Die vorliegende Hausarbeit widmet sich einer zentralen Fragestellung, die im Kontext von Unternehmensfusionen von eminenter Bedeutung ist: Gibt es bei einer Fusionierung ausschließlich Gewinner oder müssen auch Verlierer in Kauf genommen werden? Diese Thematik wird anhand eines praxisrelevanten Anwendungsbeispiels, der Fusion der renommierten Pharmaunternehmen 'Glaxo Wellcome' und 'SmithKline Beccham' im Jahr 2000, eingehend untersucht.
Unternehmensfusionen repräsentieren einen gängigen Prozess auf dem Markt, der fortwährend von Bedeutung ist. Sie bieten Unternehmen die einzigartige Möglichkeit, durch den Zusammenschluss zu einem globalen Marktführer aufzusteigen, wodurch verbesserte Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Weltmarktposition zu festigen und weiter auszubauen. Diese Arbeit beleuchtet die Fusion als strategisches Instrument, das nicht nur finanzwirtschaftliche, marktpolitische und industrielle Vorteile generieren kann, sondern auch potenzielle sozialpolitische Herausforderungen aufwirft, die in Form von Gewinnern und Verlierern aufgezeigt werden.
Der Fokus der Analyse liegt auf der Fusion von 'Glaxo Wellcome' und 'SmithKline Beccham', die zur Entstehung des weltweit größten Pharmaunternehmens 'GlaxoSmithKline' führte. Durch die detaillierte Untersuchung des Fusionsprozesses, der Motive hinter der Fusion, sowie der damit einhergehenden Argumente und Ergebnisse, werden die vielschichtigen Facetten dieses unternehmerischen Großereignisses beleuchtet.
Die vorliegende Arbeit trägt dazu bei, ein umfassendes Verständnis für die Dynamik von Fusionen zu entwickeln und gleichzeitig die Frage nach den Gewinnern und Verlierern einer Fusion in einem konkreten Kontext zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffserklärung Fusion
2.2 Arten von Fusionen
2.2.1 Fusion mit Liquidation
2.2.2 Fusion ohne Liquidation
2.2.2.1 Verschmelzung durch Aufnahme
2.2.2.2 Verschmelzung durch Neubildung
2.3 Die Fusionsformen
2.3.1 Horizontale Fusion
2.3.2 Vertikale Fusion
2.3.3 Diagonale Fusion
2.4 Motive einer Fusionsdurchführung
2.4.1 Finanzwirtschaftliche Motive
2.4.2 Marktpolitische Motive
2.4.3 Industrielle Motive
2.4.3.1 Skalenvorteile
2.4.3.2 Verbundvorteile
2.4.3.3 Terminplanungsvorteile
2.4.3.4 Überbetriebliche Wirtschaftsvorteile
3 Anwendungsbeispiel ‚GlaxoSmithKline‘
3.1 Vorstellung der Einzelunternehmen
3.2 Fusion zu ‚GlaxoSmithKline Pharma‘
3.3 Der Fusionsprozess
3.3.1 Schritt 1 – Bewertung des Unternehmens
3.3.2 Schritt 2 – Festlegung des Umtauschverhältnisses
3.3.3 Schritt 3 – Kommissionenzustimmung
3.4 Motive der Fusion
3.5 Die Fusionsargumente
3.5.1 Fusionsunterstützende Argumente
3.5.2 Fusionsgefährdende Argumente
3.6 Bewertung des Fusionsresultats
4 Diskussion der These
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die kritische These, ob bei einer Unternehmensfusion zwangsläufig Verlierer existieren, und analysiert dies am konkreten Praxisbeispiel der Fusion von Glaxo Wellcome und SmithKline zum Pharmariesen GlaxoSmithKline.
- Definition und rechtliche Rahmenbedingungen von Fusionsarten.
- Analyse der Beweggründe (finanzwirtschaftlich, marktpolitisch, industriell).
- Detaillierte Untersuchung des Fusionsprozesses von GlaxoSmithKline.
- Gegenüberstellung von Fusionsargumenten und den sozialen Auswirkungen.
- Kritische Diskussion von Gewinner- und Verlierer-Rollen bei Unternehmenszusammenschlüssen.
