Die Duale Ausbildung befindet sich in einer Krise und ist dringend reformbedürftig. Inwieweit dies auch aus Sicht eines
Vericherers als Ausbildende zutrifft, gilt es in dieser Arbeit zu diskutieren. Dafür werden ausgewählte Aspekte der Dualen Ausbildung, wie z. B. der Ausbildungszugang, die Ausbildungsdauer usw. herangezogen und sich auf das Kernberufsbild der Kaufleute für Versicherungen und Finanzen der Versicherungswirtschaft fokussiert. Zunächst folgt eine Darstellung des bestehenden Zustandes der Dualen Ausbildung, gefolgt von einem Überblick zu einem Versicherer als Ausbildende. Anschließend wird ausführlich die Einbindung der Ausbildung in die Geschäftsprozesse beleuchtet. Aus diesen Grundlagen heraus wird
dann der Reformbedarf der Dualen Ausbildung aus Sicht eines Versicherers abgeleitet, um letztlich Schritte zu deren Umsetzung bzw. zur Modernisierung der Dualen Ausbildung aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung mit Problemstellung
2. Grundlagen
2.1 Status Quo der Dualen Ausbildung von KVF
2.2 Ein Versicherungsunternehmen als Ausbildende
2.3 Einbindung der Ausbildung in die Geschäftsprozesse
3. Reformbedarf der dualen Ausbildung aus Sicht eines Versicherers
4. Mögliche Schritte zur Modernisierung der Dualen Ausbildung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert den aktuellen Reformbedarf der dualen Ausbildung in der Versicherungswirtschaft und entwickelt Ansätze zur Modernisierung, um die Ausbildung stärker in betriebliche Geschäftsprozesse zu integrieren und die Handlungsfähigkeit der Auszubildenden zu fördern.
- Status quo und Analyse der Ausbildungssituation bei Versicherungsunternehmen
- Verzahnung von dualer Ausbildung und operativen Geschäftsprozessen
- Anwendung von Lern- und Kompetenztheorien in der beruflichen Praxis
- Entwicklung von Reformvorschlägen für eine flexiblere und durchlässigere Ausbildung
- Konzeption eines modularisierten Ausbildungsmodells
Auszug aus dem Buch
2.3 Einbindung der Ausbildung in die Geschäftsprozesse
Das Individuum soll eine umfassende Handlungskompetenz erwerben und so an Souveränität gewinnen. (vgl. Zimmer 2009, 22-23) Hintergrund dessen ist ein Abrücken von einer lebenslangen Berufsausausübung hin zum Erwerb des Vermögens, sich an nicht genau prognostizierbare Entwicklungen der Arbeitswelt anpassen zu können. (vgl. Buckert/Kluge 2006, 14; vgl. Dehnbostel 2009, 199) Dieses Ziel trifft ebenso auf die DA zu. (vgl. Dehnbostel/Lindemann 2007, 181) Die Vermittlung beruflicher Handlungsfähigkeit sowie der Erwerb von Berufserfahrung wird auch gem. § 1 Abs. 3 BBiG als Ziel der Berufsbildung und gem. § 14 Abs. 1 Nr. 1 BBiG sogar als Pflicht des Ausbildenden beschrieben. Fraglich ist also, wie eine umfassende Handlungskompetenz erreicht bzw. gefördert werden kann. (vgl. Mertens 2008, 102) Dieses Ziel bedingt eine darauf gerichtete Anwendung von Lerntheorien. Im Wesentlichen kann man die instruktivistische und die konstruktivistische Lerntheorie unterscheiden (vgl. Käppeli 2001, 136), die sich vor allem im Aktivitätsgrad des Lernenden differenzieren. Während der Lernende im Instruktivismus eher als passives Objekt angesehen wird, so fasst ihn der Konstruktivismus als aktiv lernenden Menschen auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung mit Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die aktuelle Krise der dualen Ausbildung und definiert die Forschungsfrage sowie den Fokus der Untersuchung am Beispiel eines Versicherungsunternehmens.
2. Grundlagen: Hier wird der Status quo der Ausbildung für Kaufleute für Versicherungen und Finanzen (KVF) dargestellt und die spezifische Ausbildungssituation innerhalb eines Versicherungsunternehmens sowie dessen Geschäftsprozesse analysiert.
3. Reformbedarf der dualen Ausbildung aus Sicht eines Versicherers: In diesem Abschnitt werden die bestehenden Defizite, insbesondere hinsichtlich der Durchlässigkeit und Flexibilität in Anbetracht der demografischen Entwicklung, kritisch hinterfragt.
4. Mögliche Schritte zur Modernisierung der Dualen Ausbildung: Dieses Kapitel skizziert konkrete Reformansätze, wie etwa die Modularisierung der Ausbildung und die Implementierung von Bewertungssystemen für eine bessere Anrechenbarkeit von Leistungen.
Schlüsselwörter
Duale Ausbildung, KVF, Versicherungswirtschaft, Handlungskompetenz, Geschäftsprozesse, Berufsbildungsgesetz, Reformbedarf, Modularisierung, Konstruktivismus, Lernprozesse, Ausbildungsmanagement, Personalentwicklung, Durchlässigkeit, Qualifizierungsbedarf, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Modernisierung der dualen Ausbildung für Kaufleute für Versicherungen und Finanzen (KVF) in der deutschen Versicherungswirtschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Struktur der aktuellen Ausbildung, die Einbettung in betriebliche Abläufe, die Anwendung von Lerntheorien sowie die Notwendigkeit flexiblerer Bildungswege.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Reformbedarf der dualen Ausbildung zu identifizieren und konkrete Schritte aufzuzeigen, wie Ausbildung modern und stärker handlungsorientiert gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen und Methoden werden verwendet?
Die Untersuchung stützt sich auf eine Analyse des Status quo, die Auswertung aktueller bildungswissenschaftlicher Lerntheorien (Instruktivismus vs. Konstruktivismus) sowie auf ein Modell der vollständigen Handlung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Ausbildung bei einem Versicherer, die theoretische Einbettung in betriebliche Prozesse und die Ableitung von Reformansätzen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind duale Ausbildung, Handlungskompetenz, Geschäftsprozesse, Modularisierung, Kompetenzentwicklung und Berufsbildung.
Warum wird eine Modularisierung der Ausbildung vorgeschlagen?
Eine Modularisierung soll eine flexiblere und individuellere Ausbildung ermöglichen, die Leistungen besser anrechenbar macht und so die Durchlässigkeit zu weiterführenden Studien- oder Bildungsangeboten erhöht.
Welche Rolle spielt die Einbindung der Ausbildung in Geschäftsprozesse?
Die Einbindung soll sicherstellen, dass Auszubildende eine umfassende Handlungskompetenz erwerben, anstatt nur isoliertes Faktenwissen aufzunehmen, was durch den Übergang von instruktivistischen zu konstruktivistischen Lernmodellen unterstützt wird.
- Quote paper
- Sascha Fauler (Author), 2009, Reformierungsbedarf der Dualen Ausbildung und mögliche Schritte zur Modernisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142896