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Das Orientbild in G. Rohlfs erster Marokko-Reise

Title: Das Orientbild in G. Rohlfs erster Marokko-Reise

Thesis (M.A.) , 2009 , 88 Pages , Grade: 2

Autor:in: Zouheir Soukah (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Summary Excerpt Details

Die Darstellung des islamischen Orients hat innerhalb der europäischen Reiseliteratur eine sehr alte Tradition. Sie geht auf die Epoche des Mittelalters zurück, als der Islam für das Abendland eine bedrohliche Weltmacht zu sein scheint. Dabei findet der islamische Orient in der mittelalterlichen Reiseliteratur nicht nur in der religiösen Polemik Platz, sondern zieht ebenso Neugier und Achtung nach sich. Ferner gilt der orientalische Nachbar als wichtiger Impuls für das kulturelle Selbstverständnis bzw. für die Identität des Abendlandes.1 Orientreiseberichte professioneller Natur entstehen allerdings erst im frühen 19. Jahrhundert. In dieser Epoche ist der Reisebericht für den europäischen Rezipienten die beinahe beliebteste literarische Gattung. Zugleich ist der islamische Orient ein beliebtes Reiseziel für zahlreiche europäische Reisende. Diese beiden Faktoren führen dazu, dass das 19. Jahrhundert sich zur Blütezeit der europäischen Orientreiseberichte entwickelt. Eine Bestätigung dafür ist die Vielzahl der europäischen, u.a. deutschsprachigen Orientreiseberichte – insbesondere aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.2 Diese intensive kulturelle Beschäftigung der europäischen Reisenden mit dem exotischen islamischen Orient trägt in der Tat dazu bei, dass sich im kollektiven Bewusstsein der europäischen Rezipienten während und nach dem 19. Jahrhundert ein bestimmtes Orientbild mit gewissen statischen, d.h. stereotypischen Attributen etabliert.3

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der europäische Reisebericht und der Orient

2.1 Zur Gattung „Reisebericht“

2.2 Zur Geschichte des europäischen Reiseberichtes

2.3 Reisebericht als Darstellungsform des Fremden

2.4 Orient in den europäischen Reiseberichten

2.4.1 Zum Begriff „Orient“

2.4.2 Die Orient-Rezeption in der europäischen Literatur

2.4.3 Europäische Orient-Berichte des 19. Jahrhundert

2.4.4 Marokko als orientalisches Reiseziel

2.4.5 Deutsche Reisende in Marokko

3. Rohlfs Reisebericht Mein erster Aufenthalt in Marokko

3.1 Zur Biographie von Gerhard Rohlfs

3.2 Rohlfs erste Marokko-Reise

3.3 Zur Textvorlage Rohlfs Marokkoberichtes

3.4 Die äußere Form Rohlfs Marokkoberichtes

3.4.1 Aufbau und Inhalt

3.4.2 Stil und Sprache

4. Das Landschaftsbild in Rohlfs Marokkobericht

4.1 Zur orientalischen Naturlandschaft Marokkos

4.2 Zur orientalischen Kulturlandschaft Marokkos

4.2.1 Das Bild der marokkanischen Stadt

4.3 Rohlfs Eindruck von der Landschaft Marokkos

5. Das orientalische Sittenbild in Rohlfs Marokkobericht

5.1. Das religiöse Leben

5.2 Poltische Verhältnisse Marokkos

5.3 Das Marokkaner-Bild

5.4 Primitive Medizinversorgung: Rohlfs als Ersatzarzt

5.5 Rohlfs Kolonisierungswunsch

5. 6 Die jüdische Minderheit in Marokko

5.7 Stellung der Frau in Marokko

5.8 Sklavenhandel in Marokko

5.9 Zur orientalischen Gastfreundschaft

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild des Orients, wie es in Gerhard Rohlfs Reisebericht "Mein erster Aufenthalt in Marokko" (1873) dargestellt wird, um aufzuzeigen, inwieweit europäische Reiseberichte des 19. Jahrhunderts stereotype Fremdwahrnehmungen bestätigten und verbreiteten.

  • Die literarische Gattung des europäischen Reiseberichts im 19. Jahrhundert.
  • Die Wahrnehmung und Darstellung des "Fremden" in Orientreiseberichten.
  • Analyse von Rohlfs Marokko-Bild: Darstellung von Landschaft und Kultur.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Rohlfs Perspektive auf soziokulturelle Aspekte wie Religion, Politik und Gesellschaft.
  • Der Zusammenhang zwischen individueller Fremderfahrung und zeitgenössischem kolonialem Diskurs.

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung des islamischen Orients

Die Darstellung des islamischen Orients hat innerhalb der europäischen Reiseliteratur eine sehr alte Tradition. Sie geht auf die Epoche des Mittelalters zurück, als der Islam für das Abendland eine bedrohliche Weltmacht zu sein scheint. Dabei findet der islamische Orient in der mittelalterlichen Reiseliteratur nicht nur in der religiösen Polemik Platz, sondern zieht ebenso Neugier und Achtung nach sich. Ferner gilt der orientalische Nachbar als wichtiger Impuls für das kulturelle Selbstverständnis bzw. für die Identität des Abendlandes.

