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Perspektiven des Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße nach der Deregulierung des europäischen Verkehrsmarktes - untersucht am Beispiel des Alpentransits

Title: Perspektiven des Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße nach der Deregulierung des europäischen Verkehrsmarktes - untersucht am Beispiel des Alpentransits

Diploma Thesis , 2000 , 130 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Christoph Büchner (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
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Einleitung

In kaum einem anderen Wirtschaftsbereich haben sich die politischen Rahmenbedingungen und die Nachfragestrukturen in der Vergangenheit so sehr verändert wie im Transportsektor. Die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungstendenzen (wie zunehmende räumliche Arbeitsteilung, Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt oder Rückgang der Lagerhaltung in den Betrieben) stellen völlig neue logistische Anforderungen an die jeweiligen Transportmittel. Analysiert man die Entwicklung des Transportgewerbes in den letzten fünf Jahrzehnten, so muß man feststellen, daß die Eisenbahn ihre früher führende Stellung im Gütertransport eingebüßt hat und dabei ihre Marktanteile vor allem an den Straßengüterverkehr verloren hat.
Insgesamt ist in der Wirtschaftsregion Europa ein enormer Anstieg der Gütertransporte zu verzeichnen, wobei die Zunahme des Verkehrsvolumens in Abhängigkeit von vielfältigen Einflußfaktoren, wie z.B. Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaftsentwicklung, technischem Fortschritt, allgemeiner gesellschaftlicher und politischer Entwicklung sowie der Einstellung der Bevölkerung zu Fragen der Umweltqualität betrachtet werden muß. Die Grundlage für diese rasante Entwicklung bildete die umfassende Liberalisierung des europäischen Verkehrsmarktes, die auf der Basis weitreichender Richtlinien der Europäischen Kommission und Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs bzw. des EU-Ministerrates umgesetzt wurde. Diese Richtlinien waren dabei auch gleichzeitig Ausgangspunkt für die Realisierung der Bahnstrukturreform in Deutschland. Durch die Umwandlung der Deutschen Bundesbahn in ein marktwirtschaftlich geführtes Unternehmen sollte das angekratzte Image der Eisenbahn wiederhergestellt und der ständig wachsenden Verschuldung begegnet werden. Durch die Schaffung eines freien Netzzugangs für alle zugelassenen Eisenbahnunternehmer sollte die bisherige Monopolmacht der Deutschen Bundesbahn eingeschränkt und gleichzeitig der Wettbewerb um neue Kunden im Eisenbahnsektor verstärkt werden. Man ging davon aus, daß sich solche guten Erfahrungen, wie man sie mit der Deregulierung in anderen Wirtschaftsbereichen, wie z.B. auf dem Telekommunikationsmarkt, gemacht hatte, auch auf dem Verkehrsmarkt übertragen ließen, und man erhoffte sich durch die Einführung des Prinzips des freien Wettbewerbs mehr Flexibilität im Schienenverkehr, eine bessere Nutzung der Infrastrukturkapazitäten und eine steigende Rentabilität in der Transportabwicklung.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Fragestellung der Arbeit

2. Zielsetzung der Arbeit

II. Strukturelle und politische Rahmenbedingungen des europäischen Güterverkehrsmarktes

1. Der Verkehrsmarkt

1.1 Entwicklung und Bedeutung der Verkehrsträger Eisenbahn und LKW

1.2 Ursachen der Modal-Split-Veränderungen im Güterverkehr

1.3 Verkehrsinfrastruktur als Basis für den Warenaustausch in Europa

1.4 Raumwirksamkeit des Verkehrs

2. Wirtschafts- und verkehrsgeographische Aspekte des Kombinierten Verkehrs

2.1 Die Bedeutung des Kombinierten Verkehrs in der Transportwirtschaft

2.2 Ökonomische Anreize für Transporteure im Kombinierten Verkehr

3. Die europäische Verkehrspolitik als Richtgröße für die weitere Entwicklung des Güterverkehrs

3.1 Gründe für die Liberalisierung des Güterverkehrsmarktes und ihre Auswirkungen

3.2 Die Deregulierung der Eisenbahnen in Europa

3.3 Bahnstrukturreform in Deutschland

3.4 Auswirkungen der Bahnreform

III. Potentiale des Kombinierten Verkehrs im Alpengüterverkehr

1. Die Alpen als verkehrsgeographisches Hindernis zwischen Nord– und Südeuropa

1.1 Entwicklung des alpenquerenden Verkehrs

1.1.1 Struktur und Verteilung der Güterverkehrsströme

1.1.2 Der Kombinierte Verkehr über die Alpen

1.2 Verkehrspolitische Maßnahmen in Österreich und der Schweiz

1.2.1 Transitabkommen Österreich – EU

1.2.2 Transitabkommen Schweiz – EU

1.2.3 Landverkehrsabkommen Schweiz – EU

1.3 Aktuelle Probleme beim alpenquerenden Kombinierten Verkehr: Eine empirische Studie über straßenverkehrsbezogene Vor- und Nachlaufentfernungen

