sie geht auf die Epoche des Mittelalters zurück, als der Islam für das Abendland eine bedrohliche Weltmacht zu sein scheint. Dabei findet der islamische Orient in der mittelalterlichen Reiseliteratur nicht nur in der religiösen Polemik Platz, sondern zieht ebenso Neugier und Achtung nach sich. Ferner gilt der orientalische Nachbar als wichtiger Impuls für das kulturelle Selbstverständnis bzw. für die Identität des Abendlandes.[1]

Orientreiseberichte professioneller Natur entstehen allerdings erst im frühen 19. Jahrhundert. In dieser Epoche ist der Reisebericht für den europäischen Rezipienten die beinahe beliebteste literarische Gattung. Zugleich ist der islamische Orient ein beliebtes Reiseziel für zahlreiche europäische Reisende. Diese beiden Faktoren führen dazu, dass das 19. Jahrhundert sich zur Blütezeit der europäischen Orientreiseberichte entwickelt. Eine Bestätigung dafür ist die Vielzahl der europäischen, u.a. deutschsprachigen Orientreiseberichte – insbesondere aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.[2]

Diese intensive kulturelle Beschäftigung der europäischen Reisenden mit dem exotischen islamischen Orient trägt in der Tat dazu bei, dass sich im kollektiven Bewusstsein der europäischen Rezipienten während und nach dem 19. Jahrhundert ein bestimmtes Orientbild mit gewissen statischen, d.h. stereotypischen Attributen etabliert.[3]

Reisebericht als umfangreiche Darstellung eines realen Fremdeerlebnisses dokumentiert nicht allein die erfahrene Fremde, sondern spiegelt vor allem auch die persönlichen Urteile des Reisenden als Angehöriger einer bestimmten Kultur wider.[4] Auf diese Weise können individuelle Ansichten des jeweiligen Verfassers – wie im Fall der Orientreisenden des 19. Jahrhunderts – die traditionellen Vorurteile und die unveränderten Stereotypen über die bereiste Fremde meist bestätigen. Ferner konstituieren sie häufig komplett neue klischeehafte Bilder über die den fremden Orient.

In diesem Zusammenhang geht die vorliegende Arbeit davon aus, dass europäische bzw. deutschsprachige Orientreiseberichte des 19. Jahrhunderts dazu beitragen, dass sich bestimmte Stereotypen über den islamischen Orient in der öffentlichen europäischen Fremdwahrnehmung verfestigen, bestätigen sowie verbreiten. Sie versucht diese Annahme anhand der Untersuchung des Orientbildes in Gerhard Rohlfs Marokkoreisebericht Meiner erster Aufenthalt in Marokko (1873), in welchem er seine erste Marokko-Reise im Jahre 1861 dokumentiert, nachzuweisen.

Gerhard Rohlfs’ Marokkobericht gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten deutschsprachigen Orientreiseberichten des 19. Jahrhunderts, und gilt bislang als eines der meist gelesenen, älteren Reiseberichte über das orientalische Kulturland Marokko. In diesem Reisebericht beschränkt sich der berühmte deutsche Sahara- bzw. Orientreisende Gerhard Rohlfs nicht nur auf die Beschreibung einer bestimmten Facette der orientalisch-marokkanischen Fremde, sondern er liefert dabei in einer leicht zugänglichen und zugleich spannenden Sprache eine ausführliche und umfangreiche Darstellung des dortigen Lebens in seiner bunten Mannigfaltigkeit. Damit verspricht Rohlfs Marokkoreisebericht ein vielseitiges Orientbild.[5] Gerade deshalb befasst sich diese Arbeit intensiv mit diesem Reisewerk. Die Darstellung Rohlfs Orientbildes bildet dabei den Mittelpunkt und das Ziel der folgenden Untersuchung. Durch die Auseinandersetzung mit Rohlfs Orientbild erzielt die vorliegende Arbeit eine Bestätigung für die oben aufgestellte Annahme, nämlich dass dem islamischen Orient in den europäischen Orientreiseberichten des 19. Jahrhunderts ein bestimmtes, stereotypisches und bis heute noch präsentes Bild anhaftet.

Diese Arbeit besteht aus sechs Kapiteln. Das erste Kapitel bildet die Einleitung. Im 2. Kapitel wird der Begriff „Reisebericht“ ausgearbeitet sowie ein Überblick über die Geschichte dieser literarischen Gattung gegeben. Hier erfolgt eine wichtige Ausführung über den Reisebericht als eine Form der Wahrnehmung und der Darstellung des Fremden. Ebenfalls wird hier auf die europäische bzw. deutsche Orientreiseberichte des 19. Jahrhundert eingegangen. Dabei soll der Begriff „Orient“ herausgearbeitet und definiert werden. Die Orient-Rezeption in der europäischen bzw. deutschen Literatur wird kurz skizziert. Anschließend erfolgt ein Überblick über die europäischen und vor allem deutschen, marokkospezifischen Reiseberichte des 19. Jahrhunderts.

Das dritte Kapitel der Arbeit stellt den Sahara- und Orientreisenden Gerhard Rohlfs sowie seinen Marokkobericht vor. Das vierte und fünfte Kapitel behandeln beide das Orientbild in Rohlfs Marokkobericht.

