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Gestaltungshinweise für agile Software-Entwicklungsprojekte unter dem Blickwinkel der Kybernetik

Title: Gestaltungshinweise für agile Software-Entwicklungsprojekte unter dem Blickwinkel der Kybernetik

Master's Thesis , 2009 , 122 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl. Inf. FH Ulrich Biberger (Author)

Business economics - Information Management
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Summary Excerpt Details

Agile Software-Entwicklungsprojekte und deren Management verfolgen mitunter radikal andere Paradigmen als die weithin etablierten, klassisch bekannten Vorgehensmodelle. Diese Paradigmen beeinflussen die Struktur, also die Organisation von Projekten ebenso wie deren Verhalten. Angesichts der Komplexität der heutzutage zu erstellenden Softwareprodukte ist die Einfachheit der Regeln in agilen Methoden wie Scrum überraschend. Ein Blick in die Praxis zeigt, dass die reine Lehre für große Projekte zwar ein guter Ratgeber, für sich alleine aber nicht ausreichend ist.
Im Unterschied zur traditionellen Projektabwicklung akzeptieren agile Methoden die Tatsache, dass der Softwareentwicklungsprozess nicht vollständig beherrschbar ist. Erst während der Softwareentwicklung manifestieren sich technische und fachliche Problemstellungen, auf die ein Projekt der jeweiligen Situation angemessen reagieren muss. Mit diesem Blick hin zu einer evolutionären Projektkultur werden Parallelen zur Kybernetik erkennbar. Die Kybernetik beschäftigt sich seit mehreren Jahrzehnten mit dem Phänomen der Komplexität und deren Beherrschbarkeit. Stafford Beer veröffentlichte 1959 ein Modell, das die Voraussetzungen für überlebensfähige komplexe Organisationen beschreibt. Als „Modell des lebensfähigen Systems“ („Viable System Model“) zeigt es, welche strukturellen Elemente eine Organisation notwendigerweise aufweisen muss, um angemessen mit Störungen umzugehen und langfristig in einem komplexen Umfeld zu bestehen. Die Erkenntnisse daraus können durchaus auch bei der Frage der Organisation von Softwareentwicklungsprojekten helfen. Projekte sind „Organisationen auf Zeit“, wodurch aber der Aspekt der Lebensfähigkeit nicht obsolet wird, denn zumindest für die Zeitspanne der Projektdauer muss das Projekt lebensfähig sein, also mit Ereignissen aller Art angemessen umgehen können.
Die Arbeit verfolgt drei aufeinander aufbauende Ziele. Erstes Ziel ist das Erarbeiten der Problemfelder, die nicht triviale agile Projekte gegenwärtig beschäftigen. Dabei steht Scrum als agile Methode im Vordergrund. Im zweiten Schritt erfolgt eine analytische Abbildung einer Scrum Projektorganisation auf das Viable System Model mit dem Zweck, Abweichungen zu identifizieren und diese im Kontext der erarbeiteten Problemfelder zu interpretieren. Drittes Untersuchungsziel der Arbeit ist das Ableiten konkreter Gestaltungshinweise um typischen Problemfeldern agiler Projekte aktiv entgegenzuwirken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2 Einführung

