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Die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung aus psychomotorischer Perspektive

Titel: Die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung aus psychomotorischer Perspektive

Bachelorarbeit , 2023 , 67 Seiten , Note: 13

Autor:in: Isabel May (Autor:in)

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Arbeit wird versucht, die Verbindung zwischen Spiel, kindlicher Entwicklung und psychomotorischer Perspektive herzustellen und zu entschlüsseln. Daraus ergeben sich folgende zwei Fragestellungen, an welchen sich die Bachelorarbeit orientiert. Zum einen wird im Hinblick auf die zweite Fragestellung versucht darzustellen, warum das Spiel überhaupt einen Einfluss auf die kindliche Entwicklung besitzt. Zum anderen wird untersucht, inwiefern sich die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung aus psychomotorischer Perspektive äußert. Die Beantwortung der ersten Fragestellung dient dazu, das angesprochene Thema in das Feld einordnen zu können und jenes logisch abzurunden.

Dem Spielen im Kindesalter kommt eine wichtige Bedeutung zu. Denn in keinem anderen menschlichen Lebensabschnitt stehen die Wirklichkeit und das Spiel in einem solchen wechselseitigem Zusammenhang wie das in der Kindheit der Fall ist. Kinder drücken sich über jenes psychisch und gleichzeitig kindgerecht aus. Sie erzeugen und gestalten durch die Verschmelzung der inneren und der äußeren Gegebenheiten ihre eigene Wirklichkeit zu einer Einheit, dem Spiel.

In den letzten 20 Jahren konnte allerdings ein kontinuierlicher Rückgang der aufgewendeten Zeit für das freie kindliche Spiel, welches durch die Eigeninitiative des Kindes charakterisiert ist, beobachtet werden. Schätzungen zufolge wird in den USA von bereits 50% ausgegangen. Gleichzeitig hat sich die Lebenswelt von Kindern hinsichtlich sozialstruktureller Bedingungen und Erziehungsstilen im Vergleich zu vor einigen Jahrzehnten deutlich gewandelt. Durch den zunehmenden Straßenverkehr und das Verschwinden von Grünflächen in den Städten hat sich ebenfalls die Raumnutzung verändert. Kinder können im öffentlichen Bereich nur noch wenige Räume für sich, das Spiel und das eigene Tun beanspruchen. Das freie Spielen ist festen Terminen wie sportlicher oder musikalischer Früherziehung unterzuordnen und daher zunehmend zeitlich begrenzt. Flowerfahrungen im zeitvergessenen Spiel können nur selten erfahren werden.

Immer mehr Pädagogen sind der Meinung, dass sich eine Einschränkung des Spiels negativ auf die kindliche Entwicklung auswirken könnte. lm Umkehrschluss könnte dieses für die Entwicklung eine entscheidende Bedeutung haben. Es lassen sich vielseitige Studien vorfinden, die die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung bestätigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Überblick - Psychomotorik

