Marburger Religionsgespräch von 1529 - Eine wissenschaftliche Quellenanalyse


Hausarbeit, 2003

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sich ergebende Fragestellungen zur Quelle
2.1. Wie und warum kam es zu dem Gelehrtenstreit in Marburg?
2.2. Mit welchem Resultat wurde das Gespräch der Evangelischen beendet?
2.3. Welche Auswirkungen hat das Marburger Religionsgespräch für die reformatorischen Kräfte?
2.4. Wie ist das römisch-katholische Abendmahlsverständnis ?

3. Abschließende Betrachtung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Marburger Religionsgespräch ist ein theologisches Streitgespräch zwischen den Reformatoren Dr. Martin Luther und Huldrych (Ulrich) Zwingli. Der Austausch der beiden Gelehrten fand in Marburg

vom 02. bis 03. Oktober 1529 in Gegenwart von Philipp Melanchthon auf Seiten Dr. Martin Luthers und Johannes Ökolampad[1], der überwiegend die Positionen Zwinglis teilte, statt.

Es ist anzumerken – bei Durchsicht theologischer und historischer Fachliteratur zur Erschließung rubrizierter Quelle - dass es zum einen Differenzen in der Erwähnung der am Marburger Religionsgespräch Partizipierenden gibt[2], zum anderen auch unterschiedliche Zeitangaben über die Zusammenkunft in Marburg.

Der vorliegenden Quelle ist ein Dialog über die Bedeutung des Abendmahls zwischen Huldrych Zwingli und Dr. Martin Luther zu entnehmen. Das Gespräch wird von beiden Theologen rhetorisch geschickt und teilweise sehr emotional geführt (Luther: “Ha! Ich scheiß auf die Vernunft!“, Zwingli: “Diese Stelle bricht Euch den Hals, Luther.“)[3].

Disputiert wird insbesondere über die Einsetzungsworte zum Abendmahl „Das ist mein Leib“ („hoc est corpus meum“) und die Frage, wie die Gegenwärtigkeit (Ubiquitätslehre,[4] die Luther vertrat, versus einer örtlich-räumlichen Begrenzungsauffassung Zwinglis: Christus sitzt zur Rechten Gottes) Jesu Christi im Mahl zu verstehen sei.

Für Luther ergibt sich aus den Einsetzungsworten eine Realpräsenz[5] Jesu Christi beim Abendmahl (das ist mein Leib); Zwingli legt die Einsetzungsworte weitgehender- übertragender aus (das bedeutet mein Leib) und sieht daher das letzte Mahl als Symbol- und Erinnerungshandlung an[6].

Beide Seiten führen zur Begründung Ihrer Positionen und Überzeugungen Bibelstellen (u. a. Math.26,26 und 1. Kor.11,24 und Joh 6, V 63) an.

Der vorliegenden Quelle ist zu entnehmen, dass beide Seiten ernsthaft bemüht sind, den Dissensus in der Abendmahlslehre aufzuheben, jedoch faktisch zu keiner einigenden Position finden konnten.

2. Sich ergebende Fragestellungen zur Quelle

2.1. Wie und warum kam es zu dem Gelehrtenstreit in Marburg?

Bevor das Marburger Religionsgespräch stattfand, formulierten Luther und / oder Melanchthon die Schwabacher Artikel[7], denen jedoch nicht alle evangelischen Reichstände zustimmten. Die Zustimmung erfolgte von Nürnberg, nicht aber von Hessen, Ulm und Straßburg. Aufgrund der unterschiedlichen Abendmahlsauffassungen kam es zu keiner Einigung der Protestanten. Bei dem Marburger Treffen sollte endlich eine gemeinsame Position aller Reformierten gefunden werden. Zu dem Gespräch wurde von Landgraf Philipp von Hessen geladen, da dieser ein vornehmlich politisches Interesse daran hatte, den Lehrstreit zu beenden. Er wollte sämtliche reformatorischen Kräfte bündeln, um so gegen den Habsburger Kaiser, als deutschen König und römischen Kaiser, vorgehen zu können[8]. Philipp von Hessen erkannte, dass der Disput auf zwei Ebenen bestand: Die Protestanten hatten auf religiöser Ebene den Papst zu fürchten, auf politischer den Habsburger Kaiser, da auf dem Reichstag zu Speyer im April 1529 die Bekämpfung der Reformationsbewegung beschlossen worden ist[9].

[...]


[1] Johannes Ökolampad wurde 1482 in Weinsberg geboren. In Tübingen hat er sich mit Melanchthon angefreundet. 1515 ging er nach Basel, wo er als Reformator tätig war. Vgl. Strunk

[2] Vergleiche beispielsweise Feusel, Heinrich3 mit Stupperich, Robert (1967): Geschichte der Reformation. München: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG

[3] Feusel, Heinrich

[4] Vergleiche Kantzenbach: Seite 161 und Schwarz: Seite 188 sowie Hausschild: Seite 310

[5] Vergleiche May: Seite 76.

[6] Vergleiche Schneider: Seite 191.

[7] Vergleiche Schwarz: Seite 202.

[8] Vergleiche Struck: Seite 54 und May: Seite 75 sowie Hausschild: Seite 390.

[9] Vergleiche Oberman: Seite 249.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Marburger Religionsgespräch von 1529 - Eine wissenschaftliche Quellenanalyse
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin  (Kirchengeschichte)
Veranstaltung
Die Reformation und ihre Auswirkungen in Europa
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
10
Katalognummer
V14251
ISBN (eBook)
9783638197113
ISBN (Buch)
9783638746861
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine wissenschaftliche Quellenanalyse
Schlagworte
Marburger, Religionsgespräch, Eine, Quellenanalyse, Reformation, Auswirkungen, Europa, Dr. theol. Martin Luther, Martinus Luther, Luther, Abendmahl, Eucharistie, Transsubstantation, Blut, Leib, Zwingli, Diskussion, Einsetzungsworte, Matthäus 26, 26-28, Kelch, Konsubstantation, reformiert, lutherisch, katholisch, evangelisch, Mittelalter
Arbeit zitieren
Diplom-Religionspädagoge (FH) Andreas Bloch (Autor), 2003, Marburger Religionsgespräch von 1529 - Eine wissenschaftliche Quellenanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14251

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