Die Infrastruktur Südafrikas


Seminararbeit, 2000
13 Seiten, Note: sehr gut
Anonym

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Versorgungsinfrastruktur
2.1. Bildung
2.2. Gesundheit
2.3. Energie

3. Verkehrsinfrasturktur
3.1. Schienennetz
3.2. Straßennetz
3.3. Schiffahrt
3.3.1. Richards Bay
3.3.2. Durban
3.3.3. Saldanha Bay
3.3.4. Kapstadt
3.3.5. East London
3.3.6. Port Elizabeth
3.4. Luftverkehr

4. zusammenfassende Schlußbemerkung

5. Literatur

1. Einleitung

„Südafrika bietet eine hochentwickelte funktionierende Infrastruktur in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen des Zusammenlebens.“ (Industrieförderprogramm der BfAI)

„South Africa has a well-developed transportation system, the product of more than a century of government investment“ (Libery of Congress)

„Südafrika verfügt über eine in Afrika einmalige Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur.“ (Wiese)

Im Vergleich mit den anderen Staaten Subsahara-Afrikas wird die infrastrukturelle Ausstattung Südafrikas grundsätzlich gelobt. Eine Grundversorgung in den Bereichen Gesundheit und Bildung gilt als gewährleistet, der Energieverbrauch pro Kopf entspricht in etwa dem Großbritanniens und zwischen allen städtischen Zentren und in die Nachbarländer bestehen zuverlässige Verkehrsverbindungen, die nicht nur für Südafrika, sondern für die ganze SADC-Region von großer Bedeutung sind.

Ich werde mich im folgenden damit beschäftigen, diese Angaben im Rahmen dessen, was die Literatur bietet, etwas näher zu betrachten.

2. Versorgungsinfrastruktur

2.1. Bildung

Die Analphabetenrate beträgt nach offiziellen Angaben 18% (vgl. Weltalmanach 2000:751). Gegenwärtig besuchen ca. 2 Millionen Kinder keine Schule, obwohl seit dem 1996 verabschiedeten South African Schools Act allgemeine Schulpflicht für Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren besteht (vgl. DEG 1997:44). Fast 40% aller Südafrikaner haben entweder keinerlei Schulbildung oder nur eine Grundschulbildung ohne Abschluß. Auf der anderen Seite macht der Anteil der Akademiker nur einen Anteil von 3,5% der Bevölkerung aus (vgl. Stat. Bundesamt 1994:56).

Bei der Nennung dieser Durchschnittszahlen werden die zwischen den Bevölkerungsgruppen herrschenden großen Disparitäten überdeckt: Offiziell ist jegliche Form der Diskriminierung im Bildungswesen seit 1996 beseitigt; die Folgen der Apartheidspolitik manifestieren sich aber in kaum einem anderen Bereich so deutlich wie im Bildungswesen (vgl. Stat. Bundesamt 1994:53): 53% der schwarzen Bevölkerung besuchen die Schule nur bis zum Grundschulabschluß und lediglich 16% der schwarzen Schüler schließen die Standard 10-Prüfung (nach 10 Schuljahren) erfolgreich ab (vgl. Studienkreis für Tourismus und Entwicklung 1995:19). Des weiteren lassen sich auch starke Ungleichheiten in Bezug auf die Lehrerversorgung feststellen: so hatte 1993 im Durchschnitt ein Lehrer an schwarzen Schulen fast doppelt so viele Schüler zu unterrichten wie Lehrer der anderen Volksgruppen. Dazu kommt noch, daß Lehrer an den schwarzen Schulen oft schlechter ausgebildet sind als ihre Kollegen.

Die heutige Regierung ist sehr bemüht, die Bildung für alle Bevölkerungsgruppen zu fördern und gibt bereits mehr als ein Fünftel der gesamten Haushaltsausgaben für Bildungszwecke aus (vgl. Stat. Bundesamt 1994:55). Die Ausgaben werden in Zukunft eventuell noch erhöht werden müssen, da die Zahl der Schulpflichtigen kontinuierlich wächst.

Das Bildungswesen in Lesotho ist im Vergleich zu Südafrika schlechter entwickelt. 1995 waren nach Wiese (ebd. 1999:339) 71,3% der Bevölkerung alphabetisiert, was auf das durch Missionstätigkeit relativ gut entwickelte Grundschulwesen zurückzuführen ist. Die Schulen sind jedoch von schlechter Qualität und die Schülerzahl pro Lehrer steigt kontinuierlich an.