2.1 Historie

2.2 Paradigmen

2.2.1 Therapie

2.2.2 Entwicklungsförderung

2.2.3 Pädagogik, Bildung & Erziehung

2.2.4 Gesundheitsförderung

2.3 Psychomotorische Perspektiven

2.3.1 Die Funktionale Perspektive

2.3.2 Die Kompetenztheoretische Perspektive

2.3.3 Die Sinnverstehende Perspektive

2.3.4 Die Ökologisch-systemische Perspektive

2.4 Zielsetzungen der Perspektiven

2.4.1 Ziele der kompetenztheoretischen Perspektive

2.4.2 Ziele der sinnverstehenden Perspektive

2.5 Zusammenfassung im Hinblick auf die Fragestellung

3 Überblick - Spiel

3.1 Die Verortung des Spiels innerhalb der Psychomotorik

3.2 Definitionsversuche und Merkmale des Spiels

3.3 Spielformen

3.3.1 Eltern-Kind-Spiele

3.3.2 Psychomotorische Spiele/Funktionsspiele

3.3.3 Exploration als Vor-Spiel

3.3.4 Frühe Symbolspiele

3.3.5 Funktionsspiel mit Mobilität: Bewegungsspiele

3.3.6 Raufspiele und gespielte Aggression

3.3.7 Fantasie- und Rollenspiele

3.3.8 Objekt- und Konstruktionsspiele

3.3.9 Regelspiele

3.4 Zusammenfassung im Hinblick auf die Fragestellung

4 Überblick - Entwicklung

4.1 Entwicklung als Strukturbildung

4.2 Entwicklung und Reifung

4.3 Entwicklung und Lernen

4.4 Entwicklung als Adaptation

4.5 Entwicklung und Alter

4.6 Entwicklungsmodelle nach Erikson und Piaget

4.6.1 Eriksons psychosoziales Stufenmodell

4.6.2 Piagets Spielkonzept und kognitive Entwicklungspsychologie

4.7 Zusammenfassung im Hinblick auf die Fragestellung

5 Die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung aus psychomotorischer Perspektive

5.1 Evolutionärer Hintergrund und physiologische Aspekte

5.1.2 Kognitive Aspekte

5.1.3 Sprachliche und kommunikative Aspekte

5.2 Soziale & kulturelle Aspekte

5.3 Psychologische und emotionale Aspekte

5.4 Beantwortung der Fragestellungen

6 Schluss

Zielsetzung & Forschungsschwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die essenzielle Bedeutung des kindlichen Spiels für die Entwicklung aus einer psychomotorischen Perspektive. Ziel ist es, den wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Spiel und kindlicher Entwicklung zu analysieren, die Rolle verschiedener Spielformen zu beleuchten und daraus psychomotorische Förderansätze abzuleiten.

  • Historische Entstehung und paradigmatische Grundlagen der Psychomotorik
  • Die Funktion und Kategorisierung kindlicher Spielformen
  • Psychologische, soziologische und physiologische Entwicklungstheorien (Erikson und Piaget)
  • Wechselwirkungen zwischen kindlicher Entwicklung und dem Spielverhalten
  • Integrationsmöglichkeiten psychomotorischer Ansätze in den Erziehungsalltag

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Verortung des Spiels innerhalb der Psychomotorik

Dem Spiel kommt in der Psychomotorik eine ausgesprochene Bedeutung zu. Es ist sogar die dominanteste Tätigkeitsform, mit welcher sich die Kinder auseinandersetzen. Irmischer, Hammer, Wendler & Hoffmann stellen in ihrem Buch Spielen in der Psychomotorik eine bedeutsame Verbindung des Spiels mit der Psychomotorik her: „Die Psychomotorik entfaltet sich in der Welt des Spiels. ... Machen wir Psychomotorik, dann spielen wir“ (Irmischer, et. al., 2004, S. 8).

Warum dem so ist, hat vielseitige Gründe. Zum einen wirkt das Spiel erlebnisaktivierend und entwicklungsfördernd. Die Beziehung zum eigenen Körper ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, spielen zu können. Sie ist die Grundlage der Persönlichkeitsentwicklung (Irmischer et. al., 2004, S. 7;11). Sowohl das Anregen der Persönlichkeitsentwicklung als auch die allgemeine Entwicklungsförderung stellen zentrale Ziele der Psychomotorik dar. Aus diesem Grund ist es naheliegend, das Spiel als ein primäres Element der Psychomotorik zu betrachten (Kuhlenkamp, 2017, S. 42).

Zum anderen teilen sich Kinder sowohl über das Spiel als auch über die Bewegung ihrem Umfeld mit. Bewegung und Spiel gelten als die zentralen Ausdrucksformen des Kindes. Bewegungsspiele werden von ihnen in komplexe Szenarien eingebettet, deren Thematiken die Kinder meistens selbst betreffen und den Handlungen einen individuellen Sinn verleihen. So können die Bewegungshandlungen als Dialog zwischen der Umwelt und dem Kind aufgefasst werden. Jener erhält für die Psychomotorik*innen erst dann eine tiefere Bedeutung, wenn auch die Hintergründe zur Lebensgeschichte und zur Lebenssituation ganzheitlich miteinbezogen werden (Zimmer, 2006, S. 82f.). Durch die Verarbeitung belastender Ereignisse über das Spiel, kann dieses entlastend und damit problemlösend zu wirken. Die innere Phantasiewelt, die Bedürfnisse oder Wünsche der Kinder, überlagern sich mit der äußeren materialen und sozialen Welt zu einem Spiel hervorgebracht wird (Mogel, 2008, S. 6). Die Kindheit ist, entwicklungspsychologisch betrachtet, der einzige Lebensabschnitt, in welchem das Spiel und die Wirklichkeit in solch enger Relation zueinanderstehen (Mogel, 2008, S. 6).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt die Relevanz des Spiels für die kindliche Entwicklung und leitet zur psychomotorischen Betrachtungsweise über.

