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Phraseologismen in der Lautsprache und in der Deutschen Gebärdensprache

Der Versuch eines kontrastiven Vergleichs beider Sprachen

Title: Phraseologismen in der Lautsprache und in der Deutschen Gebärdensprache

Thesis (M.A.) , 2007 , 96 Pages , Grade: gut

Autor:in: Cornelia Clauss (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit diskutiert, inwiefern phraseologische Kriterien zum einen auf Erscheinungen der Gebärdensprache angewandt werden können, zum andern soll gezeigt werden, dass nicht nur die Sprache ein Kultur definierendes Merkmal ist, sondern auch die Kultur Einfluss auf die Gebärdensprache genommen hat, indem sich eigene vollkommen lautsprachenunabhängige Phraseologismen herausgebildet haben. Es wird versucht, die Klassifikation der Phraseologismen der Lautsprache auf die Gebärdensprache zu übertragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Kulturbegriff der Gehörlosengemeinschaft

2.1 Gebärdensprache und Gehörlosenkultur

2.2 Geschichte der Gehörlosenkultur

2.3 Die Gehörlosenkultur

2.4 Kriterien, durch welche sich die Gemeinschaft der Gehörlosen als Kultur begreift

2.4.1 Sprache

2.4.2 Dialekte und internationale Sprache

2.4.3 Regeln in Gehörlosengemeinschaften

2.4.4 Rituale und Zeremonien

2.4.5 Technik für Gehörlose, Hilfsmittel im Alltag

2.4.6 Die Bedeutung der Institutionen

2.4.7 Kunst und Literatur

2.4.8 Traditionen und Bräuche

2.5 Zugehörigkeit zur Gehörlosenkultur

3 Die Gebärdensprache

3.1 Die Gebärde

3.1.1 Handkonfiguration

3.1.2 Die Bewegung

3.1.3 Die Ausführungsstelle

3.2 Nonmanuelle Elemente

3.3 Ablesewörter

3.3.1 Lautsprachliche Lexeme als Basis für Ablesewörter

3.3.2 Funktion der Ablesewörter

4 Eine Begriffsbestimmung des Terminus Wort

4.1 Das Wort in der Lautsprache

4.2 Das Wort in der Gebärdensprache

5 Phraseologismen in der Lautsprache

5.1 Definition

5.2 Polylexikalität

5.3 Das Kriterium der Stabilität

5.3.1 Feste Phraseologismen

5.3.1.1 Uneingeschränkte Festigkeit, bedingt durch unikale Komponenten und ältere Konstruktionsmöglichkeiten

5.3.1.2 Uneingeschränkte Festigkeit in typischen Kommunikationssituationen

5.3.2 Variable Phraseologismen

5.4 Reproduzierbarkeit

5.5 Motiviertheit und Idiomatizität

5.5.1 Der Begriff der Idiomatizität

5.5.2 Voll-idiomatische, teil-idiomatische und nicht-idiomatische Phraseologismen

5.5.2.1 Voll-idiomatische Phraseologismen

5.5.2.2 Teil-idiomatische Phraseologismen

5.5.2.3 Nicht-idiomatische Phraseologismen

5.5.3 Motiviertheit von Phraseologismen

5.6 Phraseologische Klassen

5.6.1 Phraseologische Ganzheiten

5.6.2 Phraseologische Verbindung

5.6.3 Modellbildungen und Zwillingsformen

5.6.4 Onymische Phraseologismen

5.6.5 Phraseologische Termini

5.6.6 Komparative Phraseologismen

5.6.7 Routineformeln

5.6.8 Kinegramme

5.6.9 Phraseogesten

5.7 Fazit

6 Phraseologismen in der Deutschen Gebärdensprache

6.1 Definitorische Vorleistung für die Untersuchung phraseologischer Gebärden

6.1.1 Ikonizität

6.1.1.1 Gebärdensprache – eine ikonische Sprache?

6.1.1.2 Die Transparenz ikonischer Zeichen

6.1.2 Motiviertheit von Gebärden

6.1.3 Symbole

6.1.4 Metapher und Metonymie

6.1.4.1 Metapher und Metonymie in der Lautsprache

6.1.4.2 Direkte Ähnlichkeitsbeziehung, Metapher und Metonymie in der Gebärden sprache

6.2 Zur Existenz gebärdensprachlicher Phraseologismen

6.2.1 Gebärdensprachspezifische Gebärden

6.2.1.1 Das Problem der Polylexikalität von Phraseologismen in der Gebärdensprache

6.2.1.2 Reproduzierbarkeit gebärdensprachspezifischer Phraseologismen

6.2.1.3 Stabilität von gebärdensprachspezifischen Gebärden

6.2.1.4 Idiomatizität von gebärdensprachspezifischen Gebärden

6.2.2 Entlehnungsformate von Laut- zu Gebärdensprache und deren Auswirkung auf die gebärdensprachlichen Phraseologismen

6.3 Die Untersuchung gebärdensprachlicher Phraseologismen auf Lehnübertragungen

6.3.1 Die phraseologische Lehnübertragung und ihre Darstellung als gebärden sprachlicher Phraseologismus durch ikonische Metonymie