2. Möglichkeiten der Effizienzsteigerung im nationalen und grenzüberschreitenden Schienenverkehr

2.1 Umgestaltung der politische Rahmenbedingungen als Voraussetzung für eine effiziente Entwicklung des Güterverkehrs

2.1.1 Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen als Voraussetzung für einen fairen Wettbewerb auf dem Güterverkehrsmarkt

2.1.2 Ordnungs- und strukturpolitische Maßnahmen

2.1.3 Internalisierung der externen Effekte

2.1.4 Praktische Umsetzung der „Kostenwahrheit“ im Verkehrssektor auf der Grundlage des Weißbuchs der EU-Kommission: KOM 98/466

2.2 Kapazitätsengpässe im Schienentransport über die Alpen und Möglichkeiten für ihre Beseitigung

2.2.1 Bauliche Maßnahmen

2.2.2 Betriebliche und organisatorische Maßnahmen

2.2.3 Technische Maßnahmen

2.3 Innovationen im Eisenbahnbereich als Voraussetzung für die Erweiterung der Transportkapazitäten

2.4 Transportqualität als entscheidendes Kriterium für die Wahl des Transportmittels

2.5 Chancen und Hindernisse für private Anbieter auf dem Eisenbahnmarkt

2.6 Trassenpreise und freier Netzzugang als Kriterien für den Marktzutritt

IV. Schlußbetrachtung

1. Zusammenfassung

2. Ausblick

A. Erläuterungen zu Organisation und Ablauf des Kombinierten Verkehrs

A.1 Techniken des Kombinierten Verkehrs

A.2 Operateure im Kombinierten Verkehr

A.3 Transportabwicklung im Kombinierten Verkehr

B. Empirische Untersuchung (vertraulicher Teil)

B. 1 Methodik

B.2 Verlauf der Datenerhebung

B.3 Ergebnisse der Befragung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die Rahmenbedingungen des Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße, identifiziert Umsetzungsprobleme bei der Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene und erarbeitet Perspektiven für eine effizientere Entwicklung unter Berücksichtigung politischer und wirtschaftlicher Faktoren.

  • Analyse der europäischen Rahmenbedingungen und der Bahnstrukturreform
  • Verkehrsgeographische Untersuchung des alpenquerenden Gütertransits
  • Evaluation von Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung im Schienengüterverkehr
  • Untersuchung von Barrieren für neue Anbieter auf dem Eisenbahnmarkt
  • Einfluss staatlicher Steuerungsmaßnahmen und Internalisierung externer Kosten

Auszug aus dem Buch

1. Fragestellung der Arbeit

Vor diesem Hintergrund soll in dieser Arbeit versucht werden, einen Beitrag zu dieser Diskussion zu liefern, indem die allgemeinen Rahmenbedingungen des Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße (KV) analysiert, die Probleme einer angemessenen Umsetzung der im Grunde konsensfähigen Zielsetzungen herausgearbeitet und einige Perspektiven für zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich vorgestellt werden. Dabei wird davon ausgegangen, daß die gegenwärtige Praxis des Kombinierten Verkehrs in deutlichem Widerspruch zur politischen Prioritätensetzung zugunsten der Eisenbahn steht. Anspruch und Wirklichkeit des Kombinierten Verkehrs klaffen also weit auseinander. Daher spielen in dieser Arbeit auch die vielerorts geführten konkreten Planungsdiskussionen eine untergeordnete Rolle, sondern es geht vielmehr darum, allgemeine Umsetzungs- bzw. Realisierungsprobleme des Kombinierten Verkehrs näher zu untersuchen. Zwar steht primär die Betrachtung der Angebotsseite des Güterverkehrs im Vordergrund, aber das Nachfragerverhalten wird zumindest in Kapitel III 1.3 anhand einer eigenen kurzen Befragung der KV-Transporteure im Raum München thematisiert.