Das vierte Kapitel befasst sich dabei mit Rohlfs Darstellung der marokkanischen Natur- bzw. Kulturlandschaft. Hier nimmt die marokkanische Stadt mit ihrem ausgesprochen orientalischen Charakter einen zentralen Platz ein. Anschließend wird der Eindruck des Reiseberichtsverfassers von Marokkos gesamter orientalischer Landschaft dargelegt. Im fünften Kapitel geht es weiter um Rohlfs Orientbild. Es wird auf seine Darstellung der marokkanischen Gesellschaft bzw. seine kritische Auseinandersetzung mit dem soziokulturellen Leben der Marokkaner eingegangen. Anschließend wird auf die allgemeine Haltung des Autors gegenüber der bereisten orientalischen Fremde eingegangen.

Das letzte Kapitel schließt die Untersuchung ab. Zwei Fragen sollen dabei beantwortet werden: 1. Wie wird das orientalische Fremde von dem deutschen Reisenden empfunden und dargestellt? 2. In welchem Zusammenhang stehen Rohlfs Orientbild und die traditionellen Orientbilder der europäischen Reiseberichte des 19. Jahrhunderts bzw. der gängige Orientdiskurs jener Epoche?

2. Der europäische Reisebericht und der Orient

2.1 Zur Gattung „Reisebericht“

Gerhard Rohlfs Reisetext Mein erster Aufenthalt in Marokko, der in Bremen 1873 veröffentlicht wird, gehört zur Gattung “Reisebericht”. Der Begriff „Reisebericht“ wird in den meisten literaturwissenschaftlichen Studien gegenüber den oft synonym verwendeten Termini wie beispielsweise „Reiseliteratur“, „Reisebeschreibung“ oder „Reiseschilderung“ aus Präzisionsgründen bevorzugt. Deshalb soll auch hier diese Bezeichnung verwendet werden. Sehr viele Textquellen, die sich mit der Erklärung dieses Begriffes befassen, betrachten ihn unter verschiedenen Aspekten und geben ihm unterschiedliche Definitionen. Während G. von Wilpert in seinem Sachwörterbuch der Literatur den Reisebericht kurz und spärlich als „kunstlose Prosaform“ bzw. als „sachliche Beschreibung einer Reise“[6] definiert, wird er im Sachwörterbuch zur deutschen Literatur als „Darstellung“ von „Reisen und Reiseeindrücken“ verstanden.[7] Dagegen definiert ihn der Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft als „Text“, in welchem in aller Regel „prosaisch von unterwegs“ berichtet wird[8]. Peter Brenner in Der Reisebericht in der deutschen Literatur versteht seinerseits unter diesem Begriff eine „erzählende Darstellung einer realen Reise“[9]. Ulrike Becker betrachtet in ihrer Dissertation den Reisebericht als „Vertextung“ von einer „Bewegung hin zu etwas Neuem, […] Unbekanntem, […] in die Ferne“[10]. Und für Harbsmeier ist der Reisebericht eine Gattung, „die die Schilderung der Reiseerlebnisse des Verfassers selbst zum Hauptziel hat“[11].

Die Betrachtung der oben vorgestellten literaturwissenschaftlichen Begriffserklärungen der Gattung „Reisebericht“ weist auf den ersten Blick auf das Fehlen einer einheitlichen Definition des Begriffes. Es handelt sich hier nicht um eine „Definition“, sondern um mehrere und unterschiedliche „Definitionen“. Diese begriffliche Heterogenität weist auf die Schwierigkeit hin, den Reisebericht innerhalb der Literaturwissenschaft begrifflich zu bestimmen, und somit im Allgemeinen auf die Problematik des Begriffes „Reisebericht“ im Bereich der Literaturwissenschaft. Dies erklärt sich nach Peter Brenner unter anderem dadurch, dass die Literaturwissenschaft im Laufe der Zeit nur in geringerem Ausmaß um diese Gattung bemüht war als die anderen Disziplinen – z. B. die Geschichtswissenschaft[12].

Zwar erweist sich die Definition dieser Gattung innerhalb der Literaturwissenschaft als grundsätzlich problematisch, dennoch benennen die oben vorgestellten Definitionen wichtige Merkmale eines Reiseberichtes. Zunächst ist anzumerken, dass er sich laut diesen Definitionen in erster Linie durch seinen Gegenstand und seine Funktion auszeichnet. Zentraler Gegenstand des Reiseberichtes ist die reale Reise eines Subjekts in die Fremde. Mit anderen Worten ist es die persönliche Erfahrung eines Reisenden in einer fremden Realität. Die Funktion des Reiseberichtes besteht darin, die Begegnung und die Auseinandersetzung des reisenden Subjekts mit der bereisten Fremde schriftlich festzuhalten. Demnach ist der Reisebericht ein authentischer, also nicht-fiktionaler Text, der eine tatsächlich stattgefundene Reise eines Individuums in eine neue, unbekannte Wirklichkeit schildert.

Die Authentizität des Reiseberichtes setzt prinzipiell einen hohen Wahrheitsgehalt und eine dokumentarische Treue der Reiseberichte voraus; jedoch mischen sich darunter nicht selten fiktionale Elemente oder Passagen. In diesem Zusammenhang schreibt Funke:

„Die persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen des Reisenden bestimmten den Charakter des Reiseberichtes, begrenzten aber auch seinen Informationswert.“[13]

