Das Thema dieser Ausarbeitung ist die Gestaltung von Lehr-Lernprozessen.
Zuerst wird auf die Instruktionstheorien eingegangen. Hierbei wird zunächst der Begriff definiert und anschließend die Grundkonzepte Spiralcurriculum und Web-Teaching erklärt. Anschließend werden die Lernhierarchien nach Gagné, samt Kritik erläutert und als letztes Grundkonzept die Rationale Aufgabenanalyse. Dann wird die Instruktionstheorie von Gagné und Biggs, sowie die Elaborationstheorie der Instruktion von Reigeluth behandelt. Als nächster Punkt wird die Zielanalyse behandelt. Hier werden nacheinander die Unterpunkte Taxonomie von Lehr-Lernzielen, theoretische und empirische Mängel der Bloomschen Taxonomie, Präzisierung von Lehr-Lern-Zielen, Probleme der Lernzieloperationalisierung, Vor- und Nachteile der Operationalisierung von Lehr-Lernzielen und vereinfachtes Vorgehen beleuchtet. Der dritte Themenschwerpunkt, der behandelt wird, ist die Bedingungsanalyse. Er ist untergliedert in die Abschnitte Analyse der individuellen Lernvoraussetzungen, Analyse des Lerngegenstandes, Strukturtypen, Relationale Strukturanalyse und Analyse der Lernsituation. Der vierte Themenkomplex, der vorgestellt wird, ist der der Sequenzierung von Lerninhalten. Hierbei werden die verschiedenen Möglichkeiten der Sequenzierung erläutert, die Lernerorientierte Sequenzierung, die Inhaltsorientierte Sequenzierung, die Realitätsorientierte Sequenzierung, die Konzeptorientierte Sequenzierung und die Problemorientierte Sequenzierung. Als letzter Punkt werden dann noch einige Lernhilfen und deren Einsatz behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Instruktionstheorien
2.1. Grundkonzepte
2.1.1 Spiralcurriculum
2.1.2 Web-Teaching
2.1.3 Lernhierarchien nach Gagné
2.1.4 Gagnés Lernhierarchien: Kritik
2.1.5 Rationale Aufgabenanalyse
2.2 Instruktionstheorie von Gagné und Biggs
2.3 Elaborationstheorie der Instruktion von Reigeluth
3. Zielanalyse
3.1 Taxonomie von Lehr-Lern-Zielen
3.2 Theoretische und empirische Mängel der Bloomschen Taxono-mie
3.3 Präzisierung von Lehr-Lern-Zielen
3.4 Probleme der Lernzieloperationalisierung
3.5 Vor- und Nachteile der Operationalisierung von Lehr-Lern-Zielen
3.6 Vereinfachtes Vorgehen
4. Bedingungsanalyse
4.1 Analyse der individuellen Lernvoraussetzungen
4.2 Analyse des Lerngegenstands
4.3 Strukturtypen
4.4 Relationale Strukturanalyse
4.5 Analyse der Lernsituation
5. Sequenzierung von Lehrinhalten
5.1 Lernerorientierte Sequenzierung
5.2 Inhaltsorientierte Sequenzierung
5.3 Realitätsorientierte Sequenzierung
5.4 Konzeptorientierte Sequenzierung
5.5 Problemorientierte Sequenzierung
6. Lernhilfen
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der systematischen Planung und Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen des Instruktionsdesigns darzulegen und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Analyse von Lernzielen, Bedingungen und Inhalten sowie den passenden Sequenzierungsstrategien Unterricht effektiv geplant und gestaltet werden kann.
- Grundlagen des Instruktionsdesigns und verschiedene theoretische Modelle.
- Methoden der Zielanalyse und Operationalisierung von Lehr-Lern-Zielen.
- Bedingungsanalyse zur Anpassung an individuelle Lernvoraussetzungen und Lernsituationen.
- Strategien zur Sequenzierung von Lerninhalten (z.B. lerner-, inhalts- oder problemorientiert).
- Einsatzmöglichkeiten und Dosierung von Lernhilfen zur Unterstützung des Lernprozesses.
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Lernhierarchien nach Gagné
Gagné entwickelte 1965 sein Modell aus der Analyse des Phänomens „Lernen“. Hierbei benutzte er als Grundlage psychologische Erkenntnisse. Das Ergebnis seiner Beobachtungen war die Unterscheidung von acht verschiedenen Lernprozessen:
1. Signallernen
2. Reiz-Reaktions-Lernen
3. Lernen motorischer Ketten
4. Lernen sprachlicher Assoziationen
5. Lernen multipler Diskrimination
6. Begriffslernen
7. Regellernen
8. Problemlösen
Diese verschiedenen Lernprozesse sind hierarchisch aufeinander aufgebaut. Den Problemlöse-Prozess sieht er dabei als den komplexesten Lernprozess an. Dieser setzt auch voraus, dass alle anderen Lernprozesse beherrscht werden.
