Besonderheiten des Tourismus in Schwellenländern am Beispiel von Bali


Studienarbeit, 2009
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einführung

2.Definitionen
2.1 Tourismus
2.2 Schwellenländer
2.2.1 Merkmale von Schwellenlandern
2.2.2 Kriterien fur Schwellenländern

3.Entwicklung des Tourismus in Schwellenländern
3.1 Geschichtlicher Abriss der Tourismusentwicklung in Schwellenlandern
3.2 Voraussetzungen fur die Tourismusentwicklung in Schwellenlandern

4. Fallbeispiel Bali
4.1 Allgemeine Informationen
4.2 Entwicklung und Geschichte des Tourismus auf Bali
4.3 Tourismusarten auf Bali, Anziehungspunkte und Motivation
4.3.1 Strandtourismus
4.3.2 Wandertourismus/Naturtourismus
4.3.3 Kulturtourismus

5.Positive Auswirkungen des Tourismus auf Bali
5.1 Okonomische Auswirkungen
5.2 Okologische Auswirkungen
5.3 (Sozio)kulturelle Auswirkungen

6. Negative Auswirkungen des Tourismus auf Bali
6.1 Okonomische Auswirkungen
6.2 Okologische Auswirkungen
6.3 (Sozio)kulturelle Auswirkungen

7. Zusammenfassung/Fazit

1. Einleitung

Der Tourismus ist ein Wachstumssektor, der seit mehreren Jahrzehnten kontrovers diskutiert wird. Im Mittelpunkt stehen dabei v. a. die ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Auswirkungen, besonders in Entwicklungs- und Schwellenlandern. Diese Arbeit behandelt die Besonderheiten des Tourismus in Schwellenlandern und greift dabei zur Demonstration des Themas auf Bali, dem Touristenzentrum Indonesiens, zurück.

In Kapitel 2 werden zunachst die Begriffe „Tourismus" und „Schwellenlander" definiert. Es werden die Merkmale der Schwellenlander und die Lander, die als solche gelten, genannt. Kapitel 3 stellt kurz die Entwicklung des Tourismus in Schwellenlandern dar und bezieht sich dabei auf die Geschichte der Tourismusentwicklung in Schwellenlandern und auf die Voraussetzungen dafür. In Kapitel 4 wird die Insel Bali vorgestellt. Es werden die Tourismusentwicklung und die verschiedenen Tourismusarten mit ihren Anziehungspunkten auf Bali gezeigt. Die Kapitel 5 und 6 umfassen das zentrale Thema dieser Arbeit und befassen sich mit den positiven und negativen ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Auswirkungen des Tourismus, wobei die Vor- und Nachteile mit Beispielen aus dem Tourismus auf Bali belegt werden. Kapitel 7 bildet den Abschluss dieser Arbeit und gibt eine Zusammenfassung des gesamten Themas, wobei die Kapitel 5 und 6 besonders hervorgehoben werden.

2. Definitionen

2.1 Tourismus

Die WTO definiert den Begriff „Tourismus" folgendermailen: „Tourismus umfailt die Aktivitaten von Personen, die an Orte auilerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen und sich dort zu Freizeit-, Geschafts- oder bestimmten anderen Zwecken nicht langer als ein Jahr ohne Unterbrechung aufhalten."1

2.2 Schwellenländer

„Schwellenland (engl. Newly Industrialized Country) meint, dail sich ein Land an der Entwicklungsschwelle zu einem Industrieland befindet, also die typischen Strukturmerkmale eines Entwicklungslandes überwunden hat."2

Schwellenlander sind also eine „Gruppe relativ fortgeschrittener Entwicklungslander, die aufgrund ihrer hohen wirtschaftlichen Eigendynamik (hohe Wachstumsraten, besonders in der Industrie) beachtliche Industrialisierungsfortschritte erzielen konnten und in ihrem Entwicklungsstand (...) deutlich aufgeholt haben. Vielfach entsprechen soziale Indikatoren (Alphabetisierungsgrad, Lebenserwartung, Sauglingssterblichkeit, Entwicklung einer Zivilgesellschaft), politische Entwicklung (demokratische Strukturen) und Schutz der Umwelt nicht dem wirtschaftlichen Entwicklungsstand." 3

2.2.1 Merkmale von Schwellenländern

„Schwellenlander können folgende Erfolge nachweisen: Sie erzielten iiberdurchschnittliche Wachstumsraten, die auch die (...) der OECD-Lander deutlich iiberschritten. Sie erweiterten vor allem die Industrieproduktion und entwickelten die Breiten- und Tiefenstruktur der verarbeitenden Industrie bis zur Herstellung von Investitionsgiitern (...). Sie konnten aufgrund einer vergleichbaren Arbeitsproduktivitat und eines deutlich niedrigeren (...) Lohnniveaus den Industrielandern in einigen Branchen — nach Textilien und Elektronik auch bei Massenstahl, Schiffbau und Anlagen — Marktanteile abnehmen. Sie durchbrachen damit die fiir Entwicklungslander als typisch angesehene weltwirtschaftliche Spezialisierung als Exporteure von Rohstoffen und Importeure von Fertigwaren (...). Sie setzten gezielt auf eine exportgestiitzte aufholende Industrialisierung, nutzten intelligent die Nischen des Weltmarkts und konnten ihren Anteil am Weltexport von Fertigwaren (...) vervielfachen."4

