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Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte im deutschen Bildungssystem

Unter der Berücksichtigung des sozioökonomischen Hintergrundes

Titel: Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte im deutschen Bildungssystem

Bachelorarbeit , 2023 , 60 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Luca Sigl (Autor:in)

Pädagogik - Integration
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden zunächst Begrifflichkeiten, die für diese Arbeit bedeutend sind, erklärt. Im Anschluss wird anhand von Bourdieus Kapitaltheorie, Boudons Ansatz der primären und sekundären Effekte und Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung die Frage bearbeitet werden, welche Bildungsungleichheiten für Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte unter Berücksichtigung des sozioökonomischen Hintergrundes bestehen.

Vor dem Gesetz gilt ein Grundsatz der Gleichheit, aus dem sich ableiten lässt, dass in der deutschen Gesellschaft niemand bevorzugt oder benachteiligt werden darf und jedem Individuum die gleichen Bildungschancen und Möglichkeiten vor dem Gesetz zur Verfügung stehen müssen. Spätestens die Ergebnisse der PISA-Studien haben jedoch aufgezeigt, dass dieser Grundsatz im deutschen Bildungssystem an manchen Stellen verfehlt wird. Seither wird über das Thema der Bildungsungleichheit ein großer politischer, pädagogischer und soziologischer Diskurs geführt. Nur wenige Themen werden in der heutigen Zeit so viel diskutiert wie das der Bildung. „Sie verspricht dem Einzelnen sozialen Aufstieg und wird als Universallösung für zentrale gesellschaftliche Herausforderungen der Gegenwart beschworen“ (BPB, 2019). Viele dieser Diskussionen befassen sich mit der bestehenden Bildungsungleichheit in der Gesellschaft. Auch die Erziehungs- und Bildungswissenschaft richtet immer öfter den Fokus auf Bildungsungleichheit. In den Medien wird dabei häufig von einem bestehenden Unterschied im Bildungserfolg zwischen Schüler:innen mit Migrationsgeschichte und Schüler:innen ohne Migrationsgeschichte berichtet, und die PISA-Studien hat seit der Jahrtausendwende den sozialen Fragen um Bildung eine gesellschaftliche und politische Relevanz verliehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Terminologien

