In der vorliegenden Arbeit wird die Frage erörtert, inwiefern die sprecherseitige Verwendung von Partikeln den Hörer steuert und welches Verhalten dadurch beim Hörer erzielt werden kann. Es werden die einzelnen Funktionen der Partikeln herausgearbeitet und untersucht, in welchen Zusammenhängen sie auftreten. Grundlage dieser Fragestellung ist ein Lehr-Lern-Diskurs mit einem 7-jährigen Jungen aus der ersten Klasse, der während dieser privaten Förderstunde in Form von Audioaufnahmen aufgezeichnet wurde. In einem weiteren Schritt wurde von dieser Tonaufnahme ein schriftliches Transkript erstellt. Die Relevanz der Fragestellung ergibt sich aus der Reflexion des Lehr-Lern-Diskurses insbesondere aus der Sicht der Lehrenden, indem die Fragestellung von der anderen Seite betrachtet, untersucht und beantwortet werden kann: Mit welchen sprachlichen Mitteln schafft es die Lehrperson, den Lernenden zur Mitarbeit zu motivieren? Weiterhin soll in diesem Zusammenhang untersucht werden, ob der Gebrauch der Partikeln Auswirkungen auf das Verständnis hat oder ob sie auch weggelassen werden könnten.
Die methodische Vorgehensweise ist funktional-pragmatisch, da der Fokus auf den gesellschaftlichen Funktionen, dem Zweck des sprachlichen Handelns liegt und während der Analyse illokutive Indikatoren in der Tiefenstruktur herausgearbeitet werden.9 Im folgenden Abschnitt werden zunächst einige theoretische Begriffe eingeführt und erläutert, bevor im anschließenden Teil einzelne Transkriptausschnitte in Bezug auf die Fragestellung analysiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Funktionale Pragmatik
2.2. Begriffe der Konversationsanalyse
2.3. Die Hörersteuerung in Vor- und Nachschaltungen
2.4. Die Modalpartikeln
3. Analyse einzelner Ausschnitte des Transkripts
3.1. Datengrundlage, Unterrichtskontext und methodisches Vorgehen
3.2. Analyse des Lehr-Lern-Diskurses
3.3. Zusammenfassung der Ergebnisse
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprecherseitige Verwendung von Partikeln im Kontext von Lehr-Lern-Diskursen und analysiert, inwiefern diese zur Steuerung des Hörers sowie zur Gestaltung sprachlicher Handlungen eingesetzt werden.
- Funktional-pragmatische Analyse von Unterrichtsinteraktionen
- Einsatz und Funktion von Modalpartikeln
- Hörersteuerung durch Vor- und Nachschaltungen
- Verknüpfung von Sprache und Handlungszielen
- Untersuchung von Transkriptausschnitten aus der Förderpraxis
Auszug aus dem Buch
2.1. Funktionale Pragmatik
Die funktionale Pragmatik begreift Sprache als eine Form menschlichen Handelns, das einen bestimmten Zweck verfolgt. In Organisationen wie Schulen und Universitäten ist das sprachliche Handeln den institutionellen Zwecken unterworfen, was bedeutet, dass sowohl die Mitglieder als auch die Klienten nur bedingt ihren eigenen Zwecken folgen können, sondern hauptsächlich die übergeordneten Zwecke der Institution erfüllen müssen. Das heißt, die funktionale Pragmatik fragt nach den übergeordneten gesellschaftlichen Zwecken, die mit Gesprächen in bestimmten Handlungsmustern vollzogen werden und somit explizit nach dem „Warum?“ und „Wozu?“ der beobachtbaren Sprechhandlungen. Sprachliches Handeln ist in der funktionalen Pragmatik immer eine Institution gebunden. Die funktionale Pragmatik versteht sprachliches Handeln als Kommunikation und bezieht sowohl die Wirklichkeit, die mentale Verarbeitung des Sprechers und Hörers als auch die sprachliche Oberfläche in die Analyse sprachlichen Handelns ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Es wird die Relevanz der mündlichen Kommunikationsanalyse erläutert und die methodische Grundlage sowie die Fragestellung definiert.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert Konzepte der funktionalen Pragmatik, Konversationsanalyse sowie spezifische Funktionen der Hörersteuerung und Modalpartikeln.
3. Analyse einzelner Ausschnitte des Transkripts: Hier wird der Unterrichtskontext dargestellt, die Transkripte funktional-pragmatisch ausgewertet und die Ergebnisse zusammengefasst.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Funktionen von Partikeln als Steuerungsinstrumente zusammen und beantwortet die zugrunde liegende Forschungsfrage.
Schlüsselwörter
Funktionale Pragmatik, Konversationsanalyse, Modalpartikeln, Hörersteuerung, Lehr-Lern-Diskurs, Sprachliches Handeln, Sprechhandlungen, Unterrichtskommunikation, Transkriptanalyse, Vor- und Nachschaltungen, Interaktionsanalyse, Förderunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse sprachlichen Handelns, insbesondere der Verwendung von Partikeln, innerhalb von Lehr-Lern-Diskursen im Unterrichtskontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Funktionale Pragmatik, die Konversationsanalyse, der Einsatz von Modalpartikeln sowie die Mechanismen der Hörersteuerung durch Lehrpersonen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, inwiefern die sprecherseitige Verwendung von Partikeln den Hörer steuert und mit welchen sprachlichen Mitteln eine Lehrperson den Lernenden zur Mitarbeit motiviert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin bedient sich der funktional-pragmatischen Methode, um anhand von Transkripten die illokutiven Indikatoren und die Zwecke der sprachlichen Handlungen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung und eine praktische Analyse, in der konkrete Transkriptausschnitte aus einer Förderstunde ausgewertet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie funktionale Pragmatik, Modalpartikeln, Hörersteuerung, Lehr-Lern-Diskurs und Unterrichtskommunikation charakterisiert.
Warum spielt die Hörersteuerung eine wichtige Rolle bei Modalpartikeln?
Die Hörersteuerung ist entscheidend, da Partikeln wie „mal“ oder „denn“ genutzt werden, um Vor- oder Nachschaltungen zu realisieren, die den Hörer in eine kommunikative Richtung lenken oder zur Antwort auffordern.
Welches Erkenntnisinteresse steht hinter der Analyse der ausgewählten Transkriptausschnitte?
Ziel ist es herauszuarbeiten, wie durch sprachliche Mittel eine gemeinsame Wissensbasis geschaffen und der Schüler gezielt zur aktiven Bearbeitung der Lerninhalte motiviert wird.
- Citar trabajo
- Jessica Trümpler-Pohl (Autor), 2023, Verwendung und Funktion von Modalpartikeln in Unterrichtsdiskursen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1430718