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Schlaf und Erziehung. Das Schlafverhalten von Säuglingen als pädagogischer Diskurs im 20. und 21. Jahrhundert

Titel: Schlaf und Erziehung. Das Schlafverhalten von Säuglingen als pädagogischer Diskurs im 20. und 21. Jahrhundert

Bachelorarbeit , 2022 , 48 Seiten , Note: 1.41

Autor:in: Johanna Meerkamp (Autor:in)

Pädagogik - Geschichte der Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Schlaf, als elementares Bedürfnis des Menschen, beeinflusst nicht nur die momentane Befindlichkeit, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle in der langfristigen Entwicklung von Säuglingen. Besonders in den ersten Monaten nach der Geburt stehen Eltern vor der Herausforderung, das Schlafverhalten ihres Nachwuchses zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Der Wunsch nach einem durchschlafenden Baby prägt viele Familien, wobei unterschiedliche Einschlafmethoden kontrovers diskutiert werden.

Diese wissenschaftliche Arbeit setzt sich zum Ziel, ein tiefgreifendes Verständnis für das Schlafverhalten von Säuglingen zu vermitteln und verschiedene Einschlafmethoden miteinander zu vergleichen. Beginnend mit der Betrachtung des Säuglings im sozialen Kontext werden die Grundbedürfnisse von Babys sowie die historische Entwicklung des Säuglingsbildes und Schlafverhaltens beleuchtet. Ein Einblick in verschiedene Modelle von Kinderbildern und Erziehungskonzepten bildet die Grundlage für die Analyse aktueller Forschungsergebnisse zum Thema Schlafverhalten bei Säuglingen.

Ein zentraler Fokus dieser Arbeit liegt auf der Vorstellung und kritischen Bewertung unterschiedlicher Einschlafmethoden. Rituale, reformpädagogische Ansätze wie das Attachment Parenting, die Ferber-Methode und die ANGEL-Methode werden detailliert vorgestellt und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Durch einen umfassenden Vergleich dieser Methoden sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden, wobei auch der historische Kontext und die Entstehungshintergründe eine Rolle spielen.

Die Motivation für die Auswahl dieses Themas entspringt aus konkreten Erfahrungen in der pädagogischen Praxis. Die Diskussion über den Umgang mit Schlafproblemen und die Anwendung unterschiedlicher Einschlafmethoden stellten sich als präsent und zugleich kontrovers dar. Diese Unsicherheiten in der täglichen Arbeit haben den Anreiz gegeben, das komplexe Thema aus einer reflektierten und wissenschaftlichen Perspektive zu beleuchten.

Die vorliegende Arbeit dient somit nicht nur als Beitrag zur Pädagogik, sondern auch als Orientierungshilfe für Eltern, pädagogische Fachkräfte. Durch einen ganzheitlichen Blick auf historische Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Ansätze soll ein fundiertes Verständnis geschaffen werden, um die bestmöglichen Entscheidungen im Umgang mit dem Schlafverhalten zu treffen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Säugling im sozialen Kontext

2.1 Grundbedürfnisse von Säuglingen

2.2 Historische Entwicklung von Säuglingsbild & Schlafverhalten

3. Modelle von Kinderbildern und Erziehung

3.1 Tabula-rasa-Modell

3.2 Entwicklungszentriertes Kinderbild/ romantisches Kinderbild

3.3 Bild der „guten Natur“

3.4 Modernes Kinderbild

4. Schlafverhalten von Säuglingen

5. Aktueller Forschungstand zum Thema Schlafverhalten bei Säuglingen

6. Einschlafmethoden

6.1 Rituale als Grundstein für Einschlafmethoden

6.2 Reformpädagogische Methode am Beispiel Attachment Parenting

6.3 Klassische Methode nach Ferber am Beispiel „Jedes Kind kann schlafen lernen“

6.4 Methode nach Schüer am Beispiel „ANGEL“-Methode

7. Bewertung und Vergleich der Einschlafmethoden

7.1 Bewertung Attachment Parenting

7.2 Bewertung Ferber-Methode

7.3 Bewertung ANGEL-Methode

7.4 Vergleich Attachment Parenting und Ferber-Methode

7.5 Vergleich ANGEL-Methode und Ferber-Methode

7.6 Vergleich Attachment Parenting und ANGEL-Methode

7.7 Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufgrund des Entstehungshintergrundes

7.8 Gemeinsamkeiten der drei Methoden in Bezug auf das Verhalten in der Nacht

8. Fazit und Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht pädagogische Diskurse zum Schlafverhalten von Säuglingen im 20. und 21. Jahrhundert und analysiert gängige Einschlafmethoden auf ihre theoretischen Hintergründe und praktischen Auswirkungen hin. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für unterschiedliche Ansätze zu schaffen, diese kritisch miteinander zu vergleichen und einen professionellen pädagogischen Standpunkt zu entwickeln, anstatt eine dogmatische Bewertung vorzunehmen.

