Die Arbeit wird sich damit beschäftigen, wie es Haring möglich war, Kunst für alle zu kreieren. Zu Keith Haring findet man eine Fülle an Forschungsliteratur und besonders interessant ist auch die Tatsache, dass der Künstler selbst viele Interviews gegeben hat. In jenen erklärt er immer wieder, dass seine Werke für die Öffentlichkeit, frei von Rassen, Sexualität oder Ständen, bestimmt waren. Es war ihm wichtig, eine Verbindung und ein Einverständnis zwischen Kunst und Gesellschaft zu schaffen.
Keith Haring, geboren am 4. Mai 1958 in Pennsylvania USA, wird zu seiner Zeit, und auch heute noch, als großer Künstler gepriesen. Es zeigte sich bei ihm bereits sehr früh ein künstlerisches Talent. Jenes wurde dann 1976 an der Ivy School of Professional Art in Pittsburgh mit einem Werbegrafik Studium, und später, 1978, mit einem Studium an der School of Visual Arts in New York, gefördert. Kurz darauf folgte bereits seine erste Einzelausstellung. Obwohl der Künstler mehr als 100 Ausstellungen hatte, darunter die Biennale in Venedig, hatte er eine sehr kurze Schaffensperiode, die nur zwölf Jahre betrug. Diese Tatsache ist seiner Erkrankung an AIDS verschuldet, an deren Folgen Haring im Jahre 1990, im Alter von nur 31 Jahren, in New York verstarb. Neben der Aufmerksamkeit, die Haring seit 1985 über seine Werke auf AIDS richtete, gründete der erkrankte Künstler 1989 die Keith Haring Foundation: Ihr Ziel war es AIDS-Organisationen, wie auch Kinder-Hilfsprogramme weltweit finanziell zu unterstützen.
Seine Werke gehören vor allem zur sogenannten Pop Art. Der Künstler selbst wird als Neoexpressionist bezeichnet. Neben seinen berühmten Figuren auf Mauern und LKW Planen, war Haring aber auch Bildhauer. Abgesehen von den Skulpturen, dekorierte der Künstler z.B. u.a. Vasen und verwandelt sie somit in Pop-Objekte. In den 1979 und 1980er Jahren betrieb er Videokunst, indem er Wortspiele auf Schildern präsentierte.
Wichtig war Keith Haring bei seinen Werken, dass sie für jeden zugänglich waren. Das war auch einer der Gründe für die Eröffnung seines Pop Shops 1986 in New York, auf den ich in der folgenden Arbeit später noch näher eingehen werde. Neben der Tatsache, dass man seine Kunst kaufen konnte, wollte er aber auch, dass man seine Werke nicht nur als Künstler verstand, sondern, dass seine Werke, und somit auch seine Themen, in der Öffentlichkeit verstanden und diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. VON DER ABSTRAKTION ZUR FIGURATION
3. SUBWAY DRAWINGS (1980 – 1985)
4. MOTIVE UND THEMEN
4.1 SEXUALITÄT UND AIDS
4.2 RASSISMUS
5. POP SHOP
6. EXEMPLARISCHER WERKVERGLEICH
6.1 A.R. PENCK
6.2 PAUL KLEE
7. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Schaffen des Künstlers Keith Haring unter dem Aspekt seines lebenslangen Strebens, Kunst für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei wird analysiert, wie Haring durch eine Synthese aus figurativer Street Art, eigener Zeichensprache und expliziter Thematisierung gesellschaftlicher Missstände eine universelle Kommunikationsebene schuf.
- Entwicklung des künstlerischen Stils von der Abstraktion zur Figuration
- Die Rolle der „Subway Drawings“ als demokratisierter Kunstraum
- Soziales und politisches Engagement in Werken zu AIDS und Rassismus
- Kommerzialisierung und Partizipation durch den „Pop Shop“
- Künstlerische Vergleiche mit A.R. Penck und Paul Klee
Auszug aus dem Buch
3. Subway Drawings (1980 – 1985)
One day, riding the subway, I saw this empty black panel where an advertisement was supposed to go. I immediately realized that this was the perfect place to draw. I went back above ground to a card shop and bought a box of white chalk, went back down and did a drawing on it. It was perfect-soft black paper; chalk drew on it really easily… The other part that was great about it was the whole thing was a performance.8
Das war das Moment, in dem die Idee für die Subway Drawings entstand. Keith Haring hatte eine Strecke, die er regelmäßig abfuhr, nur um die Drawings anzubringen. Die Botschaft, die hinter den Subway Drawings steckte, war es Kunst für alle zugänglich zu machen. Haring bemalte hierfür die schwarze Werbefläche in den U-Bahn-Stationen mit weißer Kreide.