Eine wirkliche Reiseerfahrung wird bei der Reisebeschreibung rekonstruiert und dadurch auch fiktionalisiert. Unter dieser Perspektive wird der Reisebericht zur kreativen Nachschöpfung der zugrunde liegenden Reise. Erst lange Zeit nach der Rückkehr werden die gesammelten Beobachtungen des Reisenden in der fremden Welt in die Form des Berichtes gebracht. Je größer dabei die Distanz zwischen dem Erleben und dem Erzählen ist, umso mehr Raum gewinnt die Fiktion in der vom Autor verheißenen Authentizität seines Reiseberichtes. In diesem Zusammenhang lässt sich der Reisebericht nach B. Korte von rein erfundener Erzählliteratur meistens nicht unterscheiden[14]. Mit der Fiktionalität des Reiseberichts ist ein weiteres Gattungskennzeichen eng verbunden, nämlich dessen Narrativität. Dazu nochmals Korte: „[…] ein Reisetext ist nach gängigem Gattungsverständnis kein Bericht, wenn er die Reise nicht erzählt.“[15]

Der Reisebericht definiert sich unter diesem Aspekt als narrativer Text, da er die Fremderfahrung des Schreibenden als Handlung bzw. als eine Reihe von Handlungen beschreibt. Somit besitzt der Reisebericht einen narrativ-chronologischen Erzählrahmen. Darüber hinaus zeichnet sich der Reisebericht durch seinen deskriptiven Charakter aus. Nach Zimmermann wird im Reisebericht das erzählerische Moment des Reisens mit der deskriptiven Informationsvermittlung verbunden.[16] In diesem Sinn vereinbaren sich in dieser Gattung „Erzählung“ und „Beschreibung“. Gerade dieser Doppelcharakter gehört zu den Grundcharakteristika der Gattung. Dazu nochmals Zimmermann:

„In historisch unterschiedlicher Gewichtung bleibt stets das narrativ-deskriptive Doppelgesicht der Gattung erhalten, und jeder Reisebericht reproduziert diese Struktur“.[17]

Neben seinem narrativ-deskriptiven Doppelcharakter zeichnet sich der Reisebericht weiterhin durch seine stilistische und inhaltliche Vielfältigkeit aus. Es ist charakteristisch für diese Gattung, dass sich darin oft verschiedene Möglichkeiten des Schreibens über das Reisen vereinen. Erzählende Passagen verflechten sich mit beschreibenden oder kommentierenden Passagen. Außerdem gibt es oft Grenzüberschreitungen dieser Gattung zum Essay, zu Handlungen, zum Brief, zur Reportage, zur Skizze, oder zur Anekdote[18]. Es sind auch zahlreiche Nebenformen des Reiseberichtes zu finden, wie zum Beispiel: Memoiren, die der Reisende lange Zeit nach seiner Reise veröffentlicht, Berichte über längere Aufenthalte, Tagebücher sowie Reiseromane und Reisebriefe. Nicht zuletzt gibt es Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, die zu den neueren Formen des Reiseberichtes gehören. Aufgrund von verschiedenen Formelementen des Reiseberichts bezeichnet ihn Korte als eine „hybride“ Gattung[19]. Diese Mannigfaltigkeit der Form stellt neben der inhaltlichen Vielfältigkeit zweifellos ein weiteres, entscheidendes Merkmal dieser Gattung dar.

In der Literaturwissenschaft wird die Frage über die Literarizität des Reiseberichtes kontrovers diskutiert[20]. Für Peter Brenner definiert sich der Reisebericht „nicht durch seine literarische Qualität, sondern durch die Funktion der Vermittlung authentischer Fremdwahrnehmung“[21]. Die subjektspezifische Narrativität des Reiseberichts sowie die Fiktionalität des Gegenstandes stellen für ihn keine literarischen Ansprüche auf, welche die Literarizität der Gattung legitimieren könnten. Die „Authentizitätsverpflichtung“ der Darstellung, so Brenner, sei zugleich eine „Entpflichtung“ gegenüber jeglichen literarischen Erwartungen. Auch Volker Meid weist seinerseits darauf hin, dass der Reisebericht „an keine bestimmten literarischen Formen gebunden“ ist[22]. Dagegen sieht Hans Joachim Possin den „Subjektbezug“ des Reiseberichtes als ein entscheidendes Merkmal für die „Literaturwürdigkeit“ dieser Gattung. Er stellt fest, dass “sich die Literatur des Reisens nicht aus ihrem Objekt, der konkreten Reise, sondern aus ihrem geistigen Träger und Subjekt dieser Reise, dem Menschen, begründet“[23]. Zwar gehört der Reisebericht nicht zu den fiktionalen Werken, enthält aber durchaus eine fiktionale Beschreibung bzw. fiktionale Passagen. Für den Leser beruht die Nichtfiktionalität des Reiseberichtes nur auf der Annahme, dass er einen Text über eine reale Reise liest.[24] Überdies gilt das Fiktionalitätskriterium nicht als das einzige Kriterium für die Einschätzung der Literarizität eines Textes. Nach Lutz Rühling gibt es „auch literarische Texte, die eindeutig nicht fiktional sind, da sie keine erfundenen Figuren, Gegenstände, Ereignisse enthalten wie etwa Tagebuchaufzeichnungen von Dichtern, Brief, oder auch manche autobiographische Werke. Daher gilt: Es gibt nicht-fiktionale Literatur.“[25] Außerdem werden Reiseberichte sprachkünstlerisch gestaltet und werden vom Leser entsprechend als ästhetische Texte rezipiert. In diesem Sinne stellt Ulrich Erker fest, dass die Reiseberichte vor und nach dem 19. Jahrhundert „immer wieder wie Romane […] gelesen wurden.“[26]

Abschließend gebe ich einen Überblick über die Geschichte des europäischen Reiseberichts vor dem 19. Jahrhundert, als er seinen Höhepunkt erreicht und als Rohlfs Reisebericht über Marokko entsteht.

