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Kritik an der Geistlichkeit im "Reinhart Fuchs" von Heinrich der Glîchezâre

Title: Kritik an der Geistlichkeit im "Reinhart Fuchs" von Heinrich der Glîchezâre

Seminar Paper , 2009 , 26 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts verfasste Heinrich der Glîchezâre das satirische Tierepos „Reinhart Fuchs“. Aufgrund verschiedener Anspielungen in diesem Text werden dem Autor gute historische Kenntnisse wie auch eine stauferfeindliche Einstellung zugeschrieben. Heinrich der Glîchezâre spielt im „Reinhart Fuchs“ jedoch nicht nur auf geschichtliche und politische Begebenheiten und Umstände an, er kritisiert in ausgewählten Passagen auch verschiedene Bereiche der Geistlichkeit. Diese Arbeit macht es sich zur Aufgabe, diejenigen Stellen im „Reinhart Fuchs“, welche die Geistlichkeit kritisieren, näher zu untersuchen. Dabei soll erörtert werden, was Heinrich an ihr bemängelt und wie er dies bewerkstelligt. Zu Beginn des Hauptteils wird nach einer kurzen Beschreibung des Autors näher auf den „Reinhart Fuchs“ eingegangen. Dabei werden zunächst Aufbau und Inhalt des Textes skizziert. Des Weiteren wird die Kritik an der Stauferzeit in Heinrichs Tierepos behandelt, damit der Leser einen Eindruck davon erhält, welche politische Gesinnung der Autor verfolgte. Im zentralen Teil dieser Arbeit werden anschliessend diejenigen Episoden im Werk näher untersucht, welche direkt oder indirekt die Geistlichkeit kritisieren. Dabei richtet sich das Augenmerk jeweils kurz auf den Inhalt der Episoden, um im Folgenden die entscheidenden Passagen in Bezug auf die Geistlichenkritik zu untersuchen. Dabei soll zum Vorschein kommen, wer oder was genau kritisiert wird und wie Heinrich dabei vorgeht. Der Schwerpunkt wird auf das Brunnenabenteuer (823-1060) gelegt, welches sich in Bezug auf die Thematik dieser Arbeit als besonders fruchtbar erwies. Im Fazit sollen schliesslich die verschiedenen Bereiche der Geistlichkeit, welche Heinrich anhand der bearbeiteten Episoden kritisiert, geordnet und in einen grösseren Zusammenhang gebracht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zum Autor

3 Zum Text

3.1 Aufbau und Inhalt

3.2 Kritik an der Stauferzeit

4 Kritik an der Geistlichkeit im Text

4.1 Isengrin im Klosterkeller (499-550)

4.2 Isengrin als Mönch (635-726)

4.3 Fischfangabenteuer (727-822)

4.4 Brunnenabenteuer (823-1060)

4.5 Schwur auf den Rüden Zahn (1061-1153)

4.6 Heiligsprechung des Hühnchens (1458-1510)

4.7 Vorladung Reinharts durch den Bären (1511-1646)

4.8 Vorladung durch den Kater (1647-1794)

4.9 Vorladung durch den Dachs (1795-1834)

4.10 Belohnung des Elefanten und des Kamels (2097-2164)

5 Fazit

6 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die im Tierepos „Reinhart Fuchs“ von Heinrich der Glîchezâre enthaltene Kritik an der Geistlichkeit und den gesellschaftlichen Verhältnissen der Stauferzeit. Ziel ist es aufzuzeigen, welche konkreten Mängel Heinrich an kirchlichen Institutionen und Personen wahrnimmt und durch welche narrativen Methoden er diese Satire vermittelt.

  • Analyse der Geistlichenkritik in ausgewählten Episoden des Epos
  • Untersuchung der Verflechtung von politischer Satire und Stauferkritik
  • Dekonstruktion der Rolle von Geistlichen als vermeintliche moralische Instanzen
  • Kritik am unreflektierten Umgang der Gläubigen mit kirchlichen Gebräuchen
  • Deutung von Motiven wie Tonsur und Heiligsprechung im Kontext der mittelalterlichen Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

4.4 Brunnenabenteuer (823-1060)

Nachdem Isengrin durch Reinharts List seinen Schwanz verloren hat, macht sich letzterer auf den Weg zu einem Kloster, in welchem viele Hühner gehalten werden. Dort entdeckt er einen Brunnen, in welchen er hineinschaut und sein Spiegelbild erblickt. Reinhart hält es jedoch für seine geliebte Frau und springt in den Brunnen. Kurze Zeit später kommt Isengrin am Brunnen vorbei, blickt hinein und hält sein Spiegelbild für seine Frau Hersant. Daraufhin entdeckt er Reinhart im Brunnen, welcher vorgibt, er sei gestorben und nun in den Himmel gekommen. Weiter erklärt Reinhart Isengrin mit viel Phantasie, weshalb sich seine Frau Hersant auch im Brunnen beziehungsweise im Himmel befinde und weshalb sie kein Kopfhaar mehr habe und macht ihm diesen „Himmel“ geschickt schmackhaft. Dadurch bringt Reinhart Isengrin dazu, sich in den Eimer zu setzen und sich in den Brunnen herabfallen zu lassen. Reinhart seinerseits setzt sich unten in den zweiten Eimer und lässt sich hochziehen. Anschliessend ist Isengrin im Brunnen gefangen und Reinhart huscht davon. Kurze Zeit später entdeckt ein Mönch den Wolf im Brunnen und informiert seine Brüder, welche Isengrin hochziehen und ihn verprügeln. Als sie ihn für tot halten, lassen sie ihn liegen. Erst zu diesem Zeitpunkt entdeckt ein Mönch Isengrins Tonsur und Beschneidung, doch ohne grosse Reue, einen Mitbruder verprügelt zu haben, lassen sie ihn liegen.