Während den fünf Jahren, in denen die Subway Drawings entstanden sind, ist es ihm gelungen zwischen 5.000 und 10.000 Tags auf den New Yorker Werbeflächen anzubringen. (Abb. 2) Die Zeichnungen waren illegal und somit musste der Künstler stets damit rechnen, verhaftet zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Biografische Einführung zu Keith Haring und Darstellung seines künstlerischen Grundanliegens, Kunst für jeden zugänglich zu machen.
2. VON DER ABSTRAKTION ZUR FIGURATION: Untersuchung des Übergangs von abstrakten Einflüssen hin zur Entwicklung einer spezifischen, zeichenhaften Bildsprache.
3. SUBWAY DRAWINGS (1980 – 1985): Analyse des künstlerischen Eingriffs im öffentlichen Raum der New Yorker U-Bahn als performativer Akt der Demokratisierung.
4. MOTIVE UND THEMEN: Darstellung der zentralen Sujets wie Sexualität, AIDS und Rassismus als treibende Kräfte seines künstlerischen Engagements.
5. POP SHOP: Betrachtung der Eröffnung des Pop Shops als bewusste Entscheidung für Massenverbreitung und Partizipation.
6. EXEMPLARISCHER WERKVERGLEICH: Kontrastierung von Harings Stil mit den Ansätzen von A.R. Penck und Paul Klee hinsichtlich Linienführung und Symbolik.
7. FAZIT: Zusammenfassung der Bedeutung Harings als Vorläufer für eine universelle Bildsprache in einer modernen, digitalen Welt.
Schlüsselwörter
Keith Haring, Pop Art, Neoexpressionismus, Subway Drawings, AIDS, Rassismus, Pop Shop, Bildsprache, Figuren, Strahlendes Baby, A.R. Penck, Paul Klee, Wandmalerei, Street Art, gesellschaftliches Engagement
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen der Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie Keith Haring den Anspruch verfolgte, Kunst durch Zugänglichkeit und eine eigene, leicht verständliche Bildsprache für die breite Masse erfahrbar zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Bildsprache Harings, seiner Arbeit im öffentlichen Raum, seiner Auseinandersetzung mit Diskriminierung und AIDS-Aufklärung sowie seiner Rolle im Kunstmarkt durch den Pop Shop.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Haring es schaffte, gesellschaftliche Tabuthemen und komplexe politische Beobachtungen in eine universell rezipierbare Ästhetik zu übersetzen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine kunstwissenschaftliche Analyse, die den Werdegang des Künstlers, seine publizierten Aussagen, eine Untersuchung seiner Bildmotive und eine vergleichende Werkbetrachtung mit anderen Künstlern kombiniert.
Was charakterisiert den Hauptteil der Arbeit?
Im Hauptteil werden Harings "Subway Drawings", die Symbolik seines "Alphabets", sowie sein politisches Handeln etwa im Rahmen der AIDS-Krise und der Apartheid-Debatte detailliert besprochen.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Pop Art, soziale Teilhabe, visuelle Kommunikation und die Verbindung von Kunst und Zeitgeschichte definieren.
Wie beeinflusste die AIDS-Erkrankung die künstlerische Ausrichtung?
Die Diagnose führte dazu, dass Haring Themen wie Tod, Vergänglichkeit und Safer Sex explizit in sein Werk integrierte und die Kunst stärker als Mittel der aktiven Aufklärung und politischen Mahnung nutzte.
Warum führt die Autorin einen Vergleich mit A.R. Penck und Paul Klee durch?
Der Vergleich dient dazu, Harings eigene, durch Einfachheit und Linienführung geprägte Ästhetik in einen kunsthistorischen Kontext zu setzen, um Parallelen in der Absicht, eine universelle Bildsprache zu schaffen, zu verdeutlichen.
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- Magalie Desorbay (Author), 2019, Der Künstler Keith Haring und die Figuration nach 1960. Kunst für alle?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1430215