2.2 Zur Geschichte des europäischen Reiseberichtes

Der Reisebericht hat in Europa eine lange Tradition. Seine Anfänge reichen zurück in die Antike, die Homers und Herodots dichterische Reisebeschreibungen hervorbringt. Die ersten "realen", jedoch nur durch Überlieferung bekannte Reiseberichte verfasst unter anderen der Seefahrer Skylax aus Karyanda, der um 516 v. Chr. die persisch-arabische Küste von Indien bis Suez erforscht[27]. Die Gattung setzt sich im Mittelalter in einzelnen Nebenformen fort, wie z.B. dem Reiseführer in Form der Weg- bzw. Ortsbeschreibung für Kaufleute. Reiseberichte dieser Epoche sind folglich vor allem für Händler konzipierte Handbücher, die über Reiserouten und mögliche Gefahren informieren. Landeskundliche Passagen fallen eher kurz und oberflächlich aus. Im Spätmittelalter steht der Reisebericht im Zusammenhang mit Kreuzzügen und Pilgerfahrten ins Heilige Land – darunter die Jerusalemfahrt des Herzogs Friedrich von Österreich (1436), das Raisbuch des H. Tucher (1482) sowie andere. Sie dienen dazu, Auskünfte über den fremden Orient zu geben.[28] In diesen Reisebüchern treten persönliche Erfahrungen des Berichterstatters zurück:

„In Ich-Form und in chronologischem Ablauf werden die Besuche der Sehenswürdigkeiten aufgezählt. Dabei tritt das reisende Subjekt, der Pilger also, mit seinen Erlebnissen in den Hintergrund und stellt in erster Linie die Glaubensstätten als Zeugnisse des Heilsgeschehens vor“[29] .

Im Zuge der großen Entdeckungen der Frühen Neuzeit veränderten sich die Reiseberichte deutlich; insbesondere die Fahrten des Kolumbus ab 1492 lassen einen Wandel des europäisch-mittelalterlichen Weltbildes entstehen und erweiterten das Bewusstsein der Zeitgenossen. Die Entdeckung der Neuen Welt lässt die Produktion der Berichte über die betreffenden Reisen in die Höhe schnellen; der Kreis der Rezipienten wird ebenfalls immer größer. Die Ausführlichkeit der Beschreibungen nimmt in den Reiseberichten des 16. Jahrhunderts zu, und das Prinzip der persönlichen Erfahrung des Verfassers stellt sich immer mehr in den Vordergrund. Diese Entwicklung setzt sich im 17. Jahrhundert noch intensiver fort. Dazu schreibt Funke:

„Seit Beginn des 17. Jahrhunderts zeigten sie eine steigende Tendenz zu präziser Beobachtung und realistischer Darstellung, die in der Zunahme detaillierter Beschreibungen, der Beigabe zuverlässiger Illustrationen und Karten, im wachsenden Interesse der Reisenden an Tier- und Pflanzenwelt der exotischen Ländern, an Gebräuchen und religiösen Vorstellungen der fremden Völker Ausdruck fand.“[30]

In dieser Epoche spielt auch das satirische Element innerhalb der Gattung eine wichtige Rolle; sehr bekannt ist unter anderem Don Quijote (1605) von Cervantes. Im 18. Jahrhundert, der Epoche der Aufklärung, bricht sich schließlich eine wissenschaftliche Erforschung und Aneignung der Welt Bahn; es entwickelt sich nicht nur ein neuer Reisetypus, sondern auch eine neue Form des Reiseberichtes: „die primär wissenschaftliche Reise und ein entsprechender Bericht, der vor allem die wissenschaftlichen Ergebnisse einem Fachpublikum mitteilen will“[31]. Bedeutende wissenschaftliche Reiseberichte wie A. von Humboldts Bericht über seine Amerikareise oder Reise um die Welt von J. G. Forster liegen vor. Nicht zu unterschätzen, doch weniger wichtig, ist auch das allgemeine Ziel, den Leserkreis zu unterhalten.

Ein weiteres wesentliches Merkmal der nicht-fiktionalen Reiseliteratur des 18. Jahrhunderts ist das kritische Potenzial. In jener Epoche entstehen phantastische und literarische Reisetexte, in denen nicht die Beschreibung, sondern Stimmung und Reflexion im Mittelpunkt stehen. Diese erfreuen sich großer Beliebtheit, so z.B. Eichendorffs Aus dem Leben eines Taugenichts (1842) sowie die in der Tagebuchform gehaltene Italienische Reise von J. W. von Goethe (1786).

Im 19. Jh. erschließen sich durch die Erfindung der Eisenbahn und Dampfschifffahrt neue Reisemöglichkeiten und lassen die Nachfrage nach Reiseführern, Reiseberichten sowie Reiseliteratur im Allgemeinen steigen. In dieser Epoche erlebt die Gattung ihre Blütezeit und erfährt eine weite Verbreitung. Brigitte Bender weist in ihrer Dissertation darauf hin:

„In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Reisebeschreibung eine der beliebtesten literarischen Formen, was z. B. aus der Reflektion der Annette von Droste-Hülshoff hervorgeht, ob sie nicht statt ihrer Erzählungen Reisebeschreibungen verfassen sollte. Signifikant für die positive Einschätzung dieser literarischen Zweckform ist die Tatsache, dass der angesehene Cottaverlag in Tübingen sie in sein Programm aufnahm.“[32]