6.3.2 Die phraseologische Lehnübertragung und ihre Darstellung als gebärden sprachlicher Phraseologismus durch ikonische Metapher

6.3.3 Die phraseologische Lehnübertragung und ihre Darstellung als gebärden sprachlicher Phraseologismus durch symbolische Metonymie

6.4 Die Untersuchung gebärdensprachlicher Phraseologismen auf Lehnübersetzungen

6.5 Klassifikation der Phraseologismen in der Gebärdensprache

6.5.1 Phraseologische Ganzheiten in der Gebärdensprache

6.5.2 Phraseologische Verbindungen in der Gebärdensprache

6.5.3 Modellbildungen und Zwillingsformen in der Gebärdensprache

6.5.4 Onymische Phraseologismen in der Gebärdensprache

6.5.5 Phraseologische Termini in der Gebärdensprache

6.5.6 Kinegramme in der Gebärdensprache

6.5.7 Phraseogesten

6.5.8 Routineformeln in der Gebärdensprache

6.6 Fazit

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, einen kontrastiven Vergleich zwischen Phraseologismen in der Lautsprache und in der Deutschen Gebärdensprache (DGS) zu ziehen, um zu untersuchen, inwieweit der aus der Linguistik stammende Phraseologismus-Begriff auf die Gebärdensprache übertragbar ist. Dabei wird insbesondere geprüft, wie kulturelle Spezifika und die visuelle Natur der Gebärdensprache die Herausbildung eigenständiger phraseologischer Bildungen beeinflussen.

  • Grundlagen der Gehörlosenkultur als kultureller Kontext für die Sprachentwicklung.
  • Strukturelle Analyse der Komponenten einer Gebärde (Manuelle und nonmanuelle Elemente).
  • Methodische Übertragung phraseologischer Kriterien (Polylexikalität, Stabilität, Reproduzierbarkeit, Idiomatizität) auf die DGS.
  • Untersuchung von Entlehnungsprozessen wie Lehnübersetzungen und Lehnübertragungen.
  • Klassifizierung von Phraseologismen in der DGS in Anlehnung an etablierte sprachwissenschaftliche Modelle.

Auszug aus dem Buch

6.2.1.2 Reproduzierbarkeit gebärdensprachspezifischer Phraseologismen

In der Lautsprache spricht man von der Reproduzierbarkeit eines Phraseologismus, wenn eine Wortverbindung im mentalen Lexikon ebenso gespeichert ist, wie ein Lexem. Das heißt, die Wortverbindung wird nicht neu produziert, sondern es wird auf eine bestimmte Wortverbindung zurückgegriffen. Das Kriterium der Reproduzierbarkeit ist im Gegensatz zur Polylexikalität – die auf Grund der sprachökonomischen Besonderheit der Sprache nicht als obligatorisch vorausgesetzt werden kann – für die gebärdensprachspezifischen Gebärden ein zwingendes Kriterium. Es ist demnach, analog der Lautsprache, als obligatorisches Kriterium zu betrachten. Die Argumentation, die in der Lautsprache geführt wird, um zu zeigen, dass Phraseologismen das Kriterium Reproduzierbarkeit obliegt, kann nicht auf die Gebärdensprache übertragen werden. Da die gebärdensprachspezifischen Gebärden meist aus nur einer Gebärde bestehen, kann nicht davon gesprochen werden, dass Gebärdenverbindungen reproduziert werden. Jedoch gibt es eine andere Möglichkeit einer Argumentation, mit der belegt werden kann, dass auch auf die gebärdensprachspezifischen Gebärden das Kriterium Reproduzierbarkeit zutrifft.

Die gebärdensprachspezifischen Gebärden sind, wie schon erwähnt wurde, konventionalisierte Einzelgebärden, die nicht, wie die übrigen Gebärden, die eine Entsprechung im Deutschen finden, lexikalisiert sind. Das heißt, sie werden zwar ebenso wie die lexikalisierten Gebärden reproduziert, können aber nicht nachgeschlagen werden. Darauf muss verwiesen werden, da sonst der Eindruck entstehen könnte, zwischen gebärdensprachspezifischen Gebärden und lexikalisierten Gebärden könne nicht unterschieden werden. Diese Gebärden gehören unbedingt dem Gebärdenwortschatz an, sie bilden eine eigene Gruppe des Gebärdenwortschatzes. Allerdings sind sie in keiner Sammlung vollständig zusammengetragen und in keinem Lexikon festgehalten. Dennoch gehen sie dem aktiven Wortschatz nicht verloren. Weil sie im mentalen Lexikon gespeichert sind und somit von hier aus reproduziert werden.

