Die Arbeit untersucht in Stefan Georges Gedichtband „Der Teppich des Lebens und die Lieder von Traum und Tod × mit einem Vorspiel“, inwiefern sich darin wesentliche Elemente des Rituals finden und ob sich diese für einen Interpretationsansatz eignen. Der Forschungsgegenstand ist dabei bewußt auf diesen einen Gedichtband begrenzt.
Zunächst gilt es bei dem Vorhaben zusammenzustellen, welche Bedeutung dem Begriff Ritual zukommt. Es wird sich zeigen, daß es sich dabei um einen alles andere als eindeutigen Begriff handelt. Sodann wird an bestimmten wesentlichen Elementen und Kennzeichen des Rituals überprüft, inwiefern diese sich im ‚Teppich des Lebens’ wiederfinden. Im einzelnen sind dies die Ästhetik, das Soziale, die Rolle des Priesters, die Symbolik, die Besonderheit der Form und die Bedeutung der Religion. Dabei stellt sich heraus, daß sich die Entsprechungen in den einzelnen Aspekten von unterschiedlicher Qualität erweisen, obgleich sie nie zu leugnen sind. Eine genauere Betrachtung verdient im Anschluß die Frage, was bei Georges Ritualen Form und Inhalt ausmacht und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. Eine besondere Rolle – sowohl was den Inhalt als auch die Form betrifft – spielt dabei das Religiöse. Abschließend muß die Frage aufgeworfen werden, ob es unter Umständen einen Grund gibt, warum die doch recht unterschiedlichen Phänomene wie Ritual und Literatur hier eine solche Entsprechung aufweisen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Ritual - kein eindeutiger Begriff..
- 3. Die Analogie zwischen dem Ritual und dem „Teppich des Lebens“.
- 3.1 Die Ästhetik.......
- 3.2 Der soziale Aspekt.…………………………..
- 3.3 Die Rolle des Priesters
- 3.4 Die Symbolik.......
- 3.5 Die Form............
- 3.5.1. Der Zyklus.
- 3.5.2. Form als „gebilde“: Eine poetologische Lesart des Gedichts „Der Teppich des Lebens“.
- 3.6 Religion als Form.
- 4. Das Zentrum der Rituale im „Teppich des Lebens“.
- 5. Das Ritual im Teppich des Lebens – eine notwendige, aber keine hinreichende Kategorie zum Verständnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht Stefan Georges Gedichtband „Der Teppich des Lebens und die Lieder von Traum und Tod · mit einem Vorspiel“ auf wesentliche Elemente des Rituals und deren Eignung für einen Interpretationsansatz. Der Fokus liegt dabei auf diesem einzelnen Gedichtband und betrachtet nicht das gesamte Werk oder die Biographie Georges. Die Arbeit verfolgt einen textimmanenten Ansatz und beleuchtet die Beziehung zwischen Form und Inhalt im Kontext des Rituals, wobei das Religiöse eine besondere Rolle spielt.
- Die Vielschichtigkeit des Ritualbegriffs
- Die ästhetische und soziale Dimension des Rituals im „Teppich des Lebens“
- Die Rolle des Priesters und die Symbolik in Georges Werk
- Die formale Gestaltung des „Teppichs des Lebens“ im Kontext des Rituals
- Die Bedeutung des Religiösen für die Form und den Inhalt des Werkes
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung präsentiert die zentrale These der Arbeit: Literatur zehrt vom Ritual. Die Arbeit konzentriert sich auf Stefan Georges Gedichtband „Der Teppich des Lebens“ und untersucht, inwiefern sich wesentliche Elemente des Rituals darin finden lassen. Die Arbeit begrenzt sich bewusst auf diesen Gedichtband und betrachtet die Gestaltungs- und Ordnungswillen Georges im Kontext seiner Werke. Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die Bedeutung des Begriffs „Ritual“ zu klären und anhand von bestimmten Elementen des Rituals zu überprüfen, inwiefern diese sich im „Teppich des Lebens“ wiederfinden. Dabei werden die Ästhetik, das Soziale, die Rolle des Priesters, die Symbolik, die Form und die Bedeutung der Religion beleuchtet. Es wird gezeigt, dass die Entsprechungen in den einzelnen Aspekten von unterschiedlicher Qualität sind, jedoch nie zu leugnen sind.
Schlüsselwörter
Ritual, Literatur, Stefan George, „Der Teppich des Lebens“, Ästhetik, Soziales, Priester, Symbolik, Form, Religion, poetologische Lesart, Gestaltungswillen, textimmanent,
Häufig gestellte Fragen
Was untersucht die Arbeit im „Teppich des Lebens“ von Stefan George?
Die Arbeit untersucht, inwiefern wesentliche Elemente des Rituals in diesem Gedichtband vorhanden sind und ob sie als Interpretationsansatz für Georges Werk dienen können.
Welche Rolle spielt der Begriff „Priester“ in Georges Lyrik?
Der Dichter wird oft in der Rolle eines Priesters oder Sehers dargestellt, der durch die Form und Symbolik seiner Texte eine sakrale, rituelle Atmosphäre schafft.
Ist das Ritual ein eindeutiger Begriff in der Literaturwissenschaft?
Nein, die Arbeit zeigt auf, dass das Ritual ein vielschichtiger Begriff ist, der ästhetische, soziale, formale und religiöse Dimensionen umfasst.
Wie hängen Form und Inhalt bei Stefan George zusammen?
Die Form wird bei George oft selbst zum Inhalt („Form als Gebilde“). Die strenge zyklische Anordnung der Gedichte spiegelt den rituellen Ordnungswillen des Dichters wider.
Welche Bedeutung hat das Religiöse im „Teppich des Lebens“?
Das Religiöse dient primär als Formelement, um der Literatur eine übergeordnete, fast heilige Struktur zu verleihen, ohne unbedingt eine konfessionelle Bindung vorauszusetzen.
- Quote paper
- Sebastian Fischer (Author), 2006, Leere Form? Das Ritual in Stefan Georges "Teppich des Lebens", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142927