Der europäische Reisebericht des 19. Jahrhunderts charakterisiert sich durch zwei Tendenzen: immer mehr Frauen reisen und berichten darüber, wie die Gräfin Ida Hahn-Hahn mit ihrem Werk Orientalische Briefe (1844), sowie die Engländerin Fanny Lewald[33]. Ferner gewinnt die orientalische Region für den europäischen Reisebericht immer mehr an Bedeutung. Orient-Reiseberichte sind in dieser Epoche sowohl qualitativ als auch quantitativ von Bedeutung[34]. Näheres dazu im Unterkapitel 2.4

2.3 Reisebericht als Darstellungsform des Fremden

Im vorausgehenden Unterkapitel wird festgestellt, dass der Reisebericht eine schriftliche sowie subjektive Darstellung der betretenen Fremde bzw. eine Beschreibung der Ich-Begegnung mit der bereisten Fremde ist. In diesem Sinne kann die Darstellung des Fremden nur zur Bildung eines bestimmten Fremdbildes führen. Da aber die Wahrnehmung einer fremden Wirklichkeit und deren spätere schriftliche Fixierung sich grundsätzlich voneinander unterscheiden, ist das entstehende Fremdbild keine exakte Darstellung des bereisten Ortes. Funke weist darauf hin, dass die zwischen Wahrnehmung und Darstellung liegende zeitliche Distanz eine Veränderung der ursprünglichen Wahrnehmung bzw. unmittelbaren Beobachtung herbeiführen kann.[35] Daher betont Jürgen Osterhammel, dass „[...] Repräsentationen des Fremden nie photographisch exakte "Bilder", sondern immer durch vorgängige Wahrnehmungsraster gebrochene Konstrukte“ sind.[36]

Auch persönliche Determiniertheit des Reisenden, wie etwa seine religiösen Vorstellungen, sein Teilhaben an einer bestimmten gesellschaftlichen Mentalität, prägen das Bild, welches er von der Fremde entwirft. Dazu gehören die Lebensgeschichte, die literarische Kompetenz des Reisenden, sowie die kulturellen Denkmuster und Wertbegriffe seiner Epoche. In diesem Zusammenhang schreibt Günter Berger: „[…] die Fremde wird vor dem Hintergrund und auch durch den Blickwinkel mitgebrachter Deutungsmuster geschehen“[37]. Und je nach Beschaffenheit des beschreibenden Individuums und dessen kulturellen Hintergrund können Merkmale der fremden Gesellschaft ideologisch gefärbt sein, d.h. im Vergleich zur eigenen Kultur entweder positive oder negative Grundzüge annehmen. Darüber hinaus entsteht das Fremdbild in der Prozessualität der Fremdeerfahrung des Reisenden, also bereits mit den vor der Abreise gestellten Erwartungen und Vorstellungen über das Fremde, mit den Beschreibungen des bereisten Fremden während der Reise und schließlich den Nachdrücken nach dem Rückkehr. Insofern wird das „Fremdbild“ innerhalb der Literaturwissenschaft zum Oberbegriff von: „Stereotypen, Vorurteilen, Entstellungen, Attitüden“ definiert[38].

Durch die persönliche Begegnung mit der fremden Realität und durch deren Beschreibung entsteht im Reisebericht nicht nur das Bild von der unbekannten Fremde – das so genannte Fremdbild –, sondern auch das Bild von dem reisenden Subjekt selbst, d.h. sein Selbstbild. Die Fremdewahrnehmung und ihre gleichzeitige Subjektivität gehen im Reisebericht konform. Der Text präsentiert nicht nur die erlebte Ferne, sondern ebenso seinen Verfasser. Der Reisebericht beschreibt die Folge der Begegnung zwischen dem Reisenden und der Fremde. Dazu zählen die Auseinandersetzung mit der in der Ferne liegenden fremden Realität sowie die bewusste oder die unbewusste Selbstpräsentation des reisenden Ich. Mit anderen Worten, der Reisebericht bringt nicht nur die in der Reise wahrgenommene Fremde zum Ausdruck, sondern reflektiert ebenso die Bewertungen und Urteile des reisenden Subjekts über diese Fremde als Angehöriger eines bestimmten Kulturkreises. Damit verrät er sehr viel über seinen Verfasser[39]. Dadurch handelt der Reisebericht nie allein vom fernen Ort, sondern erzählt immer auch viel vom reisenden Ich und von dessen kulturellem Hintergrund.

Diese aus der individuellen Wahrnehmung und aus Reflexionen entstandenen Fremd- und Selbstbilder des Reisenden, die in seinem Bericht dokumentiert werden, sind nicht nur von der „persönlichen Disposition des Reisenden geprägt, die sich in seinem Bildungsstand, seinen Vorkenntnissen, seinen Interessen und seiner allgemeinen Wahrnehmungsfähigkeit kristallisieren“[40]. Den größten Einfluss üben bei der Entstehung des Fremd- bzw. Selbstbildes vielmehr – bewusst und/oder unbewusst – gesellschaftliche bzw. kulturelle Hintergründe des Reisenden[41]. Dieser Einfluss erklärt sich dadurch, dass die individuellen Reflexionen des reisenden Ich von einer Vielzahl gesellschaftlicher bzw. kultureller Faktoren anhängig sind. Jedes Individuum wird durch die Bindung an seine eigene Kultur geprägt. Verhaltensweisen, Normen, geistige Einstellungen, Wahrnehmungsmöglichkeiten sowie auch Verstehensvoraussetzungen des Einzelnen sind das Ergebnis seiner Herkunftskultur und markieren die kulturelle Bedingtheit des eigenen Standpunktes. In diesem Zusammenhang spricht Peter Brenner diesmal von „mentalitätsgeschichtlichen Dispositionen, die in die Wahrnehmung und Beschreibung von erfahrener fremder Wirklichkeit eingehen“[42], Herbert Grabes weist darauf hin, dass „Reiseberichte ebenso sehr Zeugnisse epochenspezifischer, nationaler, schichtenspezifischer und auch individueller Beurteilungsnormen der Reisenden bzw. der Autoren [sind]“[43]. Und auch Jürgen Osterhammel unterstreicht, dass „die europäischen Reisenden und Reisebeschreiber selbstverständlich bei ihren Urteilen im Wertehorizont ihrer Zivilisation, ihrer Zeit und ihrer Klasse befangen [bleiben]“[44]. Insgesamt ist folglich festzuhalten, dass Fremd- und Selbstbilder des Reiseberichtes historisch, kulturell und soziologisch geprägt sind. Somit gewährt der Reisebericht Einblicke in die kulturspezifischen Denk- und Wahrnehmungsmuster, die der Reisende an die bereisten Orte heranträgt – insbesondere weil jedes Bild (sei es das Fremd- oder das Selbstbild) im Reisebericht durch einen Vergleich der bereisten Fremde mit der Heimat zustande kommt, d.h. durch das gesellschaftliche bzw. kulturelle Milieu des Reisenden erfolgt.