Mit der Reproduzierbarkeit der gebärdensprachspezifischen Gebärden aus dem mentalen Lexikon gilt das phraseologische Kriterium als erfüllt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert die Zielsetzung, einen kontrastiven Vergleich zwischen den Phraseologismen der Lautsprache und der Deutschen Gebärdensprache vorzunehmen.

2 Der Kulturbegriff der Gehörlosengemeinschaft: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Gehörlosenkultur und arbeitet die Bedeutung der Gebärdensprache als zentrales Identitätsmerkmal für die Gehörlosengemeinschaft heraus.

3 Die Gebärdensprache: Es erfolgt eine grundlegende Beschreibung der Gebärdensprache, wobei die Bedeutung manueller Komponenten und der Stellenwert nonmanueller Elemente und Ablesewörter detailliert erläutert wird.

4 Eine Begriffsbestimmung des Terminus Wort: In diesem Teil wird die Problematik der Wortdefinition diskutiert, um eine adäquate Basis für den Vergleich mit der Gebärde als lexikalische Einheit in der DGS zu schaffen.

5 Phraseologismen in der Lautsprache: Das Kapitel bietet eine tiefgehende theoretische Fundierung der Phraseologie, einschließlich der Definition und Klassifikation von Phraseologismen anhand der vier Hauptkriterien.

6 Phraseologismen in der Deutschen Gebärdensprache: Das Hauptkapitel untersucht die Anwendbarkeit phraseologischer Kriterien auf die DGS, diskutiert Entlehnungsformate und präsentiert eine eigene Klassifikation für gebärdensprachliche Phraseologismen.

7 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit ab, dass die Deutsche Gebärdensprache über eine eigene, eigenständige Phraseologie verfügt, deren Besonderheiten durch linguistische Analysen belegt werden können.

Schlüsselwörter

Deutsche Gebärdensprache, Phraseologismen, Gehörlosenkultur, Linguistik, Kontrastiver Sprachvergleich, Ikonizität, Motiviertheit, Idiomatizität, Reproduzierbarkeit, Gebärdensprachspezifische Gebärden, Phraseogebärden, Lehnübertragung, Lehnübersetzung, Polylexikalität, Gebärdenraum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem sprachwissenschaftlichen Vergleich zwischen Phraseologismen der deutschen Lautsprache und der Deutschen Gebärdensprache (DGS).

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Zentrale Themen sind die soziologische Verortung der Gehörlosenkultur, die linguistische Analyse der Gebärdenstruktur und die Übertragung phraseologischer Konzepte auf visuelle Sprachen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass auch die Deutsche Gebärdensprache über phraseologische Bildungen verfügt, und zu untersuchen, inwiefern die Kriterien der klassischen Phraseologieforschung auf sie angewandt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es wird ein kontrastiver linguistischer Ansatz gewählt, der theoretische Grundlagen der Phraseologie mit einer Untersuchung der sprachstrukturellen Besonderheiten der Gebärdensprache kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Kriterien für Phraseologismen in der Lautsprache und deren anschließende Anwendung und Modifikation bei der Analyse der Gebärdensprache.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ikonizität, Idiomatizität, Polylexikalität, Reproduzierbarkeit und die Unterscheidung zwischen verschiedenen Entlehnungsformen wie Lehnübersetzung und Lehnübertragung.

Wie definiert die Autorin den Begriff der „Phraseogebärde“?

Die Autorin führt diesen Begriff ein, um Gebärden zu bezeichnen, die eigenständige Bildungen der Gebärdensprache darstellen und keine direkte Entsprechung in der Lautsprache besitzen.

Welche Rolle spielen „Ablesewörter“ innerhalb der Argumentation?

Ablesewörter fungieren als orale Elemente, die zur Präzisierung der Bedeutung von Gebärden beitragen und somit helfen, Mehrfachdeutungen von Gebärdenzeichen zu vermeiden.

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Details

Title
Phraseologismen in der Lautsprache und in der Deutschen Gebärdensprache
Subtitle
Der Versuch eines kontrastiven Vergleichs beider Sprachen
College
University of Leipzig
Grade
gut
Author
Cornelia Clauss (Author)
Publication Year
2007
Pages
96
Catalog Number
V142863
ISBN (eBook)
9783640532186
ISBN (Book)
9783640532070
Language
German
Tags
Phraseologismen Lautsprache Deutschen Gebärdensprache Versuch Vergleichs Sprachen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Clauss (Author), 2007, Phraseologismen in der Lautsprache und in der Deutschen Gebärdensprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142863
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