2.1. Bildung als Begriff für Lebenschancen

2.2. Das deutsche Bildungssystem – eine Zusammenfassung

2.2.1. Elementarbereich

2.2.2. Primarbereich

2.2.3. Sekundarbereich I

2.2.4. Sekundarbereich II

2.2.5. Tertiärbereich

2.3. Migration und Migrationsgeschichte

2.3.1. Begriffsklärung Migration

2.3.2. Gesellschaftliche Veränderungen durch Migration

2.3.3. Begriffsklärung Migrationsgeschiche und Kritik am Begriff „Migrationshintergrund“

2.4. Soziale Ungleichheit, Chancenungleichheit und Chancengerechtigkeit

2.4.1. Soziale Ungleichheit

2.4.2. Chancengleichheit und Chancenungleichheit

2.4.3. Bildungsgerechtigkeit und Leistungsprinzip

3. Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit

3.1. Bildungsungleichheit intersektional betrachtet

3.1.1. Begriffsklärung von „Intersektionalität“

3.1.2. Intersektionalität in der Pädagogik und Erziehungswissenschaft

3.1.3. Zusammenfassung Intersektionalität

3.2. Homogenität und Heterogenität im Bildungskontext

3.2.1. Begriffsklärung von „Homogenität“ und „Heterogenität“

3.2.2. Homogenisierung an deutschen Schulen

3.2.3. Kritik an der Homogenisierung im deutschen Bildungssystem

3.3. Kapitaltheorie von Pierre Bourdieau zur Erklärung von Ungleichheit

3.3.1. Ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital nach Bourdieu

3.3.2. Zusammenfassung Kapital

3.4. Primäre und sekundäre Effekte der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg nach Boudon (1974)

3.4.1. Merkmale mit Einfluss auf den Bildungserfolg

3.4.2. Primäre Herkunftseffekte und Sekundäre Herkunftseffekte

3.4.3. Übertragung auf die Bevölkerung mit Migrationsgeschichte

4. Empirische Befunde und Analyse von Bildungsungleichheiten

4.1. Lesekenntnisse als Grundbaustein für Lebenschancen

4.2. Bildungsungleichheit und PISA

4.2.1. PISA – eine Einführung

4.2.2. Ergebnisse der Lesekompetenz deutscher Schülerinnen und Schüler

4.2.3. Ergebnisse der Mathematikkompetenz deutscher Schüler:innen

4.2.4. Ergebnisse der Kompetenz in den Naturwissenschaften der deutschen Schülerschaft

4.2.5. Chancengerechtigkeit und das deutsche Bildungssystem

4.2.6. Chancengerechtigkeit für deutsche Schüler:innen im Migrationskontext

4.2.7. Zusammenfassung der PISA-Ergebnisse

4.3. Internationale Grundschul-Lese Untersuchung 2021

4.3.1. IGLU – eine Einführung

4.3.2. Zusammenfassung der Ergebnisse

4.3.3. Bildungsaspirationen am Übergang zur Sekundarstufe

4.3.4. Soziale Ungleichheit in der Lesekompetenz

4.3.5. Migrationsbedingte Disparitäten in der Lesekompetenz in Deutschland und im internationalen Vergleich

4.4. Zusammenhang von primären und sekundären Effekten und Schulleistungen

5. Diskussion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte im deutschen Bildungssystem, wobei besonderes Augenmerk auf den sozioökonomischen Hintergrund sowie die Mechanismen der Bildungsungleichheit gelegt wird, um Ansatzpunkte für eine gerechtere Bildungspraxis zu identifizieren.

  • Analyse theoretischer Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit (Kapitaltheorie nach Bourdieu, primäre und sekundäre Herkunftseffekte nach Boudon).
  • Untersuchung der Rolle von Migration und Migrationsgeschichte im deutschen (Bildungs-)System.
  • Auswertung empirischer Befunde aus aktuellen Schulleistungsstudien (PISA und IGLU).
  • Diskussion intersektionaler Perspektiven auf Diskriminierung und Ungleichheit.
  • Erörterung bildungspolitischer Interventionsmöglichkeiten zur Förderung der Chancengerechtigkeit.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Begriffsklärung von „Intersektionalität“

„Consider an analogy to traffic in an intersection, coming and going in all four directions. Discrimination, like traffic through an intersection, may flow in one direction, and it may flow in another. If an accident happens in an intersection, it can be caused by cars traveling from any number of directions and, sometimes, from all of them. Similarly, if a Black women is harmed because she is in the intersection, her injury could result from sex discrimination or race discrimination“ (Crenshaw, 1989, S.149).

Der Begriff „Intersektionalität“ wurde durch die Juristin und Professorin Kimberlé Crenshaw eingeführt. Intersektionalität meint, „dass soziale Kategorien wie Gender, Ethnizität, Nation oder Klasse nicht isoliert voneinander konzeptualisiert werden können, sondern in ihren ‚Verwobenheiten‘ oder ‚Überkreuzungen‘ (intersections) analysiert werden müssen“ (Walgenbach, 2012, S.81). Dazu verwendete Crenshaw wie im Zitat oben zu lesen ist, die Metapher einer Straßenkreuzung (im Englischen: intersection) dafür, dass Diskriminierungen nicht nur aus einer Richtung oder durch eine Bedingung zu erklären sind, sondern auf vielseitige Benachteiligungsursachen und möglicherweise deren Kausalzusammenhänge zurückgeführt werden kann (vgl. Pangritz, 2020, S. 142). Es geht also um die Berücksichtigung von mehreren sozialen Kategorien und deren Wechselwirkungen (vgl. Walgenbach 2012, S.81).

Intersektionalität kann nicht den alleinigen Anspruch auf die Analyse der Wechselwirkungen zwischen sozialen Kategorien erheben, da sie sich speziell auf die Untersuchung sozialer Ungleichheiten und Machtverhältnisse konzentriert und daher Differenzkategorien wie Leistungsheterogenität oder Fachkompetenz, die im Rahmen von „Diversity“ oft betrachtet werden, welche nicht in den Fokus intersektionaler Analysen fallen (Walgenbach: Intersektionalität - eine Einführung, 2012, S. 2).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert Bildung als Menschenrecht und thematisiert das zentrale Problem der Bildungsungleichheit im deutschen Schulsystem, insbesondere im Kontext von Migration.