Auszug aus dem Buch
3.3.1. Schritt 1 – Bewertung des Unternehmens
Damit Unternehmen entscheiden können, ob sie mit einem anderen Unternehmen fusionieren möchten, ist es zuerst wichtig, die Unternehmen bewerten zu lassen. Diese Berichte werden auch ‚Financial Due Diligence‘ genannt, sie werden über das Zielunternehmen verfasst, so dass beide Parteien ein Gesamtbild der wirtschaftlichen Lage des Gegenübers bekommen. Diese Berichte enthalten vier wichtige Daten, die finanziellen, die rechtlichen, die kommerziellen und die ökologischen Daten über das betroffene Unternehmen.
Die finanziellen Daten beschaffen einen Überblick über mögliche Problembereiche, die Einfluss auf den Unternehmenswert haben können.
Die rechtlichen Daten zeigen die juristischen Risiken auf, in Bezug auf den Rechtsstatus, geplante Einsparungen und Investitionen und Ähnliches.
Die kommerziellen Daten beziehen sich auf die Stärken und Schwächen des Unternehmens und seinen Konkurrenten in Hinsicht auf die gesamte Marktbranche, Trends und Ähnliches.
Die ökologischen Daten schaffen eine Einschätzung der Schäden durch Umweltverschmutzung, für und durch das Unternehmen, sowie dessen Wiederherstellungskosten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob bei Fusionen lediglich Gewinner oder auch Verlierer entstehen, unter Verwendung des Beispiels GlaxoSmithKline.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden Definitionen sowie verschiedene Arten und Fusionsformen erläutert, ergänzt durch eine detaillierte Aufschlüsselung der Motive.
3. Anwendungsbeispiel ‚GlaxoSmithKline‘: Dieses Kapitel analysiert den Fusionsprozess, die Beteiligten sowie die daraus resultierenden Vor- und Nachteile des Unternehmenszusammenschlusses.
4. Diskussion der These: Hier wird die zentrale Arbeitsthese kritisch anhand theoretischer Szenarien auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.
5. Fazit: Das Fazit bestätigt die These, dass bei einer Fusion neben Gewinnern (dem Konzern) oft auch Verlierer (Belegschaft, externe Dienstleister) entstehen.
Schlüsselwörter
Unternehmensfusion, GlaxoSmithKline, Liquidation, Synergien, Marktmacht, Fixkosten, Rationalisierung, Forschung, Arbeitnehmer, Entlassungen, Due Diligence, Pharmaunternehmen, Unternehmensstrategie, Kosteneinsparung, Strukturwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die These, ob bei einer Fusion von Unternehmen immer sowohl Gewinner als auch Verlierer entstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen von Fusionen, deren Typologien und Motive sowie eine konkrete Fallstudie zur Entstehung von GlaxoSmithKline.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gewinner- und Verliererdynamiken bei Fusionen aufzuzeigen und die Auswirkungen auf Unternehmen, Mitarbeiter und Wirtschaft zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Analyse publizierter Wirtschaftsdaten zur Bewertung des Fusionsprozesses von Glaxo und SmithKline.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsabgrenzungen und das Anwendungsbeispiel, wobei der Fusionsprozess, die Motive und die Argumente pro und contra detailliert dargestellt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Unternehmensfusion, Synergien, Rationalisierung, Personalkosten, Marktmacht und GlaxoSmithKline.
Warum spielt die Personalpolitik bei der Fusion von Glaxo Wellcome und SmithKline eine so große Rolle?
Aufgrund divergierender Unternehmenskulturen und der unterschiedlichen Wertschätzung der Mitarbeiter wurde die Personalthematik zum zentralen Streitpunkt der Verhandlungen.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich der Verlierer bei der GSK-Fusion?
Das Fazit zeigt, dass trotz unternehmerischer Erfolge durch Skaleneffekte besonders die Belegschaft sowie externe Zulieferer durch Standortschließungen die Verlierer der Fusion waren.
- Quote paper
- Denise Kofler (Author), 2022, "Bei einer Fusion gibt es immer einen Verlierer". Unternehmensfusion am Beispiel Glaxo Wellcome und SmithKline, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1431347