Für die Entwicklung des abendländischen Mönchtums spielt das Mittelalter eine entscheidende Rolle. Denn in dieser Zeit entstanden zwei der bedeutendsten Mönchsorden der Kirchengeschichte. Die Rede ist von den Benediktiner und den Zisterziensern. Diese Arbeit soll sich in erster Linie dem Vergleich beider Orden widmen, legt den Schwerpunkt jedoch mehr auf die Entstehung und Gründungsintention der Zisterzienser. Diese verstanden sich ja als „Nachfolgerorden“ der Benediktiner. Somit möchte ich hiermit verdeutlichen wie es zur „Abspaltung“ der ehemaligen benediktinischen Glaubensbrüder und somit zur Gründung eines neuen Ordens kam, der sich jedoch an denselben Glaubensregeln orientierte wie die Benediktiner.
Dazu beleuchte ich unter anderem die grundlegende Regel des abendländischen Mönchtums, die Regula Benedicti, und ziehe dazu die Ordensregel der Zisterzienser, die Charta Caritatis, vergleichend hinzu. Beide Ordensstatuten werden sowohl inhaltlich als auch im Aufbau behandelt.
Im Anschluss daran widme ich mich der Kritik der Zisterzienser an den Benediktinern um die Frage zu beantworten, welche Gründe für eine Ordensneugründung gegeben waren.
Natürlich ergibt sich daraus auch die interessante Frage, ob die Zisterzienser tatsächlich in der Lage waren, sich von den Vorwürfen, die sie den Benediktinern machten, frei zu machen und ihren selbst auferlegten Regeln und Lebensstatuten Folge zu leisten. Außerdem will ich darlegen, wie die Zisterzienser in der Außenwelt dargestellt wurden. Dazu ziehe ich die Vita Alredi von Walter Daniel heran.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Regula Benedicti
2.1 Allgemein und Inhalt
2.2 Aufbau der Regula Benedict
3 Die Charta Caritatis
3.1 Allgemein und Inhalt
3.2 Aufbau der Charta Caritatis
4 Kritik der Zisterzienser an den Benediktinern
5 Die Vita Alredi – Verknüpfung der Charta Caritatis mit der Didaxe
6 Fazit
7 Quellennachweis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den historischen Vergleich zwischen dem Benediktiner- und dem Zisterzienserorden, mit einem besonderen Fokus auf die Entstehungsgeschichte und die Gründungsintention der Zisterzienser als Reformorden. Es wird analysiert, wie die Zisterzienser durch ihre spezifischen Ordensstatuten versuchten, die ursprüngliche Regel des heiligen Benedikt reiner umzusetzen, und inwiefern diese Bestrebungen in der Außenwirkung sowie in der Kritik an den Benediktinern begründet waren.
- Vergleichende Analyse der Regula Benedicti und der Charta Caritatis.
- Untersuchung der Beweggründe für die Abspaltung der Zisterzienser von den Benediktinern.
- Bewertung der ordenseigenen Reformansprüche im Kontext von Armut und Arbeit.
- Analyse der Rezeption des Zisterzienserordens anhand der Vita Alredi von Walter Daniel.
Auszug aus dem Buch
Die Vita Alredi – Verknüpfung der Charta Caritatis mit der Didaxe
Die Vita Alredi oder The Life of Ailred of Rievaulx wurde von Walter Daniel verfasst und beschreibt das Leben von Ailred von Rievaulx. Daniel wurde 1150 Mitglied des Klosters Rievaulx und war dort 17 Jahre lang Schüler Ailreds, bis zu dessen Tod 1167. (Daniel 1978, S.XI) Die Vita Alredi beschreibt unter anderem das Leben und Wirken von Ailred als Mönch und Abt. Darüber hinaus auch die Intention Ailreds den Zisterziensern beizutreten. Aus den Erzählungen Daniels in der Vita können Rückschlüsse auf die Außenwirkung der Zisterzienser geschlossen werden und mit den Regularien des Klosterlebens in Zusammenhang gebracht werden.
