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Michel Houellebecqs "Extension du domaine de la lutte" und Frédéric Beigbeders "99 francs (14,99€)" im Vergleich

Neue Formen der Impassibilité?

Title: Michel Houellebecqs "Extension du domaine de la lutte" und Frédéric Beigbeders "99 francs (14,99€)" im Vergleich

Bachelor Thesis , 2008 , 30 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Miriam Pirolo (Author)

Didactics for the subject French - Literature, Works
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit soll anhand eines Vergleichs von Michel Houellebecqs Extension du domaine de la lutte und Frédéric Beigbeders 99 francs (14,99 €) untersuchen, ob innerhalb dieser beiden Gegenwartsromane neue Formen der Impassibilité zu erkennen sind. Als Analyseansatz dient der Gedanke, dass sich der Begriff der Impassibilité seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, d.h. seit der Zeit der „impassibilité flaubertienne“, gewandelt hat. In dem Hauptseminar „L’impassibilité – von Flaubert zu den ‚jeunes auteurs de Minuit’“, auf dem diese Arbeit aufbaut, wurde der Begriff der Impassibilité unter anderem auch im Hinblick auf Albert Camus’ L’étranger und Houellebecqs Extension du domaine de la lutte angewendet. Dabei wurde festgestellt, dass der Begriff der Impassibilité, innerhalb dieser Werke, auf einer anderen Ebene anzusiedeln ist, als bei Gustave Flauberts Madame Bovary beispielsweise.
Bevor ich darauf Bezug nehme, warum diese Arbeit gerade Houellebecqs und Beigbeders Roman in Anbetracht der genannten Thematik vergleicht, gilt es den Begriff der Impassibilité näher zu betrachten. Dem Dictionnaire der Académie Française nach, das den Begriff recht ausführlich definiert, steht die Impassibilité, bzw. das Adjektiv impassible, während des 13. und 14. Jahrhunderts als Charaktereigenschaft einer göttlichen Instanz: „[…] incapacité (de Dieu) de souffrir ou d’être soumis aux passions“, „qui ne sent pas, sans passion (souvent employé pour qualifier Dieu)“. Im nicht-theologischen Sinne stehen die beiden Wortarten dagegen für die Unfähigkeit seine Gefühle auszudrücken: „Qualité, caractère de ce qui ne laisse pas paraître ses souffrances physiques ou ses émotions.“ [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die ästhetische Struktur von Houellebecqs Extension

1.1 Gliederung und Erzählform

1.2 Schreibstil und Sprachregister

2. Die ästhetischen Merkmale von Beigbeders 99 francs

2.1 Gliederung und Erzählform

2.2 Schreibstil und Sprachregister

3. Impassible Gesellschaft oder impassible Protagonisten?

3.1 Merkmale der Impassibilité im öffentlichen Leben

3.2 Die Protagonisten als êtres impassibles

4. Fazit : Keine neuen Formen der Impassibilité

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand eines Vergleichs von Michel Houellebecqs „Extension du domaine de la lutte“ und Frédéric Beigbeders „99 francs“, ob sich innerhalb dieser Gegenwartsromane neue Formen der Impassibilité manifestieren, wobei der Fokus insbesondere auf der Entwicklung dieses literarischen Begriffs seit dem 19. Jahrhundert liegt.

  • Vergleichende Analyse der ästhetischen Struktur und Erzählformen
  • Untersuchung der Schreibstile und Sprachregister im Kontext der Impassibilité
  • Analyse des gesellschaftlichen Umfelds und dessen Wahrnehmung durch die Protagonisten
  • Deutung der Protagonisten als „êtres impassibles“ und deren Beziehung zur fiktionalen Welt
  • Beurteilung der Frage, ob sich die Impassibilité von der individuellen Ebene auf die Gesellschaft übertragen hat

Auszug aus dem Buch

Die ästhetische Struktur von Houellebecqs Extension

Der Roman Extension du domaine de la lutte ist 1994 bei den Éditions J’ai lu erschienen und erstreckt sich auf 155 Seiten, wobei das Werk in drei Teile unterteilt ist. Die Gliederung der Extension ist, wie man weiter unten sehen wird, im Gegensatz zu Beigbeders 99 francs recht einfach gehalten.