Unter dem ersten Prozess, dem Signallernen, wird das klassische Konditionieren verstanden. Ein Beispiel dafür wäre der Pawlowsche Hund. Pawlow setzte seinen Hunden einen Schlauch ein, der ihm eine Messung des abgesonderten Magensaftes möglich machte. Sobald die Tiere ihr Futter erblickten, sonderten sie schon Magensaft ab. Dies ist eine angeborene Reaktion und erfolgte somit auch unbedingt. In seinen Versuchen gab Pawlow nun zeitgleich mit dem Futter einen künstlichen Reiz mit Hilfe eines Glockentons. Dies führte bei den Hunden zu einer Verbindung zwischen dem unbedingten Reflex und diesem künstlichen Reiz. Deshalb sonderten sie nach einer bestimmten Zeit auch immer dann Magensaft ab, wenn sie nur den Glockenton, also den neuen, bedingten Reiz wahrnahmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen ein und gibt einen Überblick über die behandelten Instruktionstheorien, Analyseschwerpunkte und didaktischen Maßnahmen.
2. Instruktionstheorien: Dieses Kapitel definiert Instruktionsdesign und erläutert wichtige Grundkonzepte wie das Spiralcurriculum, Web-Teaching sowie die Instruktionstheorien von Gagné, Biggs und Reigeluth.
3. Zielanalyse: Hier werden Taxonomien von Lehr-Lern-Zielen untersucht, die Mängel der Bloomschen Taxonomie kritisch betrachtet und Methoden zur Präzisierung und Operationalisierung von Zielen vorgestellt.
4. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel behandelt die Analyse der individuellen Lernvoraussetzungen, des Lerngegenstands, verschiedener Strukturtypen, die relationale Strukturanalyse sowie die Analyse der Lernsituation.
5. Sequenzierung von Lehrinhalten: Der Abschnitt diskutiert verschiedene Strategien zur Anordnung von Lerninhalten, darunter lerner-, inhalts-, realitäts-, konzept- und problemorientierte Ansätze.
6. Lernhilfen: Hier wird der gezielte Einsatz von Lernhilfen zur Unterstützung und Strukturierung des Lernprozesses erläutert, wobei auch auf die Gefahr der Überforderung durch zu viele Hilfen hingewiesen wird.
7. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Aspekte der Arbeit zusammen, insbesondere den Übergang von der Fremdsteuerung zur Selbststeuerung des Lernens sowie die Bedeutung systematischer Planung.
Schlüsselwörter
Instruktionsdesign, Lehr-Lern-Prozess, Lernhierarchien, Zielanalyse, Bedingungsanalyse, Sequenzierung, Didaktik, Lernziele, Operationalisierung, Lernhilfen, Fremdsteuerung, Selbststeuerung, Instruktionstheorie, Wissensstruktur, Lernvoraussetzungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Planung und Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen, basierend auf Theorien des Instruktionsdesigns.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören Instruktionstheorien, die Analyse von Lernzielen und Bedingungen, die Sequenzierung von Inhalten sowie der gezielte Einsatz von Lernhilfen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine fundierte didaktische Planung – unter Berücksichtigung von Lernvoraussetzungen und Zielformulierungen – effektive Lehr-Lern-Prozesse gestaltet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse bestehender Modelle und Theorien der pädagogischen Psychologie und Didaktik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Instruktionstheorien, Zielanalyse, Bedingungsanalyse, Strategien zur Sequenzierung von Lerninhalten und die Verwendung von Lernhilfen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Instruktionsdesign, Lernhierarchien, Zieloperationalisierung und Sequenzierungsstrategien.
Warum kritisiert die Autorin Gagnés Lernhierarchien?
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Annahme, dass Lernhierarchien zwingend mit sinnlosem Assoziieren beginnen müssen, was zu einer Unterforderung junger Lerner führen kann.
Welchen Einfluss haben "Strategie-Aktivatoren" laut der Elaborationstheorie?
Sie sollen den Lernenden dazu anregen, Lernstrategien aktiv anzuwenden, wobei zwischen abgesetzten (expliziten) und eingebetteten (impliziten) Aktivatoren unterschieden wird.
- Arbeit zitieren
- Christine Sitter (Autor:in), 2007, Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142555