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Agrarverfassung und Agrarreform in Äthiopien - ein kurzer Überblick

Title: Agrarverfassung und Agrarreform in Äthiopien - ein kurzer Überblick

Presentation (Elaboration) , 1999 , 11 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Anonym (Author)

Agrarian Studies
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Am Horn von Afrika gelegen, grenzt Äthiopien im Osten an Djibuti und Somalia, im Süden an Kenia und Uganda, im Westen und Nordwesten an den Sudan und im Nordosten an das seit 1993 unabhängige Eritrea.

Das Relief ist vom zentralen Hochland geprägt (über 50% des Landes liegen über 1000m hoch), dessen höchster Gipfel, der Ras Dashan, 4620m erreicht.

Äthiopien liegt in der tropischen Klimazone, aufgrund des ausgeprägten Reliefs ist das Klima jedoch eher als gemäßigt einzustufen und läßt sich in Abhängigkeit von der Höhe in drei Klimazonen unterscheiden (vgl. DIMETROS, S.23f.):

Kolla : Gebiete unter 1500m. Steppen und Wüstengebiete im Südosten und Osten des Landes, auch subtropische Regenwaldgebiete im Südwesten. In dieser Zone werden Mais, Bananen, Baumwolle, Tabak, Durrah und Ensele angebaut.

Woina-Dega : Gebiete zwischen 1500 und 2500m. Dieses ist die fruchtbarste Zone, wo Gerste, Weizen, Hirse, Mais, Zuckerrohr, Kaffee, Hülsenfrüchte, Wein und andere Kulturpflanzen gedeihen.

Dega : Gebiete über 2500m, die hauptsächlich als Weideland genutzt werden. Bis 3000m Höhe ist der Anbau von Gerste möglich. Die Baumgrenze liegt bei ca. 3900m.

Ein großes Problem stellen die ca. alle sieben bis acht Jahre wiederkehrenden Dürren dar, die im schlimmsten Fall zum völligen Ausfall der Ernte führen und immer wieder Hungerskatastrophen verursachen. (vgl. HASSEN, S.82)

Ein großer Teil Äthiopiens (vor allem der Osten, sowie die grenznahen Gebiete im Süden und Westen) ist von Dornstrauch- und Sukkulentensavanne geprägt. Die Vegetation im Hochland hingegen besteht zumeist aus Trocken- und Feuchtsavanne und tropischen Regen- und Höhenwäldern.

Das Hochland stellt gleichzeitig ein „Wasserreservoir für das Flachland“ (DIMETROS, S. 24) dar, denn hier tritt der Blaue Nil aus dem Tanasee heraus. Ein weiterer großer See befindet sich im Süden des Landes, der Abajsee.
Außerdem ist Äthiopien von mehreren Flüssen durchzogen.

Äthiopien ist ein an Bodenschätzen extrem armes Land.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Naturgeographische Entwicklungsvoraussetzungen

2. Heutige wirtschaftliche, politische und demographische Situation

3. Produktionshindernisse bis 1975

3.1. Besitzrechte vor 1975

3.1.1. Das RIST-GULT-System im Norden Äthiopiens

3.1.2. Die Unterwerfung des Südens

3.2. Zusammenfassung der entwicklungshemmenden Faktoren bis 1975

4. Politische Gründe für die Änderung der Agrarverfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen und historischen Ursachen der landwirtschaftlichen Unterentwicklung in Äthiopien mit einem besonderen Fokus auf die feudalen Besitzverhältnisse vor 1975 und die daraus resultierenden politischen Umbrüche.

  • Naturräumliche Gegebenheiten und deren Einfluss auf die Landwirtschaft
  • Analyse sozioökonomischer Hemmfaktoren im äthiopischen Agrarsektor
  • Das RIST-GULT-System als zentrales feudales Herrschaftsmodell
  • Historische Transformation und politische Ursachen der Agrarreform von 1975

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Das RIST-GULT-System im Norden Äthiopiens

Das RIST-GULT-System, das im Norden Äthiopiens legal und illegal bis zur Revolution die Grundlage für die Ausbeutung der Bauern schuf, ähnelt in seinen Grundzügen dem europäischen Feudalismus. Der Hauptunterschied besteht darin, daß sich die Abhängigkeit nicht durch die Vergabe von Ackerland, sondern durch die Erfüllung der Pflichten gegenüber dem „Gultegna“ ergab.(vgl. BRÜNE, S. 11)

Das RIST beschreibt ein Landnutzungsrecht eines jeden Bauern, sofern er die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Glaubensgemeinschaft oder Gesellschaft nachweisen kann. Es geht dabei in erster Linie um die Nutzung und nicht um den Besitz des Landes. Das zu bewirtschaftende Landstück ist somit auch nicht genau lokalisiert, sondern lediglich eine gewisse Größe ist festgelegt. Das RIST kann weder vererbt noch verkauft werden und darf auch nach jahrelanger Abwesenheit wieder eingefordert werden. (vgl. BRÜNE, S. 11)

Das Gegenstück zum RIST bildet das GULT. Es handelt sich hierbei um das Recht der GULTEGNA, wie die Inhaber des GULTs genannt wurden, gewisse Pflichten der RISTEGNA einzufordern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Naturgeographische Entwicklungsvoraussetzungen: Dieses Kapitel beschreibt die topografischen und klimatischen Bedingungen Äthiopiens, welche die landwirtschaftliche Produktion maßgeblich beeinflussen.