Die Erzählform zeichnet sich dadurch aus, dass der Figur gleich zu Anfang des Romans das Wort überlassen wird, und sie auch während der restlichen Erzählung von einer narrativen Vormundschaft befreit bleibt. Neben ihr existiert keine weitere Erzählerinstanz, so dass der Roman direkt mit der unmittelbaren Rede und in der Ich-Form beginnt. Die Erzählung ist der autobiographischen Form gemäß, in der ersten Person geschrieben. Bei der Erzählinstanz der Extension handelt es sich um einen extradiegetischen-autodiegetischen Erzähler, da der Erzähler gleichermaßen auch als Held der Geschichte fungiert. Während der Erzählung überwiegt die fixierte interne Fokalisierung, denn die Figur stellt den einzigen Erzähler dar, und die Wahrnehmung des Lesers ist an ihre gebunden. Allerdings scheint an einigen Stellen im Roman eine Tendenz zur Nullfokalisierung gegeben zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die Begriffsgeschichte der „Impassibilité“ ein und stellt die These auf, dass sich diese Form der Emotions- und Teilnahmslosigkeit von einer rein ästhetischen Darstellungsweise bei Flaubert hin zu einer Eigenschaft der fiktionalen Welt in Gegenwartsromanen gewandelt haben könnte.

1. Die ästhetische Struktur von Houellebecqs Extension: Dieses Kapitel analysiert den Aufbau, die Erzählform sowie den spezifischen Schreibstil und das Sprachregister von Houellebecqs Roman.

2. Die ästhetischen Merkmale von Beigbeders 99 francs: Die Untersuchung befasst sich mit der komplexen Gliederung und den erzählerischen Besonderheiten von Beigbeders Werk, wobei insbesondere der Wechsel der Erzählerstimme im Fokus steht.

3. Impassible Gesellschaft oder impassible Protagonisten?: In diesem Hauptteil wird der Frage nachgegangen, ob die dargestellte Gesellschaft als „impassible“ zu bezeichnen ist oder ob die wahrgenommene Kälte lediglich eine subjektive Projektion der Protagonisten darstellt.

4. Fazit : Keine neuen Formen der Impassibilité: Die Arbeit zieht Bilanz und kommt zu dem Ergebnis, dass keine neuen, auf die Gesellschaft ausgeweiteten Formen der Impassibilité vorliegen, da das negative Weltbild primär an die subjektive Sichtweise der Hauptfiguren gebunden bleibt.

Schlüsselwörter

Impassibilité, Michel Houellebecq, Frédéric Beigbeder, Literaturvergleich, Erzählform, Impassibilité esthétique, Gegenwartsroman, Ich-Erzähler, Gesellschaftskritik, Fiktionale Welt, Entfremdung, Existenzialismus, Erzähltheorie, Stilistik, Autorenabsicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie der literarische Begriff der „Impassibilité“ – verstanden als Emotionslosigkeit oder Unempfindlichkeit – in den Romanen „Extension du domaine de la lutte“ und „99 francs“ von Houellebecq und Beigbeder verarbeitet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die ästhetische Struktur, die Erzählperspektiven, der Schreibstil sowie die Frage, ob die beschriebene Welt als „impassible“ Gesellschaft interpretiert werden kann.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob sich die Impassibilité von einer Charaktereigenschaft einer Figur zu einer kollektiven Eigenschaft einer ganzen Gesellschaft in den untersuchten Romanen entwickelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin wendet eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse an, gestützt auf erzähltheoretische Ansätze (wie die Fokalisierung nach Genette) und die Definitionen der Académie Française.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der ästhetischen Merkmale beider Werke und eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Protagonisten selbst oder ihre Umgebung die Merkmale der Impassibilité tragen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben dem zentralen Begriff der Impassibilité sind Begriffe wie Erzählform, Gesellschaftskritik, Entfremdung und Subjektivität zentral.

Wie unterscheidet sich die Erzählweise von Houellebecq zu Beigbeder?

Während Houellebecq eine eher einfache Gliederung und einen knappen Stil wählt, nutzt Beigbeder in „99 francs“ eine komplexere Struktur mit wechselnden Pronomina und unterbricht den Erzählfluss durch Werbeelemente.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin hinsichtlich einer „neuen Form“ der Impassibilité?

Die Autorin verneint die Existenz einer neuen, kollektiven Form der Impassibilité; sie argumentiert, dass das negative Bild der Welt primär das Ergebnis der subjektiven und limitierten Sichtweise der jeweiligen Protagonisten ist.

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Details

Title
Michel Houellebecqs "Extension du domaine de la lutte" und Frédéric Beigbeders "99 francs (14,99€)" im Vergleich
Subtitle
Neue Formen der Impassibilité?
College
Free University of Berlin  (Institut für Romanische Philologie)
Grade
2,3
Author
Miriam Pirolo (Author)
Publication Year
2008
Pages
30
Catalog Number
V142548
ISBN (eBook)
9783640588510
ISBN (Book)
9783640588718
Language
German
Tags
Michel Houellebecqs Extension Frédéric Beigbeders Vergleich Neue Formen Impassibilité
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Pirolo (Author), 2008, Michel Houellebecqs "Extension du domaine de la lutte" und Frédéric Beigbeders "99 francs (14,99€)" im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142548
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