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Ist Goethes Iphigenie auf Tauris eine emanzipierte Frau?

Titel: Ist Goethes Iphigenie auf Tauris eine emanzipierte Frau?

Hausarbeit , 2023 , 20 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Donja Zamani (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bereits auf der ersten Seite von Johann Wolfgang von Goethes Drama "Iphigenie auf Tauris" pointiert die Protagonistin Iphigenie, dass sie sich in einer dem Mann ausgelieferten Position befindet und spricht dabei gleichzeitig für die Gesamtheit der weiblichen Gesellschaft. Ihr Ausspruch repräsentiert die grundsätzlich unterlegene Stellung der Frau in einer von Gewalt beherrschten Welt unter der Führung von Männern.

Bereits ein normales Frauenleben empfindet Iphigenie laut ihrer Aussage „beklagenswert“. Ihr persönliches Schicksal und das damit verbundene Exil steigern ihre unglückliche Situation als Frau aber noch zusätzlich. Iphigenies Ausgangssituation – als Menschenopfer vom Land und vom eigenen Vater verstoßen – drängt sie in eine der Tradition und Gottheit ausgelieferte Opferrolle. Dieser Rolle nimmt sie sich als Priesterin in den Diensten der Göttin Diana auch an. Im Verlauf des Dramas setzt sie sich aber mit ihrem vorbestimmten Schicksal auseinander und vollzieht dadurch eine Entwicklung, die schließlich als Sieg der Humanität bezeichnet werden kann. Sie setzt sich sowohl gegen innere als auch äußere Hindernisse durch. Mit einer emanzipatorischen Kraft offenbart Iphigenie ihre Gefühle und Gedanken und wird so zu einer „Vorkämpferin des Menschlichen“.

Ziel dieser Arbeit ist somit, zu überprüfen, inwiefern Iphigenie tatsächlich als emanzipierte Figur betrachtet werden kann. Die Arbeit steigt zunächst mit einem Überblick der Epoche Weimarer Klassik ein. Dieser beinhaltet die Darstellung des vorherrschenden Menschenbilds sowie der dominanten Vorstellung von den Geschlechterrollen. Dabei wird Bezug genommen auf literarische Einflüsse und historische Bezüge. In diesem Zusammenhang geht die Arbeit auch darauf ein, wie diese im Werk umgesetzt sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung in die Weimarer Klassik

2.1 Menschenbild und Geschlechterrollen

2.2 Umsetzung im Werk

3. Iphigenies innerer Kampf

3.1 Pflichtgefühl

3.2 Sehnsucht nach einem freien Leben

4. Iphigenie als emanzipierte Frau

5. Sieg der Humanität

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang von Goethe mit dem Ziel zu ergründen, ob die Protagonistin als emanzipierte Frauenfigur betrachtet werden kann. Dabei steht die Analyse ihrer Entwicklung von einem fremdbestimmten Opfer hin zu einem selbstbestimmten, autonomen Individuum im Zentrum.

  • Die historische Einordnung in die Epoche der Weimarer Klassik
  • Der Einfluss des humanistischen Menschenbildes auf Iphigenies Rollenverständnis
  • Der innere Konflikt zwischen Pflichtgefühl und persönlicher Freiheitssehnsucht
  • Die Analyse von Iphigenies rhetorischer Souveränität als Emanzipationswerkzeug

Auszug aus dem Buch

3. Iphigenies innerer Kampf

Die Protagonistin wird geleitet von einer Ambivalenz bestehend aus einem Pflichtgefühl, das aber der Sehnsucht nach einem freien Leben gegenübersteht. Dieses Hin- und Hergerissen Sein äußert sich in ihren Beziehungen zu den verschiedenen Figuren, aber auch in ihrer Einstellung zu Heimat und Exil. Jenes soll im folgenden Abschnitt eindringlicher beleuchtet werden.

3.1 Pflichtgefühl

Iphigenies Charakter befindet sich zunächst in einer Opferrolle. Ihr Vater opfert sie für Griechenland. Damit wird Iphigenie gleichzeitig dem hierarchischen Prinzip und ihrem Vater unterworfen: „Ihre Weiblichkeit [wird] dem Männlichen [ge]opfert“. In ihrer Tätigkeit als priesterliche Instanz der Göttin Diana verkörpert sie in erster Linie Reinheit und Unschuld. Damit bleibt sie gleichzeitig ihrem Vater treu, da sie sich ohne Gefühle der Göttin opfert, so wie ihr Vater sie einst opferte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein, die Protagonistin Iphigenie im Spannungsfeld zwischen patriarchaler Unterdrückung und eigenem Streben nach Selbstbestimmung zu verorten.