Orientreiseberichte professioneller Natur entstehen allerdings erst im frühen 19. Jahrhundert. In dieser Epoche ist der Reisebericht für den europäischen Rezipienten die beinahe beliebteste literarische Gattung. Zugleich ist der islamische Orient ein beliebtes Reiseziel für zahlreiche europäische Reisende. Diese beiden Faktoren führen dazu, dass das 19. Jahrhundert sich zur Blütezeit der europäischen Orientreiseberichte entwickelt. Eine Bestätigung dafür ist die Vielzahl der europäischen, u.a. deutschsprachigen Orientreiseberichte – insbesondere aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Diese intensive kulturelle Beschäftigung der europäischen Reisenden mit dem exotischen islamischen Orient trägt in der Tat dazu bei, dass sich im kollektiven Bewusstsein der europäischen Rezipienten während und nach dem 19. Jahrhundert ein bestimmtes Orientbild mit gewissen statischen, d.h. stereotypischen Attributen etabliert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Tradition der europäischen Reiseliteratur über den Orient und Formulierung der zentralen Forschungsfrage zur stereotypen Fremdwahrnehmung bei Gerhard Rohlfs.

2. Der europäische Reisebericht und der Orient: Theoretische Auseinandersetzung mit der Gattung Reisebericht, deren Geschichte sowie der eurozentrischen Wahrnehmung und Definition des Orients im 19. Jahrhundert.

3. Rohlfs Reisebericht Mein erster Aufenthalt in Marokko: Vorstellung der Biographie Gerhard Rohlfs, des Kontextes seiner ersten Marokko-Reise und der äußeren Form sowie Textvorlage seines Berichts.

4. Das Landschaftsbild in Rohlfs Marokkobericht: Analyse von Rohlfs ambivalenter Darstellung der unberührten Naturlandschaft im Kontrast zur kritischen Wahrnehmung der bewohnten marokkanischen Kulturlandschaft und Städte.

5. Das orientalische Sittenbild in Rohlfs Marokkobericht: Detaillierte Untersuchung soziokultureller Themen, darunter Religion, Politik, Gesellschaft, Medizin, Kolonialismus sowie die Stellung von Frauen und Minderheiten.

6. Schluss: Zusammenfassende Bewertung von Rohlfs Orientbild als Spiegel kolonialer Überlegenheitsvorstellungen und Bestätigung zeitgenössischer Stereotype.

Schlüsselwörter

Gerhard Rohlfs, Orientreisebericht, Marokko, Fremdwahrnehmung, Orientalismus, Eurozentrismus, 19. Jahrhundert, Stereotype, Kulturlandschaft, Islam, Kolonialismus, Reiseliteratur, Gesellschaftsbild, Identität, Barbarei.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Orientbild in Gerhard Rohlfs Reisebericht "Mein erster Aufenthalt in Marokko" und analysiert, wie der Autor das orientalische Land und seine Bewohner wahrnahm und darstellte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Gattung des europäischen Reiseberichts, das Landschaftsbild sowie verschiedene soziokulturelle Sittenbilder wie Religion, Politik, Gesellschaftsstruktur, Stellung der Frau und die Behandlung von Minderheiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Rohlfs Bericht dazu beiträgt, ein bestimmtes, stereotypisches Bild des islamischen Orients im kollektiven europäischen Bewusstsein des 19. Jahrhunderts zu verfestigen und zu verbreiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse eines Reiseberichtes unter Berücksichtigung des zeitgenössischen Orientdiskurses und postkolonialer Perspektiven.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Landschafts- und Kulturdarstellung (Städte) sowie in eine Untersuchung soziokultureller Aspekte, darunter das religiöse Leben, politische Zustände, das Marokkaner-Bild und der Kolonisierungswunsch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gerhard Rohlfs, Orientreisebericht, Marokko, Fremdwahrnehmung, Orientalismus, Eurozentrismus, Stereotype und Kulturlandschaft.

Wie bewertet Rohlfs die marokkanischen Städte?

Rohlfs zeigt sich in seinem Urteil über die bewohnten Städte meist enttäuscht und kritisch; er bezeichnet sie häufig als schmutzig, eng und düster, wobei er eine Ausnahme bei der Stadt Meknes macht.

Welche Rolle spielt die Religion im Orientbild des Autors?

Rohlfs schreibt dem Islam eine zentrale, negative Rolle zu, da er ihn als Ursache für die Rückständigkeit, Fanatismus und Fatalität in Marokko betrachtet und somit als Hindernis für die Modernisierung sieht.

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Details

Title
Das Orientbild in G. Rohlfs erster Marokko-Reise
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
2
Author
Zouheir Soukah (Author)
Publication Year
2009
Pages
88
Catalog Number
V142483
ISBN (eBook)
9783640528950
ISBN (Book)
9783640528707
Language
German
Tags
Germanistik Orient Islam Marokko Reiseliteratur Identität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Zouheir Soukah (Author), 2009, Das Orientbild in G. Rohlfs erster Marokko-Reise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142483
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