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Deliberatives Demokratiemodell nach Guttman/Thompson

Ein angemessenes Konzept zur Bearbeitung moralischer Uneinigkeit?

Title: Deliberatives Demokratiemodell nach Guttman/Thompson

Term Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anna Milena Jurca (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Können moralische Konflikte einer demokratischen Gesellschaft gelöst werden? Wie kann damit angemessen umgegangen werden? Wie können trotz moralischer Konflikte gerechtfertigte und vernünftige Entscheidungen gefunden werden? Bietet die politische Theorie geeignete Modelle an? Wo liegen die Chancen und Grenzen dieser Modelle?
Gutmann/Thompson beschreiben deliberative Demokratie als das Modell, das diese Fragen am besten klären kann: „Deliberation is the most way for citizens collectively to resolve their moral disagreements not only about policies but also about the process by which policies should be adopted.“ Sie fordern: „When democratic citizens disagree about public policy, what should they do? They should deliberate with one another, seeking moral agreement when they can, and maintaining mutual respect when they cannot.” – Ist dieses Konzept ein angemessenes Lösungsmodell?
Um den eingangs gestellten Fragen nachzugehen, stellt die Hausarbeit deskriptiv das Modell deliberativer Demokratie nach Gutmann/Thompson dar und geht auf die daran geübte Kritik näher ein. Inhaltlich werden bei der Untersuchung der These der Angemessenheit des Modell zur Bearbeitung moralischer Uneinigkeit und zur Entscheidungsfindung in kulturell pluralistischen Gesellschaften u.a. die Fragen verfolgt, ob die Methode der Deliberation auf Politik anwendbar ist, ob Deliberation das in Demokratien auftretende Problem der Exklusion von Minderheiten lösen kann, ob deliberative Demokratie umsetzbar ist und ob die Agenda der Deliberation angemessen ist.
Nicht näher eingegangen wird daher auf andere Modelle deliberativer Demokratie, wie sie von Habermas, Schmalz-Bruns, Fishkin, Benhabib u.a. vorgelegt wurden. Ergebnisse und Bewertungen werden daher nahe am Modell nach Gutmann/Thompson und der explizit daran geübten Kritik ausgerichtet sein.
Zunächst wird die deliberative Demokratie allgemein und hinsichtlich Diskussionsverlauf erläutert, bevor im 3. Kapitel ausführlicher das Modell nach Gutmann/Thompson dargestellt wird. In Kapitel 4 setzt sich die Arbeit kritisch mit der Theorie und ihrer inneren Logik, der Auswahl der Begründungsbeispiele, der Umsetzbarkeit und normativ mit dem Anspruch der deliberativen Demokratie als Lösung moralischer Uneinigkeit auseinander. Der Schluss fasst die Kernergebnisse zusammen und gibt eine Bewertung des Modells unter Berücksichtigung der Kernfragestellung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Demokratie und Uneinigkeit

2. Deliberative Demokratie – ein Abriss

2.1 Definition

2.2 Theorieverortung

2.3 Verlauf der Diskussion und Forschungsstand

3. Deliberative Demokratie nach Gutmann/Thompson

3.1 Begründung der deliberativen Demokratie

3.2 Den Prozess konstituierende Bedingungen

3.3 Inhaltliche Bedingungen

4. Deliberative Demokratie im Spiegel der Kritik

4.1 Übersicht über die Kritik

4.2 Ist Deliberation eine Methode der Politik?

4.3 Wirkt deliberative Demokratie Exklusion entgegen?

4.4 Ist deliberativen Demokratie umsetzbar?

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Modell der deliberativen Demokratie nach Amy Gutmann und Dennis Thompson auf seine Eignung zur Bearbeitung moralischer Uneinigkeit in kulturell pluralistischen Gesellschaften. Dabei wird analysiert, ob der Fokus auf beratende Rede und moralische Argumentation tatsächlich zu gerechteren und legitimierten politischen Entscheidungen führen kann.

  • Grundlagen und Definition der deliberativen Demokratie
  • Prozess- und inhaltliche Bedingungen des Modells
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Anwendbarkeit auf die Realpolitik
  • Diskussion über Exklusionsgefahren durch Deliberationsanforderungen
  • Bewertung des Modells als Lösungsansatz für moralische Konflikte

