Rohstoff der Keramikherstellung

Töpfern - Materiallehre in Archäologie


Hausarbeit, 2007
14 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einführung

2. Rohmaterial - was ist das eigentlich?
2.1 Ton
2.2 Magerung

3. Bedeutung des Rohmaterials für die Archäologie

4. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Abbildungen

1. Einführung

Seit schon fast 12000 Jahren ist das Handwerk der Töpferei und Keramikherstellung bekannt. Seit dieser Zeit haben sich die Grundsteine des Handwerks fast nicht verändert. Immer wenn es um Keramikherstellung geht braucht man Rohmaterial (Ton mit zusätzlichen Magerung), man brauch Feuer (bzw. Brennvorgang) und man braucht menschliches Können (bzw. Technologie), sei es Aufbereitung von Rohmaterial, Formen oder Brennen.

In meiner Arbeit habe ich mich auf Rohmaterial konzentriert und werde hiermit mich mit den Fragen von Ton als chemische Zusammensetzung, Magerung des Tons und deren Klassifikation und Bedeuthund der Rohstoffsdaten für Archäologie beschäftigen.

Interessant finde ich, dass die Bedeutung des griechischen Wortes „ceramos“ sich in erste Linie auf Ton als Rohmaterial und nicht zum Beispiel auf Funktion oder Herstellungstechnik der Keramik bezieht. Der Ton als ein Rohmaterial hat viele Eigenschaften, was ihn, sei es Paleolithikum oder heute, von anderen Materialien wie Holz, Stein oder Metall abgrenzt. Das sind die absolute Zuggängigkeit (was auch für die Kosten des Materials wichtige Rolle spielt), leichte Verarbeitung (die Umgang und Modellierung aus Ton, bzw. einfachste Formen davon, sind sogar für kleine Kinder leicht erlernbar) und absolute Vielseitigkeit des Materials (Baustoffe, Haushaltswahre, Schmuck, Möbel, sogar Werkzeuge und Waffen lassen sich aus dem Ton herstellen). Die Tonerzeugnisse bieten den Menschen den Vorteil, dass man sie überall und in großen Mengen produzieren kann. Die Entwicklung der keramischen Erzeugnissen kennt keine Grenzen und die Richtungen der Entwicklung basieren sich wie vor 12 tausend Jahren auf drei Bausteinen der Keramikherstellung: Rohmaterial, Brennvorgang und Technologie.

Die modernen Rohmaterialien finde ich nicht uninteressant, aber in Rahmen meiner Arbeit werde ich mich auf das Anfangsstadium des Rohstoffes konzentrieren.

2. Rohmaterial - was ist das eigentlich?

Das Rohmaterial lässt sich in zwei Bestandteile unterteilen. Zu einem besteht er aus Ton als tragender Stoff, zum anderen befindet sich da die Magerung als Beimischung.

2.1 Ton

„Tone sind die verwitterungs- Produkte silikathaltiger bzw. aluminiumhaltiger Gesteine"[1].

Die Prozesse, die für Entstehung des Tones verantwortlich sind, sind mechanische und chemische Verwitterung, so wohl auch die Hydration (die Anlagerung der Wassermolekühlen gibt dem Ton die nötige Elastizität). Die chemische Verwitterung ist als Oxydierung den Aluminium und Silizium (so wohl auch anderen Elementen) vorzustellen und mechanische Verwitterung als die Vermischung deren Molekülen. Je nach Ausgangsgestein, Klima, Bildungsvorgang und Transport der Partikel durch Wind und Wasser kann die Zusammensetzung des Tons variieren. „Die reine Tonsubstanz ist das sogenannte Kaolinit (Al²O³ 2SiO² 2H²O), das sich im durchschnitt aus etwa 39,4% Aluminiumoxid (Al²O³), 46,6 % Siliziumoxid (SiO² - ´Kieselsäure´) und 14,0% Wasser (H²O) zusammensetzt.“[2] (siehe Abb. 1, f. 15) Interessant dabei ist, dass „Beim brennen der Keramik verdunstet nicht nur das … „Anmachwasser“, sonder auch das im Kaolinit chemischgebundene Wasser.“[3], was der Endproduktion die nötige Härte und Wasserdichte gibt. Die meisten Tone haben nur noch ca. ½ des Kaolins, die anderen Beimengungen geben dem Ton unterschiedlichstes Spektrum der Eigenschafen und Eignungen. Verschiedene Tone erhalten verschiedene Tonminerale. Allerdings ist die Korngröße des Tonminerals immer weniger als 0,002 mm. In Geologie wird Ton als „ein… festkörniges Lockergestein“[4] bezeichnet. Im Grundaufbau bestehen die Tonminerale aus Tetraeder- und Oktaederschichten (sieh Abb. 2, f.16). Zwischen den Schichten des Kristallgitters lagert sich das Wasser. „Gleichzeitig sind die Tonminerale von Wasser umgeben. Dadurch können sie leicht gegeneinander verschoben werden, halten aber senkrecht zur Blättchenrichtung einen festen Zusammenhang, vergleichbar mit dem Verhalten zweier nasser Glasplatten.“[5] (siehe Abb. 3, f. 16) Die Dreischicht-Tonminerale lassen sich entsprechend der Oktaeder-Zentren in dioktaedrische (z. B. Muskovit) und trioktaedrische Minerale (z. B. Biotit) sowie nach anderen Kriterien (u. a. nach Kaliumgehalt und Aufweitbarkeit) in Illit, Montmorillonit, Vermiculit und (zwischen Illit auf der einen und Montmorillonit und Vermiculit auf der anderen Seite) Übergangsminerale unterteilen. Das wichtigste Vierschicht-Tonmineral ist das sekundäre Chlorit. In der Natur sind die Tone, bzw. Tonminerale, für Wasserhaushalt und Nahrungsstoffsgehalt des Bodens verantwortlich. Die Beimengungen zu den tragenden Tonmineralen können verschiedenen Mengen an Magnesium, Eisen, Natrium, Kalium, Calcium und anderen Stoffen beinhalten.