Andererseits führt die starke, kulturelle Prägung der Fremd- bzw. Selbstbilder nicht selten zum „Ethnozentrismus“. Karl Heinz Kohl definiert diesen Begriff wie folgt:

„Als Ethnozentrismus bezeichnet man die Tendenz, die eigenkulturellen Lebensformen, Normen, Wertorientierungen und religiösen Überzeugungen als die einzig wahren anzusehen. Ihre grundsätzliche Überlegenheit gegenüber denen aller anderen steht außer Frage […].“[45]

An anderer Stelle konkretisiert Kohl:

„Die ethnozentrische Grundhaltung dient so der 'kollektiven Selbstabgrenzung' einer durch gemeinsame Sprache, Herkunft und wirtschaftliche Tätigkeit verbundenen Gruppe gegenüber anderen sozialen Gruppen.“[46]

Die ethnozentrische Wahrnehmungsweise führt europäische Reisende des 16. bis 19. Jahrhunderts zu einer Wahrnehmung und Darstellung fremder Kulturen auf der Grundlage von Normen europäischer Kultur. Nicht selten entsteht dadurch Verachtung gegenüber dem Andersartigen oder zumindest der Glaube an die eigene Überlegenheit. Abzugrenzen vom Ethnozentrismus ist dagegen die Betrachtungsweise, die in der Ethnologie als „Eurozentrismus“ bezeichnet wird. Dazu nochmals Kohl:

„[Der Eurozentrismus] ist nicht mehr der Ausdruck der Identität einer geschlossenen sozialen Gruppe, sondern vielmehr Ausdruck eines kulturellen Einheitsbewusstseins, in dem die sprachlichen, wirtschaftlichen, religiösen der konfessionellen Besonderheiten der einzelnen europäischen Völker aufgehoben erschienen.“[47]

Wichtiger Bestandteil dieser Grundhaltung ist das Christentum: Als Grundlage des Eurozentrismus nennt Kohl dementsprechend „die nicht mehr an eine bestimmte Kultur gebundene, sondern die einzelnen Kulturen gewissermaßen transzendierende christliche Religion mit ihrem Missionsangebot.“[48]

Der Eurozentrismus ist lange Zeit zentrales Merkmal der europäischen Reiseliteratur. Näheres dazu im Unterkapitel 2.4, der dem Orientbild in der europäischen Reiseliteratur gewidmet ist.

2.4 Orient in den europäischen Reiseberichten

Wie im Kapitel 2.2. bereits erwähnt ist, verlagert sich im 19. Jahrhundert das Interesse des europäischen Reisenden auf den Orient, der seit der Inbetriebnahme des Orient-Express bereisbar wird. Das Auftauchen des Orients am Horizont des 19. Jahrhunderts gilt als ein wesentlicher Grundzug in der Geschichte jenes Jahrhunderts. Europas Interesse für den Fernen Osten hat dabei eine sehr lange Tradition. Die Auseinandersetzung mit dem Morgenland geht zweifellos bis in das frühe Mittelalter zurück. Diese Tradition soll anhand der folgenden kurzen Skizzierung des Orientbildes im europäischen Verständnis (bzw. in der Geschichte der europäischen Literatur) näher gezeigt werden. Zunächst stellt sich die Frage: was wird zu damaliger Zeit unter dem Begriff "Orient" im europäischen Denken verstanden? Mit anderen Worten: wie wird der orientalische Raum kulturell und geographisch definiert?

2.4.1 Zum Begriff „Orient“

Nach Natascha Ueckmann stellt sich der Orient im europäischen Verständnis aus den Ländern zusammen, die das Kerngebiet des arabischen-islamischen Kulturraumes ausmachen. Dazu gehören Maghreb, Arabien und Vorderasien – der so genannte „Nahe Osten“.[49] Mounir Fendri seinerseits definiert den Orient als „die mystische Vorstellung der Europäer von der Welt des Islam, einer Welt, die sie seit dem Mittelalter zugleich oder abwechselnd abschreckt und fasziniert“.[50] In Anlehnung an die beiden Definitionen gilt die Bezeichnung „Orient“ als Oberbegriff für die überwiegend islamisch geprägten Kulturen „östlich von Westen“. Vielmehr ist der Orient aber „eine Raumfiktion, ein Kontrast der mystischen Geographie, ein weltanschauliches Stereotyp“[51]. Mit dem Begriff des Orients sind seit vielen Jahrhunderten ebenso unterschiedliche, zum Teil widersprüchliche Bilder, Stereotypen und Vorurteile verbunden. Der muslimische Orient wird zum Ziel der christlich-kirchlichen Polemik, danach wird er als Inbegriff des Exotischen und Erotischen wahrgenommen. Er gilt einerseits als märchenhaft, andererseits als bedrohlich. So ist das Mystische für den Europäer die eine Seite der 'Orientmedaille', während das Grausame und das religiös Fanatische ihre Kehrseite darstellen. Der Orient, so wie ihn der Westen im Laufe der Jahrhunderte wahrgenommen hat, ist nach Edward W. Said vielmehr die Enthüllung des Okzidents selbst, die Projektion der Ängste, Wünsche und Sehnsüchte des Westens geworden[52].

