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Die Maßregel Führungsaufsicht unter Berücksichtigung sozialarbeiterischer sozialpädagogischer Aspekte

Title: Die Maßregel Führungsaufsicht unter Berücksichtigung sozialarbeiterischer sozialpädagogischer Aspekte

Diploma Thesis , 2003 , 158 Pages , Grade: 1

Autor:in: Volker Hasenmüller (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Der Umgang mit Straftätern durch die Justiz wird von der breiten Bevölkerung zusehends immer kritischer betrachtet. Rückfällig gewordene ‚Verbrecher’, die erneut schwere Straftaten begangen haben, sind ein gefundenes Fressen für Medien-Headlines. Schlagkräftige Überschriften in den Medien übermitteln der breiten Bevölkerung einen falschen Umgang der Justiz mit Straftätern und suggerieren ihr, dass es bei ‚richtiger’ Anwendung eines ‚harten’ Strafgesetzes eine hundertprozentige Sicherheit zumindest gegen Kapitalverbrecher und deren Verbrechen gäbe. Das Kapitalverbrechen ist ein besonders schweres Verbrechen, für welches die Strafgesetze früher meist die Todesstrafe vorsahen. Das heutige Strafsystem ist glücklicherweise einem humanen, dem Verhältnismä-ßigkeitsgrundsatz unterliegenden resozialisierenden Grundsatz unterworfen. Auch kennt es keine nicht mehr zu beendende Strafe (Todesstrafe, Freiheitsstrafe auf Lebenszeit ohne die Möglichkeit diese zu beenden).

Gerade jedoch Rückfalltäter, die z.B. Kinder sexuell missbraucht haben und erneut einschlägig straffällig werden, lassen die breite Masse der Bevölkerung nach einer Verschärfung des strafrechtlichen Umgangs mit ihnen laut werden; das Resultat ist eine pauschale Verminderung der Hilfe für diese Straftäter, einhergehend mit einem ‚pauschalen Wegschließen’ auf Lebenszeit, kurz: Resignation, dafür aber ‚hundertprozentiger’ Schutz.

Da es für mich jedoch klar war, dass es niemals eine Gesellschaft ohne ‚Böses’ geben wird, einhergehend damit, dass es niemals ein Strafrechtssystem geben kann, welches einen hundertprozentigen Schutz bietet, interessierte ich mich schon frühzeitig für die in Deutschland vorgesehenen Möglichkeiten, (erneuten) Straftaten entgegenzuwirken.

Nach Praktika in Therapieeinrichtungen und einer Justizvollzugsanstalt absol-vierte ich mein letztes Praktikum in der Führungsaufsichtsstelle des Landgerich-tes Hannover in Hannover. Diese Aufsichtsstelle setzt die im Strafgesetzbuch vorgesehene Maßregel ‚Führungsaufsicht’ in die Tat um. Da sie Hilfe und Überwachung bieten soll, war sie für mich die humane Antwort auf die Frage, wie mit Straftätern nach deren ‚staatlicher Obhut’ (Haft, Unterbringung) umzugehen ist – zumal sie gerade für die Straftäter vorgesehen ist, vor denen sich die Gesellschaft besonders fürchtet. Als mir klar wurde, wie unbekannt dieses Mittel ist, das strafrechtlich relevante Rückfalle vorbeugen soll, entschloss ich mich, darüber meine Diplomarbeit zu schreiben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Geschichte der Sicherheitsmaßregeln

