Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Aufgabe des IWF.
Die Arbeit gibt zunächst aus historischer Sicht einen Überblick, hinsichtlich der Notwendigkeit seiner Entstehung, der Organisation und wofür er sich innerhalb der internationalen Gemeinschaft verwendet. Das Ziel dieser Arbeit ist es, letztendlich den IWF als solchen darzustellen.
Dozent: Prof. Dr. M. Zipperling
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Organisation und Institutionen des IWF
1. Notwendigkeit der Entstehung des IWF
2. Die Struktur des Währungsfonds
a) Der Gouverneursrat
b) Das Exekutivdirektorium
c) Der Interimsausschuss
d) Der Entwicklungsausschuss
3. Die Quoten und Sonderziehungsrechte
a) Quoten
b) Sonderziehungsrechte (SZR) auch Special Drawning Right (SDR)
4. IWF – Aufgaben und Ziele
a) Die Beratungs-, Überwachungs – und Informationsfunktion des IWF
b) Der IWF als Krisenmanager bei Zahlungsbilanzproblemen eines Mitglieds
c) Gewährleistung von Dienstleistungen, technischer Hilfe und Ausbildung
5. Bretton Woods Institutionen in der heutigen Zeit
III: Die Praxis des IWF / Maßnahmen in der Asienkrise
1. Die Ursachen der Asienkrise
2 Hilfestellung durch den IWF
3. Reformationsbedürfnis beim IWF
IV. Konkurrenz für den IWF aus dem Süden
V. Möglichkeit des Insolvenzverfahren
VI. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht den Internationalen Währungsfonds (IWF) hinsichtlich seiner historischen Entstehungsgeschichte, seiner strukturellen Organisation und der praktischen Anwendung seiner Aufgabenfelder im Kontext der globalisierten Weltwirtschaft.
- Historische Analyse des klassischen Goldstandards und der Notwendigkeit der IWF-Gründung.
- Untersuchung der institutionellen Struktur, der Quotensysteme und der Bedeutung von Sonderziehungsrechten.
- Kritische Aufarbeitung der IWF-Interventionspraxis am Fallbeispiel der Asienkrise.
- Diskussion über Reformbedarf, aufkommende Konkurrenz (Südbank) und Ansätze zur Staateninsolvenz.
Auszug aus dem Buch
1. Notwendigkeit der Entstehung des IWF
In der Zeit noch vor dem Zweiten Weltkrieg herrschte unter anderen auf deutschem Boden, ein System der Wechselkurse. Diese Wechselkursmethode, auch geläufig als klassischer Goldstandard, hob sich dadurch hervor, dass im Verkehr befindliche Banknoten, zu einem festen Kurs, von den Notenbanken in Gold umgetauscht wurden. Diesbezüglich bestand eine Garantie seitens der Banken. Zwischen den verschiedenen Währungen schaffte der Goldpreis so Paritäten. Weiterhin zeichnete sich die Goldwährung dadurch aus, dass der der Methode innewohnende Ausgleich sich positiv auf die Zahlungsbilanz auswirkte.
Letztlich jedoch fand Anfang der dreißiger Jahre, nach Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929, der Goldstandard, sein Ende.
In diesem Zusammenhang veranlasste mit als erstes das Vereinigte Königreich Englands (Großbritannien) 1931 die Abwertung des Pfundes. Die hohe Arbeitslosigkeit und die vielen Schließungen von Fabriken zwangen zu diesem Schritt.
Und auf Grund dessen, dass durch diese Maßnahme der Wechselkurs steigt und die heimischen Produkte im Ausland günstiger werden, so wie auch 1931 im vereinigten Königreich, erwartete man dadurch eine Steigerung der Exporte, wobei in der Folgezeit die diesbezüglichen Erwartungen sodann auch weitestgehend erfüllt wurden.
Die Folge einer solchen währungspolitischen Maßnahme ist es jedoch, dass es im Ausland zu einer Senkung und im Inland zu einer Erhöhung des Außenbeitrags kommt.