2.2. Gesundheit

Die ärztliche Versorgung in Südafrika hat sich im Verlauf der 70er und 80er Jahre deutlich verbessert, ist jedoch ebenfalls von starken Disparitäten gekennzeichnet: 1996 gab es in Südafrika 650 Krankenhäuser mit insgesamt 134.694 Betten (vgl. Munzinger 1999:4). In den städtischen Gebieten kommt auf 700 Einwohner ein Arzt, in den ländlichen Gegenden kümmert sich ein Arzt im Durchschnitt schon um 2.000 Menschen und erschreckend ist die Situation in den ehemaligen Homelands, wo ein Arzt durchschnittlich 20.000 Menschen versorgen muß (vgl. Studienkreis für Tourismus und Entwicklung 1995:19). Anders ausgedrückt bedeutet das, daß 80% der Ärzte in städtischen Gebieten praktizieren. Die Hälfte der Bevölkerung lebt jedoch auf dem Land! Die medizinische Versorgung der schwarzen Bevölkerung ist also wesentlich schlechter als die der weißen, die mehrheitlich in Städten lebt. Munzinger bringt diese unausgewogene Situation wie folgt zum Ausdruck: „Dem in Städten gut entwickelten Gesundheitswesen stehen noch immer eine höchst unzureichende medizinische Versorgung sowie teilweise katastrophale sanitäre und hygienische Verhältnisse in den ländlichen Gebieten gegenüber, wo ein Großteil der schwarzen Bevölkerung lebt.“ (ebd. 1999:3).

Eine verbreitete Krankheit ist noch immer die Tuberkulose und in erschreckend schnell zunehmendem Maße HIV/AIDS. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet im Januar letzten Jahres, daß bereits jeder zehnte Südafrikaner mit dem HI-Virus infiziert sei. In bestimmten Teilgruppen der Bevölkerung sind es sogar mehr, wie zum Beispiel unter jungen Frauen, im Alter von 15 bis 19 Jahren, bei denen die Infektionsrate in den Jahren 1998 bis 1999 um 65,4% gestiegen ist. Mehr als 22% aller Schwangeren seien infiziert, so die FAZ im März 1999. Überdurchschnittlich betroffen sind auch einzelne Berufsgruppen wie Angestellte im Transportwesen, Militär und Minenarbeiter. Untersuchungen des amerikanischen Statistikamtes befanden, daß die durchschnittliche Lebensdauer eines Südafrikaners in den letzten Jahren von 65 auf 56 Jahre gesunken sei und bis zum Jahr 2010 weiter auf 48 Jahre sinken wird.

Das Departement of National Health and Population Development hat mittlerweile ein AIDS-Kontrollprogramm gestartet und zahlreiche NGOs sind ebenfalls aktiv in der AIDS-Aufklärung und –prävention engagiert.

Lesotho hat 20 Krankenhäuser, von denen 11 durch den Staat und 9 durch kirchliche Träger unterhalten werden. Auf einen Arzt kommen laut Wiese (ebd. 1999:339) 19.880 Einwohner. Auch in Lesotho breitet sich AIDS immer weiter aus und oft muß die medizinische Hilfe aus Südafrika in Anspruch genommen.

2.3. Energie

Südafrika produziert fast die Hälfte des Stroms auf dem Kontinent und der Energieverbrauch pro Kopf entspricht etwa dem Großbritanniens. Die halbstaatliche Elektrizitätsgesellschaft ESKOM, die den Energiemarkt zu 97% beherrscht (vgl. Financial Mail 1999:67), stellte 1999 171.454 GWh zur Verfügung, die zum größten Teil in Kohlekraftwerken, 1995 zu 92,1%, erzeugt werden. Der so erzeugte Strom gehört zu den billigsten der Welt, weshalb andere Möglichkeiten der Energiegewinnung kaum eine Rolle spielen. Dabei sind die Voraussetzungen für die Erzeugung von Solarenergie im Sonnenland Südafrika überdurchschnittlich gut (vgl. Frankfurter Rundschau 23.12.1998). Der zweitgrößte Energieträger (1995:6,9%) ist unbeachtet dessen die Kernenergie, die in nur einem Kernkraftwerk (Koeberg bei Kapstadt) gewonnen wird.

Wiese (ebd. 1999:162) bezeichnet Südafrika als „Energieriesen“ und macht auf die großen ökologischen Probleme aufmerksam, die mit der Kohleverbrennung verbunden sind und Südafrika in Zukunft vor neue Herausforderungen und einen Kompromiß zwischen billiger Energie zur wirtschaftlichen Entwicklung und Umweltschutz stellen werden. Dennoch wird die billige Stromversorgung heute von Seiten der Regierung als eine wichtige Voraussetzung für eine schnelle wirtschaftliche Weiterentwicklung des Landes gesehen. Die Industrie ist Hauptabnehmer der Energie.

Die südafrikanischen Haushalte sind trotz des großen Energiedargebots nur zu 1/3 an das Stromnetz angeschlossen. In den ehemaligen Homelands haben sogar 80% der Haushalte keinen Anschluß (vgl. Studienkreis für Tourismus und Entwicklung 1995:19). Die Ausweitung der Elektrifizierung für bisher benachteiligte Bevölkerungsgruppen und Gebiete ist daher ein wichtiges Ziel des RDP. Geplant war ein Anschluß von 70% aller Haushalte bis 2000. In jüngster Vergangenheit arbeitet die Regierung Südafrikas darauf hin, ein Verbundnetz im gesamten südlichen Afrika aufzubauen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Infrastruktur Südafrikas
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Geografie)
Veranstaltung
Seminar zur Exkursionsvorbereitung Südafrika
Note
sehr gut
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V14308
ISBN (eBook)
9783638197489
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Infrastruktur, Südafrikas, Seminar, Exkursionsvorbereitung, Südafrika
Arbeit zitieren
Anonym, 2000, Die Infrastruktur Südafrikas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14308

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