2.2.2 Kriterien für Schwellenländern

„Internationale Organisationen haben aufgrund unterschiedlicher Kriterien und Schwellenwerte verschiedene Listen von Schwellenlandern erstellt (...):

- Weltbank: zunachst halbindustrialisierte Lander mit mittlerem Einkommen, spater Exporteure von Industrieprodukten.
- OECD und IWF: wachsender Anteil der Industrieproduktion am Bruttoinlandsprodukt (BSP) und am Weltexport von Fertigwaren (...).
- EG: Kombination von Pro-Kopf-Einkommen a la Weltbank mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturmerkmalen (...)."5

Die Weltbank und der IWF zahlen China, Indien, Siidafrika, Brasilien und Mexiko (G5), Malaysia, die Philippinen, Thailand, Russland und die Tiirkei zu den Schwellenlandern.6 Die OECD zahlt zusatzlich noch Indonesien (Bali), Hongkong, Korea, Singapur, Taiwan, Argentinien, Chile, Kolumbien, Peru und Venezuela dazu.7 Die EG weicht nicht von den bereits genannten Landern ab.

3. Entwicklung des Tourismus in Schwellenländern

3.1 Geschichtliche Abrisse der Tourismusentwicklung in Schwellenländern

Seit Mitte der 1960er Jahre, in der sich die Tourismusentwicklung in Entwicklungs- und Schwellenlandern besonders stark vollzog, haben sich sechs verschiedene Phasen innerhalb der Tourismusgeschichte gezeigt:

Phase 1: Euphoriephase (1960er Jahre)

Der Tourismus wurde hier nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, da er eine auflerst positive Entwicklung hinsichtlich der Wirtschaft verzeichnen konnte8 (siehe Kapitel 5).

Phase 2: Ernuchterungsphase (1970er Jahre)

Hier standen erstmals die negativen Auswirkungen des Tourismus auf Wirtschaft, Umwelt und Kultur im Mittelpunkt9 (siehe Kapitel 6).

Phase 3: Aktionsphase (Mitte/Ende der 1970er Jahre)

In dieser Phase versuchte man Projekte zu entwickeln, Ober die Informationen Ober die Gastlander vermittelt werden sollten. Zudem stellte man fest, dass eine internationale Kooperation und Vernetzung fur die Informationsvermittlung vorausgesetzt und ausgebaut werden muss.10

Phase 4: Organisationsphase (1980er Jahre)

Diese Phase ist gekennzeichnet durch eine starker werdende Organisation, Kooperation und Vernetzung von Landern und deren Institutionen.11

Phase 5: Widerstandsphase (ebenfalls 1980er Jahre)

Diese Phase zeichnete sich durch die Auflehnung der bereisten Völker gegen den Tourismus aus. Auch samtliche Umwelt- und Naturschutzorganisationen kritisierten erstmals die ökologischen Probleme und Risiken.12

Phase 6: Realisierungsphase (1990er Jahre bis zur Gegenwart)

Diese Phase war und ist durch Anstrengungen gekennzeichnet, theoretische Lösungsansatze in der Praxis zu realisieren. Es wurden und es werden Konzepte und Projekte entwickelt, die einen nachhaltigen Tourismus fördern sollen. 13

3.2 Voraussetzungen für die Tourismusentwicklung in Schwellenländern

Die wohl bedeutendste Voraussetzung fiir die touristische Entwicklung in Schwellenländern ist die Nachfrage der Industriestaaten14.15 Die Nachfrage nach Urlaub in Schwellenländern erfährt grofle Zuwächse. Die Tourismusindustrie in Industriestaaten jedoch verliert an Bedeutung.16 Hier stellt sich die Frage, warum Schwellenländer so beliebt sind. Die meisten Schwellenländer vereinen den Groateil der Reisemotive: „Flucht/Freiheitssuche"17, Kultur, Erholung, Natur, Einsamkeit und natiirlich das Fremde.18 „Die Sehnsucht der Bewohner aus den ,reichen„ Industrieländern des Nordens nach dem ,Exotischen„ und nach fremdartigen Kulturen, nach ,unberiihrten„ Völkern und Landschaften, nach dem Fernen und dem Abenteuer und insbesondere nach dem ,ewigen„ Sommer des Siidens ist eine Triebfeder der globalen Expansion des Tourismus."19 Die meisten Schwellenländer „verfiigen grösstenteils iiber giinstige klimatische Bedingungen, viel Sonne, wenig Regen (und) angenehme Wärme"20.

