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Der rechtmäßige Nachfolger des Propheten Muhammad. Die Rolle der Hariǧiten im frühen Islam in Bezug auf fitnah (ǧihād) unter Muslimen

Título: Der rechtmäßige Nachfolger des Propheten Muhammad. Die Rolle der Hariǧiten im frühen Islam in Bezug auf fitnah (ǧihād) unter Muslimen

Trabajo , 2019 , 21 Páginas , Calificación: 1,5

Autor:in: Eniz Brkić (Autor)

Orientalismo / Sinología - Estudios islámicos
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Ich werde im Folgenden zunächst die Situation, in der sich die erste Gemeinde unmittelbar nach dem Tod des Propheten befand, untersuchen, den Verlauf der Wahl des ersten Kalifen erläutern, die Auslegung eines Ausspruchs des Propheten in Bezug auf Designation am Teich Humm (Gadīr Humm) diskutieren, und dann die politischen Umstände, die zur Bildung der Hariğiten führten und deren theologischen und moralischen Dogmen erklären.

Nach dem Ableben des Propheten Muhammad im Jahr 632, sah sich die frühe islamische Gemeinde mit dem Problem befasst, die Nachfolge des Propheten zu regeln, da dieser selbst keine Regelung festgelegt hatte. Er hatte nicht nur in Makkah als Prophet gewirkt, sondern in Madīnah auch als Staatsmann. Das Problem: Er hinterließ keine männlichen Nachkommen, die sein religiöses und politisches Lebenswerk hätten fortführen können.

Sunnitische Geschichtsquellen sagen: Der Prophet bestimmte weder einen Nachfolger, noch hinterließ er Richtlinien für die Suche (Wahl). Die Šīʿitien sind dagegen komplett anderer Meinung, da sie sich dbzgl. auf andere Interpretation der vorhandenen Quellen berufen. Dies war einer der Hauptgründe, der später im historischen Verlauf, der ersten Gemeinde heftigen Unmut und Missstimmung brachte und zu einem regelrechten Bürgerkrieg (fitnah, ǧihād) unter Muslimen führte. Paradebeispiel dafür sind die Ḫariǧiten. Allerdings lagen schon in der Wahl Abū Bakr als Kalif, und dem vermeintlichen Übergehen ʿAlīs, die Wurzeln für die spätere Spaltung der Ummah in den šīʿitischen und sunnitischen Teil im Jahre 680.

Eine weitere Gruppe die in historischem Kontext als religiös-politische Oppositionsbewegung in Verbindung mit der Wahl des Kalifen wie auch mit der Abspaltung von der Ummah steht sind die Ḫariğiten. Trotz der engen Verbindung zwischen dem Fall Ḏu-l-Ḫuwayṣirah, der andere Gruppe die gegen ʿUsmān rebellierten, und den Ḫariğiten, die wegen dem taḥkīm gegen ʿAlī rebellierten, bezieht sich das terminologische Substantiv ḫawariğ/Ḫariğiten nur auf diejenigen, die sich wegen ihrer genauen Bedeutung gegen Arbitrage (taḥkīm) erhoben haben; weil nur die waren eine organisierte Gruppe mit der etablierten ideologischen Haltung, politisch organisiert, und nur sie hinterließen eine klare ideologische Spur in der islamischen Geschichte. Die grundlegende Doktrin dieser Gruppe und allgemeine Ansichten sind in der Gegenwart immer noch vorhanden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Überblick

3. Ereignisse unmittelbar nach dem Tod des Propheten

3.1 Die Saqīfah

4. Die Frage nach der rechtmäßigen Nachfolge des Propheten

4.1 Die Charakteristik(en) Abū Bakrs

4.2 Die Charakteristik(en) ʿAlīs b. Abī Ṭālib

5. Investitur/Designation am Ġadīr Ḫumm?

5.1. Sunnitische Ansichten

5.2. Šīʿitische Ansichten

6. Herkunft und Entstehung der Ḫariğiten

6.1 Politische Situation unter ʿUşmān und ʿAlī

6.2 Abspaltung der Ḫariğiten

6.3 Die grundlegende Doktrin und allgemeine Ansichten

7. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, die gesellschaftspolitischen und religiösen Hintergründe der frühen islamischen Nachfolgefrage zu analysieren, insbesondere im Kontext der Entstehung der Ḫariğiten und der kontroversen Interpretation des Ereignisses von Ġadīr Ḫumm als Ursprung der konfessionellen Spaltung zwischen Sunniten und Šīʿiten.

  • Die Machtstrukturen und Legitimationsfragen nach dem Tod des Propheten Muhammad.
  • Die Analyse der Saqīfah als entscheidendes historisches Ereignis für die Kalifatswahl.
  • Die Gegenüberstellung sunnitischer und šīʿitischer Interpretationen des Hadīth von Ġadīr Ḫumm.
  • Die Ursprünge, Entwicklung und ideologische Doktrin der Ḫariğiten als religiös-politische Oppositionsbewegung.