„ […] white monks by name and white also in vesture.” (Daniel 1978, S.10)
Daniel erzählt hier von weißen Mönchen, die in Ailreds Nachbarschaft angesiedelt haben. Diese Assoziation der weißen Mönche lässt sich auf das Erscheinungsbild der Zisterzienser zurückführen, die in weißen Gewändern auftraten. Diese Kleiderordnung lässt sich mit der Änderung Alberichs als Abt in Citeaux erläutern. (Ambrosius 1980, S.302) Daniel beschreibt die Kleidung am nachfolgenden Satz ebenfalls als ungefärbt und gewoben aus reiner Schafswolle. Er verbindet das Erscheinungsbild der Zisterzienser mit Engeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des abendländischen Mönchtums im Mittelalter ein und definiert den Vergleich zwischen Benediktinern und Zisterziensern als zentrales Thema.
2 Die Regula Benedicti: Das Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte der Regula Benedicti, ihre wichtigsten Inspirationsquellen wie die Regula Magistri und ihre Funktion als grundlegendes Regelwerk.
3 Die Charta Caritatis: Hier wird die Ordensregel der Zisterzienser beleuchtet, deren Entstehungsprozess sowie die Zielsetzung einer strengeren Wiederbelebung benediktinischer Ideale.
4 Kritik der Zisterzienser an den Benediktinern: Dieses Kapitel arbeitet die konkreten inhaltlichen Differenzen heraus, insbesondere die Ablehnung von körperlicher Arbeit durch den Adel sowie die übermäßige Liturgie bei den Benediktinern.
5 Die Vita Alredi – Verknüpfung der Charta Caritatis mit der Didaxe: Anhand der Vita Alredi wird analysiert, wie die Zisterzienser von außen wahrgenommen wurden und wie ihr Streben nach Armut und Demut gelebt wurde.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt den Status der Zisterzienser als authentischer benediktinischer Reformorden.
7 Quellennachweis: Eine Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.
Schlüsselwörter
Zisterzienser, Benediktiner, Regula Benedicti, Charta Caritatis, Mönchtum, Mittelalter, Reformorden, Klosterleben, Robert von Molesme, Stephen Harding, Vita Alredi, Armut, Arbeit, Askese, Ordensgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung und dem Vergleich zweier bedeutender Mönchsorden im Mittelalter: den Benediktinern und den Zisterziensern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Ordensregeln (Regula Benedicti und Charta Caritatis), die Gründungsintention der Zisterzienser sowie ihre Kritik an den etablierten Benediktinerklöstern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Gründe für die Abspaltung der Zisterzienser zu identifizieren und zu belegen, dass sie sich als Reformorden verstanden, der die ursprüngliche benediktinische Lebensweise wiederherstellen wollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse von Ordensstatuten und historischen Quellen, ergänzt durch die Analyse zeitgenössischer Schriften wie der Vita Alredi.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Entstehung der Ordensregeln, die Kritikpunkte der Zisterzienser hinsichtlich Arbeit und Gebetsleben sowie die externe Wahrnehmung des Ordens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Zisterzienser, Benediktiner, Regula Benedicti, Charta Caritatis, Reformorden, Armut, Demut und monastische Lebensweise.
Warum wird die Vita Alredi von Walter Daniel herangezogen?
Sie dient als wichtige Quelle, um die Außenwirkung der Zisterzienser und die praktische Umsetzung ihrer Ideale – wie Kleidung und Armut – aus der Perspektive eines Zeitgenossen zu beleuchten.
Was unterscheidet das Verständnis der Armut bei den Zisterziensern von der allgemeinen Armut?
Die Arbeit stellt heraus, dass es sich um eine bewusste, durch freien Willen und religiöse Überzeugung gewählte Armut handelt, die mit dem Verzicht auf Pfründen und Luxus verbunden war.
- Arbeit zitieren
- René Zach (Autor:in), 2009, Reform in der Didaxe – Die Ordensregel bei Ailred von Rievaulx, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142970