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Paradigmenwechsel der Entwicklungspolitik der Weltbank seit dem Washington Consensus

Title: Paradigmenwechsel der Entwicklungspolitik der Weltbank seit dem Washington Consensus

Seminar Paper , 2001 , 21 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Internationale multilaterale Entwicklungszusammenarbeit begann nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Gründung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) 1945 als Ergebnis der Konferenz von Bretton-Woods 1944. Liberale und neoklassische Wirtschaftstheorien prägten die Anfänge der Entwicklungshilfe und im Rahmen modernisierungstheoretischer Überlegungen1 konzentrierte sich die Weltbank vor allem auf kapital- und technologieintensive Infrastrukturprojekte (Staudammbauten etc.). In den 60er Jahren rückten die aufkommenden Dependenztheorien2 die Rolle des Staates in den Mittelpunkt des Interesses und sektorale Programme wurden zunehmend gefördert. „Grundbedürfnisorientierung“ und „investment in the poor“ sind Schlagworte der Entwicklungspolitik der 70er Jahre. Die Armutsbekämpfung wurde unter Weltbankpräsident Mc Namara erstmals explizites Ziel der Weltbankpolitik.3 Auf Makroebene sorgte ab 1980 die Einführung der Strukturanpassung für weitreichende wirtschaftliche Reformen und zunehmende Minimalisierung des Staates. Anfang der 90er wurde deutlich, dass ein liberaler Markt allein nicht in der Lage ist, positive wirtschaftliche und soziale Entwicklung gleichberechtigt zu steuern. Die Entwicklungspolitik von heute hat die Bedeutung sozialer Entwicklungsaspekte sowie die Rolle des Staates im Entwicklungsprozess neu erkannt und definiert.

Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Entwicklungspolitik der Weltbank seit den 80er Jahren beschäftigen. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei die Entwicklung der Paradigmen seit den 90er Jahren. Der „neue Entwicklungsansatz“, der eine Abkehr vom 1980 getroffenen Washington Consensus impliziert, soll vorgestellt und seine einzelnen Komponenten näher betrachtet werden. Die Arbeit wird sich zudem mit dem Ende der 90er Jahre vom Weltbankpräsidenten Wolfensohn entwickelten „Comprehensive Development Framework“ (CDF) beschäftigen, das einen Versuch der Operationalisierung der neuen Entwicklungsparadigmen darstellt. Abschließend sollen diese theoretischen Überlegungen in ihrer Anwendung auf die Praxis kritisch betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Entwicklungspolitik von Bretton-Woods bis heute

2 Entwicklungspolitik nach dem Washington Consensus

2.1 Strukturanpassung in den 80er Jahren

2.2 Kritik und Schwächen des Programms

2.2.1 Inhaltliche Kritik

2.2.2 Methodische Kritik

3 Aktuelle weltweite Entwicklungstrends

4 Neuorientierung: Vom Paradigma des Washington Consensus zum holistischen Entwicklungsbegriff

4.1 Abkehr vom Washington Consensus

4.2 Neue Elemente der Entwicklung

4.2.1 Menschliche Entwicklung

4.2.2 Kooperation und Koordination

5 „The State in a changing world“ – Der Good-Governance Ansatz

5.1 Die Afrikastudie – Anfänge des Konzepts

5.2 Die Neudefinition des Staates – Das Good Governance Konzept der Weltbank

6 Das „Comprehensive Development Framework“ (CDF)

6.1 Grundlage

6.2 Idee

6.3 Prinzipien

6.4 Aufbau

7 Kritik und Fazit

8 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Analyse des Wandels in der Entwicklungspolitik der Weltbank seit den 1980er Jahren, insbesondere der Abkehr vom neoliberalen Paradigma des Washington Consensus hin zu einem holistischen Entwicklungsverständnis. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie die Weltbank neue Konzepte wie das „Comprehensive Development Framework“ (CDF) und den Good-Governance-Ansatz integriert hat, um komplexere, nicht rein ökonomische Herausforderungen der globalen Entwicklung zu bewältigen.

  • Historische Einordnung der Entwicklungspolitik seit Bretton-Woods.
  • Kritische Würdigung der Strukturanpassungsprogramme der 1980er Jahre.
  • Analyse globaler Trends wie Demokratisierung, Urbanisierung und technologische Revolution.
  • Untersuchung des Good-Governance-Ansatzes und der Neudefinition der Rolle des Staates.
  • Operationalisierung des holistischen Entwicklungsbegriffs durch das Comprehensive Development Framework (CDF).

Auszug aus dem Buch

Die Neudefinition des Staates – Das Good Governance Konzept der Weltbank

In der heutigen Diskussion existieren zwei gewichtige Interpretationen von Good Governance. Dies sind zum einen, der enger gefasste „administrative“ Kernbereich, der der Interpretation der Weltbank entspricht und zum anderen ein umfassenderer auch „politischer“ Assoziationsbereich, der dem des Entwicklungshilfeausschusses der OECD (Development Assistance Committee – DAC) entspricht. Die Grenzziehung zwischen diesen zwei Bereichen leitet sich aus dem statuarischen Weltbankmandat ab. Da der auch „politische“ erweiterte Good Governance Begriff außerhalb des statuarischen Zuständigkeitsbereiches der Weltbank liegt, soll im folgenden nur auf den „quasi ökonomischen“ oder administrativen Kernbereich von Good Governance genauer eingegangen werden.