Auszug aus dem Buch

3. Ereignisse unmittelbar nach dem Tod des Propheten

Es gibt keine Meinungsverschiedenheiten unter den islamischen Gelehrten über den Tag an dem der Gesandte Gottes gestorben ist. Sie stimmen zu, dass es Montag im Monat Rabīʿu al-awwal war, sind sich jedoch nicht einig, an welchem Montag er gestorben ist.10

Der Prophet hatte keinen allgemein anerkannten Nachfolger hinterlassen und er hatte deutlich gemacht, dass er „das Siegel der Propheten“ ist, das letzte und größte, und es konnte auch keine Frage geben, ob jemand seine Rolle erben sollte.

Wie die Situation unter Muslime damals verwirrend und konfus war, kann man aus dem Bericht von aṭ-Ṭabarī deutlich erkennen:

„Der Gesandte Gottes starb, während ʿUmar anwesend war und Abū Bakr in as-Sunḥ war. [...] Als die Nachricht [vom Tod des Propheten] Abū Bakr erreichte, stieg er vor der Tür der Moschee ab, wo ʿUmar mit den Menschen sprach: »[...]Bei Gott wird der Gesandte Gottes [auch] zurückkehren und die Hände und Füße derer abschneiden, die behaupten, er sei tot.« Er [Abū Bakr] sagte: »Sei leise, o, ʿUmar!« ʿUmar weigerte sich zu schweigen und sprach weiter.

Als Abū Bakr sah, dass er nicht zuhören würde, ging er auf die Menschen zu. Als sie seine Worte hörten, kamen sie zu ihm und verließen ʿUmar. Nachdem er Gott gelobt und gepriesen hatte, sagte er: »O, Menschen! Wer auch immer Muḥammad verehrt hatte, muss wissen, dass Muḥammad tot ist; derjenigen aber, der Gott verehrt (angebetet hat), muss wissen, dass Gott Lebendig und Unsterblich ist.« Dann rezitierte er den Vers: »Muhammed ist nur ein Gesandter; so mancher andere Gesandten vor ihm gegangen (waren). Wenn er stirbt oder getötet wird, werdet ihr dann wieder auf den Fersen umkehren (wenden)? Wer sich wieder auf den Fersen wendet, nimmer schadet er Allah (keinen Schaden anrichten). Aber Allah wird wahrlich Dankbaren belohnen.«11 Bei Gott, als ob das Volk nicht (nie) wüsste, dass dieser Vers dem Gesandten Gottes (überhaupt) offenbart wurde, bis Abū Bakr ihn an diesem Tag rezitierte. Die Leute nahmen es ihm ab und es war [ständig] in ihrem Mund. ʿUmar sagte: »Bei Gott, als ich hörte, wie Abū Bakr es rezitierte, verlies mich die Kraft, so dass ich zu Boden fiel, weil meine Beine mich nicht tragen konnten. Ich wusste dann, dass der Gesandte Gottes tatsächlich gestorben war«.“12

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Konfusion nach dem Tod des Propheten und die daraus resultierende Notwendigkeit, ein neues Führungssystem für die junge islamische Gemeinde zu etablieren.

2. Historischer Überblick: Beleuchtet die politische Ausgangslage, die Spannungen zwischen Muhāğirūn und Anṣār sowie die Verwandtschaftsverhältnisse im Stamm der Qurayš.

3. Ereignisse unmittelbar nach dem Tod des Propheten: Analysiert das Machtvakuum und die chaotische Situation unmittelbar nach dem Ableben Muhammads.

3.1 Die Saqīfah: Detailbetrachtung des Treffens im überdachten Gebäude zur Treueeid-Leistung, das als Wendepunkt der Kalifatsfrage gilt.

4. Die Frage nach der rechtmäßigen Nachfolge des Propheten: Untersucht die Kriterien, die den Anspruch auf die Führung in der frühislamischen Gemeinschaft legitimieren sollten.

4.1 Die Charakteristik(en) Abū Bakrs: Erläutert die persönlichen und politischen Vorzüge Abū Bakrs, die ihn für die erste Kalifenwahl prädestinierten.

4.2 Die Charakteristik(en) ʿAlīs b. Abī Ṭālib: Skizziert die Rolle Alis und warum er trotz enger Verbundenheit zum Propheten zunächst nicht als Nachfolger gewählt wurde.

5. Investitur/Designation am Ġadīr Ḫumm?: Diskutiert die widersprüchlichen Interpretationen des Ereignisses am Teich Humm als potenzielle Designation Alis.

