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Die NATO-Politik der spanischen Parteien

Title: Die NATO-Politik der spanischen Parteien

Diploma Thesis , 2004 , 146 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Mag. Christian Tillinger (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Seitens der NATO wurde der spanische Beitritt zum Bündnis mit großer Freude zur Kenntnis genommen - galt doch die geostrategische Bedeutung Spaniens im Kalten Krieg als enorm. In Spanien selbst stieß die Teilnahme an der Allianz mehrheitlich auf Ablehnung: Ein Referendum sollte sogar den Austritt ermöglichen. In meiner Arbeit stelle ich dar, wie es dazu kam, dass Spanien schließlich heute noch NATO-Mitglied ist. Ich vergleiche die NATO-Politiken der einzelnen spanischen Regierungen miteinander und gehe der Frage nach, ob es klar unterscheidbare NATO-Politiken der spanischen Parteien gibt. Weiters untersuche ich, wie das NATO-Thema in Spanien eine derart starke Emotionalisierung der Bevölkerung hervorrufen konnte und kläre, welche Thesen für bzw. gegen die NATO dabei im politischen Diskurs der Achtzigerjahre zur Anwendung kamen und welche davon noch heute aktuell sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 SPANIENS PLATZ IN DER WELT

2.1 DIE SPANISCHE PERSPEKTIVE

2.1.1 Zwischen Hispanismo und europäischer Integration

2.1.2 Zur geopolitischen Lage

2.1.3 Sicherheitsinteressen und Bedrohungsperzeption

2.2 DIE PERSPEKTIVE DER ANDEREN

2.2.1 Lateinamerika

2.2.2 Der Maghreb

2.2.3 Die USA

2.2.4 Osteuropa

2.2.5 Westeuropa

2.2.6 Die NATO

3 SPANIEN UNTER FRANCO

3.1 ZUR AUSGANGSLAGE

3.1.1 Der Zweite Weltkrieg

3.1.2 Die Isolation der Nachkriegsjahre

3.2 DIE NATO-POLITIK

3.2.1 Der Kalte Krieg und die US-Abkommen

4 DIE ZEIT DER TRANSITION

4.1 ZUR AUSGANGSLAGE

4.2 DIE NATO-POLITIK

4.2.1 Der Beitritt zur Allianz

5 DIE SOZIALISTISCHE REGIERUNG UNTER GONZÁLEZ

5.1 ZUR AUSGANGSLAGE

5.2 DIE NATO-POLITIK

5.2.1 Die Kritik am NATO-Beitritt

5.2.2 Die Neupositionierung nach dem Wahlsieg

5.2.3 Die Befürworter und die Gegner der Allianz

5.2.4 Das Referendum

5.2.5 Die sicherheitspolitische Feineinstellung

6 DIE KONSERVATIVE REGIERUNG UNTER AZNAR

6.1 ZUR AUSGANGSLAGE

6.2 DIE NATO-POLITIK

6.2.1 Die militärische Integration

6.2.2 Der Gipfel von Madrid

7 AUSBLICK: DIE NEUE REGIERUNG UNTER ZAPATERO

8 SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Entwicklung der spanischen NATO-Politik von der Franco-Ära bis zum Regierungswechsel 2004 zu dokumentieren und zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie Spanien seine Rolle innerhalb der globalen Sicherheitsarchitektur suchte und welche innen- sowie außenpolitischen Faktoren den Wandel von einem skeptischen NATO-Partner zu einem integrierten Bündnisakteur beeinflussten.

  • Historische Analyse der spanischen Sicherheitsinteressen und Bedrohungsperzeptionen.
  • Untersuchung des Paradigmenwechsels der Sozialisten in der NATO-Frage Mitte der Achtzigerjahre.
  • Bewertung des Einflusses der NATO-Mitgliedschaft auf das bilaterale Verhältnis zu den USA.
  • Analyse der Rolle spanischer Regierungen (UCD, PSOE, PP) in der Bündnispolitik.
  • Dokumentation des Prozesses der militärischen Integration Spaniens in die NATO.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Der Zweite Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg nahm Franco-Spanien zwar offiziell eine neutrale Position ein, ließ aber deutliche ideologische Präferenzen für die Achsenmächte erkennen. Es ist dabei auch kein Geheimnis, dass der Caudillo größere Affinität für den Faschismus italienischer Prägung zeigte, als für den des Deutschen Reiches. Am Nationalsozialismus störte den glühenden Katholiken Franco der Antiklerikalismus. Die unverhohlenen Polemiken gegen Kirche und Glauben und die Repressionen der Nazis gegen Geistliche stießen den spanischen Caudillo ab; die Deutschen waren ihm zu „heidnisch“.