Die erste Phase der Europa-Orient-Beziehung beginnt mit der Entstehung des Islams im 7. Jahrhundert. Am Beginn dieser Phase ist das christliche Europa mit einer aufkommenden Weltmacht konfrontiert, die politisch wie religiös hegemoniale Ansprüche hegt. Nach seinem eigenen Verständnis stellt sich der Islam als die einzige endgültige göttliche Offenbarung vor, und ist daher als die Vollendung der älteren monotheistischen Religionen – des Judentums und des Christentums – anzusehen. Das Gegenteil gilt für die christlich-europäischen Gegner der Muslime. Der Islam ist für sie eine falsche Religion, bestenfalls Häresie, und der Prophet Mohammed ein lasterhafter, promisker Lügner und Betrüger.[53] Ungeachtet dessen, dass der Islam, so wie das Christentum, eine monotheistische Religion ist, müsse der Islam bekämpft werden. Der Grund dafür ist der Anspruch der Muslime auf religiöse Alleingültigkeit. Sobald einem solchen Anspruch eine starke politische Herrschaft zur Seite steht, stellt er für die europäischen Gegner eine Bedrohung dar.

Die Rivalität der Religionen und die machtpolitische Konkurrenz finden ihren Niederschlag auch in ideologischen Strategien der Verunglimpfung. Seine Blütezeit beginnt für diesen Prozess allerdings erst im 12. Jahrhundert. Für die ideologische Untermauerung der Kreuzzüge wird der Islam zum absoluten Feind des Christentums. Er wird, so Andreas Pflitsch, „von christlichen Apologeten als eine Religion der Obszönität und der Brutalität dargestellt.“[54] In dieser frühen Phase der Begegnung und der Konflikte können die Muslime – ob Araber oder später Türken – für einen Zeitabschnitt von etwa tausend Jahren den christlichen Europäern gegenüber ihre Überlegenheit demonstrieren. Sie eroberten Spanien (711), Sizilien (827) und Konstantinopel (1453) und rückten 1529 und 1683 sogar bis nach Wien vor.

[...]


[1] Vgl. C. Goer/M. Hofmann, „Einleitung“ - In: Der deutschen Morgenland, Wilhelm Flink-Verlag, München, 2008, S. 7.

[2] Vgl. B. Bender: Ästhetische Strukturen der literarischen Landschaftsbeschreibung in

den Reisewerken des Fürsten Pückler-Muskau, Frankfurt a. M., Lang Verlag, 1982, S. 12.

[3] Vgl. M. Fendri: Kulturmensch in barbarischer Fremde. Deutsche Reisende im Tunesien des 19. Jahrhunderts, Iudicium Verlag, 1996, S. 14.

[4] Vgl. Ebd., S. 13.

[5] Vgl. Khalid Lazaare: Marokko in deutschen Reiseberichten des 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, Peter Verlag, Frankfurt a. M. [u. a.], 1998, S. 23.

[6] G. von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur, Kröner Verlag, Stuttgart, 2001, S. 675.

[7] Volker Meid: Sachwörterbuch zur deutschen Literatur, Reclam, Stuttgart, 1999, S. 431.

[8] H. W. Jäger: „Reiseliteratur“ – In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft,

hrsg. v. J. D. Müller, Gruyter Verlag, Berlin, 2003, Bd. 3, S. 259.

[9] Peter J. Brenner: „Einleitung“ - In: Der Reisebericht in der deutschen Literatur,

Niemeyer Verlag, Tübingen, 1990, S.1.

[10] Ulrike Becker: Deutschlandsbild in den französischen Reiseberichten,

Meidenbauer Verlag , München, 2008, S.33.

[11] M. Harbsmeier: Wilde Völkerkunde, Campus Verlag, Frankfurt a. M., 1994, S. 35.

[12] Diese befasst sich mit dem realhistorischen bzw. kulturgeschichtlichen Gehalt des Reiseberichtes.

[13] Hans-Günter Funke: Studien zur Reiseutopie der Frühaufklärung, Reihe Siegen,

Heidelberg, 1982, S. 97.

[14] B. Korte: Der englische Reisebericht, Wiss. Buchges., Darmstadt, 1996, S,16.

[15] Ebd., S. 14.

[16] Vgl. Ch. Zimmermann: „Texttypologische Überlegungen zum frühneuzeitlichen Reisebericht – In: Archiv für das Studium der neuren Sprachen und Literaturen, Bd. 239, 2002, S. 9.

[17] Ebd., S. 10.

[18] B. Korte: Der englische Reisebericht, S. 13.

[19] Ebd., S. 14.

[20] Vgl. dazu Brenner, Peter J., „Einleitung“, in: Der Reisebericht, S. 7-13.

[21] Ebd., S. 10.

