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Welche gesellschaftlichen Veränderungen im Nachkriegsdeutschland sprechen für, welche gegen die Annahme, die BRD sei eine "nivellierte Mittelstandsgesellschaft"?

Title: Welche gesellschaftlichen Veränderungen im Nachkriegsdeutschland sprechen für, welche gegen die Annahme, die BRD sei eine "nivellierte Mittelstandsgesellschaft"?

Term Paper , 1984 , 20 Pages , Grade: ausgezeichnet

Autor:in: Christian Meissner (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Summary Excerpt Details

Die These Helmut Schelskys vom Abbau sozialer Ungleichheiten wird überprüft an Kriterien wie Macht, Einkommen und Bildung. Dabei zeigt sich, dass die Behauptung einer Tendenz zur Nivellierung sozialer Lagen lediglich Unterstützung findet im "subjektiven Faktor", also in einer aus der allgemeinen Anhebung des Lohnniveaus abgeleiteten Selbsteinschätzung der Bevölkerung. Diese individuelle Wahrnehmung eines wachsenden Lebensstandards vernachlässigt jedoch entscheidende, vertikale Differenzierungen. Die Verteilung wirtschaftlicher Macht, Einkommens-, Vermögensverteilung und die Verteilung von Bildungschancen zeigen eher wachsende soziale Ungleichheiten und widersprechen damit der These einer "nivellierten Mittelstandsgesellschaft".

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“

1.1 Die These von Helmut Schelsky

1.2 Kriterien zur Überprüfung der These

2. Soziale Nivellierung in der BRD?

2.1 Soziale Schichtung und Nivellierung

2.1.1 Verteilung wirtschaftlicher Macht

2.1.2 Einkommens- und Vermögensverteilung

2.1.3 Verteilung von Berufschancen

2.1.4 Der „subjektive Faktor“

2.1.5 „Zwiebelförmige“ Schichtung

2.2 Zusammenfassende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die soziologische Hypothese der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“, wie sie von Helmut Schelsky aufgestellt wurde. Das Ziel der Untersuchung ist es, durch die Analyse empirischer Daten zur Macht-, Einkommens- und Vermögensverteilung sowie zu Berufschancen zu prüfen, inwieweit die These eines Abbaus sozialer Ungleichheiten in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 tatsächlich haltbar ist.

  • Soziale Schichtung und Nivellierungstendenzen
  • Verteilung von wirtschaftlicher Macht und Produktionsmitteln
  • Einkommens- und Vermögensunterschiede in der BRD
  • Chancengleichheit und vertikale Mobilität
  • Die Rolle des subjektiven Faktors in der Selbsteinschätzung

Auszug aus dem Buch

1.1 Die These von Helmut Schelsky

Der Begriff „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ ist erstmals 1953 von Helmut Schelsky in seiner Arbeit über die „Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart“ entwickelt worden. Als eines der Ergebnisse seiner Untersuchung zur deutschen Familie in der industriellen Gesellschaft erkennt Schelsky ein soziales Nivellment „mit den vorwiegend kleinbürgerlich-mittelständischen Verhaltensmustern und Leitbildern“ (Schelsky 1967, S. 349), das „die Klassen- und Schichtenstruktur im prägnant-soziologischen Sinne“ (Schelsky 1967, S. 349) heute weitgehend aufhebt. Diese These der „Verbürgerlichung“ erläutert Schelsky detaillierter in seinem Aufsatz „Die Bedeutung des Schichtungsbegriffes für die Analyse der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft“ (1953), in dem er schreibt:

„Der Nivellierung des realen wirtschaftlichen und politischen Status folgt weitgehend eine Vereinheitlichung der sozialen und kulturellen Verhaltensformen in einem Lebenszuschnitt, den man, gemessen an der alten Schichtenstufung, in der „unteren Mitte“ lokalisieren und daher als kleinbürgerlich-mittelständisch bezeichnen könnte. Dieser verhältnismäßig einheitliche Lebensstil der nivellierten Mittelstandsgesellschaft wird keineswegs mehr von der Substanz einer sozial irgendwie hierarchisch gegliederten oder geschichteten Gesellschaftsverfassung geprägt, sondern diese „mittelständische“ Lebensform erfüllt sich darin, einheitlich an den materiellen und geistigen Gütern des Zivilisationskomforts teilzunehmen.“ (Schelsky 1965a, S. 332)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“: Dieses Kapitel führt in Schelskys Theorie der sozialen Nivellierung ein und erarbeitet die methodischen Kriterien zur empirischen Überprüfung der These.