2. Terminologien: Erläutert grundlegende Begriffe wie Bildung, das deutsche Bildungssystem, Migration und verschiedene Dimensionen sozialer Ungleichheit.

3. Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit: Analysiert theoretische Modelle wie Intersektionalität, Homogenität/Heterogenität, Bourdieus Kapitaltheorie und Boudons Herkunftseffekte zur Erklärung von Leistungsunterschieden.

4. Empirische Befunde und Analyse von Bildungsungleichheiten: Präsentiert und vergleicht aktuelle Daten aus PISA- und IGLU-Studien zur Leistungsfähigkeit und Chancengerechtigkeit im deutschen System.

5. Diskussion und Ausblick: Reflektiert die Ergebnisse, fordert bildungspolitische Reformen und betont die Bedeutung individueller Förderung sowie intersektionaler Ansätze.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Migrationsgeschichte, Chancengerechtigkeit, Intersektionalität, PISA-Studie, IGLU, Kapitaltheorie, Bourdieu, Soziale Herkunft, Heterogenität, Bildungspolitik, Lesekompetenz, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit der Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte im deutschen Bildungssystem auseinander und betrachtet dabei die Rolle des sozioökonomischen Hintergrunds.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Begriffe wie soziale Ungleichheit, Migrationsgeschichte, Kapitaltheorien, fachdidaktische Erklärungsansätze für Leistungsunterschiede sowie die Analyse internationaler Schulleistungsstudien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Bildungsungleichheiten für Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte bestehen und wie diese durch sozioökonomische Strukturen verstärkt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch soziologische und pädagogische Theorien (u.a. Bourdieu, Boudon) sowie einer Sekundäranalyse und Interpretation aktueller empirischer Daten aus PISA- und IGLU-Studien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsansätze für Bildungsungleichheit und die empirische Überprüfung dieser anhand von Ergebnissen großflächiger Studien zur Lesekompetenz und Mathematikleistung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildungsungleichheit, Migrationsgeschichte, Intersektionalität, Chancengerechtigkeit und die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu.

Welche Rolle spielt die Intersektionalität in der Arbeit?

Intersektionalität dient als analytisches Werkzeug, um zu verstehen, wie verschiedene diskriminierende Merkmale (z.B. Herkunft, Geschlecht, soziale Lage) ineinandergreifen und Bildungsungleichheiten komplex verstärken.

Was sind laut der Arbeit "primäre" und "sekundäre" Herkunftseffekte?

Primäre Effekte beziehen sich auf den direkten Einfluss der sozialen Herkunft auf die Leistung, während sekundäre Effekte Entscheidungen im Bildungsweg beschreiben, die unabhängig von der gemessenen Leistung aufgrund der sozialen Herkunft innerhalb der Familie getroffen werden.

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte im deutschen Bildungssystem
Untertitel
Unter der Berücksichtigung des sozioökonomischen Hintergrundes
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Fakultät für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung)
Note
1,0
Autor
Luca Sigl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
60
Katalognummer
V1431602
ISBN (PDF)
9783346983596
ISBN (Buch)
9783346983602
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildung Diversity Diversität Bildungssystem deutsches Bildungssystem Migration Migrationshintergrund Migrationsgeschichte Soziale Ungleichheit Chancengleichheit Chancengerechtigkeit Bildungsgleichheit Bildungsgerechtigkeit Leistungsprinzip Intersektionalität Homogenität Heterogenität Homogenisierung Pierre Bourdieu Kapitaltheorie Erklärung von Ungleichheit Boudon primäre und sekundäre Effekte der sozialen Herkunft soziale Herkunft Lesekenntnisse PISA PISA-Studie IGLU-Studie IGLU 2021 Lesekompetenz Bildungsaspirationen Dreigliedriges Schulsystem Gesamtschule Verbesserung des Bildungssystems
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luca Sigl (Autor:in), 2023, Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte im deutschen Bildungssystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1431602
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  60  Seiten
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