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Die Hoch-Zeit des deutschen Imperialismus bis 1914/1919

Beweggründe, Etappen der Inbesitznahme, Herrschaftsformen und Bilanz (unter Berücksichtigung der beiden Seiten) Westafrika (Kamerun)

Title: Die Hoch-Zeit des deutschen Imperialismus bis 1914/1919

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 25 Pages , Grade: 2

Autor:in: Marie Kuster (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Ende des 19. Jahrhunderts befanden sich 85 Prozent der Erdoberfläche unter Kolonialherrschaft oder in einer halbkolonialen Abhängigkeit. Die deutsche Kolonialgeschichte begann erst in dieser Zeit.
In den 70er-Jahren des Jahrhunderts hatten sich Forscher, Missionare und Handelshäuser zu den ersten Kolonialvereinen zusammengeschlossen, um auf einen Erwerb von Kolonien durch das deutsche Kaiserreich hinzuwirken. Ihr Ziel waren der freie Zugang zu Rohstoffen, die Erschließung neuer Märkte und der Schutz von Handelsrouten, kurz: die ökonomische Nutzung des erhofften kolonialen Besitzes. Aber der damalige Reichskanzler Bismarck war zunächst gegen den Erwerb von Kolonien, freundete sich allerdings nach und nach aus innenpolitischen, wirtschaftlichen und wahltaktischen Erwägungen mit dem Gedanken an überseeische Besitzungen des Deutschen Reiches an. Außerdem schien durch das weitere Vordringen der schon bestehenden Kolonialmächte in Afrika eine schnelle Beteiligung Deutschlands am Wettrennen um die letzten verfügbaren Gebiete geboten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kolonisierung Kameruns

2.1 Der Beginn der deutschen Kolonialgeschichte

2.2. Die Entstehung der deutschen Kolonie Kamerun

2.3 Die Schutzverträge

3. Der Verlauf der deutschen Herrschaft

3.1. Die Experimentierphase bis 1890

3.2. Die Eroberungs- und Befriedungsphase bis 1906

3.3. Die Reformphase bis 1914

3.4. Während des 1. Weltkriegs

4. Die Ausbeutung der Einheimischen

4.1 Das System der indirekten Herrschaft

4.2 Der Krieg gegen die Einheimischen

4.3 Enteignungen und Sklaverei

5. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschichte der deutschen Kolonie Kamerun während der Hoch-Zeit des Imperialismus. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Beweggründe, der Etappen der Inbesitznahme, der spezifischen Herrschaftsformen sowie einer Bilanz der kolonialen Auswirkungen unter Berücksichtigung sowohl der deutschen Interessen als auch der Perspektive der einheimischen Bevölkerung.

  • Chronologische Analyse der deutschen Landnahme und Kolonialverwaltung
  • Untersuchung von Ausbeutungsmechanismen und dem System der indirekten Herrschaft
  • Bewertung der wirtschaftlichen Interessen und deren Einfluss auf die einheimische Lebenswelt
  • Kritische Aufarbeitung von Gewaltanwendung, Enteignung und Zwangsarbeit

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Experimentierphase bis 1890

In den ersten Jahren ging es vorrangig um die endgültige Inbesitznahme der Kolonie. So blieb die deutsche Schutzherrschaft zunächst auf die Küstengebiete beschränkt. Der erste Gouverneur Kameruns, Julius Freiherr von Soden, der im Juli 1885 seinen Dienst antrat, beschränkte sich in seiner Amtsausübung seinen Weisungen aus Berlin entsprechend auf die Durchsetzung der Handelsinteressen der Firmen Woermann und Jantzen & Thormälen: Erschließung neuer Einnahmequellen für die Kolonie, Erweiterung der finanziellen Basis der Regierungs- und Verwaltungsarbeit sowie Einrichtung bzw. Abschaffung von Verwaltungsbehörden. Dazu passte Bismarcks Ausspruch: „Wir haben die Interessen der deutschen Kaufleute, nicht die der Eingeborenen, für jetzt wahrzunehmen.“

Die erste Schule wurde in von Sodens Amtszeit in Duala errichtet. Da die Duala besonderes Interesse an Schulen hatten, war der Andrang enorm. Allerdings wurden nur wenige staatliche Schulen errichtet: Die meisten Schulen Kameruns stammten von christlichen Missionen. Die Schulen hatten die Aufgabe, den Kindern deutschen Fleiß und deutschen Gehorsam beizubringen. Man lehrte die Kinder vor allem die deutsche Sprache und einfache praktische Arbeiten, wie beispielsweise den Plantagenbau. Die Schulen dienten also der Erziehung der Einheimischen zur Arbeit.

Die wichtigen Handelsplätze Duala und Edea waren schnell in deutsches Recht und deutsche Ordnung gebracht. Denn um Gewinne zu erzielen, bedurfte es geordneter Rechtsverhältnisse, die man zunächst durch ein Herrschaftsvakuum gestört sah. Ziel war es also, „Ordnung in das afrikanische Chaos“ zu bringen.

