Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen Allgemeinen Überblick über die Begriffe Kultur
und Unternehmenskultur zu geben, sowie darauf aufbauend die Bedeutung der Unternehmenskultur für internationalen Unternehmung, die Terminologische und inhaltliche Grundlagen der Kulturproblematik, die Unternehmenskultur internationaler Unternehmungen, die Landeskultur in internationalen Unternehmungen, die kulturgeprägte Unternehmensformen und schließlich internationale Unternehmen in ihrer Multikulturalität zu erläutern.
Durch die wachsende Internationalisierung der Unternehmen fand bereits seit Beginn
der 70er Jahre zunehmend eine Auseinandersetzung mit kulturellen Fragestellungen
statt. Die Suche nach dem Grund für den Erfolg japanischer Unternehmen, welcher
mit dem ausgeprägten „Commitment“ der Mitarbeiter erklärt wurde, führte dazu, dass
die Unternehmenskultur Mitte der 80er Jahre, als eine der zentralen Einflussgrößen
für den unternehmerischen Erfolg in der internationalen Unternehmungstätigkeit anerkannt wurde.
Im ersten Abschnitt der Arbeit werden die zum Verständnis der Kultur, beziehung-sweise Unternehmenskultur, notwendigen Definitionen erklärt. Die Darstellung einiger wichtiger Modelle der Unternehmenskultur wird einen Überblick über die Vielschichtigkeit der Kulturproblematik geben.
Im zweiten Teil wird die Landeskultur der internationalen Unternehmung dargestellt und insbesondere auf zwei Kulturdimensionen eingegangen.
Im dritten Teil werden anhand der drei gewählten asiatischen Unternehmensformen die kulturellen Unterschiede besonders deutlich dargestellt und ergeben somit die kulturgeprägte Unternehmensformen.
Im letzten Teil wird die Unternehmung in ihrer Multikulturalität präsentiert, das auf Grund der immer ausgeprägten Internationalisierung zu Bedeutung nimmt.
Inhaltsverzeichnis
1. Kultur in der internationalen Unternehmung, Terminologische und in haltliche Grundlagen der Kulturproblematik und Unternehmenskultur internationaler Unternehmungen
1.1 Kultur
1.2 Unternehmenskultur
1.3 Das Modell von Schein.
2. Landeskultur in internationalen Unternehmungen
2.1 Kulturdimensionen nach Hall
2.2 Kulturdimensionen nach Hofstede.
3. Kulturgeprägte Unternehmensformen
3.1 Die japanischen Kereitsu.
3.2 Die koreanischen Chaebol
3.3 Die chinesischen Family Business Networks.
4. Internationale Unternehmen in ihrer Multikulturalität
4.1 Die Universalisten
4.2 Die Kulturisten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss kultureller Prägungen auf international tätige Unternehmungen, um ein fundiertes Verständnis für die Bedeutung der Unternehmenskultur im Kontext der Globalisierung zu vermitteln.
- Grundlegende Definitionen und Modelle von Kultur und Unternehmenskultur
- Analyse der Landeskultur anhand ausgewählter Kulturdimensionen
- Vergleichende Betrachtung spezifischer asiatischer Unternehmensformen
- Multikulturalität in internationalen Organisationen
- Gegenüberstellung universalistischer und kulturorientierter Managementansätze
Auszug aus dem Buch
1.1 Kultur
Bevor man die Kultur der Unternehmen begrifflich definiert, sollte man zuerst erläutern, was unter der Kultur im Allgemeinen zu verstehen ist. Kultur ist ein weit greifen des Thema der über 160 verschiedenen Definitionen verfügt.
Kultur ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt. Es betrifft somit die Technik, die Kunst, das Recht, die Moral, die Religion, die Wirt schaft, usw. Die Merkmale einer Kultur liegen den handelnden Personen unbewusst vor und sind durch Verhaltensweisen erfahrbar. Kultur ist ein kollektives Phänomen, das dem einzelnen dennoch die Möglichkeit der freien Entfaltung der Persönlichkeit gibt. Die Erlernbarkeit und Anpassungsfähigkeit der Kultur bleibt begrenzt da Kultur kein statisches sondern ein dynamisches Konstrukt ist.