2 Überblick - Psychomotorik: Vermittelt die historische Entstehung sowie die theoretischen Paradigmen und Perspektiven der Psychomotorik.

3 Überblick - Spiel: Definiert den Begriff des Spiels, ordnet ihn psychomotorisch ein und stellt verschiedene Spielformen vor.

4 Überblick - Entwicklung: Erläutert entwicklungspsychologische Grundlagen gemäß Erikson und Piaget im Kontext der kindlichen Wachstums- und Lernprozesse.

5 Die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung aus psychomotorischer Perspektive: Analysiert auf Basis der erarbeiteten Grundlagen die physiologische und evolutionäre Relevanz des Spiels.

6 Schluss: Führt die Ergebnisse der Arbeit zusammen und identifiziert Ansatzpunkte für zukünftige Forschung zur psychomotorischen Spieltherapie.

Schlüsselwörter

Psychomotorik, Kindliche Entwicklung, Spiel, Bewegungsspiel, Entwicklungspsychologie, Jean Piaget, Erik Erikson, Spielformen, Sensorik, Motorik, Selbstkonzept, Kommunikation, Erziehung, Psychomotorische Therapie, Ressourcenorientierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche tiefgreifende Bedeutung das Spiel für die kindliche Entwicklung aus der Sicht der Psychomotorik hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die psychomotorischen Paradigmen, die Entwicklungstheorien namhafter Psychologen, die Einordnung verschiedener Spielformen und deren Einfluss auf die physiologische sowie psychische Reifung.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen kindlichem Spiel und psychomotorischer Förderung theoretisch zu begründen und aufzuzeigen, wie spielerische Handlungen die Entwicklung unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche und der systematischen Analyse bestehender psychomotorischer sowie entwicklungspsychologischer Theorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Psychomotorik und des Spielbegriffs erarbeitet, gefolgt von einer detaillierten Betrachtung der Entwicklung unter Einbeziehung von Modellen wie denen von Erikson und Piaget.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Psychomotorik, kindliche Entwicklung, Spielformen, Selbstkonzept und Ressourcenorientierung.

Inwiefern beeinflusst das Spiel die Identitätsbildung eines Kindes?

Laut Erikson und psychomotorischer Ansätze ermöglicht das Spiel die Rollenübernahme und das Ausprobieren neuer Verhaltensweisen, was zur Festigung der Ich-Identität und zur Bewältigung psychosozialer Phasen beiträgt.

Welche Rolle spielen Rollenspiele bei der emotionalen Verarbeitung?

Sie erlauben Kindern, Erlebnisse nachzuspielen, schwierige Gefühle durch Fantasie bewältigbar zu machen und nachzuerleben, was ihnen in der realen Welt (noch) verwehrt bleibt.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung aus psychomotorischer Perspektive
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Sportwissenschaft und Motologie)
Note
13
Autor
Isabel May (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
67
Katalognummer
V1432104
ISBN (PDF)
9783346984517
ISBN (Buch)
9783346984524
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychomotorik Paradigmen Psychomotorische Perspektiven Kindliches Spiel Spiel Spielformen Entwicklung Strukturbildung Reifung Lernen Adaptation Erikson Piaget Entwicklungsmodelle
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabel May (Autor:in), 2023, Die Bedeutung des Spiels für die kindliche Entwicklung aus psychomotorischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1432104
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Leseprobe aus  67  Seiten
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