2. Einordnung in die Weimarer Klassik: Das Kapitel verortet das Drama historisch-kulturell und thematisiert das für die Epoche typische humanistische Menschenbild sowie die vorherrschenden Geschlechterrollen.

2.1 Menschenbild und Geschlechterrollen: Hier werden die philosophischen Grundlagen der Klassik beleuchtet, insbesondere der Wandel hin zur individuellen Autonomie und Vernunft.

2.2 Umsetzung im Werk: Dieser Abschnitt zeigt auf, wie Goethes Drama die klassischen Ideale in der Handlung und den Machtstrukturen zwischen den Geschlechtern konkret verarbeitet.

3. Iphigenies innerer Kampf: Dieses Kapitel widmet sich dem psychologischen Konflikt der Protagonistin, der sich aus der Ambivalenz von religiöser Pflicht und persönlicher Unterdrückung speist.

3.1 Pflichtgefühl: Hier wird Iphigenies Loyalität gegenüber göttlichen und väterlichen Instanzen dargestellt, die sie in eine verinnerlichte Opferrolle drängen.

3.2 Sehnsucht nach einem freien Leben: Das Kapitel analysiert das Gefühl der Fremdheit und den Wunsch der Protagonistin nach echter Selbstbestimmung außerhalb fremdgesteuerter Lebensentwürfe.

4. Iphigenie als emanzipierte Frau: Dieser Teil belegt, wie Iphigenie durch Wahrheit, Moral und rhetorische Mittel eine neue Form der Selbstbehauptung gegenüber dem männlich dominierten Umfeld findet.

5. Sieg der Humanität: Hier wird die Entwicklung der Protagonistin als Triumph eines autonomen Menschenbildes gedeutet, das durch Humanität und innerer Freiheit gekennzeichnet ist.

6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Iphigenie durch die Überwindung äußerer und innerer Hindernisse und ihre dezidierte Entscheidungsgewalt zweifellos als emanzipierte Figur gelten kann.

Schlüsselwörter

Iphigenie auf Tauris, Weimarer Klassik, Emanzipation, Selbstbestimmung, Autonomie, Humanität, Goethe, Frauenbild, Geschlechterrolle, Pflichtgefühl, Fremdbestimmung, Aufklärung, Priesterin, Freiheit, Tugend

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Goethes Drama "Iphigenie auf Tauris" unter dem Aspekt der gesellschaftlichen und persönlichen Emanzipation der Hauptfigur.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung adressiert?

Die wesentlichen Themen sind das Menschenbild der Weimarer Klassik, das Spannungsfeld zwischen Geschlechterrollen und die philosophische Kategorie der Autonomie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Publikation?

Die Forschungsfrage lautet, ob Iphigenie nach einer detaillierten Analyse ihres Handelns als emanzipierte Frauenfigur verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt schwerpunktmäßig zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die das Drama in den Kontext historischer Epochenmerkmale einbettet und durch zahlreiche Sekundärquellen stützt.

Was wird im theoretischen Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der klassischen Epochenideale und die spezifische Untersuchung von Iphigenies psychologischem Ringen zwischen Pflicht und Freiheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Kern dieser Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe sind Emanzipation, Autonomie, Selbstbestimmung und Humanität im Rahmen der Weimarer Klassik.

Inwiefern spielt das Priesteramt eine Rolle für Iphigenies Entwicklung?

Das Priesteramt fungiert zunächst als identitätsstiftende Instanz, die sie zur Neutralität und zum Gehorsam zwingt, ehe sie durch die kritische Hinterfragung ihrer Rolle zur persönlichen Emanzipation findet.

Wie gelingt Iphigenie nach Ansicht der Autorin die Befreiung von Thoas?

Die Befreiung gelingt ihr nicht durch das von ihrem Bruder geplante Täuschungsmanöver, sondern durch das offene Geständnis der Wahrheit, womit sie ihre moralische Souveränität beweist.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ist Goethes Iphigenie auf Tauris eine emanzipierte Frau?
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Weimarer Klassik
Note
2,3
Autor
Donja Zamani (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
20
Katalognummer
V1430975
ISBN (PDF)
9783346981530
ISBN (Buch)
9783346981547
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weimarer Klassik Goethe Iphigenie Emanzipiert Iphigenie auf Tauris
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Donja Zamani (Autor:in), 2023, Ist Goethes Iphigenie auf Tauris eine emanzipierte Frau?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1430975
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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