Die notgedrungene Reaktion anderer Staaten war desgleichen ebenso eine Abwertung ihrer jeweiligen Währungen, so dass die Zeitweisen Gewinne im Export aufgrund der wechselseitigen Abwertungen nur vorübergehend sein konnten.
Folgerichtig ziehen derartige währungspolitische Aktionen, einen Vertrauensverlust in die jeweiligen Währungen mit sich, da real der Wert einer Währungseinheit kontinuierlich sinkt. Die Wertaufbewahrungsfunktion, also die Funktion die bewahren sollte, dass das Geld keine Wertverluste erlitt, ging abhanden, was wiederum zu einem steigenden Bedarf nach Gold führte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Rolle des IWF innerhalb der internationalen Organisationen und definiert das Ziel der Arbeit, den IWF historisch und in seiner modernen, krisenorientierten Praxis zu durchleuchten.
II. Organisation und Institutionen des IWF: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, den Aufbau, die Organe (wie den Gouverneursrat) sowie das Quotensystem und die Funktionen des Währungsfonds.
III: Die Praxis des IWF / Maßnahmen in der Asienkrise: Der Hauptteil analysiert die Ursachen der Asienkrise und hinterfragt kritisch die Effektivität der vom IWF auferlegten Reformprogramme.
IV. Konkurrenz für den IWF aus dem Süden: Hier wird die Gründung der "Banco del Sur" als mögliche südamerikanische Alternative zum IWF und als Reaktion auf bestehende globale Ungleichheiten beleuchtet.
V. Möglichkeit des Insolvenzverfahren: Dieses Kapitel thematisiert die HIPC-Initiative als Instrument des IWF zur Entschuldung von Ländern, die unter extremer Schuldenlast leiden.
VI. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der IWF trotz seiner Daseinsberechtigung seine Überwachungsmethoden sensibler gestalten muss, um zukünftige Krisen wirksamer abzuwenden.
Schlüsselwörter
Internationaler Währungsfonds, IWF, Wechselkurse, Goldstandard, Sonderziehungsrechte, SZR, Asienkrise, Finanzstabilität, Weltbank, Entwicklungsbank, Staateninsolvenz, HIPC-Initiative, Zahlungsbilanz, Globalisierung, Währungspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Funktion und die historische Notwendigkeit des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie sein Handeln in modernen globalen Finanzkrisen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Bereiche sind die Organisationsstruktur des IWF, das System der Sonderziehungsrechte, die Krisenintervention bei Zahlungsbilanzproblemen und die Debatte über Reformen sowie institutionelle Konkurrenz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den IWF als Institution darzustellen und kritisch zu hinterfragen, ob seine Maßnahmen in der Praxis – insbesondere während der Asienkrise – tatsächlich seinem ursprünglichen Zweck entsprachen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse und Auswertung von Fachliteratur, Wirtschaftsberichten und völkerrechtlichen Rahmenbedingungen, ergänzt durch Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem institutionellen Aufbau, dem Instrumentarium der Sonderziehungsrechte, der spezifischen Krisenbewältigung in Asien und neuen Ansätzen zur internationalen Schuldenregulierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Währungspolitik, Finanzkrisen, IWF, Sonderziehungsrechte und internationale Finanzarchitektur geprägt.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle des IWF in der Asienkrise?
Die Arbeit stellt die Frage, ob die vom IWF geforderten Reformen und Bankenschließungen die Krise möglicherweise eher verschärft als gelindert haben.
Was unterscheidet die "Banco del Sur" vom IWF?
Im Gegensatz zum IWF zielt die "Banco del Sur" auf eine Kreditvergabe ohne politische Konditionalitäten und eine Stimmgewichtung unabhängig von wirtschaftlicher Einlagekraft ab.
Welchen Zweck verfolgt die HIPC-Initiative?
Die HIPC-Initiative dient als Hilfe zur Entschuldung für hoch verschuldete Länder, sofern diese nachweisen, dass sie eine solide Wirtschaftspolitik betreiben und die Armut bekämpfen.
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- Sirko Archut (Author), 2009, Der internationale Währungsfond - IWF , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143221