2.1 Ausgangssituation

2.2 Problemstellung

2.3 Untersuchungsziele

2.4 Untersuchungsverfahren und Aufbau der Arbeit

3 Agile Softwareentwicklung

3.1 Bedarf nach neuen Lösungsansätzen in der Softwareentwicklung

3.2 Idee des agilen Vorgehens

3.3 Scrum als konkretes agiles Modell

3.3.1 Selbstverständnis der Beteiligten

3.3.2 Schwerpunkt auf direkte Kommunikation

3.3.3 Werkzeuge zur Koordination und Transparenz

3.3.4 Typischer Ablauf während der Entwicklung

3.3.5 Scrum für große Projekte skalieren

3.4 Verbesserungsbedarf trotz Scrum und Agilität

3.4.1 Problemfeld „Projektorganisation“

3.4.2 Problemfeld „Projektdurchführung“

3.4.3 Problemfeld „Projektsteuerung“

4 Komplexitätsorientiertes Management

4.1 Bezugsrahmen Systemtheorie und Kybernetik

4.2 Managementkybernetik in der Softwareentwicklung

4.3 Systemaspekte in der Kybernetik

4.3.1 Systembegriff

4.3.2 Struktur, Verhalten und Selbstorganisation

4.3.3 Komplexität und Komplexitätsbewältigung

4.4 Regelaspekte in der Kybernetik

4.4.1 Steuerungsprozesse

4.4.2 Regelkreise

4.4.3 Homöostase und ultrastabile Systeme

4.4.4 Autopoietische Systeme

4.4.5 Lebensfähige Systeme

4.5 Kybernetik in der Softwareentwicklung kritisch reflektiert

5 Agiles Projektmanagement aus Sicht des lebensfähigen Systems

5.1 Methodik der Analyse

5.2 Systembildung: Einordnung in Rekursionsebenen

5.2.1 Rekursionsebene-1: Das betrachtete System

5.2.2 Rekursionsebene-2: Untergeordneten Systeme

5.2.3 Rekursionsebene-0: Übergeordnete Systeme

5.3 Elementare Organisationseinheit: Scrum-Team

5.3.1 Aufgaben der elementaren Organisationseinheit im Viable System Model

5.3.2 Ableitung von Anforderungen an agile Software-Entwicklung

5.3.3 Diagnose der Ist-Situation

5.3.4 Gestaltungshinweise und Einblicke in die Praxis

5.4 System 1: Verbund mehrerer Scrum-Teams

5.4.1 Aufgaben des System-1 im Viable System Model

5.4.2 Ableitung von Anforderungen an agile Software-Entwicklung

5.4.3 Diagnose der Ist-Situation

5.4.4 Gestaltungshinweise und Einblicke in die Praxis

5.5 System-2 : Mehrere Scrum-Teams und deren Koordination

5.5.1 Aufgaben des System-2 im Viable System Model

5.5.2 Ableitung von Anforderungen an agile Software-Entwicklung

5.5.3 Diagnose der Ist-Situation

5.5.4 Gestaltungshinweise und Einblicke in die Praxis

5.6 System-3: Scrum-Teams operativ steuern

5.6.1 Aufgaben des System-3 im Viable System Model

5.6.2 Ableitung von Anforderungen an agile Software-Entwicklung

5.6.3 Diagnose der Ist-Situation

5.6.4 Gestaltungshinweise und Einblicke in die Praxis

5.7 System 4: Das Projekt langfristig ausrichten

5.7.1 Aufgaben des System-4 im Viable System Model

5.7.2 Ableitung von Anforderungen an agile Software-Entwicklung

5.7.3 Diagnose der Ist-Situation

5.7.4 Gestaltungshinweise und Einblicke in die Praxis

5.8 System 5: Identität und Projektleitlinien

5.8.1 Aufgaben des System-5 im Viable System Model

5.8.2 Ableitung von Anforderungen an agile Software-Entwicklung

5.8.3 Diagnose der Ist-Situation

5.8.4 Gestaltungshinweise und Einblicke in die Praxis

6 Ergebnisse und Ausblick

6.1 Untersuchungsverlauf und -ergebnisse

6.1.1 Untersuchungsergebnis zu: Erarbeitung von Problemfeldern agiler Scrum-Projekte

6.1.2 Untersuchungsergebnis zu: Modellabbildung und Interpretation

6.1.3 Untersuchungsergebnis zu: Ableitung von Gestaltungshinweisen

6.2 Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, agile Softwareentwicklungsprojekte durch die Anwendung kybernetischer Prinzipien, insbesondere des Viable System Models (VSM), besser steuerbar und skalierbar zu machen. Hierbei wird ein nicht triviales Scrum-Projekt als Untersuchungsobjekt genutzt, um Problemfelder zu identifizieren, diese kybernetisch abzubilden und daraus konkrete Gestaltungshinweise für die Praxis abzuleiten.

  • Analyse und Erarbeitung von Problemfeldern in großen agilen Scrum-Projekten
  • Anwendung des Viable System Models (VSM) auf agile Scrum-Strukturen
  • Identifikation von Diskrepanzen zwischen agiler Praxis und kybernetischen Anforderungen
  • Ableitung von Gestaltungshinweisen zur Verbesserung der Projektskalierung und -steuerung

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Schwerpunkt auf direkte Kommunikation

Gemäß dem agilen Manifest, wonach Individuen und Interaktion wichtiger sind als Tools und Prozesse (vgl. Kapitel 3.2), verpflichtet Scrum das Projektteam zu nur vier Arten von Abstimmungstreffen. Diese Treffen sind bezüglich Ablauf und Umfang wenigen, aber strengen Vorgaben unterworfen, die im Wesentlichen darauf abzielen, in fest definierter Zeit maximalen Informationsfluss zu gewährleisten. Folgende Besprechungsarten kennt Scrum (vgl. Wirdemann, 2009, S. 30f.):

Sprint-Planning-Meeting

Daily-Scrum-Meeting

Sprint-Review-Meeting

Sprint-Retrospective

Im Sprint-Planning-Meeting geht es darum, die Ziele des kommenden Sprints zu vereinbaren und sie in konkrete Aufgabenpakete zu zerlegen. Dafür steht dem Team ein Zeitfenster von exakt acht Stunden zur Verfügung. Im ersten Teil des Treffens vereinbaren der Product-Owner und das Team, welche Einträge des Product-Backlogs im kommenden Sprint umgesetzt werden können. Beide verpflichten sich am Ende des ersten Teils explizit, das Bestmögliche zum Erreichen des gesteckten Ziels zu geben. Dies wird in Scrum „Commitment“ genannt. Im zweiten Teil zerlegt das Team die ausgewählten Product-Backlog-Einträge in Arbeitspakete, die in das sogenannte Sprint Backlog übernommen werden. Jeder Eintrag im Sprint-Backlog umfasst einen kleinen, überschaubaren Arbeitsumfang. Im Laufe des Sprints werden diese Umfänge umgesetzt und Plan- und Istwerte verglichen. Auch noch während des Sprints können vom Team neue Einträge aufgenommen werden, falls Erkenntnisse aus der Realisierung dies notwendig machen.