2. Soziale Nivellierung in der BRD?: Hier werden zentrale Indikatoren wie wirtschaftliche Machtkonzentration, Vermögensverteilung und soziale Mobilität analysiert, um die reale gesellschaftliche Struktur der Bundesrepublik der These gegenüberzustellen.

Schlüsselwörter

Nivellierte Mittelstandsgesellschaft, Helmut Schelsky, Soziale Schichtung, Bundesrepublik Deutschland, Soziale Ungleichheit, Leistungsgesellschaft, Vermögenskonzentration, Soziale Mobilität, Einkommensverteilung, Statusaufbau, Machtverteilung, Schichtenlehre, Zwiebelförmige Schichtung, Subjektiver Faktor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Struktur der BRD in der Nachkriegszeit und hinterfragt die These Helmut Schelskys, dass sich Deutschland zu einer „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“ entwickelt habe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die soziale Schichtung, die Verteilung von wirtschaftlicher Macht, Einkommens- und Vermögensunterschiede sowie der Zugang zu Bildung und beruflichen Aufstiegschancen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die empirische Überprüfung der Schelsky’schen These. Es soll geklärt werden, ob die behauptete Einebnung sozialer Unterschiede faktisch belegt werden kann oder ob sie eher ein theoretisches Modell darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit der soziologischen Schichtenlehre und vergleicht diese mit empirischen Daten aus Statistiken und vorliegenden soziologischen Untersuchungen der 1970er und frühen 1980er Jahre.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Machtkonzentration in Unternehmen, der Verteilung von Einkommen und Vermögen, der intergenerationalen Mobilität sowie des „subjektiven Faktors“ der Selbsteinschätzung der Bevölkerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind soziale Nivellierung, Machtkonzentration, Vermögensverteilung, vertikale Mobilität und das Schichtungsmodell.

Warum reicht der steigende Lebensstandard laut Autor nicht als Beleg für die These aus?

Der Autor argumentiert, dass ein gestiegener Lebensstandard zwar eine Anhebung des allgemeinen Niveaus widerspiegelt, jedoch die weiterhin bestehenden oder sogar zunehmenden relativen Abstände zwischen den Schichten (besonders bei Kapitalbesitz und Macht) nicht ausblenden darf.

Welche Rolle spielt die „zwiebelförmige Schichtung“ im Vergleich zur klassischen Pyramide?

Das Modell der zwiebelförmigen Schichtung beschreibt eine Gesellschaft, in der die „untere Mitte“ einen Großteil der Bevölkerung umfasst, was oberflächlich eine Nivellierung nahelegt, aber bei genauerer Betrachtung strukturelle Ungleichheiten und soziale Ausgrenzung eher verschleiert als abbaut.

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Details

Title
Welche gesellschaftlichen Veränderungen im Nachkriegsdeutschland sprechen für, welche gegen die Annahme, die BRD sei eine "nivellierte Mittelstandsgesellschaft"?
College
University of Hagen  (FB ESGW)
Course
Soziale Schichtung
Grade
ausgezeichnet
Author
Christian Meissner (Author)
Publication Year
1984
Pages
20
Catalog Number
V14278
ISBN (eBook)
9783638197304
ISBN (Book)
9783638758109
Language
German
Tags
Welche Veränderungen Nachkriegsdeutschland Annahme Mittelstandsgesellschaft Soziale Schichtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Meissner (Author), 1984, Welche gesellschaftlichen Veränderungen im Nachkriegsdeutschland sprechen für, welche gegen die Annahme, die BRD sei eine "nivellierte Mittelstandsgesellschaft"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14278
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