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Berechtigung der Angriffe Nietzsches gegen Kant in "Der Antichrist"

Title: Berechtigung der Angriffe Nietzsches gegen Kant in "Der Antichrist"

Essay , 2008 , 6 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Isabel Sansiviero (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Das für Nietzsche Verwerfliche ist aber der nächste Schritt, den Kant vollzieht. Kant beginnt nämlich damit, seine ganze Moralkonzeption unter anderem auf der Vernunft zu begründen. Eine Vernunft, die er weder irgendwann einmal definiert, noch näher für sie argumentiert hat. Er setzt sie einfach als eine gegebene Tatsache voraus. Und hier muss ich Nietzsche zustimmen, wenn er über Kants neue Moral sagt: „ (...) wenn nicht beweisbar, so doch nicht mehr widerlegbar...“ Kants Moral ist, so wie Nietzsche ganz richtig erkennt, nicht beweisbar. Jedoch ist sie genauso wenig widerlegbar, denn um diese Moral widerlegen zu können...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse der Angriffe Nietzsches in §10 des Antichristen

3. Analyse der Angriffe Nietzsches in §11 des Antichristen

4. Kritik am Begriff der Unpersönlichkeit und Nietzsches Naturverständnis

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Berechtigung der philosophischen Angriffe Friedrich Nietzsches gegen die Moralkonzeption Immanuel Kants, wie sie in den Paragrafen 10 und 11 von Nietzsches Werk „Der Antichrist“ formuliert werden. Ziel ist es, die interne Logik der Nietzscheschen Kritik an Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ zu hinterfragen und die Konsequenzen für das Verständnis von Moral und menschlichem Handeln zu beleuchten.

  • Kritik an der metaphysischen Begründung der kantischen Moral
  • Die Rolle des kategorischen Imperativs als Filter menschlicher Instinkte
  • Gegenüberstellung von Mitleidsmoral und Nietzsches Naturgesetz des Stärkeren
  • Die Problematik der Verallgemeinerung moralischer Maximen
  • Kritik an der Unterdrückung individueller Instinkte durch Vernunftvorgaben

Auszug aus dem Buch

Berechtigung der Angriffe Nietzsches gegen Kant in Der Antichrist

Nietzsche greift in seinem Werk Der Antichrist nicht nur das deutsche Volk an sich und seine Moral an, sondern geht auch mit Kant hart ins Gericht. Seine Lehren hält Nietzsche nicht nur für falsch, sondern auch für schädlich und gefährlich. Er begründet Kants große Anhängerschaft in der Gelehrtenwelt darin, wie er in §10 sagt, dass sie (die Gelehrtenwelt) „zu drei Viertel aus Pfarrer- und Lehrer-Söhnen besteht“. Und da Nietzsche gerade den Theologen und allen, die in ähnlicher Weise denken, den Krieg erklärt hat, führt also auch kein Weg daran vorbei, Kant in seiner Schrift zu kritisieren.

Nietzsche beginnt in §10 damit, Kant, der aus einem pietistischen Elternhaus stammt, zu annektieren, weil seine Moral nicht nur eine große Gefahr birgt, sondern auch das Theologendenken unterstützt. Er wirft Kant vor, dass auch seine Moral eine Theologenmoral ist. Aber genau das wollte Kant ja vermeiden. Auch er war der Ansicht, dass es einer neuen Moral bedarf, die nicht mehr auf einer theonomen Konzeption beruht. Denn, wie schon viele andere, war auch er der Ansicht, dass eine Moral, die sich auf nichts Beweisbarem gründet, nämlich Gott, weder standhaft, noch angebracht in der heutigen Zeit ist. Insofern sehe ich also beim Ansatzpunkt, nämlich dass es einer neuen Moral bedarf, bei beiden keinen Unterschied.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Zielsetzung des Essays, die Berechtigung der Nietzscheschen Vorwürfe gegenüber Kants Moraltheorie anhand der Paragrafen 10 und 11 aus dem „Antichrist“ zu prüfen.

2. Analyse der Angriffe Nietzsches in §10 des Antichristen: Untersuchung von Nietzsches These, dass Kants Moralphilosophie trotz des Verzichts auf Theonomie in der Praxis eine Theologenmoral stützt, da sie auf unbeweisbaren Vernunftannahmen basiert.

3. Analyse der Angriffe Nietzsches in §11 des Antichristen: Kritische Auseinandersetzung mit Nietzsches Vorwurf, dass der kategorische Imperativ als Prüfmechanismus die individuellen Instinkte unterdrücke und Schwäche fördere.

4. Kritik am Begriff der Unpersönlichkeit und Nietzsches Naturverständnis: Analyse des Konflikts zwischen individueller Handlung und der Forderung nach allgemeiner Gültigkeit sowie die Darstellung der Natur als Gesetz des Stärkeren.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Nietzscheschen Kritik an der mangelnden Beweisbarkeit und der lebensfeindlichen Wirkung der kantischen Moral.

Schlüsselwörter

Nietzsche, Kant, Der Antichrist, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Moralphilosophie, Kategorischer Imperativ, Theologenmoral, Instinkt, Vernunft, Verallgemeinerung, Schwäche, Naturgesetz, Umwertung aller Werte, Mitleid, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische Auseinandersetzung Friedrich Nietzsches mit der Moralkonzeption Immanuel Kants im Werk „Der Antichrist“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Begriffe der Moralbegründung, die Rolle des kategorischen Imperativs, der Konflikt zwischen individueller Autonomie und gesellschaftlicher Verallgemeinerung sowie die Auswirkungen dieser Moralsysteme auf menschliche Stärke und Schwäche.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Berechtigung der Nietzscheschen Vorwürfe gegenüber Kant auf ihre logische Konsistenz und philosophische Stichhaltigkeit hin zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Arbeit, die zentrale Passagen aus Nietzsches „Der Antichrist“ (§10 und §11) einer kritischen Lektüre und Interpretation unterzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kants Moralbegründung, die Kritik am Prüfmechanismus der Maximen und die Auswirkungen der kantischen Rücksichtnahme auf das menschliche Individuum.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind „Theologenmoral“, „Kategorischer Imperativ“, „Instinkt“, „Verallgemeinerung“ und die „Umwertung der Werte“.

Inwiefern wirft Nietzsche Kant eine „Theologenmoral“ vor?

Nietzsche argumentiert, dass Kant seine Moral auf unbeweisbaren Voraussetzungen gründet, was letztlich eine ähnliche Struktur wie theonome Systeme aufweise, obwohl Kant sich von der göttlichen Begründung lösen wollte.

Wie bewertet der Autor Nietzsches Verständnis des kategorischen Imperativs?

Der Autor hinterfragt Nietzsches Kritik, indem er aufzeigt, dass der kategorische Imperativ zwar ein allgemeines Prüfverfahren darstellt, die Maximen selbst jedoch dennoch aus dem Individuum entspringen, was Nietzsches Vorwurf der reinen „Fremdbestimmung“ relativiert.

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Details

Title
Berechtigung der Angriffe Nietzsches gegen Kant in "Der Antichrist"
College
University of Constance
Course
Nietzsche über Moral und Religion
Grade
1,0
Author
Isabel Sansiviero (Author)
Publication Year
2008
Pages
6
Catalog Number
V142883
ISBN (eBook)
9783640511082
ISBN (Book)
9783640617906
Language
German
Tags
Nietzsche Kant Moral kategorischer Imperativ Vernunft Antichrist Maxime
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel Sansiviero (Author), 2008, Berechtigung der Angriffe Nietzsches gegen Kant in "Der Antichrist", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142883
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