In der folgenden Arbeit soll die Perikope des verlorenen Schafes in Mt 18,12-14 nach den Methoden der neutestamentlichen Exegese analysiert werden. Die Perikope befindet sich in der zweiten Hälfte des Matthäus-Evangelium und besteht aus einer der fünf Reden Jesu.
Diese steht in Kapitel 18 der Gemeinderede, in der Jesu zu seinen Jünger*innen spricht. Aufgrund dessen ist es Ziel dieser Hausarbeit die Aussage und Intention dieses Textes in diesem bestimmten Kontext zu analysieren. Dies erfolgt anhand von zehn exegetischen Methodenschritten textorientierender, geschichtsorientierender und rezeptionsorientierender Art.
Inhaltsverzeichnis
2. Hinführung
3. Übersetzung und Textkritik
3.1. Eigene Übersetzung
3.2. Textkritik
4. Textorientierte Analyse
4.1. Syntaktisch-Stilistische Analyse
4.2. Semantische Analyse zentraler Begriffe
4.3. Gattungsanalyse
4.4. Narratologische Analyse
4.5. Pragmatische Analyse
5. Geschichtsorientierte Analyse
5.1. Quellenanalyse (Literarkritik)
5.2. Überlieferungsgeschichtliche Analyse
5.3. Der Text in seinem historischen Kontext
5.4. Religionsgeschichtlicher Vergleich
6. Rezeptionsästhetische Analyse
7. Zusammenfassende Exegese
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Perikope vom verlorenen Schaf (Mt 18,12–14) innerhalb ihres spezifischen Kontexts in der matthäischen Gemeinde zu exegieren. Durch die Anwendung zehn verschiedener exegetischer Methodenschritte wird analysiert, welche Aussagen und Intentionen der Text im Rahmen der Gemeinderede Jesu an seine Jünger verfolgt.
- Strukturelle Analyse und Textkritik des griechischen Urtextes.
- Untersuchung der narratologischen und pragmatischen Ebenen der Erzählung.
- Literarkritische Einordnung und Überlieferungsgeschichte im Vergleich zu Lk 15.
- Kontextualisierung der Hirtenmetaphorik und soziokultureller Hintergründe.
- Reflexion der Rezeption durch bildende Kunst.
Auszug aus dem Buch
3.1. Eigene Übersetzung
12a Wie scheint es euch?
12b Wenn irgendein Mensch hundert Schafe hat und es verirrt sich eins von ihnen,
12c wird er nicht die neunundneunzig in den Bergen vernachlässigen und sich auf den Weg machen
und das Verirrte suchen?
13a Und wenn es geschieht,
dass er es findet,
gewiss,
ich sage euch:
13b dass er sich mehr über dieses freut,
als über die neunundneunzig,
die nicht verirrt sind.
14a Also ist es nicht der Wille (vor) eures Vaters in den Himmeln,
14b dass eins dieser Kleinen verloren geht.
Zusammenfassung der Kapitel
Hinführung: Einführung in die Thematik der Perikope des verlorenen Schafes innerhalb der matthäischen Gemeinderede.
Übersetzung und Textkritik: Eigene Übersetzung des griechischen Textes sowie kritische Untersuchung ausgewählter Lesevarianten.
Textorientierte Analyse: Untersuchung von Syntax, Stilistik, Semantik, Gattung, Struktur und pragmatischen Funktionen des Textes.
Geschichtsorientierte Analyse: Literarkritische Analyse im Vergleich zu Lk 15, Überlieferungsgeschichte, historischer Kontext und Vergleich mit jüdischer Literatur.
Rezeptionsästhetische Analyse: Untersuchung der Wirkung des biblischen Textes anhand eines Gemäldes von James Tissot.
Zusammenfassende Exegese: Synthese der gewonnenen Ergebnisse und Reflexion über den persönlichen Lernprozess durch die exegetische Arbeit.
Schlüsselwörter
Matthäus-Evangelium, Gleichnis vom verlorenen Schaf, Exegese, Gemeinderede, Jesus Christus, Hirtenmetaphorik, Literarkritik, Narratologie, Rezeptionsästhetik, Bibelauslegung, Jüngerschaft, Gottesbild, verloren, verirrt, Kleinen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte exegetische Analyse der Perikope vom verlorenen Schaf im Matthäus-Evangelium (Kapitel 18).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Sorge um die "Kleinen" in der Gemeinde, das biblische Hirtenbild und die matthäische Redaktion des Stoffes.
Was ist das Ziel der Untersuchung?
Es soll die spezifische Aussage und Intention des Gleichnisses innerhalb des matthäischen Gemeindekontexts erschlossen werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es kommen textorientierte, geschichtsorientierte und rezeptionsästhetische Exegesemethoden zum Einsatz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Textanalyse (Sprache, Stil, Narratologie), eine historische Verortung und eine Untersuchung der Wirkungsgeschichte.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Exegese, Matthäus 18, biblische Gattungen und Gemeindetheologie.
Warum wird Matthäus 18, 12-14 besonders betrachtet?
Weil dieser Abschnitt eine zentrale Rolle in der "Gemeinderede" spielt, in der Jesus seine Jünger lehrt, wie sie mit den schwächeren Mitgliedern der Gemeinde umgehen sollen.
Welche Rolle spielt der Vergleich mit dem Lukasevangelium?
Der parallele Text im Lukasevangelium dient als notwendiger Vergleich zur Identifizierung der spezifischen theologische Schwerpunkte und der matthäischen Redaktionspraxis.
Wie trägt die kunstgeschichtliche Analyse zur Exegese bei?
Die Analyse des Gemäldes "Le bon pasteur" verdeutlicht, wie das biblische Motiv in der späteren Rezeption visuell interpretiert wurde und welche theologischen Aussagen damit bis heute transportiert werden.
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- Anonym (Author), 2022, Exegese zu Matthäus 18,12-14. Das verlorene Schaf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1431268