Die Ausdehnung ins Hinterland ging in den ersten Jahren nur zaghaft vonstatten. Die Konzentration lag auf der Sicherung des Erreichten und dem Wachstum des Binnenhandels. Von Anfang an kam es zu Konfrontationen mit der einheimischen Bevölkerung: Schon im Dezember 1884 erwuchs aus einem Konflikt zwischen einer deutsch- und einer englischfreundlichen Fraktion der Duala ein Aufstand gegen den deutschenfreundlichen König Bell, der von einem Landekommando der deutschen Marine unter Admiral Knorr niedergeschlagen wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert den historischen Kontext der Kolonialzeit in Kamerun und legt die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.

2. Die Kolonisierung Kameruns: Dieses Kapitel behandelt den Beginn der deutschen Kolonialgeschichte, die Entstehung der Kolonie Kamerun durch Handelsinteressen sowie den Abschluss der Schutzverträge.

3. Der Verlauf der deutschen Herrschaft: Hier werden die verschiedenen Phasen der Herrschaft analysiert, von der Experimentierphase und der Eroberung über die Reformphase bis hin zu den Auswirkungen des 1. Weltkriegs.

4. Die Ausbeutung der Einheimischen: Dieses Kapitel beleuchtet das System der indirekten Herrschaft, die kriegerische Unterwerfung sowie die weitreichenden Enteignungen und die Verbreitung von Zwangsarbeit und Sklaverei.

5. Schlußbetrachtung: Die Schlussbetrachtung bilanziert die negativen Auswirkungen der deutschen Kolonialherrschaft auf die soziale und wirtschaftliche Struktur Kameruns sowie die nachhaltige Zerstörung einheimischer Lebensverhältnisse.

Schlüsselwörter

Deutscher Imperialismus, Kamerun, Kolonialgeschichte, Ausbeutung, Indirect Rule, Schutzverträge, Schutztruppe, Landnahme, Plantagenwirtschaft, Zwangsarbeit, Woermann, Duala, Kolonialverwaltung, Wirtschaftsinteressen, Unterwerfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die deutsche Herrschaft in Kamerun während der Zeit des Imperialismus, wobei der Fokus auf den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen sowie deren Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Kolonialisierung, die Etablierung deutscher Verwaltungsstrukturen, die Rolle von Handelsgesellschaften, das Ausbeutungssystem gegenüber der Bevölkerung sowie der Widerstand gegen die Kolonialmacht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine kritische Aufarbeitung der deutschen Kolonialherrschaft in Kamerun, um aufzuzeigen, wie imperiale Interessen zur Ausbeutung des Landes und der Menschen führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen historisch-analytischen Ansatz unter Auswertung von Quellen und Sekundärliteratur zur deutschen Kolonialgeschichte.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt chronologisch den Verlauf der deutschen Inbesitznahme, die verschiedenen Phasen der Kolonialverwaltung und untersucht detailliert Methoden der Ausbeutung, wie etwa das „indirect rule“-System, Enteignungen und Zwangsarbeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Zu den prägenden Begriffen gehören Imperialismus, wirtschaftliche Ausbeutung, Kolonialpolitik, Schutzverträge und der Widerstand der einheimischen Bevölkerung.

Wie bewertet die Autorin die Reformbemühungen in der sogenannten Reformphase?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Reformen primär wirtschaftlichen Zwecken dienten und die Lebensbedingungen der Einheimischen nicht verbesserten, sondern die Unterdrückungsmechanismen weiter verfestigten.

Welche Rolle spielten die Handelsgesellschaften bei der Inbesitznahme Kameruns?

Handelsgesellschaften, insbesondere die Firma Woermann, fungierten als treibende Kraft bei der Forderung nach Schutz durch das Deutsche Reich und profitierten massiv von der späteren Ausplünderung und Landnahme.

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Details

Title
Die Hoch-Zeit des deutschen Imperialismus bis 1914/1919
Subtitle
Beweggründe, Etappen der Inbesitznahme, Herrschaftsformen und Bilanz (unter Berücksichtigung der beiden Seiten) Westafrika (Kamerun)
College
University of Bonn
Course
Ehemalige deutsche Kolonien Vom Kolonialstatus zum entwicklungspolitischen Partnerland Deutschlands?
Grade
2
Author
Marie Kuster (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V142783
ISBN (eBook)
9783640509386
ISBN (Book)
9783640509645
Language
German
Tags
Hoch-Zeit Imperialismus Beweggründe Etappen Inbesitznahme Herrschaftsformen Bilanz Berücksichtigung Seiten) Westafrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marie Kuster (Author), 2004, Die Hoch-Zeit des deutschen Imperialismus bis 1914/1919, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142783
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