[22] Volker Meid: Sachwörterbuch zur deutschen Literatur, S. 431.

[23] Vgl. Hans-Joachim Possin: Reise und Literatur. Das Thema des Reisens in der englischen Literatur des 18.Jahrhunderts, Reihe: Studien zur englischen Philologie / Neue Folge 15, Niemeyer Verlag, Berlin [u.a.], 1972, S.17.

[24] B. Korte: Der englische Reisebericht, S. 14.

[25] Vgl. Rühling, Lutz, „Fiktionalität und Poetizität“ - In: Gründzüge der

Literaturwissenschaft, hrsg. v. H. L. Arnold, Dtv Verlag, München, 2002, S. 25-51.

[26] Ulrich Erker-Sonnabend: Das Lüften des Schleiers, Olms Verlag ,Hildeheim, 1987, S. 89.

[27] Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur, S. 676-677.

[28] Volker Meid: Sachwörterbuch zur deutschen Literatur, S. 431-32.

[29] H. Kokott: Reise und Bericht, In: Von Erfahrung aller Land. Reiseberichte aus der Zeit des 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in der Historischen Bibliothek der Stadt Rastatt, Rastatt, 1997, S.5.

[30] H. G. Funke: Studien zur Reiseutopie der Frühaufklärung, S.99.

[31] H. Kokott: Reise und Bericht, S.9.

[32] Brigitte Bender: Ästhetische Strukturen der literarischen Landschaftsbeschreibungen in den Reisewerken des Fürsten Pückler, S. 12.

[33] Vgl. Literatur wissenschaftliches Lexikon. Grundbegriffe der Germanistik, hrsg. v. H. Brunner u. R. Moritz, Schmidt Verlag, Berlin, 2006, S. 284.

[34] Peter Bernner: Der Reisebericht in der deutschen Literatur, S. 549.

[35] Vgl. Funke: „Zur Reflexion der Wahrnehmung“ - In: Romantik als vergleichende Literaturwissenschaft. Festschrift für Jürgen von Stackelberg, hrsg. v. Graeber, Wilhelm, Floeck, Wilfried, 1996, Frankfurt a. M., S. 50.

[36] Osterhammel, Jürgen: „Distanzerfahrung. Darstellungsweisen des Fremden im 18. Jahrhunderts“ - In: Der europäische Beobachter außereuropäischer Kulturen. Zur Problematik der Wirklichkeitswahrnehmung, hrsg. v. König, Hans-Joachim, Reinhard, Wolfgang, Wendt, Reinhard , Zeitschrift für historische Forschung 7, Berlin, 1998 ,S. 31.

[37] Berger, Günter: „Vorwort“ - In: Kohl, Stephan (Hrsg.) Fremderfahrung in Texten des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit, (LIR: Literatur – Imagination - Realität; Anglistische, germanistische, romanistische Studien 7), Trier, 1993 S.7.

[38] Ulrike Becker: Reisediskurs und Deutschlandbild in den französischen Reiseberichten des 19. Jahrhunderts, S. 29.

[39] B. Korte: Der englische Reisebericht, S. 9.

[40] Vgl. P. Brenner: Der Reisebericht, Die Entwicklung einer Gattung in der deutschen Literatur, Suhrkamp, 1989, Frankfurt a. M., S. 27.

[41] Ebd., S. 26.

[42] P. Brenner: Reisebericht in der deutschen Literatur, S. 29.

[43] Vgl. H. Grabes: „Die literarische Begegnung mit der Fremde“ – In: Bredella, Lothar, Christ, Herbert (Hrsg.), Begegnungen mit dem Fremden, Ferber Verlag, Gießen, 1996, S.

S. 39.

[44] J. Osterhammel, „Distanzerfahrung“, S.30.

[45] K. H. Kohl: Ethnologie - die Wissenschaft vom kulturellen Fremden. Eine Einführung, C. H. Beck, München, 2000, S. 30.

[46] Ders., Abwehr und Verlangen. Zur Geschichte der Ethnologie, Campus Verlag, Frankfurt a. M., 1987, S. 124.

[47] Ebd., S. 125.

[48] Ders.: Ethnologie, S. 32.

[49] Natascha Ueckmann: Frauen und Orientalismus. Reisetexte französischer Autorinnen des 19. und 20 Jahrhunderts, Metzler Verl., Stuttgart, 2001, S.67.

[50] Mounir Fendri: Kulturmensch in „barbarischer“ Fremde, S. 102.

[51] Vgl. Hubert Cancik: Orient und Okzident - In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, 8 Bde., hg. v. Hans Dieter Betz [u.a.], Mohr-Siebeck Verl., Tübingen, 1992, S. 651.

[52] Edward Said: Orientalism, Routledge and Kegan Paul, London, 1978, S. 1.

[53] Rana Kabbani: Mythos Morgenland. Aus dem Englischen von Gabriele Gockel/ Rita Seuß, Droemer Knaur Verlag, München, 1993, S. 31.

[54] Andreas Pflitsch: Mythos Orient, Bd. 5408, Herder Spektrum Verlag, Freiburg, 2003, S. 18.

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten

Details

Titel
Das Orientbild in G. Rohlfs erster Marokko-Reise
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
88
Katalognummer
V142483
ISBN (eBook)
9783640528950
ISBN (Buch)
9783640528707
Dateigröße
756 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Germanistik, Orient, Islam, Marokko, Reiseliteratur, Identität
Arbeit zitieren
Zouheir Soukah (Autor:in), 2009, Das Orientbild in G. Rohlfs erster Marokko-Reise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142483

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