"The Caudillo found the Italians easier to deal with, probably because they were a Mediterranean, Latin, and Catholic people."

Spanien versuchte in den Dreißigerjahren nach außen hin den neutralen Schein zu wahren, die Geheimdiplomatie arbeitete jedoch stets auf Hochtouren. Mit Italien schloss Franco einen geheimen Freundschafts- und gegenseitigen Beistandsvertrag, der eine wohlwollende Neutralität Spaniens im Falle eines Krieges mit Frankreich zusicherte. Mit Berlin wurde Anfang 1937 ein ähnlicher Vertrag geschlossen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einleitende Darstellung der spanischen Entwicklung vom NATO-skeptischen Bündnispartner zum integrierten Mitglied der Allianz.

2 SPANIENS PLATZ IN DER WELT: Analyse der spanischen außenpolitischen Orientierung im Spannungsfeld zwischen traditionellen Beziehungen zu Lateinamerika und der Arabischen Welt sowie der neuen atlantischen Ausrichtung.

3 SPANIEN UNTER FRANCO: Beleuchtung der isolierten Außenpolitik des Franco-Regimes und des schwierigen Verhältnisses zu den USA im Kalten Krieg.

4 DIE ZEIT DER TRANSITION: Darstellung des Übergangs zur Demokratie und der außenpolitischen Neuorientierung in der Nach-Franco-Zeit.

5 DIE SOZIALISTISCHE REGIERUNG UNTER GONZÁLEZ: Untersuchung des Paradigmenwechsels der Sozialisten hinsichtlich der NATO-Mitgliedschaft und des Referendums 1986.

6 DIE KONSERVATIVE REGIERUNG UNTER AZNAR: Analyse der vollständigen militärischen Integration Spaniens in die NATO und der pro-atlantischen Außenpolitik unter Aznar.

7 AUSBLICK: DIE NEUE REGIERUNG UNTER ZAPATERO: Ein Ausblick auf die außenpolitischen Implikationen des Regierungswechsels 2004 nach den Anschlägen von Madrid.

8 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der spanischen NATO-Politik und ihrer Auswirkungen auf die nationale Souveränität sowie das internationale Standing Spaniens.

Schlüsselwörter

Spanien, NATO, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Franco-Regime, Transition, Felipe González, José María Aznar, USA, Gibraltar, Ceuta, Melilla, Referendum 1986, Atlantisches Bündnis, Europäische Gemeinschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der spanischen Außen- und Sicherheitspolitik in Bezug auf die NATO von der Franco-Diktatur bis zum Regierungswechsel im Jahr 2004.

Welche Akteure stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Fokus stehen die verschiedenen spanischen Regierungen (UCD, PSOE unter González, PP unter Aznar), ihre jeweiligen außenpolitischen Strategien sowie das Verhalten der Opposition und der spanischen Öffentlichkeit.

Was ist das zentrale Forschungsziel?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie Spanien seine Rolle innerhalb der globalen Sicherheitsarchitektur definierte, welche Faktoren den Wandel der NATO-Position beeinflussten und ob Regierungswechsel einen klaren Wechsel in der "Policy" bewirkten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Kontexte sowie der Auswertung von Fachliteratur und Quellentexten, eingebettet in eine policy-orientierte Untersuchung der politischen Entscheidungsprozesse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Ära Franco, die Zeit der Transition, die Regierungsjahre der Sozialisten unter González sowie die konservative Regierungszeit unter Aznar.

Welche Charakteristika definieren die spanische Außenpolitik laut Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Untersuchung des Wandels von einer isolationistischen, bilateral geprägten Politik hin zu einem multilateralen Engagement innerhalb der NATO und der Europäischen Union aus.

Welche Rolle spielten die Exklaven Ceuta und Melilla?

Diese Gebiete werden als Symbole der spanischen Souveränität diskutiert, deren unklarer Status innerhalb des NATO-Vertragsgebiets häufig als Argument von NATO-Gegnern angeführt wurde.

Warum war das Referendum von 1986 so bedeutsam?

Es markierte einen entscheidenden politischen Wendepunkt, bei dem die sozialistische Regierung ihre ursprüngliche Anti-NATO-Haltung revidierte und durch den Erfolg eine Basis für die weitere europäische Integration Spaniens legte.

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Details

Title
Die NATO-Politik der spanischen Parteien
College
University of Vienna  (Institut für Poltikwissenschaft)
Grade
Gut
Author
Mag. Christian Tillinger (Author)
Publication Year
2004
Pages
146
Catalog Number
V142585
ISBN (eBook)
9783640530397
ISBN (Book)
9783640530168
Language
German
Tags
NATO-Politik Parteien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Christian Tillinger (Author), 2004, Die NATO-Politik der spanischen Parteien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142585
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