Die Plastizität des Tones läst ihn in verschiedenen Graden der „Fettigkeit“ zu unterscheiden. Diese Plastizität hängt von der Neigung der Tonmineralen zur Wasserablage an deren Oberfläche, diesen Effekt ist von Mineral zu Mineral unterschiedlich. Je feiner und dichter die Schlämmteilchen zu einander gelagert sind, desto „fetter“ wird dessen Ton beurteilt. Der „fette“ Ton „ … hat einen speckigen Glanz, fühlt sich glatt an und ist geschmeidig“[6] Der „fette“ Ton lässt sich leicht in die Länge ziehen und wird auch dem entsprechend als „langen“ Ton bezeichnet. Die enorme Plastizität und Dichte des „langen“ Tones sind die Ursachen dafür, dass beim Trocknen des Tones (und auch der Produktion aus dem Ton) ziemlich leicht die Spannung und als die Folge davon die Risse entstehen. Das kann aber leicht behoben werden in dem man den Ton die Magerung zusetzt. Der „mageren“ Ton ist nicht so plastisch, deswegen reist er sich schneller beim ziehen in der Länge. Er wird auch als „kurzer“ Ton bezeichnet. Der „kurze“ Ton füllt sich auch nicht so geschmeidig wie der „fette“ Ton an, weil die beigemischte Partikel sich erheblich nach Größe zu dem Körner des Tonminerals unterscheiden. Allerdings: „Die grundlegenden Voraussetzungen jeder Keramiktechnologie sind die Formbarkeit von Ton sowie die Möglichkeit, der erzielten Form durch nachfolgenden Brand Dauerhaftigkeit zu vermitteln.“[7] Deswegen sind die Zugabe von Magerung und die Wahl der Größe von den Magerungspartikeln bei der Herstellung des Rohmaterials nur mit dem Vorsicht zu genießen. Wie der Auswahl der Magerung erfolgt, werde ich in den Abschnitt „Magerung“ näher erläutern.

Wenn man als Handwerker auf dem Gebiet des Töpferns eigene Erfahrung gesammelt hat, erwartet man von dem Rohmaterial folgende Eigenschaften:

- Gute Formbarkeit der Masse
- Geringer Schwung beim Trocknen
- Hohe Standfestigkeit beim Brennen
- Geringe oder keine Verfärbung des Endproduktes

Diese „…Tatsachen waren in Mitteleuropa bereits im Jungpaliolithikum bekannt, jedoch dienten diese Kenntnisse zunächst allein der Fertigung von Kleinplastik, belegt durch Frauen- und Tierfigurchen aus dem Gravettien von Dolni Vestonice in Mähren.“[8] Der Zusatz von Magerung zum Ton hat Auswirkungen auf verschiedene Prozesse der Keramikherstellung. Deswegen ist die Magerung wichtiger Bestandteil des Rohmaterials.

[...]


[1] Schreg 1998, 7

[2] Schreg, 1998, 7

[3] Schreg 1998, 11

[4] Löffler 1987, 167

[5] Löffler 1987, 167

[6] Schreg 1998, 7

[7] Preuß 1998, 90

[8] Preuß 1998, 90

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Rohstoff der Keramikherstellung
Untertitel
Töpfern - Materiallehre in Archäologie
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Ur- und Frühgeschichte)
Veranstaltung
Übung: Keramik in der Archäologie: Herstellungstechnik, Formkunde und soziale Bedeutung
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V143054
ISBN (eBook)
9783640519934
ISBN (Buch)
9783640521937
Dateigröße
1140 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Keramik, Ton, Lehm, Archäologie, Herstellung, Magerung Scherben, Magerung, Rohstoff
Arbeit zitieren
Ilja Saev (Autor), 2007, Rohstoff der Keramikherstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143054

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