Zusammenfassung der Kapitel

2 Einführung: Das Kapitel erläutert die Ausgangslage der Softwareentwicklung, definiert die Problemstellung der Skalierung und legt die Zielsetzungen sowie den Aufbau der Arbeit dar.

3 Agile Softwareentwicklung: Hier werden Grundlagen agiler Methoden und spezifisch Scrum behandelt, einschließlich der Rollen, Werkzeuge und Herausforderungen bei der Skalierung.

4 Komplexitätsorientiertes Management: Dieser Teil führt in die Systemtheorie und Kybernetik ein, um das notwendige theoretische Rüstzeug für die spätere Analyse bereitzustellen.

5 Agiles Projektmanagement aus Sicht des lebensfähigen Systems: Das Hauptkapitel bildet agile Strukturen systematisch auf das Viable System Model ab und leitet daraus Gestaltungshinweise ab.

6 Ergebnisse und Ausblick: Hier werden die Untersuchungsergebnisse zusammengefasst und Ansätze für zukünftige Forschung aufgezeigt.

Schlüsselwörter

Agile Softwareentwicklung, Scrum, Kybernetik, Viable System Model, VSM, Skalierung, Projektmanagement, Selbstorganisation, Komplexität, Systemtheorie, Projektorganisation, Projektsteuerung, System-1, System-5, Gestaltungshinweise

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie große und komplexe agile Softwareprojekte – insbesondere solche, die Scrum nutzen – durch die Anwendung kybernetischer Managementmodelle besser strukturiert und gesteuert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind agile Softwareentwicklungsmethoden (Scrum), kybernetische Systemmodelle (speziell das Viable System Model) und deren praktische Anwendung zur Verbesserung der Skalierbarkeit und Stabilität in Softwareprojekten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Problemfelder in komplexen Scrum-Projekten zu identifizieren, diese mithilfe des Viable System Models zu analysieren und daraus praxisnahe Gestaltungshinweise für das Projektmanagement abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methodik der Modellabbildung, bei der agile Scrum-Strukturen systematisch auf das Viable System Model von Stafford Beer abgebildet und auf ihre Viabilität (Lebensfähigkeit) geprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der kybernetischen Theorie, der anschließenden Modellierung verschiedener Unternehmensebenen (System-1 bis System-5) im VSM und der praktischen Diagnose sowie Gestaltung von Projekten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Agile Softwareentwicklung, Scrum, Viable System Model, Kybernetik, Selbstorganisation und Komplexitätsmanagement charakterisieren.

Wie kann das Modell beim Management helfen?

Das VSM hilft dabei, Feedbackschleifen zu erkennen und organisationale Strukturen so zu gestalten, dass sie vorausschauend auf Störungen reagieren können, anstatt nur operativ zu agieren.

Welche Rolle spielt das "Senior-Management" im VSM-Kontext der Arbeit?

Das Senior-Management wird als System-3 interpretiert, das für die operative Steuerung, Ressourcenverteilung und Synergiegewinnung zuständig ist, ohne dabei die Autonomie der Teams (System-1) zu untergraben.

Was bedeutet "Varietät" in diesem Kontext?

Varietät ist die Maßeinheit der Komplexität eines Systems; sie beschreibt die Anzahl der unterscheidbaren Zustände eines Systems. Das Gesetz der erforderlichen Varietät besagt, dass ein System nur dann kontrollierbar ist, wenn der Regulierer über eine mindestens ebenso große Varietät verfügt.

Warum ist das "Product-Owner"-Rollenbild problematisch?

Die Arbeit zeigt, dass die isolierte Rolle des Product-Owners in großen Projekten oft zu einem Flaschenhals führt, da sie die Kommunikation zwischen Team und Umwelt zu stark einschränkt, was der für komplexe Systeme notwendigen Varietät widerspricht.

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Details

Title
Gestaltungshinweise für agile Software-Entwicklungsprojekte unter dem Blickwinkel der Kybernetik
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik)
Grade
1,3
Author
Dipl. Inf. FH Ulrich Biberger (Author)
Publication Year
2009
Pages
122
Catalog Number
V143048
ISBN (eBook)
9783640538805
ISBN (Book)
9783640539642
Language
German
Tags
Projektmanagement Scrum Agilität Viable System Model Modell lebensfähiger Systeme Projektorganisation Vorgehensmodell Autonomie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Inf. FH Ulrich Biberger (Author), 2009, Gestaltungshinweise für agile Software-Entwicklungsprojekte unter dem Blickwinkel der Kybernetik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143048
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