Als Isengrin in den Brunnen blickt und Reinhart entdeckt, bezeichnet er ihn als bruoder Reinhart (886). Es ist sehr erstaunlich, dass Isengrin den Fuchs, welcher dafür verantwortlich ist, dass er seinen zagel nicht mehr hat, immer noch als Bruder anspricht. Dies erweckt den Eindruck, als hätte man sich in einem Orden sehr viel leisten können, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Vielleicht verweist aber diese Bezeichnung Isengrins auch nur darauf hin, dass jener sehr naiv und nicht sonderlich nachtragend ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Autors, des Werks und der Forschungsabsicht, die Geistlichenkritik im Tierepos zu untersuchen.

2 Zum Autor: Erörterung der spärlichen Informationen über Heinrich der Glîchezâre sowie seiner mutmaßlichen Herkunft und sozialen Stellung.

3 Zum Text: Skizzierung des Aufbaus, der inhaltlichen Struktur und der historischen Einordnung des Werkes als antistaufische Satire.

4 Kritik an der Geistlichkeit im Text: Detaillierte Analyse einzelner Episoden, in denen Mönche, Pfaffen und klösterliche Strukturen kritisch hinterfragt werden.

5 Fazit: Synthese der Ergebnisse, wobei die Doppelbödigkeit von Reinharts Handeln als Spiegel der kirchlichen Korruption hervorgehoben wird.

6 Bibliographie: Verzeichnis der herangezogenen Primär- und Sekundärliteratur zur wissenschaftlichen Bearbeitung.

Schlüsselwörter

Reinhart Fuchs, Heinrich der Glîchezâre, Geistlichenkritik, Stauferzeit, Tierepos, Isengrin, Zisterzienser, Satire, Mittelalter, Klerus, Heiligsprechung, Brunnenabenteuer, Reliquienkult, Mönchtum, Gesellschaftskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das satirische Tierepos „Reinhart Fuchs“ des Dichters Heinrich der Glîchezâre mit dem speziellen Fokus auf die darin geübte Kritik an der Geistlichkeit und den gesellschaftlichen Strukturen des 12. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Entlarvung heuchlerischen Verhaltens innerhalb der Kirche, die Kritik an einem politisch motivierten Heiligenkult sowie die Parodierung der Naivität gläubiger Menschen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu erörtern, welche Bereiche der Geistlichkeit Heinrich kritisiert, welche rhetorischen und narrativen Strategien er dabei einsetzt und wie er diese Kritik in das politische Klima der Stauferzeit einbettet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Textes vorgenommen, ergänzt durch die Heranziehung historischer Kontexte und mediävistischer Forschungsliteratur zur Einordnung der im Werk dargestellten Zustände.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zehn spezifische Episoden des Werks untersucht, in denen Geistliche oder klösterliche Riten eine Rolle spielen, wobei das Brunnenabenteuer als besonders aussagekräftig für die Thematik hervorgehoben wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Reinhart Fuchs, Geistlichenkritik, Stauferzeit, Satire, Zisterzienser, Klerus und mittelalterliche Gesellschaftsordnung.

Warum spielt das Brunnenabenteuer eine so zentrale Rolle in der Untersuchung?

Es erweist sich als besonders fruchtbar, da Heinrich hier durch Reinharts fingierte Jenseitserzählungen die Leichtgläubigkeit der Menschen und die korrupte Ausnutzung religiöser Konzepte durch die Kirche am prägnantesten darstellt.

Wie wird die Rolle des „falschen Mönchs“ Reinhart bewertet?

Reinhart wird als ironische Figur gesehen, die durch ihre Verkleidung als Ordensbruder die Verlogenheit der tatsächlichen Geistlichkeit spiegelt; er nutzt die kirchlichen Institutionen als Werkzeuge für seine eigenen betrügerischen Absichten.

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Details

Title
Kritik an der Geistlichkeit im "Reinhart Fuchs" von Heinrich der Glîchezâre
College
University of Bern
Course
-
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2009
Pages
26
Catalog Number
V143227
ISBN (eBook)
9783640523702
ISBN (Book)
9783640524396
Language
German
Tags
kritik geistlichkeit reinhart fuchs heinrich glîchezâre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2009, Kritik an der Geistlichkeit im "Reinhart Fuchs" von Heinrich der Glîchezâre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143227
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