„Kultur ist die Gesamtheit der Grundannahmen, Werte, Normen, Einstellungen und Überzeugungen einer sozialen Einheit, die sich in einer Vielzahl von Verhaltensweisen und Artefakten ausdrückt und sich als Antwort auf die vielfältigen Anforderungen, die an diese soziale Einheit gestellt werden, im Laufe der Zeit herausgebildet hat“.
Die Konfrontation mit unterschiedlichen Kulturen, gerade auch mit Kulturen in weiter entfernten Regionen führt immer mehr Wissenschaftlern vor Augen, dass Kultur ei nen Einfluss auf das Verhalten in und von Unternehmungen hat bzw. haben kann. Man geht sogar einen Schritt weiter und bezeichnet die Kultur als die zentrale Ein flussgröße der internationalen Unternehmenstätigkeit.
So schreibt der niederländische Wissenschaftler Geert Hofstede: „ The business of International Business is Culture“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kultur in der internationalen Unternehmung, Terminologische und in haltliche Grundlagen der Kulturproblematik und Unternehmenskultur internationaler Unternehmungen: Dieses Kapitel definiert den Kulturbegriff und führt das Eisbergmodell sowie das Kulturebenenmodell von Schein zur Veranschaulichung ein.
2. Landeskultur in internationalen Unternehmungen: Hier werden die Kulturdimensionen nach Hall und Hofstede analysiert, um Unterschiede zwischen Landeskulturen im internationalen Management greifbar zu machen.
3. Kulturgeprägte Unternehmensformen: Dieses Kapitel vergleicht drei spezifische asiatische Unternehmensformen – japanische Keiretsu, koreanische Chaebol und chinesische Family Business Networks – hinsichtlich ihrer Strukturen und Managementprinzipien.
4. Internationale Unternehmen in ihrer Multikulturalität: Die Arbeit diskutiert hier das Spannungsfeld zwischen den universalistischen Managementansätzen und dem kulturorientierten Verständnis von Organisationen.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die Unmöglichkeit einer einheitlichen Definition von Kultur und betont die Notwendigkeit für geschulte Akteure, kulturelle Unterschiede in der internationalen Unternehmensführung zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Kultur, Unternehmenskultur, Landeskultur, Kulturdimensionen, Schein, Hall, Hofstede, Keiretsu, Chaebol, Family Business Networks, Multikulturalität, Universalisten, Kulturisten, Internationales Management, Diversität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen von Kultur und Unternehmenskultur und deren maßgeblichen Einfluss auf das internationale Management.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Definition von Kultur, die Analyse von Kulturdimensionen, der Vergleich spezifischer asiatischer Unternehmensformen und der Umgang mit Multikulturalität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen allgemeinen Überblick über kulturelle Phänomene im Unternehmenskontext zu geben und deren Bedeutung für die internationale Unternehmenstätigkeit herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Es werden unter anderem das Eisbergmodell, das Kulturebenenmodell nach Schein sowie die Kulturdimensionen nach Hall und Hofstede zur theoretischen Untermauerung herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Unternehmenskultur, die Darstellung von Landeskultur-Ansätzen und die detaillierte Betrachtung von Keiretsu, Chaebol und Family Business Networks.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Unternehmenskultur, Kulturdimensionen, Multikulturalität, Keiretsu, Chaebol und der Gegensatz zwischen Universalisten und Kulturisten.
Warum ist das Verständnis der Unternehmenskultur für internationale Unternehmen so wichtig?
Da Kultur das Verhalten und die Kommunikation beeinflusst, ist ein tiefes Verständnis essenziell, um Kooperationsprobleme zu vermeiden und die Handlungsfähigkeit über Ländergrenzen hinweg zu sichern.
Was unterscheidet die "Universalisten" von den "Kulturisten"?
Universalisten gehen davon aus, dass Managementtechniken unabhängig von der Kultur universell einsetzbar sind, während Kulturisten davon überzeugt sind, dass alle Managementkonzepte kulturell bedingt sind.
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- Philippe Roger (Author), 2009, Kultur in der internationalen Unternehmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143077