5.1. Sunnitische Ansichten: Stellt die Sichtweise dar, dass das Ereignis keine politische Einsetzung zum Nachfolger darstellt.

5.2. Šīʿitische Ansichten: Erklärt die Überzeugung der Šīʿiten, dass Muhammad Ali als göttlich legitimierten Nachfolger und Imam bestimmt habe.

6. Herkunft und Entstehung der Ḫariğiten: Erörtert die Entstehung dieser militanten Oppositionsbewegung aufgrund des Arbitrageverfahrens von Siffin.

6.1 Politische Situation unter ʿUşmān und ʿAlī: Beschreibt die internen politischen Spannungen, die zum Aufstieg oppositioneller Gruppen führten.

6.2 Abspaltung der Ḫariğiten: Analysiert den historischen Moment der Entfremdung und die militante Ablehnung des Schiedsgerichts.

6.3 Die grundlegende Doktrin und allgemeine Ansichten: Führt die zentralen theologischen und moralischen Leitsätze der Ḫariğiten aus, wie den Extremismus und das Takfir-Konzept.

7. Fazit: Führt die zentralen Argumente zusammen und reflektiert über die anhaltende Bedeutung der historischen Konflikte für die heutige Ummah.

Schlüsselwörter

Islam, Nachfolge, Kalifat, Muhammad, Ali ibn Abi Talib, Abu Bakr, Ummah, Fitnah, Jihad, Kharidschiten, Schiiten, Sunniten, Saqifah, Ghadir Khumm, Imamate

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische und theologisch begründete Frage der Nachfolge des Propheten Muhammad sowie die Entstehung der islamischen Gruppierung der Ḫariğiten im Kontext innermuslimischer Konflikte.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Die Themenfelder umfassen die Kalifatswahl (Saqīfah), die kontroverse Auslegung des Ereignisses von Ġadīr Ḫumm, die politische Lage unter den ersten Kalifen und die ideologische Formierung der Ḫariğiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Interpretationen historischer Ereignisse und religiöser Aussagen zur Bildung verschiedener islamischer Strömungen und zum späteren Zerwürfnis in der Ummah beitrugen.

Welche Methoden werden in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine historisch-theologische Analyse, die auf der Auswertung primärer islamischer Geschichtsquellen und moderner wissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil analysiert detailliert den Verlauf der Wahl des ersten Kalifen, die Argumentationslinien von Sunniten und Šīʿiten hinsichtlich der Designierung Alis sowie die Ursprünge und Doktrinen der Ḫariğiten.

Welche Schlüsselkonzepte prägen diese Untersuchung?

Schlüsselkonzepte sind das Kalifat als Führungsamt, der Begriff "Fitnah" im Sinne sozialer Unruhen, das "Takfir"-Konzept der Ḫariğiten sowie der Begriff "Mawla" in der Hadīth-Überlieferung.

Was unterscheidet laut Arbeit die šīʿitische Auffassung der Imam-Funktion vom Kalifenamt?

Die Arbeit stellt heraus, dass für die Šīʿiten das Imam-Amt zwingend Mitglieder der Familie des Propheten (Ahl al-Bayt) erfordert und eine göttliche Legitimation sowie die Eigenschaft der Sündlosigkeit (Ismah) beinhaltet.

Weshalb lehnten die Ḫariğiten das Schiedsgericht von Siffin so vehement ab?

Sie lehnten es ab, da sie jede menschliche Entscheidung in göttlichen Streitfragen als unzulässig betrachteten und mit dem Ruf "Die Herrschaft steht allein Gott zu" das Schiedsgericht als Akt des Unglaubens interpretierten.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Der rechtmäßige Nachfolger des Propheten Muhammad. Die Rolle der Hariǧiten im frühen Islam in Bezug auf fitnah (ǧihād) unter Muslimen
Universidad
University of Osnabrück  (Institut für Islamische Theologie)
Curso
Geschichte des Islam
Calificación
1,5
Autor
Eniz Brkić (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
21
No. de catálogo
V1430805
ISBN (PDF)
9783346982131
ISBN (Libro)
9783346982148
Idioma
Alemán
Etiqueta
rechtmäßige Nachfolge des Propheten Muhammad die Rolle der Ḫariǧiten im frühen Islam Fitnah (ǧihād) unter Muslimen Abū Bakr ʿAlī b. Abī Ṭālib Ġadīr Ḫumm Investitur (Designation) Kalif (ḫalīfah) Herkunft und Entstehung der Ḫariǧiten Rebellion Extremismus Exkommunikation bzw. Apostasie (ar. takfīr)
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Eniz Brkić (Autor), 2019, Der rechtmäßige Nachfolger des Propheten Muhammad. Die Rolle der Hariǧiten im frühen Islam in Bezug auf fitnah (ǧihād) unter Muslimen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1430805
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