Grundlage der Governance-Konzeption der Weltbank ist die Shihata Studie, welche die Aufgabe hatte, das Verhältnis zwischen der Governance-Thematik und dem offiziellen, aus den Statuten ableitbaren Mandat der Weltbank zu klären. Ausgehend von den Zweckartikeln und dem statuarischen Politikverbot der Weltbank definierte die Shihata-Studie einen politischen, das heißt für die Weltbank irrelevanten sowie einen technischen, also den für die Weltbank relevanten Governance-Bereich. Im Sinne einer Eingrenzung des Zuständigkeitsbereiches der Weltbank propagierte die Shihata-Studie eine enge Governance Definition und forderte, dass „governance becomes an issue of concern to the Bank only in its strict sense of the good order required for a positive investment climate and for the efficient use of resources”.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Weltbankpolitik seit 1945 ein und erläutert den Übergang von rein infrastrukturorientierten Projekten zu den Strukturanpassungsprogrammen der 1980er Jahre.

2 Entwicklungspolitik nach dem Washington Consensus: Dieses Kapitel analysiert die Strukturanpassung der 1980er Jahre, deren Fokus auf makroökonomischer Stabilisierung lag, und beleuchtet die inhaltliche sowie methodische Kritik an diesem Ansatz.

3 Aktuelle weltweite Entwicklungstrends: Hier werden globale Entwicklungen wie Demokratisierung, demografischer Druck und technologische Veränderungen beschrieben, die die Entwicklungspolitik vor neue Herausforderungen stellen.

4 Neuorientierung: Vom Paradigma des Washington Consensus zum holistischen Entwicklungsbegriff: Das Kapitel erläutert den Paradigmenwechsel unter Wolfensohn und Stiglitz, der den Staat nicht mehr als minimalen Akteur, sondern als notwendigen Partner für nachhaltige Entwicklung definiert.

5 „The State in a changing world“ – Der Good-Governance Ansatz: Der Fokus liegt auf der Aufarbeitung der Afrikastudie, die das Scheitern bisheriger Ansätze auf eine „Crisis of Governance“ zurückführte und den Staat als regulierende Instanz neu bewertete.

6 Das „Comprehensive Development Framework“ (CDF): Dieses Kapitel beschreibt das CDF als zentrales Planungs- und Management-Werkzeug, das Entwicklung als ganzheitlichen und partizipativen Prozess begreift.

7 Kritik und Fazit: Das Schlusskapitel resümiert, dass der holistische Ansatz zwar einen Fortschritt darstellt, jedoch weiterhin kritische Fragen bezüglich der Rolle des Staates und der Machtverhältnisse in der globalisierten Welt offenbleiben.

8 Literatur: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Monographien, Sammelbände, Zeitschriftenartikel und Internetquellen auf.

Schlüsselwörter

Weltbank, Entwicklungspolitik, Washington Consensus, Strukturanpassung, Good Governance, Comprehensive Development Framework, Armutsbekämpfung, Staatlichkeit, Demokratisierung, Globalisierung, Holistischer Ansatz, Konditionalität, Nachhaltige Entwicklung, Reformen, Institutionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den grundlegenden Wandel der Entwicklungspolitik der Weltbank von den 1980er Jahren bis zur Jahrtausendwende, weg von einer rein neoliberalen Ausrichtung hin zu einem ganzheitlichen Entwicklungsmodell.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Strukturanpassungsprogramme, die Kritik an Konditionalitäten, der Good-Governance-Ansatz sowie das Comprehensive Development Framework (CDF) als neues Steuerungsinstrument.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Paradigmenwechsel innerhalb der Weltbank nachzuvollziehen und zu prüfen, wie die Institution auf das Scheitern früherer Entwicklungsstrategien reagiert hat, um komplexe soziale und politische Prozesse besser zu erfassen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung wissenschaftlicher Literatur, der Analyse von Weltbankberichten sowie einer deskriptiven Darstellung von Entwicklungsparadigmen im historischen Kontext.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Kritik am Washington Consensus, die Vorstellung des Good-Governance-Ansatzes sowie die detaillierte Ausarbeitung des Comprehensive Development Frameworks als Versuch, Entwicklung ganzheitlich zu operationalisieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Weltbank, Strukturanpassung, Good Governance, holistischer Ansatz, Armutsbekämpfung und Comprehensive Development Framework charakterisieren.

Welche Bedeutung hat das „Comprehensive Development Framework“ (CDF) für die Weltbank?

Das CDF dient als „Kompass“ anstelle eines rigiden „Blueprints“; es soll die Koordination zwischen verschiedenen Akteuren verbessern und eine länderspezifische, partizipative Entwicklungsstrategie ermöglichen.

Inwieweit wird die Rolle des Staates in der neuen Entwicklungspolitik bewertet?

Im Gegensatz zum früheren Konzept des minimalen Staates erkennt die Weltbank nun an, dass ein handlungsfähiger Staat essenziell für die Bereitstellung von Rahmenbedingungen und die Förderung des Privatsektors ist.

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Details

Title
Paradigmenwechsel der Entwicklungspolitik der Weltbank seit dem Washington Consensus
College
University of Hannover  (Institut für Soziologie)
Course
Wandel von Staatlichkeit in Lateinamerika
Grade
sehr gut
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2001
Pages
21
Catalog Number
V14303
ISBN (eBook)
9783638197458
Language
German
Tags
Paradigmenwechsel Entwicklungspolitik Weltbank Washington Consensus Wandel Staatlichkeit Lateinamerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2001, Paradigmenwechsel der Entwicklungspolitik der Weltbank seit dem Washington Consensus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14303
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