2. Heutige wirtschaftliche, politische und demographische Situation: Es wird ein Überblick über die ökonomische Lage Äthiopiens gegeben, die durch eine starke Abhängigkeit von der Subsistenzlandwirtschaft und eine prekäre demografische Entwicklung gekennzeichnet ist.

3. Produktionshindernisse bis 1975: Die Arbeit analysiert hier die historisch gewachsenen Strukturen, die eine produktive Landwirtschaft über lange Zeit behinderten.

3.1. Besitzrechte vor 1975: Dieser Abschnitt beleuchtet die spezifischen Landrechtsformen, die vor der Revolution das soziale Gefüge prägten.

3.1.1. Das RIST-GULT-System im Norden Äthiopiens: Hier wird das feudale System erläutert, das die Bauern in eine Abhängigkeit von lokalen Gultegna-Inhabern brachte.

3.1.2. Die Unterwerfung des Südens: Dieser Teil beschreibt die militärische Expansion unter König Menelik und die damit verbundene gewaltsame Umverteilung von Land.

3.2. Zusammenfassung der entwicklungshemmenden Faktoren bis 1975: Eine Synthese der verschiedenen ökonomischen, sozialen und natürlichen Faktoren, die die landwirtschaftliche Produktivität bis 1975 limitierten.

4. Politische Gründe für die Änderung der Agrarverfassung: Dieses Kapitel erläutert, wie die Hungersnot und die allgemeine politische Unzufriedenheit zum Sturz des Haile-Selassie-Regimes und zur anschließenden Landreform führten.

Schlüsselwörter

Äthiopien, Agrarverfassung, Agrarreform, RIST-GULT-System, Feudalismus, Landnutzungsrecht, Hungersnot, Haile Selassie, DERG, Landwirtschaft, Subsistenz, Entwicklungshemmnis, Bodenfruchtbarkeit, Bodenreform, Revolution 1974

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den strukturellen Problemen der äthiopischen Landwirtschaft, insbesondere mit den historischen, feudalen Besitzverhältnissen, die die Entwicklung bis zur Revolution von 1974 maßgeblich prägten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den geografischen Voraussetzungen, dem RIST-GULT-System, der sozialen Unterdrückung der Kleinbauern und den politischen Ereignissen, die zum Sturz der Monarchie und der Verstaatlichung des Landes führten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die jahrzehntelange Unproduktivität und Rückständigkeit der äthiopischen Agrarwirtschaft zu identifizieren und die Notwendigkeit sowie die Hintergründe der politischen Reformen nach 1975 aufzuzeigen.

Welche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und historischen Daten basiert, um die sozioökonomische Situation Äthiopiens zu erklären.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Landrechtsstrukturen und der daraus resultierenden Ausbeutungsmechanismen, die das Leben der ländlichen Bevölkerung über Generationen hinweg bestimmten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Agrarreform, Feudalismus, RIST-GULT, Subsistenzwirtschaft, Hungersnot und politische Transformation charakterisiert.

Wie unterscheidet sich das Landrecht im Norden vom Süden Äthiopiens?

Während im Norden traditionell das RIST-GULT-System vorherrschte, das auf einer komplizierten Mischung aus Nutzungsrechten basierte, entstand im Süden durch die militärische Unterwerfung durch König Menelik eine Form von Großgrundbesitz, bei dem Land unter dem Adel und der Kirche verteilt wurde.

Warum führte das RIST-GULT-System zu einer so starken Unterentwicklung?

Das System verhinderte technische Innovationen und Investitionen, da die Bauern zur Abgabe von Ernteanteilen verpflichtet waren, keine Rechtssicherheit bezüglich des Landes besaßen und durch geistige sowie soziale Unterdrückung in einer Spirale aus Armut und Abhängigkeit gefangen blieben.

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Details

Title
Agrarverfassung und Agrarreform in Äthiopien - ein kurzer Überblick
College
University of Göttingen  (Institut für rurale Entwicklung)
Course
Seminar : Agrarverfassung und Agrarreformen in Entwicklungsländern
Grade
sehr gut
Author
Anonym (Author)
Publication Year
1999
Pages
11
Catalog Number
V14312
ISBN (eBook)
9783638197502
Language
German
Tags
Agrarverfassung Agrarreform Seminar Agrarverfassung Agrarreformen Entwicklungsländern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 1999, Agrarverfassung und Agrarreform in Äthiopien - ein kurzer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14312
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