  • Historische Entwicklung des Säuglingsbildes und dessen Einfluss auf Erziehungsverständnisse
  • Analyse theoretischer Erziehungsmodelle, wie dem Tabula-rasa-Modell oder modernen Ansätzen
  • Detaillierte Untersuchung dreier Einschlafmethoden: Attachment Parenting, Ferber-Methode und ANGEL-Methode
  • Kritische Bewertung und Vergleich der Methoden hinsichtlich Bedürfniserfüllung und Selbstständigkeit
  • Reflektion der Rolle von Eltern und Bindungsbedürfnissen

Auszug aus dem Buch

6.4 Methode nach Schüer am Beispiel „ANGEL“-Methode

Melanie Schüer ist Erziehungswissenschaftler:in und freie Autor:in für unterschiedliche Zeitungen und Onlineportale. Ferner führt sie Beratungen zum Thema Schwangerschaft sowie Schrei- und Schlafverhalten von Säuglingen und Kleinkindern durch. Schüer schreibt nicht nur Elternratgeber, sondern beschäftigt sich auch mit der Vermittlung des christlichen Glaubens bei Kindern. Zu diesem Themenbereich hat sie mehrere Bücher verfasst. Ihr Mann Simon Schüer, Co- Autor des Ratgebers, unterrichtet Physik und Mathe an einer Gesamtschule, beschäftigt sich aber auch mit zwischenmenschlichen Themen. Die beiden Autoren haben zwei Kinder, wobei vor allem das erste Baby als „Schreibaby“ definiert worden ist (vgl. Schüer & Schüer, 2017). Die Methode wurde von Melanie Schüer selbst entwickelt (Schüer, persönliche Kommunikation, 14.09.2021). In ihrem Buch „Babybrei und Bettgeflüster“ wird die „ANGEL“-Methode dargestellt.

Schüer & Schüer beschreiben nicht nur eine theoretische Methode, sondern beziehen sich in ihrer praktischen Arbeit, wie beispielsweise bei der Beratung von Eltern, auf dieses Verfahren. Es handelt sich bei diesem Konzept um einen „sanften Umgang mit Schlafproblemen, der die Bedürfnisse aller Familienmitglieder im Blick hat“ (Ebd., S. 125). Das Wort „ANGEL“ ist ein Akronym und kann in folgende Ideen unterteilt werden: Beginnend wird Anspannung lösen und Nähe schenken genannt. Darauf folgen die Aspekte, dass gute Schlafbedingungen zu schaffen sind und die Eigenständigkeit sanft gefördert wird. Abschließend wird die Förderung der Langeweile genannt (vgl. ebd., S. 126).

„Anspannung lösen“ bedeutet, dass ein Säugling erst eine Form der Entspannung erlangt haben sollte, um ruhig und entspannt einschlafen zu können. Dies kann durch die Durchführung einer Massage, beispielswies an den Extremitäten oder auch am Bauch, vollzogen werden. Bei langanhaltenden Einschlafproblemen kann auch medizinisches Fachpersonal in Form von Osteopath:innen oder Kinderärtzt:innen hinzugezogen werden. Diese können tiefsitzende Verspannungen lösen, oder medizinische Ursachen herausfinden bzw. ausschließen (vgl. ebd.).

Der Nachwuchs nutzt jedoch zum Teil auch das Schreien, um Anspannungen, Schmerzen oder Stress abzubauen. In diesen Momenten ist es empfehlenswert, den Säugling in den Arm zu nehmen und ihm körperliche und emotionale Nähe zu schenken (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Schlafs für Säuglinge sowie die Kontroversen um entsprechende Einschlafmethoden und definiert das Ziel der Arbeit.

2. Säugling im sozialen Kontext: In diesem Kapitel wird der Säugling als soziales Wesen betrachtet, seine Grundbedürfnisse definiert und die historische Entwicklung des Säuglingsbildes skizziert.