Auszug aus dem Buch

3.1 Begründung der deliberativen Demokratie

Das Kernproblem der moralischen Uneinigkeit (moral disagreement) sei, dass sie sich nicht endgültig lösen lasse. Deliberation könne als Prozess nie abgeschlossen sein, sondern dauere ebenso wie die Uneinigkeit an, bearbeite diese und erzeuge provisorische Entscheidungen, die für den Moment ihrer Beschließung die beste Lösung darstellen. Deliberative Demokratie sei notwendig, weil sie als einziger Ansatz der Tatsache ständig andauernder Diskussion gerecht werde. Die resultiere aus forlgenden Quellen für moralische Uneinigkeit, die nicht nur auf widerstreitende Eigeninteressen reduzierbar seien: 1. Knappheit (scarcity) meint begrenzte Ressourcen, die in einer Demokratie zwischen den Bürgern möglichst gerecht aufgeteilt werden sollten, z.B. Gesundheitsfürsorge. 2. Begrenzte Großzügigkeit (limited generosity): Diese Quelle für Uneinigkeit verstärkt das Problem der begrenzten Ressourcen, da Menschen ihr Eigeninteresse gegen andere durchzusetzen versuchen. 3. Unvereinbare Werte (incompatible values) sind moralische Werte, die sich diametral gegenüberstehen. Diese Quelle von Uneinigkeit liegt in der Moralität selbst, d.h. zwischen in einer Demokratie anerkannten und grundlegenden Werte. 4. Unvollständiges oder mangelndes Verständnis (incomplete understanding) bezieht sich auf die mangelnde Fähigkeit und Bereitschaft, sich für die Probleme und Meinungen anderer zu interessieren und einzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Demokratie und Uneinigkeit: Einführung in die Problematik moralischer Konflikte in Demokratien und Vorstellung des deliberativen Ansatzes nach Gutmann/Thompson als mögliches Lösungsmodell.

2. Deliberative Demokratie – ein Abriss: Definition des Begriffs, theoretische Einordnung des Modells zwischen liberalen und republikanischen Ansätzen sowie ein Überblick über den wissenschaftlichen Forschungsstand.

3. Deliberative Demokratie nach Gutmann/Thompson: Detaillierte Darstellung der Kernbegründungen sowie der zentralen prozessualen und inhaltlichen Bedingungen des Modells.

4. Deliberative Demokratie im Spiegel der Kritik: Auseinandersetzung mit den Hauptkritikpunkten hinsichtlich Methode, Exklusionsgefahr und praktischer Umsetzbarkeit des deliberativen Konzepts.

5. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der deliberativen Demokratie als ergänzendes, aber nicht alleiniges Instrument der politischen Entscheidungsfindung.

Schlüsselwörter

Deliberative Demokratie, Gutmann, Thompson, Moralische Uneinigkeit, Deliberation, Gegenseitigkeit, Öffentlichkeit, Verantwortlichkeit, Prozeduralismus, Politische Partizipation, Legitimität, Demokratie, Politische Theorie, Konsens, Minderheitenschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Modell der deliberativen Demokratie der Autoren Gutmann und Thompson und prüft, inwieweit dieses Konzept geeignet ist, moralische Konflikte in einer pluralistischen Gesellschaft zu lösen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen der Deliberation, die prozessualen Anforderungen (wie Öffentlichkeit und Gegenseitigkeit) sowie die Kritik an der praktischen Umsetzbarkeit und der Gefahr der Exklusion bestimmter Gruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Evaluation der These, dass deliberative Demokratie als "angemessenes Konzept" zur Bearbeitung moralischer Uneinigkeit fungieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einem deskriptiven und analytischen Ansatz, der das Modell theoretisch darstellt und anschließend anhand einer Literaturdiskussion kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Modells durch Gutmann/Thompson, die Analyse der zugrundeliegenden Prinzipien und die umfassende Diskussion kritischer Einwände aus der politikwissenschaftlichen Forschung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Deliberative Demokratie, moralische Uneinigkeit, Legitimität, Gegenseitigkeit und politische Partizipation.

Wie stehen die Autoren zur Rolle der Repräsentation?

Gutmann/Thompson haben ihr Modell im Laufe der Diskussion modifiziert und betonen mittlerweile stärker die Bedeutung von Repräsentation, um das deliberative Verfahren auch in der Praxis besser integrierbar zu machen.

Warum wird der Utilitarismus in der Arbeit als unzureichend kritisiert?

Die Arbeit führt an, dass der Utilitarismus moralische Konflikte eher durch Kompromissfindung (Bargaining) löst, statt die tieferliegenden moralischen Ansprüche der beteiligten Akteure in einem deliberativen Prozess ernsthaft zu behandeln.

Kann Deliberation alle politischen Probleme lösen?

Das Fazit der Arbeit betont, dass Deliberation sinnvoll ist, jedoch nicht als alleinige Methode dienen kann und neben klassischen Formen wie Mehrheitsentscheidungen existieren sollte.

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Details

Title
Deliberatives Demokratiemodell nach Guttman/Thompson
Subtitle
Ein angemessenes Konzept zur Bearbeitung moralischer Uneinigkeit?
College
University of Trier  (Politikwissenschaft / Politische Theorie und Ideengeschichte)
Course
Politische Theorie und Ideengeschichte: Demokratietheorien
Grade
1,7
Author
Anna Milena Jurca (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V142745
ISBN (eBook)
9783640519392
ISBN (Book)
9783640520886
Language
German
Tags
Deliberatives Demokratiemodell Guttman/Thompson Konzept Bearbeitung Uneinigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Milena Jurca (Author), 2006, Deliberatives Demokratiemodell nach Guttman/Thompson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142745
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