1.1 Die Entstehung der Polizeiaufsicht

1.2 Die Ausbreitung der Polizeiaufsicht

1.3 Der Norddeutsche Bund, die Weimarer Republik und die Zeit des Nationalsozialismus

1.4 Von der Polizeiaufsicht zur Führungsaufsicht

2. Rechtliche Grundlagen der Führungsaufsicht

2.1 Einordnung der Maßregel Führungsaufsicht in das Strafgesetzbuch

2.2 Anordnungsformen

2.2.1 Führungsaufsicht kraft Richterspruches

2.2.2 Führungsaufsicht kraft Gesetzes

2.3 Anordnungsgründe

2.3.1 Führungsaufsicht nach Strafverbüßung

2.3.2 Führungsaufsicht in Verbindung mit freiheitsentziehenden Maßregeln

2.4 Weisungsauflagen und Weisungsverstöße

2.4.1 Die Weisungsauflagen

2.4.2 Die Sanktionsregelungen

2.5 Zeitlicher Rahmen

2.6 Die gesetzliche Tätigkeitsregelungen

2.6.1 Die Zuständigkeitsregelung

2.6.2 Die Überwachungsmöglichkeiten

3. Die Bewährungshilfe als Partner der Führungsaufsicht

3.1 Aufgaben und Ziele der Bewährungshilfe

3.2 Die Zusammenarbeit der Führungsaufsicht mit der Bewährungshilfe

3.2.1 Die Führungsaufsichtsstelle als Helfer der Bewährungshilfe

3.2.2 Die Bewährungshilfe als Informationsquelle

4. Inhaltliche Ausgestaltung der Führungsaufsicht

4.1 Die Arbeit der Führungsaufsichtsstelle

4.2 Kompetenzen der Führungsaufsichtsstelle

5. Probanden der Führungsaufsicht

5.1 Proband 1

5.1.1 Sozialisationsbiographie

5.1.2 Kriminelle Karriere

5.1.3 Für den Eintritt der Führungsaufsicht relevante Straftaten

5.1.4 Der Verlauf der Führungsaufsicht

5.2 Proband 2

5.2.1 Sozialisationsbiographie

5.2.2 Kriminelle Karriere

5.2.3 Für den Eintritt der Führungsaufsicht relevante Straftaten

5.2.4 Der Verlauf der Führungsaufsicht

5.3 Proband 3

5.3.1 Sozialisationsbiographie

5.3.2 Für den Eintritt der Führungsaufsicht relevante Straftat

5.3.3 Der Verlauf der Führungsaufsicht

5.4 Proband 4

5.4.1 Sozialisationsbiographie

5.4.2 Für den Eintritt der Führungsaufsicht relevante Straftaten

5.4.3 Der Verlauf der Führungsaufsicht

5.5 Proband 5

5.5.1 Sozialisationsbiographie

5.5.2 Kriminelle Karriere

5.5.3 Für den Eintritt der Führungsaufsicht relevante Straftaten

5.5.4 Führungsaufsichtsverlauf

5.6 Zusammenfassung

6. Probleme und Schwierigkeiten der Probanden

6.1 Vorstrafenbelastung

6.2 Soziale Situation

6.3 Einsicht oder Ablehnung

6.4 Die Rückfallquote

7. Die möglichen Aufgaben der Sozialarbeit/Sozialpädagogik

7.1 Definitionen

7.1.1 Definition von Sozialarbeit/Sozialpädagogik

7.1.2 Das Berufsbild des Rechtspflegers

7.2 Regelungen

7.3 Möglichkeiten

7.3.1 Aspekte der Sozialen Arbeit für den Probanden

7.3.2 Aspekte der Sozialen Arbeit für andere Institutionen

7.3.3 Aspekte für die Sozialarbeiter der Führungsaufsichtsstelle

7.4 Einschränkungen

8. Kritische Betrachtung der Führungsaufsicht

8.1 Kritik an der Umsetzung der Maßregel

8.2 Kritik an der Führungsaufsicht als Maßregel

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Maßregel der Führungsaufsicht, insbesondere unter Berücksichtigung sozialpädagogischer und sozialarbeiterischer Aspekte. Das primäre Ziel ist es, diese Maßregel, die in Deutschland zur Rückfallprävention bei Straftätern eingesetzt wird, detailliert zu beschreiben und die Frage zu klären, inwieweit professionelle soziale Arbeit in diesen Prozess integriert werden kann oder ob der Überwachungsaspekt die hilfsorientierte Arbeit dominiert.

  • Historische Entwicklung der Sicherheitsmaßregeln in Deutschland.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Anordnungsgründe der Führungsaufsicht gemäß Strafgesetzbuch.
  • Die Kooperation zwischen der Führungsaufsichtsstelle und der Bewährungshilfe im dualen System.
  • Analyse von Fallbeispielen zur praktischen Ausgestaltung und Problematik der Führungsaufsicht.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Sozialarbeit bei der Umsetzung dieser Maßregel.

Auszug aus dem Buch

Die Ausbreitung der Polizeiaufsicht

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begannen die ersten Reformen dieser Sicherheitsmaßregeln. Die bereits erwähnte Landesverweisung wurde immer ungeeigneter, denn man mutete anderen Staaten zu, fremde Verbrecher aufzunehmen. Dies brachte oftmals politische Verstimmungen hervor. Zusätzlich gingen andere Neben- und Nachstrafen oft mit körperlicher Bestrafung einher, etwa dem Abschneiden von Gliedmaßen und dergleichen; dies empfand man zunehmend als unangemessen. Überdies wurden viele der Sicherheitsmaßregeln eben ohne gesetzliche Grundlage angeordnet. „Dies war unvereinbar mit dem unter dem Einfluss der Aufklärung gewandelten Staatsverständnis und dem aus rechts- und verfassungsstaatlich geprägten Auffassungen entstandenen Gesetzlichkeitsprinzip.“

Mit der Wende in das 19. Jahrhundert breitete sich dann eine jeweils unterschiedliche Art von Polizeiaufsicht in den deutschen Ländern und teilweise in Europa aus. Diese sollte erstmalig die Lebensverhältnisse und Persönlichkeitsmerkmale von entlassenen Sträflingen berücksichtigen und vor allem in den jeweiligen Strafgesetzbüchern gesetzlich verankert werden. Zusätzlich entwickelte sich die Polizeiaufsicht hin zu einer Art ‚Aufsicht’ und weg von einer reinen ‚Strafe’.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kritische öffentliche Wahrnehmung des Umgangs der Justiz mit Straftätern und begründet das Interesse des Autors an der Führungsaufsicht als humaner, präventiver Maßnahme.