3. Modelle von Kinderbildern und Erziehung: Die verschiedenen theoretischen Modelle des Kindes, vom Tabula-rasa-Modell bis zum modernen Kinderbild, werden hier als Grundlage für erzieherische Ansätze dargelegt.

4. Schlafverhalten von Säuglingen: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten des physiologischen Schlaf- und Wachrhythmus von Säuglingen und dessen Entwicklung im ersten Lebensjahr.

5. Aktueller Forschungstand zum Thema Schlafverhalten bei Säuglingen: Hier wird der Forschungsstand zu Schlafproblemen und Einschlafmethoden anhand ausgewählter Studien zusammengefasst.

6. Einschlafmethoden: Das Kapitel stellt systematische Verfahren zur Vermittlung des Schlafens vor, darunter das Attachment Parenting, die Ferber-Methode sowie die ANGEL-Methode.

7. Bewertung und Vergleich der Einschlafmethoden: Die vorgestellten Methoden werden anhand ihrer Hintergründe, Ansätze und Auswirkungen kritisch bewertet und miteinander verglichen.

8. Fazit und Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Ratgeberliteratur und betont die Bedeutung individueller Entscheidungen im Erziehungsprozess.

Schlüsselwörter

Schlafverhalten, Säuglinge, Einschlafmethoden, Attachment Parenting, Ferber-Methode, ANGEL-Methode, Erziehung, Schlafrhythmus, Bindung, Bindungstheorie, Selbstregulation, Entwicklung, Elternratgeber, pädagogischer Diskurs, Schlafstörungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem pädagogischen Diskurs über das Schlafverhalten von Säuglingen im 20. und 21. Jahrhundert und untersucht, wie verschiedene Erziehungsansätze den Schlaf von Säuglingen konzipieren.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Hauptthemen umfassen die historische Entwicklung des Säuglingsbildes, erziehungstheoretische Modelle, die physiologischen Grundlagen des Säuglingsschlafs sowie die Analyse und den Vergleich unterschiedlicher bekannter Einschlafmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für verschiedene Einschlafmethoden zu schaffen, deren Hintergründe zu beleuchten und diese kritisch miteinander zu vergleichen, anstatt eine einseitige Empfehlung auszusprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, um den Forschungsstand zum Thema Schlaf bei Säuglingen aufzuarbeiten und die Konzepte der verschiedenen Einschlafmethoden anhand von Fachliteratur und Ratgebern zu untersuchen und zu kontrastieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des sozialen Kontexts, theoretische Modelle von Kinderbildern, die Analyse der Schlafphysiologie sowie die detaillierte Vorstellung, Bewertung und der Vergleich der Methoden Attachment Parenting, Ferber-Methode und ANGEL-Methode.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das Schlafverhalten, verschiedene Einschlafmethoden, die Bedeutung von Bindung, Selbstregulation, die Rolle von Erziehungsratgebern sowie unterschiedliche philosophische und pädagogische Kinderbilder.

Wie unterscheidet sich die ANGEL-Methode von der Ferber-Methode hinsichtlich der Nähe zum Säugling?

Während bei der ANGEL-Methode der Fokus auf dem Lösen von Anspannungen und dem Schenken von Nähe als Basis liegt, zeichnet sich die klassische Methode nach Ferber durch stringentere Regeln aus, bei denen die direkte Zuwendung bei nächtlichem Schreien bewusst begrenzt wird, um die Selbstregulation zu fördern.

Warum wird das Konzept des Attachment Parenting als reformpädagogisch eingeordnet?

Es wird als reformpädagogisch eingeordnet, da es eine Rückbesinnung auf natürliche Bedürfnisse und eine innige Mutter-Kind-Bindung fordert und sich explizit von traditionellen, autoritären Erziehungsmethoden abgrenzt, die den Fokus auf Gehorsam und Unabhängigkeit legten.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schlaf und Erziehung. Das Schlafverhalten von Säuglingen als pädagogischer Diskurs im 20. und 21. Jahrhundert
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1.41
Autor
Johanna Meerkamp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
48
Katalognummer
V1431402
ISBN (PDF)
9783346983039
ISBN (Buch)
9783346983046
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schlaf erziehung schlafverhalten säuglingen diskurs jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Meerkamp (Autor:in), 2022, Schlaf und Erziehung. Das Schlafverhalten von Säuglingen als pädagogischer Diskurs im 20. und 21. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1431402
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Leseprobe aus  48  Seiten
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