Ein weiterer Grund sind „landschaftliche Reize. Einige junge Staaten haben gerade die von der Unberiihrtheit der Natur (...) ausgehenden touristischen Attraktionswirkungen erkannt und sind bestrebt, die daraus resultierenden absoluten Angebotsvorteile (...) durch die Errichtung von Reservaten und Naturschutzgebieten zu sichern."21 Fiir die Beliebtheit der Schwellenländer sprechen auch die giinstigen Reisekosten. Vor einigen Jahren konnten sich die meisten noch keinen Urlaub in der Ferne leisten. Heute dagegen stellen zu hohe Reisekosten keine Barriere mehr da. Im Internet und in Reisebiiros findet man unzählige Angebote fiir „billige" Pauschalreisen, „Billigfliige" und „billige" Hotels.

Weitere wichtige Voraussetzungen sind neben der Nachfrage eine „grundlegende Verkehrsinfrastruktur, die Möglichkeit der Einreise und des Devisentausches, eine gewisse politische Stabilität"22 und die absolute Sicherheit des Reisenden in der jeweiligen Destination. Ein Beispiel fiir die Bedeutung der politischen Stabilität sind die riickgängige Anzahl der Touristen und die damit verbundenen Einbriiche der Einnahmen in Nordafrika nach terroristischen Anschlägen auf Touristen23 (Luxor, Agypten 1997).

[...]


1 WTO 199 3 zitiert nach Freyer, Walter: Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 8. Auflage, München 2006, S. 2

2 Nuscheler, Franz: Lern- und Arbeitsbuch — Entwicklungspolitik, 4. Auflage, Bonn 1995, S. 84

3 o. V.: Duden Wirtschaft von A bis Z - Schwellenlander, 2. Auflage, Bonn 2004 unter http://www. bpb.de/popup/ popuplemmata.html?guid=EX026Q (14.09.2009)

4 Nuscheler, Franz: a. a. O., S. 8 3 f.

5 vgl. ders., a. a. O., S. 84

6 vgl. o. V.: Schwellenlander unter http://www.sputnik.de/programm/ sendungen/ update/ schwellenlaender (01.10.2009)

7 vgl. o. V.: Schwellenlander: Partizipation an positiver weltwirtschaftlicher Entwicklung, S. 55 unter http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.deidownloadizifferiz8910 3j04.pdf (01.10.2009)

8 vgl. ders., a. a. 0., S. 176

9 vgl. ders., a. a. 0.

10 vgl. ders., a. a. 0.

11 vgl. ders., a. a. 0.

12 vgl. ders., a. a. 0.

13 vgl. o. V.: Schwellenlander: Partizipation an positiver weltwirtschaftlicher Entwicklung,a. a. 0., S. 176

14 Nordamerika, Europa, Ostasien, Australien und Neuseeland

15 vgl. o. V.: Tourismus in Entwicklungsländern unter http://www.fair-hotels.de/Reisef% FChrer/ Tourismus/TourismusinEntwicklungsl%E4ndern. html (15.09.2009)

16 vgl. o. V.: sueddeutsche.de, Artikel vom 21.04.2008 unter http://www.sueddeutsche.de /reise/ 280/4400 22/text/ (02.10.2009)

17 Scherrer, Christian: Dritte-Welt-Tourismus — Entwicklungsstrategische und kulturelle Zusammenhänge, Berlin 1986, S. 67

18 vgl. Maurer, Mechtild: Tourismus und Dritte Welt - Ein kritisches Lehrbuch mit Denkanstössen, Bern 1992, S. 37

19 Vorlaufer, 1988, 60 3 zitiert nach Maurer, Mechtild: a. a. 0.

20 Maurer, Mechtild: a. a. 0., S. 51

21 vgl. ders., a. a. 0.

22 Vorlaufer, Karl 1996 zitiert nach Binner, Andreas, Herzberger, Julia, Kurucu, Sureya, Langer, Moritz: Tourismus in Entwicklungsländern, S. 4 unter http://www.geogr.uni-goettingen. de/ kus/ lehre/a1/ref-kurs-waibel200 3-pro-contra-tourismus-el-word.pdf, S. 4 (16.09.2009)

23 vgl. ders., a. a. 0.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Besonderheiten des Tourismus in Schwellenländern am Beispiel von Bali
Hochschule
bbw Hochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V142910
ISBN (eBook)
9783640524686
ISBN (Buch)
9783640524860
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tourismus, Schwellenländer, Bali, Indonesien, Tourismus in Schwellenländern, Tourismus auf Bali, Strandtourismus, Kulturtourismus, Sextourismus, Tourismus in Südostasien, Tourismus Dritte Welt
Arbeit zitieren
Franziska Bothe (Autor), 2009, Besonderheiten des Tourismus in Schwellenländern am Beispiel von Bali, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142910

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