1. Die Geschichte der Sicherheitsmaßregeln: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der willkürlichen Polizeiaufsicht bis hin zur modernen Führungsaufsicht nach und arbeitet die Reformgedanken sowie den Einfluss totalitärer Systeme auf.

2. Rechtliche Grundlagen der Führungsaufsicht: Hier werden die gesetzlichen Eintrittsgründe, Anordnungsformen und die rechtliche Struktur der Führungsaufsicht sowie der Sanktionen bei Weisungsverstößen detailliert dargelegt.

3. Die Bewährungshilfe als Partner der Führungsaufsicht: Das Kapitel beschreibt das Zusammenwirken von Führungsaufsicht und Bewährungshilfe als duales System und analysiert die Rolle der Bewährungshilfe als Betreuungsinstanz.

4. Inhaltliche Ausgestaltung der Führungsaufsicht: Es wird die praktische Arbeitsweise der Führungsaufsichtsstellen erläutert, insbesondere der Prozess der Fallübernahme und Informationsbeschaffung.

5. Probanden der Führungsaufsicht: Anhand von fünf anonymisierten Fallbeispielen werden die Hintergründe, kriminellen Karrieren und der Führungsaufsichtsverlauf verschiedener Straftatgruppen praxisnah aufgezeigt.

6. Probleme und Schwierigkeiten der Probanden: Die zentralen Problemlagen der Klienten, wie Vorstrafenbelastung, soziale Situation und Rückfallgefährdung, werden systematisch analysiert.

7. Die möglichen Aufgaben der Sozialarbeit/Sozialpädagogik: Dieses Kapitel diskutiert die Relevanz und die spezifischen Aufgabenbereiche für Sozialarbeiter in der Führungsaufsicht und betont die Notwendigkeit fachlicher Betreuung.

8. Kritische Betrachtung der Führungsaufsicht: Abschließend werden die Mängel in der Umsetzung und die systemimmanente Kritik an der Führungsaufsicht reflektiert und in den gesellschaftspolitischen Kontext eingeordnet.

Schlüsselwörter

Führungsaufsicht, Strafrecht, Bewährungshilfe, Resozialisierung, Rückfallprävention, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Strafgesetzbuch, Sicherungsverwahrung, Strafvollzug, Täterbetreuung, Rechtsfolgen der Tat, Kriminologie, Vollverbüßer, negative Sozialprognose.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit behandelt die Führungsaufsicht als eine Maßregel der Besserung und Sicherung im deutschen Strafrecht. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der praktischen Umsetzung und der Einbindung sozialpädagogischer Fachkräfte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die historische Entwicklung der Sicherheitsmaßnahmen, die rechtliche Einordnung der Führungsaufsicht, die Kooperation mit der Bewährungshilfe sowie die Analyse von Fallbeispielen aus der täglichen Praxis.

Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen Überwachung und Betreuung innerhalb der Führungsaufsicht zu beleuchten und zu klären, welche Rolle soziale Arbeit bei der Resozialisierung der Probanden einnehmen kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur rechtshistorischen und aktuellen Basis sowie eine explorative Aktenanalyse von fünf realen Probandenfällen aus der Praxis des Landgerichts Hannover.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der rechtlichen Grundlagen, die Analyse der Zusammenarbeit zwischen Führungsaufsichtsstelle und Bewährungshilfe sowie die detaillierte Vorstellung und Auswertung von fünf Praxisakten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Führungsaufsicht, Resozialisierung, Bewährungshilfe, Rückfallprävention und Strafgesetzbuch charakterisiert.

Welchen Stellenwert nimmt die Rolle der Sozialarbeit in diesem Kontext ein?

Soziale Arbeit wird als essenzieller, jedoch oft ungenügend genutzter Bestandteil der Führungsaufsicht dargestellt, der über die rein administrative Verwaltung hinausgehen sollte, um echte resozialisierende Wirkung zu entfalten.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit der aktuellen Umsetzung?

Der Autor äußert sich kritisch über die teilweise unzureichende Ausgestaltung der Weisungen und die hohe Fallzahlenbelastung, die das Potenzial der Führungsaufsicht als soziale Hilfsinstanz einschränkt.

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Details

Title
Die Maßregel Führungsaufsicht unter Berücksichtigung sozialarbeiterischer sozialpädagogischer Aspekte
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit)
Grade
1
Author
Volker Hasenmüller (Author)
Publication Year
2003
Pages
158
Catalog Number
V14314
ISBN (eBook)
9783638197519
Language
German
Tags
Maßregel Führungsaufsicht Berücksichtigung Aspekte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Volker Hasenmüller (Author), 2003, Die Maßregel Führungsaufsicht unter Berücksichtigung sozialarbeiterischer sozialpädagogischer Aspekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14314
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