Beim Gütertransport im Kombinierten Verkehr verbleiben die Waren, anders als bei gebrochenen Verkehren, während des gesamten Transports vom Verlader bis zum Kunden im gleichen Transportbehälter. Innerhalb dieser Transportkette sind mehrere Verkehrsträger (LKW, Eisenbahn, Binnenschiff oder Seeschiff) an der Beförderung beteiligt, so daß die Systemvorteile der einzelnen Verkehrsträger miteinander verknüpft werden können. Der Übergang der Behälter von einem Transportmittel auf das andere erfolgt in speziellen Umschlagterminals. Der Kombinierte Verkehr ist daher von einer Vielzahl von eng miteinander verflochtenen Faktoren abhängig, die nicht einfach mit dem Instrumentarium einer einzelnen Fachwissenschaft zu erfassen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Beschreibt den Strukturwandel im Transportsektor, das Scheitern der Eisenbahn bei der Behauptung von Marktanteilen und die Zielsetzung der Arbeit, die Rahmenbedingungen des Kombinierten Verkehrs zu analysieren.

II. Strukturelle und politische Rahmenbedingungen des europäischen Güterverkehrsmarktes: Erläutert die Marktmechanismen, die Bedeutung der Liberalisierung und die Herausforderungen durch das Zusammenwachsen der europäischen Wirtschaftsräume.

III. Potentiale des Kombinierten Verkehrs im Alpengüterverkehr: Analysiert spezifisch die Verkehrssituation in den Alpenländern, die Auswirkungen der Transitabkommen und die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung durch betriebliche, technische und ordnungspolitische Maßnahmen.

IV. Schlußbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung, wobei die Notwendigkeit einer besseren Koordination und Integration hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Kombinierter Verkehr, Schienengüterverkehr, Modal-Split, Verkehrspolitik, Europäischer Binnenmarkt, Alpenquerender Verkehr, Transitabkommen, Schieneninfrastruktur, Deregulierung, Kostenwahrheit, Externe Effekte, Transportqualität, Logistik, Bahnreform, Marktzutritt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Rahmenbedingungen und Perspektiven des Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Verkehrspolitik und der Situation im alpenquerenden Güterverkehr.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Strukturwandel im Güterverkehr, die Auswirkungen der Liberalisierung auf den Schienengüterverkehr, die infrastrukturellen Engpässe im Alpenraum sowie Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der Eisenbahn.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel besteht darin, die Gründe für das Auseinanderklaffen von politischem Anspruch und tatsächlicher Praxis beim Kombinierten Verkehr aufzuzeigen und Lösungsansätze zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen verkehrsgeographischen und wirtschaftswissenschaftlichen Ansatz, der interdisziplinäre Faktoren einbezieht, und ergänzt diesen durch eine empirische Fallstudie zu Vor- und Nachlaufentfernungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der allgemeinen europäischen Rahmenbedingungen, eine detaillierte Untersuchung der alpenquerenden Güterverkehrsströme und eine Bewertung verschiedener Instrumente zur Effizienzsteigerung des Schienenverkehrs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Kombinierter Verkehr, Modal-Split, Liberalisierung, Alpenquerender Verkehr, Kostenwahrheit und Wettbewerbsfähigkeit.

Welche Rolle spielen die Transitabkommen in der Arbeit?

Die Transitabkommen werden als zentrale politische Steuerungsinstrumente in Österreich und der Schweiz analysiert, um zu zeigen, wie der Transitverkehr auf die Schiene verlagert werden soll.

Warum ist die Analyse der Bahnreformen in Deutschland und Europa wichtig?

Die Reformen sind notwendig, um die starren Strukturen der ehemaligen Staatsbahnen aufzubrechen und die Voraussetzungen für einen diskriminierungsfreien Netzzugang und einen echten Wettbewerb zu schaffen.

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Details

Title
Perspektiven des Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße nach der Deregulierung des europäischen Verkehrsmarktes - untersucht am Beispiel des Alpentransits
College
University of Marburg  (Fachbereich Geographie)
Grade
1,1
Author
Christoph Büchner (Author)
Publication Year
2000
Pages
130
Catalog Number
V143
ISBN (eBook)
9783638101028
ISBN (Book)
9783656058519
Language
German
Tags
Perspektiven Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße Deregulierung Verkehrsmarktes Beispiel Alpentransits
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Büchner (Author), 2000, Perspektiven des Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße nach der Deregulierung des europäischen Verkehrsmarktes - untersucht am Beispiel des Alpentransits, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143
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